Seit Wochen hat es nicht mehr gescheit geregnet, so ein paar Tröpfchen wie gestern Abend sind nun wirklich nicht ernst zu nehmen. Wer zum Rhein fährt und sich die traurigen Überreste des Flusses anschaut, den noch einige spärlich beladene Frachtschiffe befahren, fragt sich natürlich: Warum ist da überhaupt noch Wasser drin? Läuft der Rhein nicht irgendwann leer?
Das sind gute Fragen!
Denn, wie eine kurze Recherche im Internet zutage fördert, befördert der Strom immer noch eine beträchtliche Menge Wasser gen Nordsee. Düsseldorf durchflossen beispielsweise gestern ausweislich behördlicher Daten 621 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Also alle vier Sekunden die Menge eines komplett gefüllten Olympiabeckens, wie wir es aus dem Sternbusch kannten, als man dort draußen noch schwimmen konnte (aber das ist eine andere Geschichte), also 50 Meter mal 25 Meter mal 2 Meter gleich 2500 Kubikmeter Wasser.

Auch die Zuflüsse des Rheins stehen ja vor dem gleichen Problem, auch da kommt nicht mehr viel her. Aber „Vater Rhein“ hat etwas, das andere Flüsse nicht haben – einen riesigen Puffer. Bekanntlich durchfließt der Rhein den Bodensee, und dabei handelt es sich um das größte Binnengewässer in Zentraleuropa mit einem Fassungsvermögen von (geschätzt) 50 Milliarden Kubikmeter Wasser. Nun ist der Rhein zwar nicht wie der Abfluss an der Badewanne ganz unten am Bodensee angedockt, aber der Einfachheit halber einmal das angenommen: Selbst wenn kein neues Wasser nachkäme, könnte der Bodensee bei der gegenwärtigen Füllung des Rheins noch knapp zwanzig Jahre genug Wasser nachliefern, ehe der Strom versiegt ist.
(Aber natürlich würde der Bodensee nicht komplett leerlaufen. Im Schnitt liegt der Abfluss bei rund 166 bis 370 Kubikmetern pro Sekunde, abhängig von der Jahreszeit, dem Zufluss aus den Alpen und dem aktuellen Wasserstand. Der Abfluss selbst wurde vor knapp hundert Jahren vertieft, damit auch bei Niedrigwasser etwas nachläuft. Der Pegel des Bodensees steht aktuell bei 279 Zentimetern (sehr niedrig), aber selbst beim Stand 0 würde noch Wasser abfließen. Es ist halt alles etwas komplexer. Gut möglich also, dass die nächste Generation noch ganz andere Krisenzustände des Rheins wird erleben dürfen.)


Mmuuuh, der Rhein, der Altrhein, der Spoykanal, der Kermisdahl und die Wetering mögen vermmuuuhtlich tatsächlich nicht leerlaufen, aber die Lambeer schon. Die Lambeer war auf Höhe der Brücke unter dem Pappelweg hindurch bis auf etwas Modder ausgetrocknet, mmuuuh, zumindest noch letztes Wochenende. Aber heute floss in dem Lambeer-Graben schon wieder ein fast 1 m breiter Rinnsaal, mmuuuh, unter der gleichen Brücke hindurch Richtung Wetering.
@41
Den Umlaufkanal entlang der Schleuse nicht zu vergessen. Der sorgt für den sogenannten Abschlag des Wassers des Spoykanals, wenn der Pegel des Altrheins niedriger ist als der des Spoykanals. Ist er höher, sorgt das Schöpfwerk für den Abschlag.
Umlaufkanal und Schöpfwerk werdrn bald ersetzt durch das neue Durchlassbauwerk und die neue Pumpstation im Bereich des Busens.
Der Spoykanal pp bleiben Vorfluter.
@39 Kirsten
„Warum laufen Wetering, Kermisdahl und Spoy nicht leer?“
Die Briener Schleuse verhindert dies. Das Spoy-Schöpfwerk an der Briener Schleuse sorgt für eine kontrollierte Entwässerung des Einzugsgebiets, welches über Wetering, Kermisdahl und Spoykanal entwässert wird.
Spoy-Schöpfwerk:
„Lage: Ausmündung des Spoykanals in den Griethauser Altrhein an der Schleuse Kleve-Brienen (rund Deich-Kilometer 37,3 bzw. rund Rhein-Kilometer 859,0)
Größe des angeschlossenen Einzugsgebietes: rund 67 km²“
https://dvxk.de/spoy
Tolles Projekt von Benedikt und Philipp Kreusch
https://epaper.rp-online.de/api/sharing/article/rheinischepost6a897eefa1c4d5.12701621-4074aa1ba386c
Warum laufen Wetering, Kermisdahl und Spoy nicht leer?
@36
Mmuuuh, nix Regengott, lesen Sie doch mal hier nach:
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Märchen_von_der_Regentrude
„Nach dem Sonnenwende gestern Abend werden wir dieses Wochenende wieder von einem sehr seltenen natürlichen Phänomen begrüßt: Regen. Dieses besondere Phänomen wird wahrscheinlich erst 2081 wieder gesehen werden.
Was können wir genau erwarten? „Regen ist Wasser, das vom Himmel herunterfällt. Das mag unglaublich klingen, aber wir haben starke Anzeichen dafür, dass es bald wirklich passieren wird,“ erklärt Meteorologe Tjalk Drup. Er fährt weiter: „Laut unseren Modellen wird so etwas erst 2081 wieder passieren, also müssen Sie das wirklich sehen.“ “
Quelle: De Speld (aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt)
Wir sollten langsam überlegen, welchen Regengott wir gnädig stimmen könnten. Oder welche Regengöttin.
Tlaloc war im antiken Mexiko ein mächtiger Hauptregengott der Azteken, nicht nur zuständig für Regen, sondern auch für Blitze. Er konnte aber auch Unwetter bringen. Hagelkörner galten z. B. als Bruchstücke der Knochen aztekischer Vorfahren, die Tlaloc im Zorn hinuntergeworfen hatte. Vielleicht war er etwas zu mächtig.
Der griechische Gott Jupiter sorgte für Blitze, Donner und Regen. Der nordische Gott Thor war auch ein Wettergott. Bei Thor muss ich an Wikinger denken, das sind zwar Vorfahren der Norweger, aber doch vielleicht etwas zu robust in ihrer Art.
Vielleicht müssen wir aber auch gar nicht in der Ferne suchen. Wir könnten Donar um Unterstützung bitten, er ist eine germanische Variante von Thor und war ausdrücklich Wetter- und Donnergott. Sein Wetter hatte aber nicht nur eine laute Seite, er sorgte auch für Regen.
Vielleicht sollten wir aber nicht nur Donar um Hilfe bitten. Für Regen gäbe es schließlich auch noch Nehalennia, die im niederländisch-germanischen Raum verehrt wurde. Vielleicht könnten die beiden sich die Aufgabe teilen: Donar kümmert sich um die Wolken, Nehalennia um das Wasser.
Donar, öffne die Wolken und sende uns den Regen
Nehalennia, hüte das Wasser und lass es fließen
Lasst die Erde trinken
die Felder grünen
die Flüsse wieder Wasser führen
und das Land aufatmen
Schenkt uns Regen, reichlich und sanft
nicht zu viel und nicht zu wenig
Mmuuuh, weil niemand auf mein Gemmuuuhe vom 12.08.26 reagiert hat, habe ich die AI (Gemini) nun selbst wie folgt befragt:
„Wie wirkt sich der aktuelle Pegelstand des Rheins von -26 cm am Pegel in Emmerich weiter stromab in den Niederlanden aus? Bewahrt da die hereinschwappende Nordsee die Rheinmündungsarme vor allzu niedrigen Pegelständen?“
Das hier hat die Google-AI geantwortet, mmuuuh, copy and paste:
„Der extrem niedrige Pegelstand von -26 cm am Pegel Emmerich hat massive Auswirkungen weiter stromabwärts in den Niederlanden, und die Nordsee bringt in diesem Szenario keine Rettung, sondern verschärft das Problem massiv. Zwar schützt die Nordsee die Mündungsarme physikalisch vor dem „Leerlaufen“, doch dieser Effekt führt zu einer ökologischen und wirtschaftlichen Kettenreaktion: der sogenannten Salzwasserintrusion (Zoutwaartse indringing).
Das Dilemma mit der Nordsee: Salzwasser statt Schutz
Die Nordsee drückt bei Flut unweigerlich Meerwasser in die Rheinmündungen (wie den Nieuwe Waterweg bei Rotterdam). Normalerweise schiebt der Rhein mit seiner enormen Strömung das Salzwasser wieder zurück ins Meer. Fällt der Druck des Rheins durch das extreme Niedrigwasser weg, passiert Folgendes:
Meerwasser kriecht flussaufwärts: Das schwere, salzige Meerwasser schiebt sich wie ein Keil unter das Süßwasser und dringt kilometerweit ins Landesinnere vor.
Trink- und Nutzwassergefahr: Die Niederlande gewinnen entlang der Flussarme ihr Trinkwasser und Wasser für die Landwirtschaft. Durch das Salz drohen Brunnen und Entnahmestellen unbrauchbar zu werden.
Das Ijsselmeer schützen: Um das wichtige Süßwasserreservoir des Ijsselmeers zu schützen, müssen die Niederlande Sperrtore (wie die Klimarij oder Schleusen) schließen. Dadurch wird der Wasserfluss noch künstlicher reguliert.
Die direkten Auswirkungen auf die niederländischen Flussarme
Direkt hinter der Grenze bei Emmerich teilt sich der Rhein bei Schenkenschanz in die Mündungsarme Waal (der Hauptschifffahrtsweg) und den Nederrijn/Pannerdens Kanaal auf.
Verteilungskampf per Wehr: Die niederländische Rijkswaterstaat steuert den Wasserfluss über das riesige Wehr bei Driel. Bei diesem extremen Tiefstand wird das Wehr fast vollständig geschlossen.
Priorität für die Waal: Nahezu das gesamte verbleibende Rheinwasser wird in die Waal geleitet, um die Schifffahrtsroute Richtung Rotterdam notdürftig offen zu halten.
Austrocknung im Norden: Für den Nederrijn und die Ijssel bleibt kaum noch Wasser übrig. Die Pegel dort sinken dramatisch, was zu lokalen Fahrverboten für Schiffe führt.
Wirtschaftliche Folgen für die Schifffahrt
Die Niederlande spüren die gleichen Probleme wie Deutschland: Binnenschiffe, die vom Hafen Rotterdam rheinaufwärts fahren wollen, können nur noch mit einem Bruchteil ihrer normalen Ladung (teilweise unter 30 %) beladen werden. Viele Güter müssen auf Lkw oder die Schiene umgeladen werden, was die Lieferketten massiv verteuert.“
Mmuuuh, das arme Holland ist auch in Not!
Mmuuuh, läuft der Rhein wirklich nicht leer? Bei der letzten Messung betrug der Pegel immerhin schon -26 cm, mmuuuh, heute um 14 Uhr (https://www.hochwasser.rlp.de/flussgebiet/niederrhein/emmerich). Die Pegeluhr hat sich damit erfolgreich auf 26/100 vor 10 (m) bzw. jetzt 0 (m) zurückgerundet, mmuuuh, nach etwas mehr als hundert Jahren. Allerdings entsprechen 0,00 m auf der Emmericher Pegeluhr 8,03 m, mmuuuh, über Normal Null.
KELLENER ALTRHEIN
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Schöpfwerk / regulierter
Wasserhaushalt
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GRIETHAUSENER ALTRHEIN
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Griethausen – Düffelward
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Keeken
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Bimmen
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HEUTIGER RHEIN
Der Altrhein gehört zu einem zusammenhängenden wasserwirtschaftlichen System und steht im Bereich Keeken/Bimmen mit dem heutigen Rhein in Verbindung.
Je nach Wasserständen kann dadurch ein hydraulisches Gefälle entstehen, das für eine deutliche Strömung sorgt. Hinzu kommt, dass sich das Wasser an verengten Stellen auf einen kleineren Querschnitt konzentriert: Bei gleicher Wassermenge steigt dort die Fließgeschwindigkeit.
Das kann wiederum die beobachtete Erosion erklären: Höhere Strömungsgeschwindigkeiten bedeuten eine stärkere Belastung der Gewässersohle und der Ufer. Wird dabei Material abgetragen, kann sich das Gerinne weiter eintiefen und die Strömung lokal noch stärker bündeln.
Der Altrhein ist deshalb an dieser Stelle durchaus ein dynamisches Gewässer – und nicht einfach ein „stehender Rest des alten Rheins“.
Sagt ChatGPT.
Mmuuuh, weiß eigentlich jemand, wie sich der niedrige Rheinpegel stromab auswirkt, also je näher der Thein (bzw. die Waal) an die Nordsee mit ihren Gezeiten herankommt. Bei einem Highscore-Pegel von 9,85 m in Emmerich läuft das Rheinwasser vermmuuuhtlich gut in die Nordsee ab, mmuuuh, sowohl bei Ebbe als auch bei Flut – zumindest, wenn nicht gerade Sturmflut ist. Aber was passiert jetzt, mmuuuh, strömt die Nordsee bei Flut weit in die Niederlande hinein und normalisiert dort die Pegel? Oder könnten die Niederländer nicht mal für ein paar Stunden am Tag ihre Sturmflutsperren bei der (Waal-) Mündung am Hoek van Holland (und anderswo) schließen, mmuuuh, um den Rhein dort etwas aufzustauen (und seine Fließgeschwindigkeit zu vermindern)? Mmuuuh, kann das mal jemand (oder die AI oder rd) recherchieren – oder bij Rijkswaterstaat (https://www.rijkswaterstaat.nl/water) nachfragen?
Mmuuuh, Pegel Emmerich (https://www.hochwasser.rlp.de/flussgebiet/niederrhein/emmerich): -10 cm, -11 cm, wieder -10 cm und so weiter – seit Tagen Die Pegeluhr am Ende der Emmeicher Rheinpromenade zeigt es an, mmuuuh: Zehn vor zehn, mmuuuh, oder gar elf vor zehn. Für eine komplette Zurückrundung bis zum höchsten je gemessenen Pegel von 9,85 m am 03.01.26 fehlen nur noch vier oder fünf Zentimeter, mmuuuh, entsprechend einer Anzeige der Pegeluhr von 15 vor zehn. Allerdings war die Höchststandmessung nicht in diesem Winter, sondern recht genau vor einhundert Jahren (1926), mmuuuh, und ein paar Monaten.
Schöner Artikel und bemerkenswerte Kommentare.
Übrigens, es gibt hierzu derzeit Anschauungsmaterial direkt vor Ort.
Ich empfehle rd einen Artikel mit noch mehr Lokalbezug:
Warum läuft der ALTrhein nicht leer?
Geht man in Keeken zur Mündung Altrhein in Neurhein bietet sich ein Naturschauspiel, welches man nicht erwartet. Der Altrhein hat sich zwar auf nur noch 4m verengt ist aber weit davon entfernt, ein Rinnsal zu sein sondern ähnelt dort eher einem (reissenden) kleinen Bach.
Ohne Quatsch, es gibt erstaunliche Fließgeschwindigkeiten, man kann die hier in den Kommentaren beschriebenen Erosion live beobachten und dabei zusehen, wie der Altrhein sich tiefer in sein Flussbett gräbt.
Ich würd es auch erstmal nicht glauben aber ich war Samstag vor Ort.
Man fragt sich, wo kommt das Wasser her, warum läuft der ALTrhein nicht leer…
aktuelle Karikatur von Klaus Stuttmann :
VerkehrsMinister Bilger will jetzt die Flüsse ausbauen !
https://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturen/2026/ausbauen_kol.jpg
fast täglich neues auf :
https://stuttmann-karikaturen.de/
Seit Monaten werden in unserer Reichlich Peinlichen zeitung
KS’s köstlichen Werke bitter vermißt.
In der „Jungen Welt“ vom 12.08.2026 fand ich den folgenden Artikel, der den aktuellen Stand sehr klar macht. Ich würde mich freuen, wenn er tatsächlich hier im Blog veröffentlicht werden würde.
Junge Welt / 12.08.2026 / Inland / Seite 2
„Warum herrscht im Rhein ökologischer Notstand?
NRW: Trotz akutem Wassermangel bleibt die industrielle Entnahme praktisch ungebremst,
erklärt Paul Kröfges.
Interview: Jessica Reisner
Die Pegel der großen Flüsse wie Donau, Elbe oder Rhein sind auf historisch niedrigem Stand. Derweil entnimmt die Industrie weiter riesige Mengen Wasser aus dem System.
Welche Dimensionen hat das in Nordrhein-Westfalen?
Der gesamte Wasserbedarf von NRW beträgt laut aktuellen Daten über 3,7 Milliarden Kubikmeter im Jahr.
Fast zwei Drittel davon entfallen auf die Industrie und Energiewirtschaft. Sie werden zu 90 Prozent aus dem Rhein entnommen. Das macht rund zwei Billionen Liter.
An Bürger und Kleingewerbe in NRW werden dagegen über das gesamte öffentliche Netz nur eine Milliarde Kubikmeter abgegeben, die aber ganz überwiegend aus dem Grundwasser entnommen wird.
Die Stadt Köln – zum Vergleich – braucht zirka 70 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Was macht es für einen Unterschied, ob aus Flüssen oder dem Grundwasser entnommen wird?
Flusswasser zur Kraftwerkskühlung mit anschließender Wiedereinleitung bleibt, abzüglich Verdunstung, erhalten.
Zurückgeleitetes Kühlwasser ist aber um mehrere Grad erwärmt, salzreicher und kann Biozide zur Algen- und Keimunterdrückung enthalten.
Entnommenes Grundwasser wird thermisch und chemisch verändert, dann in Kläranlagen behandelt, in Fließgewässer geleitet und so dem Grundwasser entzogen.
Da die meisten Industriekläranlagen keine vierte Reinigungsstufe betreiben, sind deren Abwässer mit der gesamten Palette an Chemikalien, die dort zum Einsatz kommen oder entstehen, belastet. So leitet der Currenta-Chempark in Leverkusen mit seinem Abwasser im Jahr mehr als 20 Tonnen an organischen Chlorverbindungen, zirka 50 Kilogramm stark giftiger Ewigkeitschemikalien, den PFAS, und täglich über 700 Tonnen Kochsalz in den Rhein.
Welche Industriezweige nutzen in Nordrhein-Westfalen das meiste Rheinwasser?
Der mit Abstand wasserintensivste Wirtschaftszweig in NRW ist der Energiesektor, vor allem die fossilen Großkraftwerke von Steag, RWE und Rheinenergie, die insgesamt fast eine Milliarde Kubikmeter Wasser aus dem Rhein entnehmen.
Das entnommene Flusswasser dient hier hauptsächlich als Kühlwasser und fließt anschließend erwärmt wieder zurück. Von daher ist es ein Gebrauch des Wassers, wobei es aber Verdunstungsverluste und Belastungen durch zugesetzte Chemikalien gibt.
Dann folgen die Metallerzeugung und die chemische Industrie.
Allein die drei sogenannten Chemparks von Currenta pumpen aus dem Rhein zusammen fast eine halbe Milliarde Kubikmeter Wasser im Jahr ab.
Wer ist für die Genehmigungen zur Entnahme zuständig?
Für die Genehmigung und Kontrolle von industrieller Wasserentnahme aus dem Rhein sind in NRW vor allem die Bezirksregierungen sowie die Kommunen zuständig. Eine lückenlose und behördliche Kontrolle der Entnahmemengen soll über gesetzlich vorgeschriebene Messeinrichtungen und jährliche Meldepflichten gewährleistet werden.
Welche Folgen hat es, wenn trotz historisch niedrigem Pegel die gleichen Mengen belasteten Wassers in den Rhein geleitet werden?
Die Schadstoffkonzentrationen dürften sich aktuell verdreifacht haben. Das stresst das gesamte Ökosystem des Flusses zusätzlich zur hohen Temperatur und dem geringen Sauerstoffgehalt. Trinkwasser, das aus rheinnahen Brunnen gefördert wird, kann bei langandauernder Belastung betroffen sein, wird aber durch mehrstufige Aufbereitung, insbesondere Aktivkohlefiltration, geschützt.
Gibt es derzeit Auflagen für die Betriebe, ihre Entnahmen wegen des
aktuell niedrigen Rheinpegels zurückzufahren?
Grundsätzlich gibt es für die Industrie keine generellen Privilegien, die sie vor Einschränkungen schützen, sie muss sich dem behördlichen Gewässerschutz unterordnen. Bezirksregierungen können diese Bewilligungen bei extremem ökologischem Notstand, wie kritischer Erwärmung des Restwassers, einschränken oder mit strengeren Auflagen versehen. Dies ist meines Wissens noch nicht verfügt worden und sollte dringendst umgesetzt werden. Es herrscht ein ökologischer Notstand im Rhein.
Was sind die Forderungen des BUND?
Wir fordern in NRW und auf Bundesebene eine radikale Kehrtwende.
Angesichts von Klimakrise, Hitze und historischem Niedrigwasser vertreten wir die Position, dass das Ökosystem Fluss und die Trinkwassersicherheit Priorität vor den wirtschaftlichen Interessen der Großindustrie haben müssen.
Der Wasserverbrauch der Industrie muss deutlich sinken, was der BUND zum Beispiel im aktuellen Wasserrechtsverfahren des Currenta-Chemparks in Leverkusen konkret einfordert. Hier muss auch die Klärtechnik erheblich verbessert und die Produktion und Verwendung von PFAS, sowie anderen
biologisch nicht abbaubaren Chemikalien beendet werden.
Dies hat der BUND NRW gegenüber der Landesregierung für Currenta angemahnt, wurde aber mit
Hinweis auf fehlende bundesweite Grenzwerte für PFAS zurückgewiesen.
Der BUND lehnt außerdem jede Vertiefung der Rhein-Fahrrinne bundesweit strikt ab. Hierdurch würde Grundwasser abgezogen und die ohnehin austrocknenden Rheinauen und Altarme komplett vom Wasser abgeschnitten.
Paul Kröfges ist Wasserexperte des BUND NRW e. V. sowie langjähriges
Mitglied in den Bundes- und Landesarbeitskreisen »Wasser« des Verbandes.
https://www.jungewelt.de/artikel/527767.wasserentnahme-trotz-trockenheit-
warum-herrscht-im-rhein-ökologischer-notstand.html“
Ein schnelleres Abfliessen von Wasser hat ja nun auch mit „Begradigungen“ des Rheins zu tun.
Um die Schifffahrt auf dem Rhein zeitlich und streckenmäßig zu verkürzen, hat man seit ca. 1809 bis 1880 „begradigt“. Somit lief/ läuft das Wasser schneller durch ( wie bei Kanälen in Städten)- bleibt aber nicht, durch Mäander, im Flussbett stecken.
Das ist so ein ähnliches Phänomem wie „Flächenversiegelung“ .
Natürlich – Mag nun Niemand mehr, außer Donald Trump, mal den stattgefundenen Klima-Wandel bestreiten können.
Peinlich – Alle warten darauf, dass mal „Jemand“ diese Entwicklung stoppen könnte…
@ 19
„… irgendwie relativ unbekannt“
Sollte uns aber zum Bewusstsein kommen, dass das als „relativ unbekannt“ Deklarierte gerade das ist, was von unseren (Mehrheits-) Medien und verantwortlichen Politikern ignoriert wurde, weil es nicht „in’s Konzept“ passte! „Der Rhein“ hätte eigentlich etwas von dem Debakel um die „Bundeswasserstraße“ Elbe lernen können!
Mit Erlaubnis der Kleveblog-Redaktion zitiere ich aus einem Artikel von „Der Freitag“ (Ernst Paul Dörfler, „Der Elbe geht das Wasser aus“, Der Freitag, 30. Juli 2026):
„Obwohl der Klimawandel mitsamt seiner Folgen für die Wasserstraße zweifelsfrei erkennbar war, hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kurz vor dem Ende seiner Amtszeit noch schnell ein deutsch-tschechisches Regierungsabkommen zur Elbe unterzeichnet. Darin wird Tschechien zugesichert, auf der deutschen Elbe eine nahezu ganzjährige Fahrrinnentiefe von 1,40 Meer zu gewährleisten. Am letzten Wochenende lag der Pegel in Magdeburg knapp über 50 Zentimeter…..
Noch teurer als die Wasserstraße Elbe sind die angerichteten Schäden. Für die Schifffahrt wurde der Fluss in ein Korsett gepresst und zunehmend enger geschnürt. ….
Durch das verengte Flussbett steigen die Fließgeschwindigkeit und Schleppkraft des Wassers. Dies löst eine problematische Tiefenerosion im sandigen Flussbett aus, die sich selbst beschleunigt: je enger, umso schneller und umso tiefer. Der Schifffahrt hilft das nicht, denn mehr Wasser unterm Kiel kommt dadurch nicht zustande. Durch die fortschreitende Tiefenerosion von zwei bis drei Zentimetern pro Jahr wirkt die Elbe wie ein riesiger Entwässerungskanal. In der Folge sinken die Grundwasserstände in den angrenzenden Regionen. Das Baumsterben in den Elbauen nimmt zu und die ohnehin kritische Dürreproblematik in Ostdeutschland verschärft sich….“
Also:… „irgendwie relativ unbegreiflich“, dass Parteien wie die AfD, die den Klimawandel leugne(te)n, Elbe-nah so viele Stimmen fischen und unsere Demokratie weiter erodieren lassen!
@ 19
„Krass.
Ist irgendwie relativ unbekannt.“
Ja und nein! – Nein: Dass man sich „Kipppunkten“ nähert, davor haben Klimawissenschaftler und an ökologischen Erkenntnissen orientierte Menschen schon seit Jahrzehnten gewarnt. Andere meinten halt, man wisse nichts genaues, das sei „grün-linkes“ Katastrophengetue etc.
Ja: Eigenschaften der Kipppunkte sind die ihrer unberechenbaren und unüberschaubaren Folgen, ihrer „Überraschungen“, ihre Unkontrollierbarkeiten!
„Vielleicht sollte sich die Gen-Z mal auf dem Rheingrund festkleben. Oder die Klever Jugend jeden Freitag auf der Rheinbrücke demonstrieren (bei Wind und Wetter!)“
Herr SpoyBoy weiß immer noch nicht, gegen wen man früher schon demonstrierte und protestierte und es auch jetzt tun sollte: Es gab und gibt wirtschaftliche und politische Verantwortlichkeiten (Tipp: Es ist nicht „der schlaffe Vater Rhein“, nicht das „komische Wetter“), und sogar immer noch – groteskerweise, die bisherige Ignoranz übertreffend – die, die den Klimawandel nicht zur politischen „Chefsache“ machen wollen!
„So wie ich jetzt auch nochmal nachrecherchiert habe ist die Situation ja tatsächlich vergleichsweise akut (Durchbruch in geschätzt 30-60 Jahren).“
Wenn schon die Recherche bezüglich des Zuflusses durch Gletscherwasser vage ist, und ja auch nicht berücksichtigt, dass die Alpengletscher selbst immer schneller dahinschmelzen? Aktuell beträgt der Zufluss des Bodensees durch den sogenannten Alpenrhein ca. 120 Kubikmeter/ Sekunde (der langjährige Durchschnitt ist / war mindestens doppelt so hoch!). Da scheint mir der Anteil in den 621 Kubikmeter des Artikels nicht besonders groß.
Dass der Rhein nicht so schnell verschwinde (Ergebnis der Berechnungen von Quantitäten), sollte nicht trösten oder beruhigen: Mit der Verrrinnsalung werden neue Herausforderungen und Probleme entstehen (Grundwasser z.B:), auf die andere schon aufmerksam gemacht haben (Entstehung neuer „Qualitäten“)!
Eine tiefere Rinne wird die Wassermenge nicht erhöhen, sondern das Wasser nur schneller abfließen lassen. Dass die Sprengung von Donau-Felsen Ergebnisse irgendeines soliden Planes sind, erscheint mir unwahrscheinlich: Ich sehe die panikartige Furcht vor einer Situation, in der die Ruinen von Atommeilern ein weiteres Denkmal für den Wahn der Energiekonzerne darstellen.
Wir müssen im Gegenteil die Fließgeschwindigkeit von Rhein und allen anderen Gewässern verringern. Wir müssen uns auf die Tage mit Starkregen, die kommen werden, vorbereiten, damit Fluten nicht (zu) große Schäden anrichten, und das dann ankommende Wasser nicht so schnell „ungenutzt“ verschwindet. — Das sind Andeutungen, dass wir ein „großes“ Gesamtkonzept für die beginnende „Heißzeit“ brauchen!
@19 Spoyboy
Das erste Mal erfuhr ich von der Situation (Sohldurchbruch) von Heiner Langhoff (stellvertretender Vorsitzender der Biologischen Station im Kreis Wesel e.V. sowie früherer langjähriger Geschäftsführer des Natur- und Freizeitverbund Niederrhein GmbH (kurz NFN), etwa im Jahr 2008 – also vor etwa 18 Jahren.
Danach hörte ich wieder in 2021 davon in einem Gespräch mit Dr. Volkhard Wille.
Es ist schon erstaunlich, aber auch beruhigend, dass schon sehr früh das Thema nicht ignoriert wird und das WSA Rhein bereits heute diverse vorbeugende Maßnahmen umsetzt, obschon „Durchbruch in geschätzt 30-60 Jahren“ erst standfinden würde, die SpoyBoy recherchert hat.
Und das noch dazu, ohne dass „Gen-Z mal auf dem Rheingrund festkleben“ brauchte oder „die Klever Jugend jeden Freitag auf der Rheinbrücke demonstrieren (bei Wind und Wetter!)“ mussten.
Offensichtlich ein tatsächlich ernstzunehmendes Thema, das in der Tat in weiten Kreisen „irgendwie relativ unbekannt“ zu sein scheint…
@19 man hätte am besten an der Urne andere Kreuze gesetzt, damit man sich um verschiedenes kümmert, was uns nun auf die Füße fällt.
Wir als einzelne Menschen haben kaum eine andere Möglichkeit auf diese Dinge Einfluss zu nehmen.
Aber es ist sie so oft: sind die Probleme da, ist man entsetzt. Sind sie erstmal wieder vorbei, vergisst man wieder ganz schnell.
@2. Michael Bay, @12. Günter Hoffmann,
das ist vollkommen richtig. Das zurzeit sichtbare Problem des Niedrigwassers ist nur eines der wenigen Probleme des Klimawandels. Wir haben mit dem Wasser ganz andere Konflikte zu erwarten.
Und das ist nicht neu. Der Club of Rome hat in den „Grenzen des Wachstums“ (sehr lesenswert) bereits 1972 auf die drohende Wasserknappheit und deren Folgen hingewiesen.
Schon damals wurde vor dem Risiko für ganze Volkswirtschaften gewarnt. Leider oft ungehört.
Und auch wir haben uns darauf beschränkt, in Entwicklungsregionen den einen oder anderen Trinkwasserbrunnen zu bauen und dabei, wie Michael Bay richtig feststellt, Unmengen von Trinkwasser selbst verbraucht und für immer vernichtet.
Dieser Verlust wirkt sich nicht nur auf unser Ernährungssystem (70 % verbraucht die Landwirtschaft), sondern auch auf die Industrie aus, die z.B. für die Kühlung von Kraftwerken jede Menge Wasser benötigt.
Der Mangel an Wasser zeigt sich aber auch bei der Migration, wenn die Menschen Zuflucht aus ihren unbewohnbaren Gebieten bei uns suchen. Dies führt zu Spannungen und politischen Konflikten.
Der Rhein wird in ein paar Wochen, wieder wie seit Jahrhunderten durch unsere Lande fließen. Die Probleme gelangen wieder in Vergessenheit. Die o.a. angesprochenen Risiken bleiben.
Statt über eine unsinnige Vertiefung des Rheines (woher soll das zusätzliche Wasser denn kommen?) zu philosophieren, sollten wir die Lösungsstrategien des Club of Romes endlich mit allen Konsequenzen angehen.
Eine effiziente Landwirtschaft, Aufbereitung und Wiederverwendung unseres Abwassers, Weiterentwicklung von Meerwasserentsalzungsanlagen, internationale Regelungen über den Umgang mit Wasser und die Stärkung der lokalen Wassersouveränität (Nutzung von Regenwasser, lokale Speicher, die von den Verursachern finanzierte Abwasserreinigung …).
Große Themen – aber nicht zu vernachlässigen!
Wenn die FahrRinne „vertieft“ wird,
dann bestimmt nicht um sie wirklich tiefer in die Landschaft einzuschneiden.
Wenn ein relativ schmaler Streifen des FlußBetts vertieft wird,
dann sammelt sich darin Wasser,
das zuvor über die breiten, scheichten Bereiche nahe des Ufers verteilt war.
Innerhalb der FahrRinne wird dadurch die Wasser“Säule“ höher,
bzw. von der WasserOberfläche aus gemessen das Wasser tiefer.
Folglich kommen auch noch Schiffe durch,
die recht weit ins Wasser hinein tauchen.
Dabei würde aber tatsächlich der WasserSpiegel etwas sinken,
was sich auch im GrundWasser um den Fluß herum fortSetzen würde.
Ohne diesen negativen Effekt
ließe ich der Vorteil für die SchiffFahrt im Prinzip auch erreichen,
wenn nicht die FahrRinne ausgebaggert
sondern jene RandBereiche, die eh für Schiffe zu seicht sind,
zugeschüttet würden.
Neulich soll deshalb – ich glaube an der Donau –
ein Stück steiles FelsUfer gesprengt worden sein,
damit die Brocken in den Fluß stürzen,
dort Wasser verdrängen
und so der Pegel erhöht wurde.
à propos „Pegel“ :
Lästig genug, daß an jedem Ort ein anderes Niveau als „0“ angesetzt wird
– scheinbar rein willkürlich und ohne Bezug zur tiefsten Stelle im FlußBett.
Aber schlimm, wenn sogar im DLF behauptet wird :
Bei einem Pegel von nur noch 19cm
“ reicht das Wasser kaum noch über die Knöchel “ !
Solch ein Unsinn könnte jemanden dazu verleiten,
doch mal einfach durch den Rijn hindurch zu waten.
Hohlräume und Erdfälle unter Straßen, Fußgängerwegen und Häusern, kann man in Kleve seit Jahren beobachten.
@18
Krass.
Ist irgendwie relativ unbekannt.
Vielleicht sollte sich die Gen-Z mal auf dem Rheingrund festkleben. Oder die Klever Jugend jeden Freitag auf der Rheinbrücke demonstrieren (bei Wind und Wetter!)
So wie ich jetzt auch nochmal nachrecherchiert habe ist die Situation ja tatsächlich vergleichsweise akut (Durchbruch in geschätzt 30-60 Jahren).
@15 + 17
So sagen es die Fachleute. Ich gebe es (KI-unterstützt) „gekürzt“ wieder: Die KI hat die wesentlichen Kernpunkte aus der Vielzahl der Expertisen heraus destilliert. Das geschilderte Szenario Klingt nicht gut.
Ein unkontrollierter Sohldurchbruch in die tertiären Feinsande des Niederrheins würde eine zerstörerische, unvorhersehbare Kettenreaktion in Gang setzen. Sobald die schützende Kiesschicht versagt, reißt die Strömung den leicht erodierbaren Sand in die Tiefe und saugt durch den enormen Drukk das Grundwasser aus dem Umland ab. Dieser unterirdische Sog bildet unsichtbare Hohlräume, die kilometerweit entfernt zu plötzlichen Erdfällen unter Straßen und Gebäuden in den Kreisen Kleve und Wesel führen. Gleichzeitig verändern sich durch den Sauerstoffkontakt die chemischen Bedingungen im Flussbett: Jahrmillionen alte, gebundene Schwermetalle und Arsenide werden schlagartig wasserlöslich und vergiften das für die Trinkwasserversorgung genutzte Uferfiltrat. Weil den Wasserspiegel rasant sinkt und das Wasser massiv versandet, fallen parallel die Kühlwassersysteme der rheinnahen Kraftwerke und Chemieparks aus, was regionale Blackouts und industrielle Notabschaltungen auslöst. Da der Rhein als Europas wichtigste Wasserstraße durch unberechenbare Sandbänke sofort unpassierbar wird, brechen die internationalen Lieferketten nach Rotterdam zusammen, während der Versuch eine Verlagerung auf Schiene und Straße das europäische Verkehrsnetz komplett lahmlegt.
Das skizzierte Szenario stützt sich auf eine Kombination aus offiziellen geologischen Gutachten, den Projektberichten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) sowie auf die bekannten physikalischen und ökonomischen Mechanismen von Kaskadeneffekten (Systemkrisen).
@5 HPL
Wie sähe eine unkontrollierbare Kettenreaktion aus? Ich kann mir das noch nicht richtig vorstellen.
Der Rhein bezieht sein Wasser ja nicht nur aus seinem Quellgebiet in den Schweizer Alpen, sondern aus einem sehr großen Einzugsgebiet. Auf seinem gesamten Verlauf wird er durch viele Nebenflüsse gespeist, die ihrerseits Wasser aus den angrenzenden Regionen zuführen. Der Bodensee wirkt als natürlicher Speicher, aber für den Wasserstand am Niederrhein ist seine Bedeutung begrenzt, denn bis dahin gibt es noch weitere große Zuflüsse. Es ist ein riesiges Flusssystem, das den Rhein bis zur Nordsee mit Wasser versorgt.
Richtig problematisch wird es, wenn große Teile des gesamten Einzugsgebiets über längere Zeit von Trockenheit betroffen sind, so wie jetzt. Dann führen auch die Nebenflüsse weniger Wasser.
@5: Das heißt dann, die Vertiefung der Fahrrinne ist nicht nur unsinnig, sondern auch noch gefährlich? Oder habe ich das nicht richtig verstanden?
@13 Michael Bay
Ich würde sagen, dass du es richtig siehst.
Ich hatte mich vor mehreren Monsten mit Dr. Volkhard Wille u.a. über dieses Thema unterhalten und mich danach dazu eingelesen. Ich kam zu der folgenden Zusammenfassung:
Bei extremen Dürrephasen (wie wir sie derzeit auch feststellen müssen) fordern Wirtschaftsverbände und Politiker oft, die Fahrrinne einfach tiefer zu graben, damit Binnenschiffe trotz weniger Wasser mehr Ladung transportieren. Die Fachleute des WSA Rhein und der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) warnen, dass ein tieferes Bett den Fluss zu einer schnellen „Ablaufrinne“ macht. Das Wasser fließt noch schneller Richtung Nordsee ab, der Wasserspiegel sinkt bei Trockenheit sogar noch tiefer, und das Risiko des beschriebenen Sohldurchbruchs steigt existentiell an.
Durch die historischen Tiefstände wird die Debatte extrem hitzig geführt. Während einige Politiker auf beschleunigte Planungsverfahren für den Ausbau drängen, verweisen die Planer des WSA auf die jahrzehntelangen rechtlichen und ökologischen Prüfungen, die nötig sind, um eine Katastrophe an der Flusssohle rechtzeitig auszuschließen.
@5 Das hieße doch, es wäre sogar falsch, den Rhein tiefer auszubaggern, wie jetzt gefordert wird. Oder verstehe ich das nicht richtig?
Mal eben ! Die hier aktuellen Wasser Probleme werden so 🤏🏼klein sein im Verhältnis zu den Trinkwasser Problemen mit denen ,auch hier, kommende Generation, massiv konfrontiert werden. Israel, Jordanien ,Syrien, die palästinensische Gebiete z.B. liegen quasi vor der Haustüre ,weitere weltweite ,nahezu unbekannte, Konflikte um Wasser sprengen hier den Rahmen. Krieg ist zwar in aller Munde ,aktuelle Konflikte um Wasser, eine absehbare Menschheit Katastrophe um Leben spendendes Trinkwasser wird da gerne , ☝🏼 weil da die Kohle 💸💸 weit abseits steht, gerne übersehen.🤔😠
Yes.
@4
Der Anteil an Nicht-Regenwasser im Rhein beträgt im Jahrsdurchschnitt 40-50%.
@6 Deine Smileys nerven richtig soll das Comedy sein ?
Pardon – „größte Binnengewässer in Zentraleuropa “ – gemeint ist der Bodensee….
Falsch! Mindestens der Balaton, als auch einige Seen in Russland, Schweden und Finnland sind größer als der Bodensee. Ist „Zentraleuropa“ hier begrenzt auf D, A und CH????
Zur Detaillierung: Also nicht im Wsentlichen, aber eben zu einem guten Teil, und im Unterschied zur Maas.
Bingo ! 😎 Kle Blog zum Lernen ,😁 nicht nur zum nölen. 🙄 👍🏼 🍻 🥳
Problematisch würde es werden, wenn durch weitere Erosion die feinsandigen Tertiärablagerungen freigelegt oder angetroffen werden. Das ist problematisch, weil diese leicht erodierbaren Feinsande hydraulisch instabil sind und bei massiven Eingriffen oder Strömungsveränderungen zu vertieftem Materialabtrag und Gefährdungen der Flusssohle führen können. Deshalb sind die wichtigsten und akutesten Sofortmaßnahmen der WSA Rhein um den Sohldurchbruch in die Tertiärsande im Raum Wesel/Kleve zu verhindern, die großflächige Einbringung einer Geschiebezugabe aus Sand-Kies-Gemischen, Unterhaltungsbaggerungen, ökologische Gewässerrenaturierung.
Ein tatsächlicher Sohldurchbruch in die feinsandigen Tertiärschichten des Niederrheins wäre ein hydrogeologischer und ökologischer Super-GAU für die gesamte Region zwischen Wesel, Kleve und Emmerich. Da Feinsand extrem leicht erodierbar ist, würde eine unkontrollierbare Kettenreaktion in Gang gesetzt.
Nur ein paar Prozent (etwa 2 -3 ) führt der Rhein im Jahresdurchschnitt an Gletscherwasser.
Dazu kamen ein paar Prozent Schmelzwasser (aus Schnee – lang lang ist’s her)
Der überwiegende Teil ist jedoch Regen und Speisewasser der Zuflüsse wie zB Mosel etc etc.
Gemini antwortet auf die Frage nach dem Pegelstand des Bodensees im Jahr der Dürre 1540:
Exakte numerische Pegelstände in Zentimetern (nach heutigen Maßstäben) sind für das Jahr 1540 – das Jahr der legendären europäischen Megadürre – nicht bekannt. Systematische, tägliche Wasserstandsmessungen und Pegelaufzeichnungen (wie am Pegel Konstanz) wurden erst im Laufe des 19. Jahrhunderts eingeführt.
Dennoch ist die extreme Dürre und der drastische Tiefstand des Bodensees für das Jahr 1540 durch zahlreiche historische Chroniken und Urkunden hervorragend dokumentiert:
* Ausmaß des Niedrigwassers: Es war so wenig Wasser im See, dass historische Quellen berichten, der Seeboden sei stellenweise massiv freigelegt worden.
* Die Lindau-Anekdote: Bekannt ist vor allem die Überlieferung, dass die Insel Lindau im Bodensee damals zeitweise trockenen Fußes bzw. durch Umwandern erreicht werden konnte und Menschen auf dem trocken gefallenen Seegrund nach alten (teils römischen) Münzen suchten.
* Keine Totalaustrocknung: Auch wenn der See dramatisch schrumpfte und der Rhein extrem wenig Wasser führte, weisen Klimaforscher und Historiker darauf hin, dass eine vollständige Austrocknung des gesamten, tiefen Bodensees selbst in diesem Extremjahr physikalisch kaum möglich war.
Der letzte Satz der Nachricht ist völlig richtig. Der jüngste UN Bericht des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit UNU-INWEH spricht daher bereits von einem „globalen Wasserbankrott“. Allein in der BRD gehen seit der Jahrtausendwende im Schnitt 2,5 Gigatonnen Wasser jährlich verloren. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 54 Millionen Menschen. D.h. 54 Mio x 365 x 126 Liter/Person.= 2,48346hoch12 = 2,4836 Billionen Liter. (Wenn ich mich nicht verrechnet haben sollte.)
Der Wasserverlust bezieht sich dabei auf terrestrisches Wasser, das im Boden, dem Grundwasser, Flüssen, Seen, Eis und Schnee gespeichert ist. In absoluten Zahlen gehört die BRD damit zu den Ländern mit den höchsten Wasserverlusten weltweit.
(Quellen: Umweltbundesamt.de, 10.09.24; umweltbundesamt.de, November 2023, S. 13 und 70-71)
Nach einer Studie des bund (bund.net, 27.05.2025, S.5) herrscht bereits bundesweit in der Hälfte aller Landkreise dieser Grundwasserstress. Im Norden noch sogar ausgeprägter als im Süden.
Die Gründe für den Wasserverlust sind leicht nachzuvollziehen.
kleveblog glänzt wieder mit Halbwissen…. und da mit der anderen Hälfte 😀
Der entscheidende Unterschied z.B. zur Maas ist, dass der Rhein im wesentlichen ein Gletscherfluss ist und kein Regenwasserfluss.