Autohaus Wemmer & Janssen schließt Standort Kalkar

Am Freitag waren die Beschäftigten zu einer Betriebsversammlung geladen, dort erfuhren sie dann die bittere Nachricht: Das Autohaus Wemmer & Janssen schließt seinen Standort in Kalkar – schon zum 30. November, also in gut zwei Monaten, soll Schluss sein.

Die Nachricht ist für Kalkar ein Schlag, denn das Unternehmen hat in der Stadt seinen Stammsitz, die Gründer des Unternehmens haben dort ihre familiären Wurzeln. Doch die geschäftliche Entwicklung ließ der aktuellen Firmenleitung offenbar keine andere Wahl, als den Betrieb zu schließen. Das Geschäft an der Kalkarer Straße in Kleve bleibt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen an beiden Standorten 40 Mitarbeiter. Wie viele davon ihre Stelle verlieren werden, bleibt derzeit unklar. Von der Firmenleitung war trotz mehrfacher Nachfragen keine Auskunft zu erhalten.

Die Kalkarer Bürgermeisterin Britta Schulz, auch erst inoffiziell informiert, äußerte sich gegenüber kleveblog betroffen: „Das ist natürlich eine sehr bedauerliche Entwicklung. Insbesondere dürfte auch die kurze zeitliche Abwicklung für die Beschäftigten ein Problem sein. Einen Einfluss der Stadt gibt es hier jetzt nicht, es handelt sich um eine privatrechtliche Angelegenheit. Unterstützen können wir bestenfalls bei der Suche nach einer Nachfolgenutzung.“

(Das Foto zeigt den Auto mit einem ca. 1987 bei Wemmer & Janssen gekauften Ford Escort, für den all seine Ersparnisse draufgingen. Der Wagen musste ca. 1990 bei Bayonne mit einem Motorschaden an einen baskischen Gebrauchtwagenhändler verkauft werden.)

Deine Meinung zählt:

25 Kommentare

  1. 25

    @22 – Immerhin darf der Herr D. jun. nach der Insolvenz nun als gesetzlicher Betreuer auch die Finanzen gesetzlich zu Betreuender verwalten… wirtschaftliche Kompetenz setzt sich halt durch…

     
  2. 24

    @Bildungsferner, #21
    Die haben Recht, de facto war ich ein Bittsteller, nur war mir anfangs nicht klar, dass sich in den letzten Jahren die vormals üblichen Gepflogenheiten im Gebrauchtwagenhandel geändert haben.

    Wenn Sie an ein Autohaus verkaufen wollen, dann funktioniert das höchstens noch in Verbindung mit dem Kauf eines Neuwagens (bei vermindertem Rabatt, das müssen Sie aber schon selbst herausfinden).

    Die allgemein als Ursache der Misere bejammerte Online-Konkurrenz arbeit samt und sonders mit windigen Methoden, ich habe mehrere ausprobiert. Ihnen wird anfangs, nach Einreichung erster Daten und Fotos, ein unverbindlicher und erfreulich hoher Schätzpreis genannt, nach Eingabe aller Daten erhalten Sie dann Stunden später ein verbindliches Kaufangebot, welches ca. 30% niedriger liegt. Fahren Sie den Wagen dann vor, wird das Kaufangebot weiter reduziert. Wie in meinem Fall: Eine winzige Delle von 1mm Durchmesser (ohne Lackschaden), und Sie landen, in Verbindung mit wilden Vermutungen, bei einem Ankaufpreis von 50% des ursprünglichen Schätzpreises. Da bleibt nur der Verkauf von Privat an Privat.

    Willkommen in einer Raubtierbranche, in der die normalen Gepflogenheiten des Handelns und Feilschens nicht mehr in Kraft sind. Als Verkaufer wird Ihnen unterstellt, das Wasser stehe Ihnen finanziell bis zum Hals, und Sie seien gezwungen zu verkaufen. Entsprechend wird mit Ihnen umgegangen.

    Als Bittsteller sehe ich also einer weiteren Reduzierung der Händleranzahl gelassen entgegen. Tragisch ist nur das Schicksal der Beschäftigen, die haben mein ehrliches Mitgefühl.

     
  3. 20

    Mal abseits aller Nostalgie à la „langjähriger Kunde“ usw…. Es werden weitere Autohändler schliessen, das sind die gesunden Folgen einer gesamtgesellschaften Entwicklung —> weg vom ausufernden Individual- PKWverkehr für Blechkisten, welche überwiegend nur von einer einzigen Person besetzt sind.

    Dieser Wandel ist hart und schmerzhaft. Nicht nur für die Belegschaften der Autohäuser, die mein ganzes Mitgefühl haben, sondern auch auch für die meisten Wagenbesitzer selbst. Als direkt vom Strukturwandel Betroffener kann ich ein Lied davon singen. In meiner Lebensmitte musste ich meine Tätigkeit im Bergbau aufgeben und beruflich komplett umsatteln. Der Übergang hat mich arm gemacht, aber er kann funktionieren. Das als Mutmacher für die Freigesetzten. Augen auf bei der Berufswahl!

    Es bringt jetzt nichts, auf die Hohe Politik einzuschlagen, wie in Beitrag #5 geschehen. Denn ein weiter so wie bisher, nur etwas optimaler kann sich eine moderne Gesellschaft nicht mehr leisten, sowas führt ALLE in den Ruin. Ich halte es eher mit Beitrag #3, das ist Weitblick.

    Eigene Erfahrung mit dem Verkauf meines PKWs in diesem Sommer: Bei einem professionellen Händler (sowohl real als auch online) hätte ich einen vierstelligen Verlust hinnehmen müssen. Das mag sachliche und gute Gründe haben. Aber dort als Bittsteller behandelt zu werden – das war für mich unakzeptabel.

     
  4. 19

    Wen wundert`s.
    Opel ist seil einiger Zeit ein wenig warm (französisch : peu chaud), gehört jetzt mit zu Mama (und Papa) Stellantis.
    Wenn man dann noch hört, dass an Elektro-Autos viel weniger Wartung anfällt (und Elektro soll doch die neue Mobilität werden) ist das doch die logische Konsequenz.
    Nur, dass das weder dem Wemer, noch dem Jansen über Nacht eingefallen ist ist doch wohl klar.
    Und dass man dann so mit (altgedientem) Personal nicht umgeht, ist wohl auch klar.
    Aber vermutlich sind Abfindungen aus der Portokasse ja auch schon mit im Kalkül enthalten.

     
  5. 18

    @9 Nur mal so
    Schon irgendwie paradox: Da wird immer (von Politikern und anderen Lauten) gesagt, auf dem Land könne man nicht so leicht auf das Auto verzichten wie in einer (ÖPNV-mäßig gut erschlossenen) Stadt mit kurzen Wegen und guten Bahnverbindungen. Aber dann machen ausgerechnet irgendwelche weltfremden Automanager mit Jetset-Mentalität den kleinen, kundenfreundlichen Autoreparaturwerkstätten auf dem Lande völlig überzogene und nicht sachgerechte Corporate Identity- und Ausstattungsvorschriften, die selbst beim besten Willen auch nicht nur annähernd irgendeinen betriebswirtschaftlichen Sinn für diese Werkstätten (und auch für die Automanager allenfalls nur bis zur nächsten Bonuszahlung) machen. Dabei halten genau diese kleinen Autoreparturwerkstätten auf dem Lande die nicht zu Unrecht immer mehr in Verruf geratende Blechschüsseln (und damit auch die Autokonzerne) in Schuss und betriebsbereit. Sachen gibt’s …

     
  6. 17

    Mich wundert es nicht. Spätestens als die neue Generation ans Ruder gelassen werden musste (ca. 2012), lief es schon nicht mehr bei Wemmer und Janssen. Mitleid muss man mit den Eigentümern nicht haben. Die haben in den letzten Jahrzehnten genug gescheffelt.
    Obwohl sie überhaupt nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben, sind es die Arbeitenden und die Angestellten, die die Leidtragenden sind.

     
  7. 16

    Opel war eine großartige Marke die sich lange vor nichts verstecken musste. Selbst den [Karossen] aus Süddeutschland die sich heute als „Krönung“ der Deutschen Auto Industrie feiern war Opel damals gewachsen.👍🏽Mit deutschen Top Versagern (natürlich auch i.d. Politik) + GM mit einem Management das max. für eine Kohlemine in den Appalachen zu gebrauchen war wurde der langsame Untergang der Marke eingeläutet. 😢

     
  8. 15

    laut Bundesanzeiger hat das operative Unternehmen vom 01.07.2019-30.06.2020 einen Fehlbetrag von 46 TEUR erwirtschaftet. Damit ist das Eigenkapital aufgebraucht und es steht ein Fehlkapital von 20 TEUR in den Büchern. Ob sind das Folgegeschäftsjahr besser entwickelt hat? Man weiß es nicht… Auf jeden Fall hat der Geschäftsführer, Herr Laubisch, da wohl die Notbremse gezogen…

     
  9. 14

    @13

    Dann werde ich mich davon überzeugen lassen!
    Ich gehe optimistisch da rein. Vielleicht tut es ja gut sich auf einen Standort zu konzentrieren.🤷🏼‍♂️☺️

     
  10. 13

    @12

    Das Team in Kleve ist kompetent und hilfsbereit…. haben sich Zeit für mich genommen und sind auf meine Wünsche eingegangen…bin mit Service und Fahrzeug sehr zufrieden!

     
  11. 12

    Für die ganze besatzung tut es mir sehr Leid. Ich bin allerdings gespannt auf die Entwicklung in Kleve!! Werde ich demnächst dahin fahren. 🙂
    Leider zieht sich das Verkaufsgeschäfft von Neuwagen immer mehr Digital.. Das hat Opel bereits ja angekündigt.. Vorallem durch die kündigungen der Händlerverträge..

     
  12. 11

    Lkw Fahrer in meinen Augen wenn ich so durch die Landschaft fahre und durch die Städte. Es gibt einfach genug autos und stapeln sich teilweise an jeder ecke pro Haus fast mindestens 2 und darüber hinaus sind die Preise einfach astronomisch geworden im Verhältnis zum Gehalt. renault geht da schon den richtigen Weg. Und der Chip mangel ist einfach nur eine Lüge damit’s an der Börse gut aussieht während china und andere Autohersteller eine automarke nach der anderen auf den Markt schmeißen es ist einfach fehl Wirtschaften und es wurde nur das schnelle Geld gesucht an statt lang fristig zu planen jetzt darf’s der Mittelstand ausbaden wie wemmer und Jansen nur noch die großen werden überleben aß nennt man Zentralisierung und der Rest naja werden wa sehen. Auf jeden Fall traurig alles

     
  13. 10

    Auweia, habe ich mir doch erst vor kurzem dort ein sehr tolles KFZ gekauft.

    Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.

     
  14. 9

    Könnte die Elektromobilität zum Rohrkrepierer für Autohäuser auf dem Land werden?

    Das war zu lesen auf der Website des Autohändlers in Uedem: http://www.autohaus-verfuerth.de/

    Wegen zu hoher Kosten für das Vorhalten der Einrichtungen für Elektroautos hat ein Betrieb nach 60 Jahren die Partnerschaft mit VW drangegeben.

     
  15. 8

    @Niederrheinstier Ein Motor musste ausgetauscht werden, weil ich dieses aufleuchtende Lämpchen mit der Ölkanne für einen optionalen Hinweis hielt, der Austauschmotor erlag in Südfrankreich einer defekten Zylinderkopfdichtung.

     
  16. 7

    Mmuuuh, Auto rd (oder vermmuuuhtlich Autor?), Opa Niederrheinstier mmuuuht, dass die Spatzen das hier schon vor Ihrem Kauf im Jahr 1987 von den Dächern gepfiffen hätten, mmuuuh und Sie haben das 1990 dann vermmuuuhtlich verifizieren müssen: Ford fahren, heim laufen, mmuuuh simpel und einprägsam.

    Postmmuuuhtum:
    Laut Opa Niederrheinstier sind an den seinerzeitigen Ford-Motoren häufig die Zwischenzahnräder der Stinradgetriebe (für die Motorsteuerung) rundgelaufen, weil sie aus Kunststoff waren, mmuuuh Zähne weggeraspelt. War das bei Ihnen auch der Grund, mmuuuh verwende Stahl, wenn es halten soll?

     
  17. 6

    Was sind die Gründe?

    Vermutung: eine Mischung aus…
    a) Opel noch unbeliebter geworden (schluchz, bin in Opel aufgewachsen)
    b) Die Leute kaufen über das Internet
    c) Vorboten der Verkehrswende (eher unwahrscheinlich)

    Dass der Autor auch aus nostalgischen Gründen angefasst ist, ist nachvollziehbar. Aber ein Ford Escort, sorry, das ging doch gar nicht 😉… dann doch lieber ein Opel 🚗 🚙🚐🚚🚛🚓🚕

    Was mich beim letzten Autokauf woanders beeindruckt hat, in einem Familienbetrieb: Wenn Sie irgendwo liegen bleiben, rufen Sie an, wir holen Sie ab. – Aber nur zu Ihren Öffnungszeiten, oder? – Nee, rund um die Uhr.

     
  18. 5

    Die Kleinen werden platt gemacht,nur die ganz Großen überleben. Die Liquidierung Hunderttausender „Tante Emma Läden“ unzähliger Existenzen+ Arbeitsplätze ,nicht nur in der der Vergangenheit, zeigte die ganze Perversität und Unmenschlichkeit des Groß Kapitals .Es wird so weitergehen,auch mit der zukünftigen Politik wird sich NICHTS, 0 ändern. Der Politik (ALLE ) geht der kleine Mann /Frau am …..🤫 vorbei wenn sie nicht wie gerade z.Z. dem Wahlvieh Puderzucker i.d. selben bläßt und es hemmungslos belügt .😎 Fröhliches Wählen !

     
  19. 3

    Der Unternehmer, Autor, Speaker und IHK Vizepräsident der Bergischen IHK, Jörg Heynkes hielt auf Einladung der Sparkasse vor 2 Jahren auf der Wasserburg einen beeindruckenden Vortrag. Eine der ersten Fragen war, wer denn unter uns Autohändler wäre, eine Autowerkstatt betreibt. „Sie haben ein Problem!“, war seine Reaktion.

    Das ist erst der Anfang. Demnächst, wenn die zweite Stufe der Digitalisierung gezündet wird, werden die klassischen Autohäuser noch mehr unter Druck geraten. Tesla, Apple, Google und auch VW arbeiten bereits an Geschäftsmodellen, Mobilität lediglich noch als Dienstleistung anzubieten. Ein Auto zu besitzen, ohnehin wirtschaftlich hochgradig unsinnig, wird dann für die meisten obsolet sein.

    Um die Mitarbeiter tut es mir sehr leid, aber sicherlich werden sie auf dem überdrehten Arbeitsmarkt schnell eine neue Aufgabe finden.

     
  20. 2

    In einem halben Jahr hätte ich dreißigjähriges als Kunde gehabt. In Kleve habe ich mich nie so richtig wohl gefühlt, wie in Kalkar.

     
  21. 1

    Da werden viele Klever ein Auto bereits gekauft haben, genauso wie ich. Schade und schlimm für die Belegschaft kurz vor Weihnachten, dass kenne ich aus eigener Erfahrung.