Brennender BMW an der Römerstraße: Nun hat’s auch den Baum erwischt

Kein Baum, nirgends

Spätes Opfer. Vier Monate nach dem spektakulären Verkehrsunfall an der Kreuzung Ringstraße/Römerstraße, bei dem ein betrunkener Autofahrer seinen BMW X5 beim Abbiegen gegen einen Straßenbaum setzte, woraufhin der Wagen in Flammen aufging, musste nun auch die Linde gefällt werden. Wie Niklas Lembeck, Sprecher der Stadt Kleve, mitteilte, war der Baum nicht mehr zu retten. „Der Baum wurde vor wenigen Wochen durch die USK gefällt“, so Lembeck. „Ein Gutachten hat ergeben, dass der zugefügte Schaden zu groß und der Baum damit nicht mehr verkehrssicher war.“

Dass der Baum schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, zeigte sich bereits am Morgen nach dem Unfall, der sich am 19. Oktober gegen 3:30 Uhr in der Nacht ereignet hatte. Die dem brennenden Auto zugewandte Seite des Stammes war tiefschwarz, und die Spuren des Feuers zogen sich bis tief ins Geäst. Schon unmittelbar nach dem Unfall waren deshalb Zweifel laut geworden, ob der Baum gehalten werden kann. Der von der Stadt eingesetzte Gutachter kam nun zu dem Ergebnis, dass die Schäden zu schwerwiegend waren. Ein brennendes Auto erreicht Temperaturen von 800–1000 Grad Celsius. Das Auto war bei dem Unfall durch den Aufprall zwar wieder ein paar Meter zurückgeschleudert worden, doch die abgestrahlte Hitze war immer noch groß genug, um den Baum irreparabel zu schädigen.

Der Unfall am 19. Oktober (Screenshot aus dem Video eines Augenzeugen)

Der Wagen brannte bereits, als er mit hohem Tempo aus Richtung Gruftstraße kommend nach rechts auf die Römerstraße abbog. Der unverletzt gebliebene Fahrer stieg nach dem Zusammenprall aus dem Wrack und flüchtete nach Angaben von Zeugen über die Brabanter Straße. Die eingesetzten Polizeibeamten konnten den Flüchtigen nach kurzer Fahndung in der Nähe antreffen. Ein freiwillig bei dem Mann durchgeführter Atemalkoholtest zeigte ein positives Ergebnis, dem 39-Jährigen wurde daher auf der Wache eine Blutprobe entnommen (mehr als ein Promille Blutalkoholgehalt ergab die Untersuchung). Durch das Feuer erlitt auch ein am Unfallort geparkter Kia Rio einen Sachschaden, auch das Gebäude einer Versicherungsagentur wurde beschädigt. Der (volkswirtschaftliche) Wert eines Straßenbaum, der ca. 50 Jahre alt ist, beläuft sich auf ca. 30.000 Euro (Kühlleistung, Sauerstoffproduktion, Luftfilterung).

Die Chaosfahrt hatte damals am Großen Markt begonnen. Dort rammte der Fahrer des BMW X5 beim Ausparken zwei Autos und beschädigte noch auf dem Parkplatz zwei weitere Kraftfahrzeuge. Dann befuhr er die Straße Grüner Heideberg (entgegen der Fahrtrichtung, es handelt sich um eine Einbahnstraße) in Richtung Arntzstraße. Am Grünen Heideberg touchierte er ein am Straßenrand abgestelltes Auto. Die Fahrt endete dann vierhundert Meter weiter an dem Straßenbaum an der Römerstraße.

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12 Kommentare

  1. 12

    Böse Zungen behaupten, dass sich das gesellschaftliche Klima im Kleveblog sehr gut widerspiegelt – vielleicht auch leider. 🤫

  2. 11

    @9 Ich wunderte mich schon, dass Sie länger keine „Verdächtigen“ ausgemacht hatten…

    Aber diesmal haben Sie dafür eine ganze Liste abgearbeitet.

  3. 10

    @9

    danke, jetzt hab ich vor lachen Kaffee in der Tastatur, auch wenn das eigentlich gar nicht Witzig war sondern die realität.

  4. 9

    Ist doch schön, wenn jeder Artikel im kleveblog das eigene Hassthema bestärken kann, oder?

    Diesel-Dieter aus der 4 haut mal wieder einen raus gegen diese versifften e-Autos. Ganz egal, dass das hier ein Verbrenner war. Auch egal, das e-Autos statistisch gesehen seltener brennen als Verbrenner. Und wenn man schon dabei ist, kann man die eigene Unkenntnis noch toppen, indem man denkt Akkus würden „Wartung“ benötigen oder bekommen.

    GH freut sich in der 7 wieder, irgendwas den Grünen in die Schuhe schieben zu können. War auch notwendig, im ersten Post hatte er neben dem allgemeinen Politiker-Bashing glatt vergessen, die Grünen verantwortlich zu machen.

    Fehlt eigentlich nur noch der eine Typ, der immer fragt warum genau denn jetzt FFF nicht demonstriert habe und für den das größte Problem im Leben zu sein scheint, dass sich junge Menschen für etwas einsetzen. War der Unfall nicht an einen Freitag? Warum war da niemand von FFF um den Baum zu schützen… Bühne frei.

    Als krönenden Abschluss vielleicht noch Gerd Plorin, der eigenhändig gezählt hat, dass in dem Auto gar niemand mit über 1Promille saß, und dass er aus dem Schrittmaß ableiten konnte das ein Migrant schuld sein muss.

  5. 8

    @5
    „In diesem Fall war es ein Benziner.“
    Mmuuuh, vermmuuuhtlich meint rd damit das Auto, dessen Kraftstoff mmuuuhtmaßlich 10% nachwachsendes Äthanol beigemischt waren. Oder ist der Fahrer gemeint, mmuuuh, weil dessen Trinkkraftstoff mmuuuhtmalich ebenfalls (etwas zu viel?) nachwachsendes Äthanol beigemischt war? Dumm gesaufen, mmuuuh, hätte der Fahrer köstliche Milch als Trinkkraftstoff statt nachwachsendes Äthanol getrunken, wäre es vermmuuuhtlich nicht zu der Demolition-Tour und dem Unfall mit dem Baum gekommen. Mmuuuh, Milch trinken ist schon vorher klüger!

  6. 7

    ☝🏼 Evtl. gibt es in Kleve weniger Bäume weil die wissen wenn sie groß und stark sind 🙄 werden sie von den 🟢 für Windräder… Exitus .🪓 😢

  7. 6

    @3

    Es isr noch nicht lange her, das erzählte mir eun Kunde (wohnt in Kleve, zugezogen aus Gelsenkirchen), dass ihm aufgefallen sei, dass es in Kleve deutlich weniger Bäume an den Strassenrändern gebe als im Vergleich zu Gelsenkirchen.

    Logische Schlussfolgerung: wenn in Gelsenkirchen ein Baum gefellt werden muss, dürfte die Chance geringer sein, dass dieses Ereignis medial ausgerollt wird, als in Kleve.

    Nun darf man fragen: Ist das gut oder schlecht.

    offtopic Mein Judasbaum in meinem Vorgarten, an dem ich mich jedes Frühjahr wegen seiner wunderbaren Blütenpracht erfreue, wäre beinahe einem Pilz zum Opfer gefallen. Der bei uns als „Hausbaum* verstandene noch recht junge Baum leidet zudem bis heute noch unter „Katzenbesprung“. Zahlreiche Katzen der Nachbarn bejagen Vögel, die sich auf den Ästen niederlassen und die Katzen springen hoch, um sie zu Fangen und brechen dabei kleine Äste ab. Aber doe Laubpracht azs herzförmigen, glänzenden Blättern, lässt den Kummer schnell verfliegen. Ach übrigens: Der Pilz ist Dank gutem fachlichen Support und intensiver Zuwendung verschwunden. Ich habe es deshalb nicht medial ausgerollt offtopic

  8. 4

    Brennende Autos, sowas kannte man damals nur aus der Hauptstadt, heute reicht ein schlecht gewarteter Akku

  9. 3

    Der NRZ Leser kennt diesen Beitrag bereits. Wenn ein Baum in Kleve die Aufmerksamkeit auf mehreren Kanälen erregt, scheint es hier in unserer Stadt tatsächlich furchtbar langweilig zu sein. Gähn! Neu pflanzen… fertig! Auch wenn sich die Stadt damit schwer tun wird und zunächst ein Gremium rausschickt, um die Stelle zu begutachten. Und dann dauert es sicher noch weitere 6 Monate, bis es ein neues Bäumchen geben wird. Dazu können wir dann einen weiteren Beitrag in allen Medien erwarten: „ Wo eben noch ein Betrunkener BlaBla wird jetzt ein Sprössling der Linde (Tilia) BlaBla. Und in China fällt ein Sack Reis um…

  10. 1

    Bei Betrachtung seiner Fähigkeiten hat 🎼“Mein Freund der Baum“ für die menschliche Gesellschaft / Volkswirtschaft einen wesentlich höheren Wert wie so manche ( viele ) … 🤫 🤭