(17/24) Schandfleck zu verkaufen!

rd | 18. Dezember 2016, 12:41 | 25 Kommentare
Ärgernis seit Jahrzehnten: Eckimmobilie Thaerstraße

Ärgernis seit Jahrzehnten: Eckimmobilie Thaerstraße

Kürzlich war hier das Foto der Bürgermeisterin mit ihrem zurückgewonnenen Mantel zu sehen, und ein Kommentator merkte zurecht an, dass dieses Foto vor der wenig ansehnlichen Kulisse der Thaerstraße entstanden sei. Das aber war geschehen, weil der Autor einmal wieder den Schreibtisch des Reporters genutzt und zufällig die Bürgermeisterin getroffen hatte. Sie hatte mittags mit ihrem Mann im Restaurant Cömce gespeist.

Das eigentliche Ziel der Recherche war aber die Immobilie an der Straßenecke, die einst das Café Extrablatt und danach noch einige andere gastronomische Versuche beherbergte, und in deren Keller (Eingang um die Ecke), wenn ich mich recht entsinne, die Diskothek Atlantis (Danke, Michael Schneider – etwa der Michael Schneider aus der 5d??) betrieben wurde, in der schon früh „schwarze“ Musik gespielt wurde.

Diese Immobilie steht seit gefühlt zwanzig Jahren leer, und einer der ersten Berichte, die je auf dieser Seite veröffentlicht wurden, beschäftigte sich mit diesem Schandfleck in wenn nicht bester, so doch recht guter Innenstadtlage (Schandfleck in Kleve).

Acht Jahre später kommt nun unglaublicherweise Bewegung in die Sache: Die Postbank-Immobilien bieten das Gebäude zum Kauf an. Im Exposé heißt es: „Das Gebäude steht seit etwa 10 Jahren leer und weist erhebliche Sanierungsrückstände auf. Das Objekt ist Gegenstand eines laufenden Zwangsversteigerungsverfahrens und kann somit provisionsfrei erworben werden; die bestrangig betreibende Gläubigerin hat unsere Gesellschaft mit der Vermarktung der Immobilie beauftragt. Ein Erwerb ist gegebenenfalls ab Euro 148.000,00 möglich.“

Dazu werden in einer Bildergalerie Fotos des Objekts gezeigt. Ein Motiv davon hat den Charme des Bildes aus dem Kontrollraum des Reaktors in Tschernobyl, nur auf die Gastronomie übertragen:

Wahrscheinlich liegen noch Groschen in der Kasse…

Wahrscheinlich liegen noch Groschen in der Kasse…

Was den Erwerb angeht: Mom? Mom!

Einen Kommentar schreiben





25 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 25. rd

    Ja, damals, vor gefühlten hundert Jahren, war das Etablissement die Vereinsgaststätte des VfB Kleve

     
  2. 24. Christian Tiemeßen

    Das erinnert mich an Werner Drießen und seine Frau Gerda, waren die beiden nicht mal Pächter dieses Ambientes?

     
  3. 23. R K H

    @18 FF. Dann bauen Sie doch niedrigpreigen Wohnraum. Als Schöngeist muss man wissen wo die Ghettos sind

     
  4. 22. R K H

    Ich hätte gerne eine von den Schieferplatten die an der Fassade verbaut wurden. Kann man da was machen?

     
  5. 21. otto

    Schade für dieses Objekt. Der Dipl.-Wirt.-Ing. hatte seinerzeit das Objekt Menne auf nahezu
    spielerische Art und Weise in seinen Besitz gebracht, was natürlich schnell zu Leichtsinn
    führen kann.

    Dass dieser Eigentümer durch seine anderen Interessen überdurchschnittlich beansprucht wurde,
    ist einigen in Kleve bekannt. Derzeit befindet sich der D.W.I. noch für eine gewisse Zeit in
    Urlaub und kann auf bestimmte Fragen zu diesem Objekt keine Auskunft geben.

     
  6. 20. jean baptiste

    @7 Max

    […]

    Der Voraussage von Peter kann ich mich nicht anschliessen. Der Erlös kann (und sollte) erheblich höher ausfallen, immerhin 500 m3 Bauland an der Hoffmannallee,
    allerdings kann es genausogut passieren, daß es überhaupt kein Gebot gibt.
    Liegt ganz daran, wer welche Visionen und Absichten hat.

     
  7. 19. Revival Mind

    @3 und @ 9 !
    Damals, zur Limit Anfangszeit (1985) lautete der Name der Discothek (hinten rum/unten rein) Atlantis. Das sog. Black and White, müsste damals auf Limit Höhe gewesen sein (wo heute der Zahnarzt drinne ist). Das hieß aber auch mal „JOY“ und hatte im Fenster ein Bild (Orange/schwarz) mit ner Frau (Gesicht) drauf im 70 er Style !
    Ich kenne den Schandfleck als Extrablatt,ebenso noch als Billiardcafe. Dort gab es Baguettes und Toast…ab und an, war man mal vor dem Limit noch kurz dort und hat nen Kaffee getrunken, bevor im Limit die Post abging!
    P.S. Ich kann nur jedem die LIMIT Revival Party im Team Sports Hasselt ans Herz legen. Die nächste ist am 30 April. Mit Salvatore (Besitzer des Limits damals) und der besten Musik unserer Zeit (genialer Soundtrack der 80-90 er) und damit meine ich ncht die Charts, sondern von Cure bis Prince, Talking Heads bis Sisters,New Order und Iggy Pop usw.usw. (Der Werner…ehemaliger Limit DJ kommt auch schon mal vorbei).

     
  8. 18. Friedrich Foerster

    @ 5 Andre Gerritzen:

    Auf dem Markt des hochpreisigen Wohnraumes scheint mir das Angebot mit der Nachfrage
    – nicht nur in Kleve – durchaus Schritt zu halten.
    Ganz anders sieht es allerdings mit dem Angebot niedrigpreisigen Wohnraumes aus.
    Hier ist die Nachfrage schon seit längerer Zeit und in immer größerem Ausmaß
    wesentlich größer als das Angebot.
    Das liegt natürlich – zumindest auch – daran, dass sich mit niedrigpreisigem Wohnraum
    nun einmal weniger Geld verdienen lässt als mit hochpreisigem.

    Glücklicherweise haben wir hier in Kleve eine Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft,
    die unserer Stadt gehört.
    Diese müsste meines Erachtens eigentlich noch viel aktiver werden angesichts der ständig
    zunehmenden Nachfrage nach niedrigpreisigem Wohnraum.
    Ein ernsthaftes unternehmerisches Risiko geht sie dabei wohl kaum ein.

     
  9. 17. HP.lecker

    @7 Max Knippert

    Vlt. sollte man den Begriff Investoren nicht gleichsetzen mit renditeorientierten Kapitalanlegern. Es gibt ja auch Modelle, bei denen sich Gleichgesinnte genossenschaftlich zusammen schließen und gemeinsam Wohnformen entwickeln und gemeinsam investieren – also auch eine Art Investorenmodell. Stichworte wie Wahlnachbarschaften, Cohousing, Mehrgenerationenwohnen, Hausgemeinschaften etc.

     
  10. 16. HP.lecker

    @6 rd

    Mein Kommentar war auch nicht implizit gemeint. Ich finde lediglich, dass die Thaerstrasse nicht die Kulisse bietet für Modepraesentationen.

     
  11. 15. Markus van Appeldorn

    @11 Dr. Seltsam
    Ja, da war nach dem Extrablatt das Billard-Café drin, das zum Weber-Daddel-Imperium gehörte. Den Betrieb führte das Wirts-„Ehepaar“ Wolfgang & Lothar. Kulinarische Spezialität des Hauses waren zwei Toast-Gerichte, benannt nach den Wirten und ihrer Geschmacksrichtung wegen auf mit farbigen Eddings eigengestalteten Schildern als „Toast Lothar – Scharf! Scharf! Scharf!“, bzw. „Toast Wolfgang – „Zart! Zart! Zart!“ beworben – vielleicht war’s auch umgekehrt. Im Keller (Eingang ums Eck) befand sich seinerzeit ein Spielautomaten-Darkroom, was augenscheinlich bis zum Schluss der Fall war und wovon heute noch die „Wechselkasse“ zeugt.

     
  12. 14. rd

    Sehr schön!

     
  13. 13. Klever_Justiziar

    Ich mag diese Umschreibungen. „…weist erhebliche Sanierungsrückstände auf.“
    Das ist als würde man einen Toten mit den Worten „zurzeit nicht vollständig ausgeprägten, körperlichen Vitalfunktionen“ umschreiben.

     
  14. 12. kleinendonk

    von wem ist das Bild?

     
  15. 11. Dr. Seltsam

    Ich meine mich dort an ein Billardcafé zu erinnern. Kann das sein?

     
  16. 10. rd

    @Lohengräm Diesem Denkfehler bin ich auch mal erlegen, aber das Limit befand sich wenige Häuser weiter dort, wo heute ein Zahnarzt seine Dienste anbietet…

     
  17. 9. Lohengräm

    War da nicht auch irgendwo das „Limit“ drin?

     
  18. 8. Peter

    Die Postbank bietet es im Auftrag der DSL Bank aus Bonn ab € 148.000,- an, was aber niemand zahlen wird.

    Im Auftrag des Amtsgerichts Kleve hat der Gutachter Dipl. Ing.Gerhard Thelosen ein Gutachten erstellt und den Verkehrswert auf € 148.000,- festgesetzt. Wahrscheinlich wird der Erlös zwischen € 75.000,- und € 100.000,- sein.

     
  19. 7. Max Knippert

    Hallo Michael,

    abreißen sicherlich, und gegen bezahlbaren Wohnraum kann im Grunde auch keiner etwas haben, aber Städtebaulich muss es doch noch ein paar andere Kriterien geben, oder nicht? Diese Schrottimmobilie gehörte bis vor [ein Herr] aus München, der aber (glaube ich) in Kranenburg das Licht der Welt erblickte.

    Dieser, oder irgendeine Gesellschaft von ihm, war dann letztes Jahr pleite, so das ein Insolvenzberater aus Goch die Zukunft dieses Eckhauses in die Hand bekam. Andere Kommunen brummen solchen städtischen Ignoranten Bußgelder von bis zu 50 000 Euro auf, nachdem die Nutzung untersagt wurde !
    (http://www.focus.de/regional/duesseldorf/wohnen-kommunen-schliessen-schrottimmobilien_id_4705786.html)

    Warum nicht auch in Kleve?

    An der Stechbahn steht unter anderem auch so ein Objekt, was aber keinesfalls abgerissen werden sollte! Bis vor wenigen Monaten betraf es auch das komplette Spoycenter. Das sähe heute immer noch so beschissen aus, wenn nicht Willi Verhuven gegenüber einen Akzent gesetzt hätte und somit das ganze Viertel aufgewertet wurde. (ZUFALL oder PLANUNG?) Zurück zur Taerstraße. Das praktisch angrenzende Gelände von Lievertz mit 7500m2 soll (vermutlich) auch zu Wohnraum umgenutzt werden. Das Grundstück zieht sich bis zur Lindenallee 53A (neben Getränke Merges) wo evt. schon eine neue Zugansstrasse geplant wird? Hier wird die Politik von Investoren vor sich hergetrieben. Ich finde das unmöglich und völlig inakzeptabel. Merges hört übrigens (auch) auf und möchte ebenso Wohnungen bauen…

    Eine Stadt besteht aber nicht nur aus Wohnraum als Geldanlage für Investoren, die sonst keine Rendite mehr bekommen. Hier braucht es wirklich mehr Weit- und Übersicht von der Politik. Warum denken Wir nicht Alle einmal über Arbeitsplätze nach, bzw, Innerstädtischen Raum als (zukunftsgerichte) Rahmenbedingung dafür?

    Gruß Max

     
  20. 6. rd

    @HP.lecker Ohne jetzt streiten zu wollen, aber implizit war das ja wohl gemeint, oder?

     
  21. 5. Andre Gerritzen

    @Michael
    Genau. Und nicht wieder irgendwelche Investoren die hochwertige Eigentumswohnungen bauen für die es nachher keine Käufer gibt, weil der Markt in Kleve in diesem Segment nicht genügend Abnehmer hergibt.

     
  22. 4. HP.Lecker

    @rd

    „…und ein Kommentator merkte zurecht an, dass dieses Foto vor der wenig ansehnlichen Kulisse der Thaerstraße entstanden sei…“

    Dieser Verweis stimmt so nicht. Der hier gemeinte Kommentator war ich und ich stellte lediglich fest, dass das hier in Rede stehende Bild in der Thaerstraße entstanden sei und diese Straße eine beliebte Location zur Mantelpräsentation sei. Von „wenig ansehnlichen Kulisse“ dieser Straße habe ich kein Wort geschrieben.

     
  23. 3. Michael Schneider

    Die Diskothek im Keller hieß Atlantis, davor Black & White. Damals neben dem Old Grany die Nobeldiskothek von Kleve. Heute nur noch eine Ruine.

     
  24. 2. Michael Bay

    Erwerben, abreißen, guten bezahlbaren Wohnraum schaffen.

     
  25. 1. Angelika Krügel

    Seit 1995 lebe ich nicht mehr in Kleve. Diesen Schandfleck gab es damals schon. Traurig, traurig.l