Wer jetzt kein Haus hat, …

rd | 15. September 2013, 13:07 | 6 Kommentare
… baut sich keines mehr? (Foto © Charly Stoffels)

… baut sich keines mehr? (Foto © Charly Stoffels)

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  1. 6. Geldautomat

    Genießt den freien Blick auf die Unterstadtkirche und möchte sich gar nicht vorstellen, welch schönes lauschiges Plätzchen da wieder zugebaut wird. Warum eigentlich ein Neubau? Die Lösung Landwehr ist um sovieles besser. Warum läuft in dieser Stadt bloß alles falsch…

     
  2. 5. Wolfgang Look

    @2 Wenn ich Ovid richtig verstehe, ist die Verwandlung sein Kernprinzip. Auf unerklärliche Weise verwandelt sich ein Gegenstand in einen anderen. Aus einem Strauch wird ein Mädchen, einer Wolke ein himmlisches Wesen usw.
    Rilke greift dies ja auf: völlig fremde Dinge, z.B. „Winde werden zum Sohn“, „Weltraum zu“Atem“, „Luft zu Rinde“
    Wenn man dies auf unser Haus (den Abruch in der ganzen Stadt Kleve) anwendet, dann bleibt ja noch Hoffnung, das aus Bruchhäusern plötzlich „blühende Landschaften“ werden, aus alten Bahnhofskneipen vielleicht „singende Bäume“, den Mauern am Opschlag „Atem des Weltraums, der Hochschule „eine Rundung der Welt“, der Sammlung Beuys „eingetauschter Weltraum“, den schließenden Geschäften ein „Raumgewinne“ usw.

     
  3. 4. dingdung

    ….zieht zum Landwehr 4-6.

     
  4. 3. Gaudi

    … baut als Einfältiger an selber Stelle gleich wieder ähnliches.

     
  5. 2. Max Knippert

    „Wir dürfen nie vergessen, dass über das Schicksal der Städte in den Rathäusern
    entschieden wird“ Le Corbusier

    „Atmen, du unsichtbares Gedicht!
    Immerfort um das eigne
    Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht,
    in dem ich mich rhythmisch ereigne.

    Einzige Welle, deren
    allmähliches Meer ich bin;
    sparsamstes du von allen möglichen Meeren, –
    Raumgewinn.

    Wieviele von diesen Stellen der Räume waren schon
    innen in mir. Manche Winde
    sind wie mein Sohn.

    Erkennst du mich, Luft, du, voll noch einst meiniger Orte?
    Du, einmal glatte Rinde,
    Rundung und Blatt meiner Worte.“

    Rilke- Die Sonette an Orpheus, Zweiter Teil

     
  6. 1. wolfgang Look

    Rilkes Gedicht enthält keine Anspielung auf einen folgenden Frühling oder einen Hoffnungsschimmer.
    Wenn man es auf diesen Bau, bzw. Kleve im allgemeinen anwendet (siehe verlorene Zeiger, dies passt auch zu Herr, es ist Zeit), dann ist dies, wie Churchhill sagte, nicht das Ende, nicht einmal der Anfang vom Ende, aber das Ende vom Anfang.