Tagebuch eines Geräderten (4): Nicht gestorben an der Gruft

rd | 11. Mai 2011, 11:31 | 10 Kommentare

Die Einsamkeit des Radfahrers: Über den Streckenzustand kann man sich nicht beklagen

Die rasante Abfahrt Gruftstraße habe ich unversehrt überstanden (mit 150 % Wachsamkeit, nur einem auf die Radspur zurücksetzenden Autofahrer und ohne locker durchziehende Rechtsabbieger auf die Tiergartenstraße), doch jetzt, nach knapp zwei Minuten Fahrt, stehe ich erst einmal. Und stehe. Und stehe. Und stehe. Noch eine Minute lang haben die Autofahrer in meiner Richtung grün, aber die Radler müssen wie doof warten. Nachdem die Autofahrer gestoppt sind, kommen die Linksabbieger von der Tiergartenstraße an die Reihe. Und das sind viele, Berufsverkehr…

Ich stehe immer noch, bis nach zwei Minuten endlich die Farbe der Hoffnung erscheint. (Im echten Leben hätte ich das Rot ignoriert, da die Autofahrer ja auch noch die Kreuzung passieren konnten.) Von da an geht’s recht flott über den Ring und die Uedemer Straße bis nach Bedburg-Hau. An der Uedemer Straße stellt sich erstmals ein leichtes Überlegenheitsgefühl ein, da ich eine 1,5 Kilometer lange Autoschlange passiere, die Opfer einer Rollsplittorgie geworden ist.

Das ernüchternde Resultat des Bedarfsampellottos: 5 Anlagen sind auf der Strecke, und nur einmal erhasche ich eine Grünphase, weil einer meiner (überraschend wenigen) Radlerkollegen vorher gedrückt hatte.

Hier der Überblick:

Strecke Grüner Heideberg, Arntzstr., Gruftstr., Klever Ring, Uedemer Str., Schmelenheide, Am alten Park, Kieferneck
Länge 8,6 km
Zeit (Auto/Rad) 15 min (lt. Google)/25 min (ich)
Zeitvorteil Auto 10 min
Durchschnittsgeschwindigkeit 20,6 km/h (!!!!!)
Gespart 1,37 € (Benzinkosten lt. Google)
Fazit Note 4 (Abzüge wegen Bedarfsampelwahn und Gruftkreuzung i. B., dafür sind die Kreuzungsquerungen am Klever Ring o.k., keine holprigen Bordsteinkanten und nervigen Kurvenstrecken mehr)

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10 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 10. Radler

    tucci schreibt um des Schreibens willen, weiß aber offenbar selbst nicht, wie ein Fahrrad überhaupt aussieht. Wenn ich mich Recht erinnere verwechselt er einen Drahtesel mit einem Panzer.

     
  2. 9. RumsdieKuh4Ever

    Müller mal eine Frage, wie machen Sie das nur? Auf ihre Äusserung hin, liefert die beleidigte Leberwurst prompt den Beweis für seine galoppierende Merkbefreiung. Hut ab!

     
  3. 8. tucci

    @Müller (Offentlichtlich) seid ihr dem Straßenverkehr nicht (gewachsen), sonst würdet ihr alle nicht immer so ein Theater machen… (…)

     
  4. 7. Müller

    tucci,

    wie schon des öfteren schreiben Sie Stuss!

     
  5. 6. tucci

    Wieso habt Ihr als Fahrradfahrer eigentlich so Probleme?

    Meint Ihr wegen Euch wird Firma Loock schneller fertig,im Gegenteildenn auf jeder Baustelle tauchen immer wieder neue Probleme auf welche keiner voher sehen kann.Also vorbeifahren an den Baustellen und nicht über so Lapalien immer aufregen.

     
  6. 5. rainer

    hallo, ich bin 40 jahre mit de fiets gefahren, mir is nie was passiert. Nah ranfahren + und als potenzieller lackverkatzer eingestuft werden, dann kommt man gut durch den verkehr. ein schreinerhammer aufm gepäckträger wirkt auch

     
  7. 4. Andreas

    Siehe auch:
    http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,760946,00.html

     
  8. 3. MalWasSag

    Es wäre ja einfacher wenn der Radfahrer grundsätzlich KEINE Vorfahrt hätte. Dann müßte er nämlich selber aufpassen und kann nicht mit vollen Speed an unübersichtlichen Stellen vor den Autos rasen und dann meckern wenn er übersehen wird.

     
  9. 2. Ben P.

    Hallo Herr Daute,

    soweit ich die Ergebnisse des Fahrradkonzepts überflogen habe, findet der “Bedarfsampelwahn” dort leider keine Beachtung, geschweige denn Abhilfe.
    Dennoch finde ich, fehlt in ihrem heutigem Bericht die positive Erwähnung der Neugestaltung des Kreuzungsbereichs Felix-Roeloffs-Str. / Schmelenheide. In wie fern dies mit dem Fahrradkonzept zu tun hat, vermag ich nicht einzuschätzen.

    Aber hier schreit die rote Farbe auf dem Asphalt quasi: “Fahrrad hat Vorfahrt”. 🙂

    Ihr Fahrrad-Mitverfechter,

    Ben P.

     
  10. 1. 27 Gänge

    Action bei Gelb oder jäher Tod bei Grün?

    Die Kreuzung Klever Ring/Uedemer Str. ist ein Unding, wohl nicht für Fahrradfahrer oder Fußgänger gemacht.

    Klever Ring -> Uedemer Str. Richtung Uedem und dann an gleicher Kreuzung Uedemer Str. -> zum Weg, der steil hoch in den alten Park führt.

    Hier muss ich mir immer Jacke und Handschuhe anziehen, damit man bei der Warterei nicht auskühlt- es sei denn, man beobachtet die Kreuzung ganz genau und überquert -zugegeben vordergründig etwas riskant aber spannend- bei Gelb mit den letzten PKW-Linksabbiegern (aus Kellen kommend) die Kreuzung Richtung Uedem…

    Nimmt man den regulären Weg, dann liegt die Chance 50:50 bei Grün in Richtung Sternbusch von einem Linksabbieger aus Kellen umgenietet zu werden. Insofern steht die Entscheidung zwischen Action bei Gelb oder jähem Tod (oder zumindest eine Grippe) bei Grün…