(Nicht mehr so ganz) Neu in der Klever Geschäftswelt

rd | 26. August 2019, 14:24 | 10 Kommentare
Blick in eine vergangene Zeit (in der Herzogstraße)

Nostalgischer Überraschungsfund bei Fassadenarbeiten in der Herzogstraße: Als Handwerker die Verkleidung der Außenwand des Gebäudes, in dem zuletzt gestandene Zecher in Form der Gaststätte „Zum Herzog“ ein Zuhause gefunden hatten, entfernten, eröffnete sich ihnen ein tiefer Einblick in die Vergangenheit des Klever Einzelhandels. Sie fanden nahezu unversehrt die Fassadenwerbung zweier Geschäfte vor, die wohl auch in der Erinnerung der meisten Klever nicht mehr existieren dürften: Kauf-Stätte Pfennig sowie Schreibwaren C. Rauch. Der Schrift nach zu urteilen, dürften die Besitzer der Ladenlokale ihre Geschäfte vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben haben. Wann genau sie den Betrieb eingestellt haben, ist nicht bekannt (vielleicht weiß es ja einer der Leser). Seit mindestens vier Jahrzehnten aber wird die Immobilie gastronomisch genutzt, vielen Klevern ist „Ines herzögliche Residenz“ noch ein Begriff. Aus Kindheitstagen weiß ich noch, dass auf der gegenüberliegenden Seite das Spielwarengeschäft Kreikamp ansässig war – ein beliebtes Ziel für Spaziergänge am Sonntagnachmittag.

(Mit Dank an Anna Wandowski, die das Motiv entdeckte.)

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  1. 10. Chewgum

    @2 jb Sehr interessanter Bericht, den Sie da verlinkt haben.

     
  2. 9. jean baptiste

    @ 8 rd
    ok, ich bin gespannt.

    zu: Britten getroffen, der seit vielen Jahren …
    ja, dt. Staatsangehörigkeit hilft ihm hier, aber wenn der mal länger als 3 Monate in seine alte Heimat will : Visum , grüne Versicherungskarte sowieso, und 1000 weitere Sachen.
    Hugh Grant hat das passend auf den Punkt gebracht ,
    https://www.spiegel.de/panorama/leute/hugh-grant-wuetet-gegen-boris-johnson-a-1284271.html
    Das Ganze wird noch die Katastrophe schlechthin.

     
  3. 8. rd

    @j.b. Ja, mache ich. Thena Brexit: Bei einer Familienfeier habe ich gestern einen Briten getroffen, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt – und der nun die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hat.

     
  4. 7. jean baptiste

    @6 rd
    Gute Idee, sie berichten bestimmt? Danke!
    Übrigens, anderes Thema, in Anbetracht der aktuellen Lage in GB , wäre es möglich. einmal eine kurze Umfrage unter britischen Staatsbürgern im Kreis Kleve zu machen, welche Probleme diese in der nahen Zukunft für ihr Verbleiben hier sehen ?

     
  5. 6. rd

    j.b. Ich werde Maria Boßmann (eine ehemalige Nachbarin von mir aus Bedburg-Hau) in Kürze besuchen.

     
  6. 5. jean baptiste

    @ 4. Maria Boßmann/Hübecker
    Danke Frau Boßmann, da lag ich dann wohl weit daneben.
    Können Sie mir erzählen, ob das Gebäude den Krieg überlebt hat, und was mich auch beschäftigt,
    ist die Kaufstätte Pfennig auch von Ihrer Familie gewesen , oder können Sie dies chronologisch einordnen ?

     
  7. 4. Maria Boßmann/Hübecker

    Es handelt sich hier um mein Elternhaus, in dem auch ich mit meiner Familie bis Anfang der 60er Jahre gelebt habe. Das Schreibwarengeschäft meiner Mutter wurde bis Anfang der 70er Jahre von meiner jüngsten Schwester -Cäcilia Rauch, geb. Hübecker- weitergeführt.

     
  8. 3. Guenther Hoffmann

    In meiner Kindheit hatte Frau Hübecker da ein kleines Schreibwaren Geschäft das später noch von ihrer Tochter längere Zeit weiter geführt wurde .Die Fassade mit den Bögen ist erst sehr viel später zu den “ VIP Etablissements “ entstanden 🙄 🤫

     
  9. 2. jean baptiste

    Dieses Bild hat mich angeregt, mich in den Schatten zu setzen und online ein wenig in der klever Geschäftswelt von annodunnemals zu stöbern.
    Gefunden habe ich über diese Gebäude nichts, ausser dass dort anschliessend an den Herzog noch das Scandal residiert haben soll, das aber nur extrem kurz.
    Klar, in den 60ern war auch für mich die Auslage von Kreikamp ein Ort um zu träumen, vor Allem die Eisenbahnen, die man sich gar nicht erst wünschen brauchte, da unerreichbar.
    Da die Gebäude damals nicht gerade nach Neubau aussahen gehe ich davon aus, dass diese Ecke von den Bomben verschont worden ist.
    Die Namen Rauch und Pfennig lassen auf jüdischen Ursprung schliessen, sodass es keiner Phantasie bedarf, um zu mutmassen, dass spätestens 1935 diese Geschäfte schiessen mussten.
    In diesem Zusammenhang bin ich auf eine recht interessante Broschüre über das Kaufhaus Weil (stand auf dem Gelände, wo jetzt der Kaufhof ist) https://mifgash.de/wp-content/uploads/Kaufhaus%E2%80%93Weyl.pdf , zusammengestellt durch das Haus Mifgash.

     
  10. 1. Dagmar Perau

    Leider ist mir nichts über diese Immobilie bekannt. Mich würde interessieren, was denn nun damit geschieht? Wird man diesen Fund nun ganz entfernen? Wäre sehr schade!