Mal schauen, ob die Uhr noch funktioniert…

Sturzbäche von Regen, Serien von Blitzen und Donnergrollen ohne Unterlass – der auf Drama stehende Naturfreund kam gestern am späten Abend voll seine Kosten, und wer – wie zum Beispiel der Kameramann Manuel Funda – den Blick zur Schwanenburg richten konnte, bekam bis gegen halb eins eine kinoreife Vorführung der Natur frei Haus geliefert. Andere ärgerten sich wiederum, weil sie vergessen hatten, die Sitzkissen der Outdoor-Lounge-Kombination rechtzeitig in Sicherheit zu bringen und am Morgen triefende Stoffsäcke vorfanden. Von der Mondfinsternis war angesichts des bewölkten Himmels hier nicht viel zu sehen, allerdings verzichtete die Redaktion darauf, die Probe zu machen.
Gestern Mittag war es jedenfalls schon unerträglich schwül, und jeder verständige Mensch hätte wissen können, dass es besser, die Kissen noch schnell reinzutragen. Heute morgen, als die ganze Stadt sehr intensiven Petrichorgeruch verströmte, war es dafür definitiv zu spät. Allerdings, und das erscheint nach der spürbaren Abkühlung auch als Frage angebracht: Brauchen wir die Kissen in diesem Jahr überhaupt noch? Oder war es das nun mit dem Sommer, der uns so verwöhnte?
In den kommenden Tage jedenfalls bleibt es bei Temperaturen von um die 20 Grad Celsius – nachdem gestern noch einmal, wie bei einem letzten Aufbäumen, bis zu 32,5 Grad Celsius in Kleve gemessen wurden. Sämtliche zu Rate gezogenen Wetterapps sind mit Wolkensymbolen zugepflastert, das sieht gar nicht gut aus. Wetterbauer Hubert Reyers (wetter-niederrhein.de): „Nach den Schauern und Gewittern aus der Nacht startet der Freitag bewölkt bei milden 18 oder 19 Grad. Tagsüber bleiben uns die vielen Wolken erhalten, die Sonne zeigt sich nur hin und wieder. Am Vormittag gibt es Richtung Ruhrgebiet einzelne Schauer, am Nachmittag bilden sich verbreitet teils kräftige Schauer und Gewitter. Morgen bleibt es nach den Schauern am Morgen tagsüber meist trocken. Sonne und Quellwolken wechseln sich ab, bevor am Abend neue Regenschauer aufziehen werden.“

Die Wolkenbrüche brachten übrigens ab Mitternacht 7,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – von der Natur dringend benötigt, aber immer noch rund 200 Liter pro Jahr zu wenig.


@Ralf: Meine Kissen habe ich nach den Aufnahmen natürlich auch leichtsinnig draussen gelassen (eventuell auch aus Bequemlichkeit und „wird schon gut gehen“ Mentalität) 😂 …aber: geteiltes Leid ist halbes Leid!
Mmuuuh, in Kellen wurden immerhin 20 mm Niederschlag (= 20 Liter/m²) und in Pfalzdorf gar 25 mm Niederschlag (= 25 Liter/m²) gemessen. Vermmuuuhtlich gerade genug, damit jetzt bei Temperaturen um 20° C immerhin wieder etwas Gras gedeihen kann, mmuuuh, Heißhunger!