In der vergangenen Woche verschwand der Schriftzug „Kiesow seit 1850“ von der Fassade, Anfang dieser Woche stellte das Entsorgungsunternehmen Pietsch zwei seiner orangefarbenen Container vor das Gebäude, und seit gestern sind Handwerker damit beschäftigt, das Geschäftshaus zu entkernen – und für einen neuen Mieter vorzubereiten? Am Bau selbst ließ sich in Erfahrung bringen, dass es offenbar tatsächlich die Optikerkette Fielmann ist, die ihren Standort in der Innenstadt wechselt und vom Fischmarkt in eine der flächenmäßig größeren Immobilien in der Großen Straße wechselt. Sebastian Kiesow selbst ließ eine entsprechende Anfrage allerdings noch unbeantwortet.
Wir werden sehen. Das Gebäude, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg „Leder Kiesow“ ansässig geworden war, hat auf zwei Etagen rund 400 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das ist in der Klever Innenstadt sehr viel. Es befindet sich in allerbester Innenstadtlage. Sollte dort tatsächlich Fielmann einziehen, wäre dies eine bemerkenswerte Koinzidenz, denn es ist gerade einmal ein Jahr her, dass einige Meter weiter stadtabwärts ein vergleichbarer Übergang erfolgte.
Ebenfalls an der Großen Straße hatte das Schuhhaus Thissen nach 98 Jahren seinen Geschäftsbetrieb eingestellt. Auch Thissen verfügte über 400 Quadratmeter Verkaufsfläche auf zwei Etagen. Im Falle dieser Immobilie ergriff die Optiker- und Akustikerkette Rottler die Chance und zog in das Ladenlokal ein. Eine Rochade, die an anderer Stelle zu zwei Leerständen führte (einer der beiden ist mittlerweile dank „Onkels Büdchen“ wieder besetzt). Nun sieht es so aus, als ob sich das ganze Geschehen mit der bekanntesten deutschen Optikerkette und einem anderen Ladenlokal wiederholt. Fielmann ist seit vielen Jahren in Kleve am Fischmarkt ansässig.
Die spannende Frage ist, wie sich die Dominanz dieser beiden Unternehmen (plus dreier weiterer Optiker (Berghaus, Eyes + more, Apollo) in der Nachbarschaft) auf die Attraktivität der Klever Innenstadt auswirken wird. Die Niederländer kommen jedenfalls nicht zum Brillen kaufen über die Grenze.


Ich hätte mir für Kleve was anderes gewünscht . Gusti Leder oder Jeans Fritz und im ehemaligen Rexing vielleicht ( falls nicht zu klein ) ein Zalando Outlet oder TK Max.
We need a Stuhlkreis…
@20 ich kann den Doppeleinkauf bei Edeka und Aldi in Bedburg Hau, neben dem Rathaus, empfehlen. Da ist’s schon deutlich ruhiger… Oder mal Picnic ausprobieren!
Ich meide Kleve als Einkaufsregion – zuviel leere Regale, zuviel Stress in Geschäften mit niederländischer Invasion nebst Verhalten á la Invasion, zuviel Gefahr im Straßenverkehr bzw. auf den Parkplätzen, zuviel Nervenverlust wenn ich sehe, wie die sich benehmen….
Somit fahre ich nach Kalkar.
Bislang nach NORMA in Bedburg-Hau – aber der Laden ist leider auch schon überhölländert..!
Stimmt.
@14 das selbe wurde geschrien, als die Stadt von Mobilfunkläden geflutet wurde, danach die 1 Euro Shops und nun Optiker und Akkustiker… dazwischen gibt es noch die Vendor Automatenshops zur Auflockerung. Es ist ein kommen und gehen und richtet sich immer nach Bedarf und Bedürfnis ¯_(ツ)_/¯
@16. HPL
Das Schrittmass wurde so angepasst, das Kleve, inkl. „Bahnhof“ und „Bahn“, seit vielen Jahren in der Realität eingeschlafen ist.
Man hätte als Maskottchen für die LaGa, eine verwunschene Schwanenburg mit dazu gehörendem Dornröschen, wählen sollen. Vielleicht würde sich dann ein „Ritter“ als Retter erbarmen?
😉
Ich erinnere mich noch an Hans Hoorn, ehem. Stadtplaner von Maastricht & Stadtsoziologe, der vor einigen Jahren in Kleve zu Besuch war und einen Vortrag hielt.
Er lieferte viel interessanten Input darübrr, dass Autos nicht in die Innenstädte gehören. Er krempelte Maastricht damals komplett um.
Er ist nicht der einzige, der diese Auffassung vertritt. Ich habe darüber hinaus andere Expertisen gelesen. Eine besagte, dass das Tempo in den Innenstädten dem Schrittmass des Menschen angepasst werden soll, nicht dem von Autos.
@7 „Ich verstehe nicht, warum viele Leute am Wochenende locker 40 km Fahrradtour machen, aber die 2 km in die Stadt fährt man mit dem Auto?!“ Hängt wahrscheinlich von der Intention der Bewegung ab – Freizeitvergnügen (auch zum Kaffeetrinken in die Stadt), sportliche Ertüchtigung = mit dem Fahrrad (bei gutem Wetter), Einkaufen, Transport von Einkäufen, Bewegung bei schlechtem Wetter = Individualverkehr per PKW. Irgendwann wird man in der Innenstadt mangels Einzelhandel nicht mehr einkaufen können – dann wären auch die Parkplätze für die bösen (oder einfach nur bequemen) Autofahrer überflüssig… wobei man dann mal wieder die Diskussion „Huhn oder Ei“ führen könnte.
Die Innenstadt wird immer fantasieloser – Eintönigkeit breitet sich aus…
Bleibt aktuell 😱 Auto Exitus kommt ? 😢 Vielleicht schaffe ich es dann noch als Auto Alternative auf einem Altparteien Esel zu reiten , er/sie bekäme auch reichlich 🥕🥕🥕 chen …verspochen. 👍🏼😁
40km sind ja nichts, erst ab 60 setzt der Trainingseffekt ein 😉 und dann bitte auch höchstens etwas über zwei Stunden brauchen, hehe.
Wo das Wetter jetzt besser wird, lass ich den Wagen auch wieder stehen. Bei den Spritpreisen sowieso (komisch, dass die Preise immer unverzüglich steigen, die Absenkung aber lange auf sich warten lässt).
Es ist wirklich erschreckend wie leicht man aus Bequemlichkeit bestimmte Dinge schleifen lässt
@4 Steez
„Es könnte sein, dass sich die Gelddruckmaschine Parkplatz in der Innenstadt, wieder in Vielfalt und Gewerbesteuer verwandelt.“
Wird aus der ‚Gelddruckmaschine Parkplatz‘ bald wieder lebendige Vielfalt und Gewerbesteuer? Um diese Hypothese zu prüfen, wäre eine KI-Simulation der ideale Weg. Sie würde dem Stadtrat eine fundierte Entscheidungsgrundlage liefern: Entweder wir legen das Thema begründet ad acta, oder wir starten die politische Debatte über eine echte ‚Parkgebühren-Wende‘ auf Basis harter Fakten.
@7
Oder per Mobility Scooter. Auf einen gewöhnlichen PKW-Parkplatz passen doch locker sechs Mobilty Scooter. Effektive Parkraumnutzung!
@3 Tante Lou
Sie suchen einen Drive-Inn-Optiker? 😉
Ab einem gewissen, natürlichen Lebensentwicklungsprozess, bekommt man regelmäßig eine Einladung zum „bundesweiten kostenlosen Hörtest“.
Könnte man nicht davon ausgehen, wenn einen das Gefühl beschleicht, schlecht zu hören, einfach eine/n Ohrenfacharzt/in zu konsultieren, um die Ursache heraus zu finden?
@3 und 4: Ein Tipp: Fahrrad. Wenn alle die könnten (!) mit dem Fahrrad fahren würden, wären mehr als genug Parkplätze vorhanden für diejenigen, die darauf angewiesen sind. Ich verstehe nicht, warum viele Leute am Wochenden locker 40km Fahrradtour machen, aber die 2km in die Stadt fährt man mit dem Auto?!
Brille, Hörgerät und Medikamente – die moderne Innenstadt. Ich habe eine Ahnung, warum das neben Barbershops und Cafés noch funktioniert.
Nicht zu vergessen, Optik Bremer GmbH Kleve am Standort an der Lohstätte Ecke Gasthausstraße, neben der Stadthalle.
@3:
Kleve könnte eine Parkschein – u. somit Knöllchen freie Stadt sein. Statt im TV -Berichterstattung über kuriose Ereignisse und Baumaßnahmen in unserer Stadt, würde Kleve anzunehmend überregional mit kostenlosen Parken in den Medien erscheinen.
Es könnte sein, dass sich die Gelddruckmaschine Parkplatz in der Innenstadt, wieder in Vielfalt und Gewerbesteuer verwandelt.
‚Es befindet sich in allerbester Innenstadtlage‘ – früher ein Verkaufsargument, heute für mich nur noch eine Art Knöllchenmagnet. Nachdem ich einige ‚Parkzeitüberschreitungen‘ kassiert habe, nutze ich inzwischen überwiegend Geschäfte, die ich ohne großen Aufwand erreichen kann…. oder kaufe gleich online
„Die Niederländer kommen jedenfalls nicht zum Brillen kaufen über die Grenze.“
Da hatte ich vor einigen Wochen einen anderen Eindruck.
…und der wurde vom Optiker Personal bestätigt.
Interessant. Jedenfalls ist in Kalkar eines der letzten Geschäfte in der ehemaligen „Einkaufsmeile“ Monrestraße der Optiker Lörper einer der letzten Einzelhandelsläden.