Eine der heimlichen Klever Erfolgsgeschichten ist der Wohnmobil-Stellplatz. Ursprünglich war der mal direkt am Spoykanal, vor einer gefühlten Ewigkeit allerdings raubte die Stadt den Campern die 1a-Lage und speiste sie mit einem Gelände ab, das die Rheinische Post damals als „Camper-Idyll“ bezeichnete. kleveblog war in einem Beitrag etwas kritischer: „Im Niemandsland zwischen der Industrieruine Lebensmittelwerke und dem rückwärtigen Bereich des Bahnhofs sollen unsere Wohnmobiltouristen fortan glücklich werden.“ Doch diese Sorte Mensch war härter als gedacht, und seit nunmehr knapp 16 Jahren darf sich die Stadt über einen steten Zustrom von hymerisierten Menschen freuen, die sich in der mobilen Lebensweise bequem eingerichtet haben. Der Platz wird mit 3,6 von 5 Sternen bewertet, eine Nacht schlägt mit fünf Euro zu Buche. Doch wie lange bleibt das Camper-Idyll an der Industrieruine noch bestehen?
Bis zur Landesgartenschau 2029 soll am Bahnhof eine Unterführung entstehen, die die barrierefreie Querung der Bahngleise ermöglicht. Die Kosten für das Projekt belaufen sich mittlerweile auf 17 Millionen Euro, ziemlich viel Geld für die paar Züge, die ab und zu noch dort fahren. Dass eine Verbesserung der aktuellen Situation erforderlich ist, steht allerdings außer Zweifel: Wenn das neue Konrad-Adenauer-Gymnasium eröffnet (Fertigstellung soll in diesem Jahr erfolgen), ist damit zu rechnen, dass tagtäglich Hunderte von Schülern am Busbahnhof anlanden und auf die andere Seite wechseln müssen.
Doch wenn die Nutzer der Unterführung auf der Nordseite ankommen, stehen sie gleich in dem Areal, das im Augenblick Park- und Wohnmobilstellplatz ist. Gut möglich, dass insbesondere der Anblick der Menschen mit anscheinend ewiger Freizeit nicht dazu angetan ist, aus jungen Menschen Staatsbürger zu machen, die in einem Merzsinne funktionieren. In den meisten Campingstühlen sitzen Menschen, die ein mehr oder minder arbeitsreiches Leben hinter sich haben und nun der Ansicht sind, dass andere dran sind.
Eine frühe Darstellung des Übergangs, die auf der Website der Stadt Kleve zu finden ist, zeigt jedenfalls keine Wohnmobile mehr, sondern einen Weg, auf dem junge Menschen durch eine Allee schattenspendender Bäume ihrer (Lebens-)Bestimmung entgegenlaufen können. Elysisch mutet hier der Weg zum Lernen, das Rentnerparadies – Dose Bier, Campingtisch –hingegen ist ausgeblendet.

Wo aber hin mit den Fahrzeugen? Offenbar, so war aus Kreisen der Politik zu hören, kam ein Gelände in die engere Auswahl, das – bildlich gesprochen – in der Walachei liegt. Noch hinter dem DJK-Sportplatz am Stillen Winkel befindet sich eine Freifläche, die als neuer Standort im Gespräch sein soll. Der avisierte Standort ist 2,5 Kilometer vom bisherigen entfernt, und genauso weit von Stadtzentrum, bietet aber Sicht auf die Endmoräne und den Tiergartenwald. Die Formulierung „Camper-Idyll“ träfe hier tatsächlich zu, aber angesichts des Erfolgs am bisherigen Standort scheint das womöglich gar nicht so sehr gewollt zu sein wie ein zentrumsnaher Platz mit direktem Zugang zu allen Annehmlichkeiten, die eine Stadt von der Größe Kleves den Besuchern zu bieten hat (Bäckereicafés, Museen).


Eine abgelegene Ecke ist wahrscheinlich auch ein größeres Sicherheitsrisiko. Außerdem Drogenhandel, „Pop-up-Prostitution“…
Die Camper werden sich freuen.
Ein (weiterer) Beweis dafür dass auch dem kleveblog stillgelegte Gleisflächen und damit die nachhaltige Beschäftigung mit dem Thema Bahn und Verkehrswende genauso am A… vorbeigehen wie der CDU sowieso.
Gleise ?
Dummes Zeug! Brauchen wir nicht!
Aber dann rumjaulen wenn auch wegen der fehlenden Infrastruktur das System Bahn nicht mehr funktioniert und keine Züge mehr fahren..
Schuld? Die Anderen!
Können wir doch nix für wenn die böse Bahn Gleisflächen verkauft und wir jede Wiederinbetriebnahme durch Bebauung mit Immobilien zunichtemachen…wir werden ja praktisch dazu gewzungen.
Das Camper-Idyll vor dem Rest der ehemaligen Lebensmittelwerke hat was, besonders in der Vormittagssonne. Beim Anblick der sich am Morgen langsam orientierenden Camper rechnete sich wohl mancher Pendler aus, wann es bei ihm oder ihr mit der großen Freiheit soweit ist.
Ja das waren noch Zeiten, wo man am Spoykanal noch stehen konnte! Und das zu Zeiten da gab es dort noch keine Stromsäulen! Die kamen erst als die Camper dort weg mussten. Zuvor konnten die Camper sich jedoch noch am Anblick der Freizeit/- und Berufsschifffahrt erfreuen!
Das war noch das bessere Kleve!
Den jetzigen Stellplatz für Wohnmobile würde ich ggf. vielleicht für eine Nacht nutzen? Als Platz stelle ich mir da etwas schöneres vor! Ok, wer Zuhause nur einen Balkon besitzt, für den ist eine Umzäunung mit Hecke vielleicht die bessere Alternative? Ich finde die Bewertung übertrieben!
In der Tat wäre da der „Stille Winkel“ die doch schönere Gegend! So wird das Geld dann vielleicht in eine andere Ecke von Kleve ausgegeben? Für ein Restaurant könnte es dann sicherlich noch mehr zu tun geben, als wie jetzt schon. Gegessen und getrunken wird immer! Und die Tierische Freizeitanlage darf darauf hoffen den ein oder anderen Besucher mehr zu bekommen, was ja auch nicht schlecht ist. Zumal der Zuschuss der Stadt in 2027 kleiner ausfallen wird, denke ich?
Ich hätte dies jedoch auch schon in diesem Jahr gemacht!
Da Camper zumeist gemütliche Menschen sind und nicht zu weit laufen wollen, dürfte die Innenstadt, auch wenn es die selbe Distanz ist, kaum bis nicht davon profitieren?
Also selbst ich und ich komme von hier, weiß nicht was ich da soll? Ob mich da eine LAGA noch mitreißt??? Großer Zweifel!
Mein schönes, oder das schöne Kleve von früher, gibt es schon lange nicht mehr.
Wurden denn die investierten 110.000,00 Euro bis jetzt erwirtschaftet, oder würde alles, inkl. Energieanlagen (Stromzugang) verkauft oder einfach abgeschrieben?
Oder denkt man eventuell darüber nach, dass an anderem, weit abgelegenem Standort, sich dann eventuell Schlagzeilen, dass Ferienwohnungen für „Pop-Up-Prostitution“ missbräuchlich benutzt werden, erübrigen?
Herrlich artistisch! Merzsinn! Unwort 2026