Umbau der Innenstadt: Da kommt was auf uns zu!

Planvorstellung im Ratssaal

Rund sechzig Anwohner und Gewerbetreibende waren am Dienstagabend in den Ratssaal der Stadt Kleve gekommen, um sich von der Verwaltung über den geplanten Umbau der Innenstadt informieren zu lassen. Am Ende gingen sie mit dem wohligen Bob-der-Baumeister-Gefühl: „Jo, wir schaffen das!“, sogar der sonst für pointierte und kritische Bemerkungen bekannte Martin Fingerhut (Kavarinerstraße) dankte vor versammeltem Publikum den Verantwortlichen für die Erläuterung der Pläne.

Doch diese Pläne sind so ambitioniert, wie sie nur sein können. Denn noch ist nichts ausgeschrieben. Und: Vor der Landesgartenschau 2029 (Beginn im Frühjahr) soll alles fertig sein. Wenn man optimistisch mit einem Baubeginn Mitte nächsten Jahres rechnet und realistischerweise annimmt, dass wetterbedingt in den ersten Monaten des Jahres 2029 nichts oder nur sehr wenig gemacht werden kann, bleiben für die Umgestaltung von Herzogstraße, Großer Straße, Hagscher Straße, Schlossstraße, Kavarinerstraße und Gasthausstraße exakt 18 Monate. Das ist in den Dimensionen, in denen die Baubranche unterwegs ist, nicht viel mehr als ein Wimpernschlag.

Den Ausführungen zufolge wird es vier Bauabschnitte geben. Zwei für die Herzogstraße/Große Straße, einen für die Seitenstraßen (Kavarinerstraße, Gasthaushausstraße) und einen für die Hagsche Straße. Teilweise kann auch parallel gearbeitet werden, es soll aber eben erklärtermaßen nicht die Innenstadt komplett lahmgelegt werden. Insbesondere der untere Abschnitt der Großen Straße (ab Marktstraße aufwärts) erfordert zudem erhöhten Arbeitsaufwand, da in diesem Bereich auch die marode Kanalisation erneuert werden muss. Dazu muss die Fußgängerzone dort fünf Meter tief ausgeschachtet werden. In allen restlichen Bereichen gestalten sich die Arbeiten weniger komplex: Es werden neue, zeitgemäßere Grünstreifen angelegt, und die Pflasterung wird erneuert. Hannah Janßen vom Tiefbauamt versicherte den Geschäftsleuten, dass alles unternommen werde, um die Zugänglichkeit zu gewährleisten und auch die Belieferung sicherzustellen.

Der Zeitplan: Wenn der Zuschlag auf die Ausschreibungen erfolgt ist, soll zunächst – ca. Mitte 2027 – mit dem Bereich der Herzigstraße und der unteren Großen Straße begonnen werden. 2028 sollen die Seitenstraßen hinzukommen. Unabhängig davon kann auch schon mit den Brunnenarbeiten begonnen werden: Der Brunnen an der Einmündung Kavarinerstraße/Große Straße wird erneuert, das Becken des Elsabrunnens (Fischmarkt) wird neu zugeschnitten, und der Große Kurfürst (Dr.-Heinz-Will-Platz) wird ebenfalls in ein Wasserbecken gesetzt. Alle Brunnen erhalten an den Rändern Sitzbänke, die Becken selbst werden einheitlich oval gehalten.

Interessant: Zwei Straßenzüge wurden bei den Planungen nicht genannt, obwohl sie eigentlich auch zum Kernbereich der Klever Innenstadt zählen und aktuell schon als Fußgängerzone ausgelegt sind: Die Straße An der Münze (vom Café Espresso Perfetto bis zum Woolworth-Parkplatz) sowie die Kirchstraße. In den gezeigten Planungen waren die beiden Straßen auch nicht farbig markiert.

Autofahrer werden sich auf eine gravierende Veränderung einstellen müssen: Die Verbindung Wasserstraße-Marktstraße, eine bequeme Abkürzung, um in die Oberstadt zu gelangen, wird gekappt. Damit wird die Fußgängerzone im Bereich des Kaufhauses Galeria nicht mehr durchschnitten. In der zweiten Jahreshälfte 2027 gehen die Bauarbeiten in der Innenstadt übrigens einher mit dem Neubau der Spyckbrücke, die das gesamte Jahr 2027 in Anspruch nehmen wird.

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1 Kommentar

  1. 1

    ‚### der sonst für pointierte und kritische Bemerkungen bekannte Martin Fingerhut ###
    WieSo sonst ?
    Ich beobachte immer kritisch.
    Nur bedeutet Kritik ( z.B. ManöverKritik )
    eben NICHT mieseFritziges MeckerMerzen
    sondern gerecht sowohl negatives wie auch positives zu würdigen.
    Und die InfoVeranstaltung am DiensTagAbend hat Lob verdient.