Rexing: Einst Heimat für schöne Möbel, jetzt Raum für Kunst

Die Künstler mit Marketing-Chefin Verena Rohde (3.v.l.) und Susanne Rexing (r.), die ihr Ladenlokal zur Verfügung stellt (Foto: Pauls)

Vorher Interlübke, jetzt Jana Hünnekes, vorher Vitra, jetzt Wilfried Porwol, vorher Rolf Benz, jetzt Andree Boltink – wieder wird ein Leerstand in der Klever Innenstadt zu einer neuen Heimstatt für Kunst.

Das trifft schon zu für das ehemalige Café Lust (An der Münze) und seit kurzem auch für das einstige Kabinenkino an der Ecke Heldstraße/Kavarinerstraße, und nun kann sich zumindest für einige Zeit auch eines der schönsten Ladenlokale in der Stadt, das frühere Möbelhaus Rexing, in diese Liste einreihen. Dort startet am 25. Juni das Ausstellungsprojekt „Kunst trifft Kleve“, und damit entsteht in der Klever Innenstadt zum wiederholten Mal ein außergewöhnlicher Kunstraum auf Zeit, der eindrucksvoll zeigt, welches Potenzial in der kreativen Zwischennutzung eines Leerstands steckt.

Bis zum 19. Juli verwandeln insgesamt 21 Kunstschaffende die Räumlichkeiten des ehemaligen Möbelhauses Rexing in einen lebendigen Ort zeitgenössischer Kunst. Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Performance treten in einen lebendigen Dialog mit der reizvoll verwinkelten Architektur der Räumlichkeiten. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind Bassam Alkhouri, Holger Becken, Rita Beckmann, Karl van Betteraey, Jutta Biesemann, Andree Booltink, Jászai Alica Busch, Marianne Fletcher, Klaus Franken, Janna Hünnekes, Heike Nebbe, OSTER+KOEZLE, Nicole Peters, Wilfried Porwol, Maren Rombold, Elisabeth Schink, Jort Schoenmaker, Ilka Sulten, Anne Thoss, Martje Verhoeven und Fredi Voss.

Die Ausstellung knüpft an das erfolgreiche Klever Kunstprojekt „ArtOrt“ an, das zuletzt 2014 stattfand. Die Idee einer kulturellen Belebung des Stadtraums wird damit neu aufgelegt und fortgeführt. Erarbeitet wurde das aktuelle Konzept bei den Zusammenkünften der Künstler*innengruppe, die sich regelmäßig einmal im Monat im Hinterzimmer der Gaststätte Zentrale in Kleve trifft. Hier entwickelt sich aus gemeinsamen Gesprächen über mögliche Formen der Zusammenarbeit die Idee, Leerstände in der Innenstadt erneut als kulturellen Möglichkeitsraum zu nutzen. Unterstützung findet das Vorhaben bei der Innenarchitektin und Gebäudeeigentümerin Susanne Rexing, die von der Idee sofort begeistert ist und die frisch renovierten Räumlichkeiten ihres derzeitigen Leerstandes für die Ausstellung zur Verfügung stellt. 

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie kulturelles Engagement grundsätzlich neue Perspektiven für urbane Räume eröffnen kann. „Kunst trifft Kleve“ versteht sich dabei nicht allein als Kunstausstellung. Die Kunstschaffenden möchten vor allem auch einen kulturellen Ort der Begegnung schaffen. Begleitet wird die Ausstellung daher von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm. An verschiedenen Nachmittagen ergänzen die musikalischen Beiträge von Tabea Frauenlob, dem Duo CzechThis, dem Duo van der Huisen-Dumont sowie dem Trio Artéchok das Kunsterleben. Es stehen weiterhin die Lesung „Klompendans“ von Klaus Franken, die Performance „Mehr als Zwei“ von S. + E. Schink sowie ein öffentliches Künstler*innengespräch auf dem Programm. 

Das Leben der Klever Innenstadt steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Hier versucht „Kunst trifft Kleve“, ein positives Zeichen zu setzen: Das Projekt lädt ein, Kunst und Kultur als Impulsgeber für eine kreative Stadtentwicklung zu verstehen und zu nutzen, um die Räume der Innenstadt aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen. 

Verwirklicht werden konnte das ehrenamtlich organisierte Projekt mit der freundlichen Unterstützung der Wirtschaft, Tourismus & Marketing GmbH Kleve, der Stadt Kleve sowie der Sparkasse Rhein Maas. 

Informationen für Besucherinnen und Besucher:
Adresse: Ehemaliges Möbelhaus Rexing, Kavarinerstraße 39–41, 47533 Kleve 
Ausstellungsdauer: 25. Juni bis 19. Juli 2026 
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, jeweils 13 bis 17 Uhr 
Ausstellungseröffnung: Samstag, 27. Juni 2026, 14 Uhr 
Begrüßung: Susanne Rexing; Eröffnung: Verena Rohde (Wirtschaft, Tourismus und Marketing der Stadt Kleve GmbH); Einführung: Anke Ehring (Museum Kurhaus Kleve) 
Führungen: Sonntag, 28. Juni 2026, 14 Uhr und Sonntag, 12. Juli 2026, 14 Uhr 
Schulklassen und Gruppen nach vorheriger Anmeldung unter: 0151 41416586. 
Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

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4 Kommentare

  1. 4

    Das sind jedenfalls hervorragende Räumlichkeiten bei Rexing und die zentrale Lage ist auch super

    @1 „Es ist schon immer etwas dass ich in Kleve nicht verstanden habe. Kleve hat eine sehr aktive und bunte freie Kulturszene mit unzähligen Akteueren, aber das Stadtmarketing/Wirtschaftsförderung lässt das Potential links liegen.“

    Darin liegt vielleicht auch gleich die Antwort…

    Gut, dass Sie und andere sich kümmern.

  2. 3

    Ja, das ist schon eine gute Initiative. Nur wenn ich mir die Öffnungszeiten ansehe, 13:00 bis 17:00 am Donnerstag bis Sonntag, dann frage ich mich schon, ob man diese nicht bis 19:00 ausweiten könnte. Ist ja nur so eine Idee, wenn ich so an noch arbeitende Personen aus Kleve und dem Kreis Kleve denke. Auch die Publizierung von solchen Veranstaltungen, wie mein Vorkommentator anmerkt, sollte verbessert werden. Da ist seine Initiative für die Webseite https://Klevetag.de schon lobend- und unterstützenswert.

  3. 2

    @1

    Danke für diesen differenzierten Kommentar! Du sprichst da ein ganz wichtiges Thema an: Die freie Szene in Kleve ist unglaublich lebendig, aber die starren Strukturen und vor allem der aktuelle Sparzwang machen es allen Beteiligten extrem schwer.Man muss allerdings auch die WTM (Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing) ein Stück weit in Schutz nehmen: Ohne ein entsprechendes Budget, das vom Stadtrat freigegeben werden muss, kann auch das engagierteste Stadtmarketing keine großen Sprünge machen oder zusätzliche Fördertöpfe für die freie Kulturszene auflegen. Die WTM leidet hier unter den gleichen finanziellen Restriktionen wie die Kulturschaffenden selbst. Dazu gibt es un der lokalen Presse eine Menge zu finden.

    Umso großartiger ist es, was ihr da privat mit klevetag.de auf die Beine stellt! Genau das ist der richtige Ansatz: Wenn die öffentlichen Kassen leer sind, hilft nur bürgerschaftliches Engagement und smarte Technik (wie euer KI-Scraper), um die Sichtbarkeit der Kulturszene zu retten.

    Die Idee, dort in Zukunft auch eine zentrale Sammlung aller Kulturschaffenden und Orte aufzubauen, schließt eine echte Lücke in Kleve. Ich finde euren Einsatz spitze und hoffe, dass viele Veranstalter euer Formular nutzen.

    Wenn man euer Projekt irgendwie unterstützen kann (sei es durch Content, Kontakte oder Feedback), lass es mich wissen!“

  4. 1

    Es ist schon immer etwas dass ich in Kleve nicht verstanden habe.
    Kleve hat eine sehr aktive und bunte freie Kulturszene mit unzähligen Akteueren, aber das Stadtmarketing/Wirtschaftsförderung lässt das Potential links liegen.

    Kleve braucht doch ein Alleinstellungsmerkmal, dass es von Anderen abhebt und bekannt macht und diese Szene könnte diese Merkmal sein.
    Die Schwanenstadt als Kultur- & Veranstaltungort am unteren Niederrhein vermarkten.
    Das ist doch einer dieser weichen Wirtschaftsfaktoren, die eine Stadt beleben.

    OK. Sind alles verrückte Künstler, an dennen man kein Tau festbinden kann, aber das macht Kreativität eben aus.
    Da ist alles immer in Bewegung und ändert sich, so das starre Verwaltungen damit so ihre Probleme haben. Die Stadt müsste einen Weg finden damit Klar zu kommen.
    In den letzten 2-3 Jahren bin ich in der Szene nicht mehr so aktiv aber vorher war der Umgang der Kulturschaffenden mit der Verwaltung etwas schwierig. Die beiden Museen waren wichtiger als alles andere.
    Jetzt sind 30.000€ für das Theater am Fluss gestrichen worden und das bringt den Verein in echte Schwierigkeiten.
    Leider wir mit dem Sparzwang jetzt alles noch schlimmer und da zeigen solche Projekte wie Kunst trifft Kleve oder Aorta das Trotzdem was geht.
    Jeder Euro der in diese Szene gesteckt wird, bringt für Kleve und seine Menschen mehr als jeder 50er der in die Museen fliesst.

    Zusammen mit Christoph Frauenlob belebe ich gerade das Projekt https://klevetag.de wieder, was aktuell noch ein nicht vollständiger Veranstaltungskalender für Kleve und die Nachbargemeinden ist.
    Einfach um an einer Stelle alle Veranstaltungen im Kleverland abzubilden, weil es das so nicht gibt.
    Wenn jetzt jemand reinschaut wird er feststellen, dass ganz viele Veranstaltungen fehlen weil es eben noch keine Zentrale Stelle für diese Infos gibt. Aktuell sind über 95% der Events Veranstaltungen aus dem Eventskalendern der Gemeinden. Ist etwas dort nicht gelistet fehlt es auch bei uns und da arbeite ich gerade dran um die gesamte Eventszene abzubilden. (KI-Scraper)
    Die Kunst trifft Kleve Veranstaltungen sind dort auch zu finden, weil ein engagierter Künstler das „Veranstaltungen melden“-Formular benutzt hat. Danke an den Unbekannten!!!
    In Zukunft kommt auch noch eine Sammlung aller Kulturschaffenden / Veranstalter / Veranstaltungsort dazu, da es sowas auch noch nicht gibt.
    Wir machen das Privat weil wir sehen das der Bedarf da ist, aber kein Angebot.