Restauration zum Aussichtsturm muss neuen Pächter suchen, Wirt Warnke wechselt zum Landgolfclub Moyland

rd | 07. Dezember 2019, 18:32 | 18 Kommentare
Dreieinhalb Jahre Chef im Aussichtsturm, nun verlässt er Kleve: Janes Warnke

Es war das berühmte Angebot, das man nicht ablehnen konnte: Janes Warnke, seit dreieinhalb Jahren Pächter in der Restauration zum Aussichtsturm, wird ab Anfang Februar das Restaurant des Landgolfclubs Moyland übernehmen. Für die Klever Feinschmecker ein harter Schlag – das Lokal war eine der bevorzugten Adressen der Stadt, wenn man Wert auf kreative, frisch zubereitete und qualitativ hochwertige Küche legte. „Es war eine schöne Zeit und hat viel Spaß gemacht“, sagt Warnke, der zuvor auch einmal als Pächter die Gerichtskantine geführt hatte. „Wir haben uns eine treue Stammkundschaft herangekocht, für die wir uns nie verbiegen mussten.“ Warnke setzte auf authentische, regionale Küche – und das kam an.

Bei den Gästen, gehobeneres Klientel, dürfte es vermutlich Schnittmengen mit dem Golfclub gegeben haben. Jedenfalls zieht der Koch nun in die Klever Nachbargemeinde, wo ihn eigenen Angaben zufolge ein besser planbares Geschäft erwartet, dessen Arbeitsbelastung sich mit der Familie in Einklang bringen lässt. Warnke: „Wir sind ja nicht aus der Welt. Für mich als Münsteraner gehört Bedburg-Hau auch zu Kleve.“ Außerdem weist er darauf hin, dass das Restaurant des Landgolfclubs für jedermann geöffnet ist – was nicht jedem bekannt ist.

In dem Golfclub-Restaurant stand lange Dirk Niemann am Herd. Als Niemann nach Mallorca ging, übernahmen seine Mitarbeiter. Die wollten nun das Geschäft nicht mehr fortsetzen.

Für den traditionsreichen Gastronomiestandort in Kleve bedeutet der Wechsel, dass die Eigentümergemeinschaft um Bruno Schmitz (Stunksitzung) und Barbara Jacobs (Bioladen) nun erneut einen Pächter suchen muss. So attraktiv die idyllische Lage im Herzen des besserverdienenden Kleve auch ist, so schwierig scheint es dort, eine Gastronomie über einen längeren Zeitraum zu etablieren.

Vor einem Jahrzehnt betrieb der Italiener Pasquale P. dort das Restaurant Il Nido (Das Nest), welches damals als die erste kulinarische Adresse der Stadt galt – bis sich herausstellte, dass die Küche offenbar nur Tarnbetrieb für den Import von Falschgeld war. Da war dann relativ egal, ob genug Gäste das kulinarisch wie preislich gehobene Niveau goutierten. Das Engagement endete mit mehrjährigen Haftstrafen. Nach einer Phase des Leerstands kaufte dann eine Gruppe um Bruno Schmitz die Immobilie, baute sie in ansprechender Form um, überführte das Mobiliar aus dem Jenseits in Kalkar in das Etablissement und betrieb die Gastronomie zunächst in Eigenregie, bis man in Janes Warnke einen langjährigen Pächter gefunden zu haben glaubte. Warnke war zuvor dort als Koch tätig gewesen.

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18 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 18. ???

    Bitte, lasst die Menschen einfach in Ruhe. Es stand nie zur Debatte, etwas anderes an dieser Stelle zu machen, außer in Ruhe und Gemütlichkeit zu dinieren und sich freundlich zu unterhalten.

     
  2. 17. Justin

    @Hackebreit

    Was möchten Sie mit den Kommentaren 5. und 11. bezwecken? Möchten Sie Muslime lächerlich machen? Oder war das ein Versuch originell und witzig zu sein?

     
  3. 16. Chewgum

    @??? Da haben Sie vollkommen Recht. Jeder kann glauben, was er oder sie möchte.

     
  4. 15. ???

    Man sollte die friedliche Atmosphäre in Kleve nicht vergiften!!!

    Jeder Mensch kann glauben oder nicht glauben, wie er möchte. Wegen einer dieser Freiheiten in unserem Land, sind verfolgte Menschen zu uns gekommen ……… einfach miteinander leben ………

     
  5. 14. Chewgum

    Ein niederrheinische/r Koch/Köchin, der/die auch die Geheimnisse der leichten Küche kennt, wäre gut.

    Muezzin-Rufe vom Bresserberg aus sind aus meiner Sicht verzichtbar.

     
  6. 13. jean baptiste

    @11. Hackebreit “Minarett isse doch tolle Leuchtturm. Und Muezin tolle Leuchtturmwarter”
    wie 12. habe auch ich keine Bezug zur Religion, egal welcher auch immer.
    Selbst wenn manchem die Erkenntnis anscheinend weh tut, Religion ist oft der Anfang von Streit und Kriegen.
    Ob in der Vergangenheit die Kreuzzüge, die Kriege im Namen des wahren Islams (zwischen Schiiten , Sunniten und Salafisten), oder die Kriege zwischen Katholiken und Protestanten, im Namen des Glaubens wird mehr Uneinigkeit als Einigkeit zwischen den Kulturen gesät.
    Deswegen, stoppen Sie doch bitte diese plumpe دعوة (da´wa , Werbung , Missionierung) . Kleveblog sollte weder für politische noch für religiöse Werbung egal welcher Couleur, missbraucht werden.
    Denken Sie immer daran, die كافر (Kuffär, Ungläubige) in einem Land sind die دائن (dayin , Gläubigen) im anderen Land, und vice versa, es kommt immer auf die Betrachtungsweise an.
    Aber da Kleve ja schon eine Moschee hat, wäre es erst einmal an der Zeit, eine Synagoge zu errichten. Der Ort ist dabei unwichtig. deshalb passt auch die Synagoge nicht unbedingt zum Aussichtsturm, aber
    Essen aber, das möchten wir Alle, also, lassen wir also lieber nach einem neuen Wirt suchen, wenn Sie möchten, darf das auch gerne ein moslemischer Koch, oder egal welcher Religion sonst, sein, Hauptsache er kocht so, dass es Allen schmeckt .

     
  7. 12. Seebär

    @11. Hackebreit
    Ich habe keinen Bezug zu Religionen, was vermutlich daran liegt, dass ich ein Seebär bin. Das gute an einem Leuchtturm ist, dass er nützlich ist und für alle leuchtet. Ob der Leuchtturmwärter eine Religion hat und welche das ist, ist mir egal. Viel wichtiger ist, ob der Leuchtturmwärter Fisch mag.

     
  8. 11. Hackebreit

    @7 (Seebar)
    Aber eine Minarett isse doch tolle Leuchtturm. Und Muezin tolle Leuchtturmwarter

     
  9. 10. Ente

    Ähm, ich glaube, ich sehe mich mal nach einem Café oder einem vegetarischen Restaurant am Wasser um.

     
  10. 9. Ente niederrheinisch

    @8 Ente Sagen Sie Bescheid, wann Sie los schwimmen. 🦆🍲

     
  11. 8. Ente

    @Seebär
    Es wäre schon verlockend nach Moyland zu schwimmen und auf einen Salat am Golfplatz einzukehren. Vielleicht haben die auch Schnecken? Aber was wäre, wenn die mich in den Kochpott oder in den Backofen stecken wollen?

     
  12. 7. Seebär

    Die Anreise von Kleve aus zu Wasser ist auch möglich. Die Wetering fließt an Schloss Moyland und dem Golfplatz vorbei.
    https://www.bedburg-hau.de/c12575a6004c01e6/files/voltaire_weg_flyer_1.pdf/$file/voltaire_weg_flyer_1.pdf?openelement

    Dann kann ich da mal zum Fischessen hinschwimmen.

    @5. Hackebreit
    Zukunftsweisend wäre der Umbau des Aussichtsturms zum Leuchtturm, da der Meeresspiegel steigt.

     
  13. 6. Vielfraß

    @Hackebreit
    Ehrlich gesagt wäre mir ein Fresstempel lieber.

     
  14. 5. Hackebreit

    Lassen uns dort bauen ein Moschee! Aussichtsturm wird sein tolle Minarett! Muezin kann rufen von dort in ganz Kleveland!

     
  15. 4. Eichhörnchen

    @3 Seebär Nüsse zum Dessert? Jau!

     
  16. 3. Seebär

    @Mechthild Janßen
    Nicht ganz uneigennützig würde ich ein Fischrestaurant am Aussichtsturm vorschlagen. Kultur und Fisch für Zweibeiner und Tiere im Haus auf der Anhöhe und im Sommer auf der Terrasse mit begrenztem aber schön grünem Blick.

    P.S.: Die Dessertkarte könnte um Nüsse erweitert werden, dass würde sicher reichlich Kundschaft aus der direkten Umgebung anziehen.

     
  17. 2. Mechtild Janßen

    Vielen Dank, Ralf, für Deinen Artikel und Rückblick.
    Da kommen mir so viele Bilder, unvergessliche Abende, tausende von Ideen… mit sehr viel Herzfrische haben wir drei Eigentümer, sprich Barbara Jacobs, Bruno Schmitz und ich die “Restauration zum Aussichtsturm” wieder belebt. Anfangs war auch Jürgen Rother dabei, der die großen Umbauideen in unsere Runde brachte. Statt mit dem Besen durchzufegen und einem Eimer Farbe an den Wänden, drehte er den dunklen Gastraum auf links. Noch im Rohbau feierten wir mit Weihnachtskugeln und Feuerkörben den Turm. Die neuen Fensterfronten brachten das Licht von der Königsallee hinein. Heimelig in der fahlen Wintersonne fällt es in den hinteren Gastraum, blitzblank im Sommer ins Turmzimmer. Ziemlich schnell stellte sich Janes Warnke als Koch bei uns vor und wir gaben auch seinen Ideen Raum. Der Turm wurde für uns zu unserem Freizeitprojekt mit sehr viel Leidenschaft. Bruno brachte die tollsten Künstler an den Turm von Jürgen Becker, Ozzy Ostermann, Uwe Lückow, Christine Westermann über viele weitere Spitzenleute, die ein kleines Publikum in Kleve hautnah erleben konnte. Barbara stellte Kontakt zum Weinfachmann Michael van den Hoevel und Weingut Sander her – “Wine & Dine” war geboren. Ich bat Ludger Kazmierczak an den Turm und er wurde mit seinem neu erschaffenen Satirischem Jahresrückblick “Von oben herab” unser Lokalmatador mit zig-zig ausverkauften Abenden. Und er sang: “Königsallee Haus 260 – am Aussichtsturm ist wieder Leben…”. Über die Jahre hinweg blieb sein Schlusslied “Hoch oben am Türmchen, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…”. Ich erzählte ihm von der Lesung mit Randi Crott, seiner früheren Kölner Kollegin und schwupps übernahm Ludger die Moderation. Die Beiden schenkten uns einen unvergesslichen Abend, der nachdenklich stimmte. In ihrem preisgekrönten Buch “Erzähl es niemandem” geht es um Randis halbjüdischen Vater, der sich in der Nazizeit in der deutschen Wehrmacht als Soldat versteckte. In Norwegen lernte er Randis Mutter kennen. Kurz nach dem Krieg riskierte sie den Weg nach Deutschland – die Beiden heirateten. Zwei von ihren Heimatländern verstoßene Menschen, die neu anfingen. Vor wenigen Monaten erst wurde durch die Aufmerksamkeit auf das Buch von Randi Crott und den Film ihres Lebensgefährten (Klaus Martens aus Uedem) die Mutter rehabilitiert und erhielt ihre norwegische Staatsbürgerschaft zurück.
    So viele Ereignisse, so viele Geschichten, die wir in den Jahren mit dem Turm verbinden und mit uns viele Turmbesucher. Das erste “Waldkino” – Brunos Idee mit Unterstützung der Tichelpark Cinemas ist der schönste lauschige Kinoplatz an Sommerabenden. Die “Lange Nacht der Saiten” legändär mit Musikern wie Charlie Eitner, Hajo Hoffmann, Friedhelm Olfen und Bert Thompson. Ich sehe Friedhelm Olfen noch lange nach dem Konzert in kleiner Runde am Klavier – glückselig er selbst und wir ebenso mit seiner Art von “Waltzing Matilda”.
    Mit viel Energie ins Leben gerufen auch Benefizprojekte wie “Turmschätzchen” – 65 Klever Persönlichkeiten mit Bezug zu Kleve machten spontan mit – wer Glück hatte, gewann für den Loseinsatz von 5€ einen echten Grootens, Zins, Borkelmann,…und die Tafeln in der Umgebung wurden mit dem Erlös unterstützt.
    In den letzten gut drei Jahren stand Janes, seitdem unser Pächter, in der ersten Reihe mit seinem gastronomischen Konzept. Unter den Linden am Turm, umgeben vom historischem Gartenzaun sitzt man an einem besonderen Ort, dem Aussichtsturm, den viele noch aus ihrer Kindheit kennen. Was ist aus Ludger K’s Repertoire inzwischen daraus geworden: “der einzige Aussichtsturm ohne Aussicht”, dabei liegt er vis à vis, nein sogar über der Schwanenburg. Ein stolzer Blick von der einen sowie der anderen Seite …aber eben nur im Winter, wenn die kahlen Bäume den Blick freigeben.
    Nun geht Janes mit seinem Restaurant auf zu neuen Ufern und viele Turmfreunde wünschen sich, dass der Turm weiter gastronomisch genutzt wird. Schaut mal auf unsere Seite: aussichtsturm-kleve.de/Veranstaltungen und erzählt es gerne weiter.
    In diesem Sinne eine schöne Winterzeit und ausnahmweise nicht im Namen des Turmteams, sondern aus persönlicher Sicht: Mechtild Janßen

     
  18. 1. Seebär

    Viel Erfolg im neuen Restaurant! 🍖🥙🥗🍺🍲🍤🍰🍜🥘🍮🥂🍳🧀🍷🎂🥩🍨🥃🥧🍱🐟 Es gibt wohl auch Fisch auf der Speisekarte?