Regierung rettet Reyers’ Windrad (vorerst)

rd | 20. Dezember 2020, 13:26 | 13 Kommentare

Als hätte sie mit der Pandemie nicht schon genug zu tun! Doch auch für die Sorgen und Nöte der Menschen, die vor 27 Jahren zu den Pionieren der Windenergie gehörten, findet Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) noch Zeit. In dieser Woche nun verabschiedete der Bundestag die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, und sie führt geradewegs dazu, dass der Kellener Landwirt Hubert Reyers, den meisten als „Wetter-Bauer“ bekannt, die 1993 errichtete Anlage auf seinem Hof am Postdeich weiterbetreiben kann. „Die Mühle läuft erst mal weiter“, so ein erleichterter Reyers zu kleveblog. „Wir müssen allerdings die Mobilfunkstationen mit eigenen Zählern versehen. Dafür muss aber erst eine neue Leitung durch den Hofplatz gebuddelt werden.“

Das Gesetz wurde am Donnerstag verabschiedet, nachdem sich CDU und SPD am Montag im Koalitionsausschuss doch noch einig geworden waren. Der SPD-Energiepolitiker Timon Gremmels verkündete danach den „Durchbruch beim EEG 2021“, der auch für Betreiber von Post-EEG-Anlagen – wie Reyers eine hat – eine Lösung vorsah. Gremmels: „Altanlagen, deren EEG-Vergütung ab dem 1. Januar 2021 nach dann 20 Jahren Förderung ausläuft, können ohne unverhältnismäßige Anforderungen an die Messtechnik und ohne EEG-Umlage wirtschaftlich weiterbetrieben werden.“

Auch wenn noch nicht alle Details klar sind, geht auch Claudia Dercks, Geschäftsführerin der Stadtwerke Kleve, nunmehr davon aus, dass das Rad am Postdeich sich weiter drehen und so sein Scherflein zur Energiewende beitragen wird. „Es sieht grundsätzlich so aus, dass die Anlage weiter gefördert wird“, so Dercks. Die Novelle sehe vor, Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kW noch ein Jahr lang weiter zu fördern. Bei der Vergütung werde ein „Monatsmarktpreis“ zugrunde gelegt, von dem dann noch die Vermarktungskosten abzuziehen sind. Ersten Schätzungen zufolge liegt die Vergütung dann bei 2,4 Cent pro kWh.



Der nächste Monolith?, oder die rätselhafte Ladesäule an der Dorfstraße

rd | 20. Dezember 2020, 12:49 | 7 Kommentare

Das mysteriöses Objekt an der Dorfstraße in Materborn erinnert in der Form an den Monolithen, der vor kurzem in Utah entdeckt wurde, allerdings besteht die Außenhaut nicht aus glänzendem Metall, sondern aus OSB-Platten, wie es sie im Baumarkt zu kaufen gibt. Das gelbe Warndreieck mit dem aufschießenden Blitz sowie der Hinweis „Vorsicht Hochspannung“ deutet auf den Zweck des Objekts hin, und ein der Redaktion zugegangenes Foto aus der Zeit vor der Holzverkleidung liefert auch den Beweis: Es handelt sich um eine Ladesäule der Stadtwerke Kleve für Elektrofahrzeuge.

Der kleine Schönheitsfehler: Es gibt weit und breit keine Möglichkeit, sein Fahrzeug abzustellen. Hinter der Ladesäule wächst eine Hecke, davor und daneben befindet sich eine Rasenfläche, und davor wiederum ist ein rund anderthalb Meter Bürgersteig, der Fußgängern vorbehalten ist. Also: Entweder war jemand seiner Zeit voraus, und das Grün dort muss irgendwann in naher oder ferner Zukunft noch einem Abstellplatz weichen (aber warum dann nicht einen schon vorhandenen wählen), oder es handelt sich um den klassischen Schildbürgerstreich.

Ähnlich kurios soll es übrigens um eine Ladesäule in Huisberden bestellt sein: Sie befindet sich, wie der Redaktion zugetragen wurde, in einem Funkloch. Da jeder Ladevorgang mit dem Aufrufen einer App auf dem Handy eingeleitet werden muss, kann die Station also nicht genutzt werden.



Turmgarage expandiert: Klever Porsche-Paradies jetzt auch mit Filiale in Essen

rd | 18. Dezember 2020, 12:36 | 8 Kommentare
Rote Hecke

Von den vielen Geschäften in Kleve eines der besonderen ist die Turmgarage, die Fahrzeugbaumeister Andreas Schulz 1991 gründete und im Laufe der Jahre zu einem weltweit gefragten und renommierten Händler für ältere Jahrgänge der Marke Porsche werden ließ. In Kleve werden mittlerweile – zumindest gefühlt – mehr Porsche gehandelt als die Stadt Einwohner hat. Da lag der Gedanke zu expandieren natürlich auf der Hand – und so ist es nun auch gekommen. Seit kurzem ist die Turmgarage auch in Essen präsent und zeigt in der Ruhrmetropole eine (zurzeit sehr rote) Auswahl der Sportwagen aus Zuffenhausen. Eine feierliche Eröffnung lässt wegen Corona noch auf sich warten (bisher kann also nur die Schaulust befriedigt werden), aber bei der Liebe der Porsche-Afficionados zu ihrer Marke muss Schulz nicht befürchten, dass der neue Standort an der Ringstraße im Stadtteil Kettwig lange unentdeckt bleibt. In Kleve bekam das Geschäft seinen Namen Turmgarage, weil es in Sichtweite der Schwanenburg gegründet wurde – in Essen steht die Filiale stilecht unmittelbar neben einem neungeschossigen Mehrfamilienhaus.


Impfzentrum: 1. Blick in den 2. Wartebereich (welcher Sender läuft denn da?)

rd | 17. Dezember 2020, 17:25 | 11 Kommentare
Sieht sehr genau geplant aus: 2. Wartebereich des Impfzentrums
Check-in: Durch diese Gasse müssen sie kommen
„Schön, dass Sie da sind“: Freundlicher Empfang
Selfie-Wall „Ich bin ein Impf-Hero“ als Kulisse für: (vorne v. r.) Zandra Boxnick (Allgemeine Vertreterin der Landrätin), Dr. Martina Scherbaum (Amtsärztin), Landrätin Silke Gorißen, Ruth Keuken (Pressesprecherin), (hinten v. r.): Jürgen Baetzen (Fachbereichsleiter), Dr. Johannes Martin (Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein) und Bernd Dicks (Conx Veranstaltungs GmbH)

Wenn Sie auf den in Vierergruppen arrangierten Vollplastikstühlen, die paarweise durch einen transparenten Plastikvorhang getrennt sind, Platz nehmen, haben Sie Corona hinter sich gelassen. Hier dürfen sie nun, nachdem Ihnen ein wenig modifizierte und eisgekühlte Ribonukleinsäure mit der Bezeichnung BNT162b2 in den Deltamuskel des Oberarms appliziert worden ist, unter Hinzuschaltung eines noch nicht bestimmten Fernsehsenders darauf warten, dass der Körper auf die verabreichte Substanz nicht mit einem anaphylaktischen Schock reagiert.

Eine halbe Stunde Geduld müssen die Bürger des Kreises Kleve, die sich gegen das Virus impfen lassen, noch aufbringen, dann ist für Sie persönlich die Pandemie ein erledigter Fall (zumindest mit der vom Hersteller versprochenen Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 %, die auch der anderer Impfseren entspricht).

Der normale, nicht mit irgendwelchen Risiken behaftete und auch nicht systemrelevante Kreis Klever Bürger unterhalb eines Lebensalters von 60 Jahren muss allerdings noch einige Zeit zuwarten, ehe ihm der beglückende „Schuss“ zuteil wird. Einer Grafik des Deutschen Städte-und Gemeindebundes (siehe unten) ist zu entnehmen, dass diese Gruppe erst ab Dezember 2021 in den Genuss einer Immunisierung kommen wird.

Das Impfgeschäft im Wunderland Kalkar, Hansehalle Grieth, könnte allerdings schon jetzt losgehen, das Zentrum ist betriebsbereit und wurde von Landrätin Silke Gorißen gestern der Presse vorgestellt. Auf rund 2700 Quadratmetern Fläche wurden sechs parallele Impfstraßen sowie zwölf Impfkabinen eingerichtet. Es gibt 250 Parkplätze und allerorten viel Abstand, um keine Risiken entstehen zu lassen.

„Somit können wir hier in Kalkar für die Impfwilligen einfache, sichere und vergleichsweise angenehme Rahmenbedingungen schaffen, die sicherlich dazu beitragen werden, dass das Impfzentrum Kreis Kleve in der Bevölkerung schnell eine hohe Akzeptanz bekommt“, sagt Amtsärztin Dr. Martina Scherbaum.

Landrätin Gorißen richtete einen besonderen Dank an die vielen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung sowie der Conx Veranstaltungs GmbH: „Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir heute das betriebsbereite Impfzentrum Kreis Kleve vorstellen können.“ Insbesondere die große Erfahrung des Conx-Teams um Bernd Dicks in den Bereichen Planung und Messebau sei wichtig gewesen. „Gut, dass wir Sie mit an Bord haben und Sie sofort mit der Arbeit beginnen konnten“, so die Landrätin.

Der Kreis Kleve ist für die Errichtung und den Betrieb des Impfzentrums zuständig, die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein koordiniert die Termine und organisiert den medizinischen Betrieb, außerdem rekrutiert sie das Personal. In der Startphase soll montags bis samstags von 10 Uhr bis 17:30 Uhr geimpft werden, später im Zwei-Schicht-Betrieb täglich von 8 bis 20 Uhr. Die Impfungen sind kostenfrei. Bei den Impfstoffen, die sich derzeit in der Zulassung befinden, sind zwei Termine erforderlich.

Zwischen dem Parkplatz und dem Eingang zum Impfzentrum wird es einen Shuttle-Service geben. Wie die Anbindung an das Busnetz der NIAG erfolgen soll, ist immer noch nicht geklärt. Allerdings sind bis zum voraussichtlichen Beginn – nach Weihnachten ist derzeit die Ansage – noch ein paar Tage Zeit, das zu regeln. Prinzipiell wünscht sich die Landrätin aber auch, dass die Menschen einander helfen: „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, zum Gelingen der nationalen Impfstrategie beizutragen und zwei Mal zum Impfzentrum zu fahren und vielleicht im Familien- und Freundeskreis weniger mobilen Personen ebenfalls diese beiden Transferfahrten anzubieten.“

Wer sich impfen lässt, kann sich von einer Person begleiten lassen – wichtig vielleicht für ältere Menschen.

Geplant ist der Ablauf in Form eines barrierefreien Einbahnstraßensystems. In einem Vorzelt wird überprüft, ob die Impfwilligen symptomfrei sind (inklusive Fiebermessung). Dann erfolgt die Überprüfung des Impftermins, bevor der Wartebereich betreten werden kann. Für jede Impfung sind nur wenige Minuten vorgesehen, deshalb gibt es doppelt so viele Impfkabinen wie Impfstraßen. In der jeweils nicht genutzten kann der Bürger schon der Oberarm freilegen.

Nach der Impfung gehts zum Nachbeobachtungsbereich, in dem für Notfälle ein Sanitätsdienst bereitsteht. Ganz am Ende dann noch ein kleines Gimmick: Vor einer Plakatwand mit der Aufschrift „Ich bin ein Impf-Hero“ können die frisch Geimpften ein Selfie machen, mit denen die sozialen Netzwerke gefüttert werden sollen.

Weitere Corona-News in Kürze: Kreis Kleve meldet 74 Einrichtungen für mobile Impfteams +++ Night-Mover fährt bis auf Weiteres nicht mehr +++ Evangelische Kirche sagt Gottesdienste ab +++ Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft (Kliniken Kleve, Kevelaer, Goch, Kalkar) zahlt 1,5 Millionen Euro an Prämien ihren Mitarbeiter*innen bis Ende des Jahres aus +++ 41 neue Infektionen, 41 Menschen im Krankenhaus (bisheriger Höchststand: 48 (3. November)

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Weitere Ergänzung: Das Corona-Info-Board der Stadt Goch führt auf, wie sich die jeweiligen Zuwächse sich auf die 16 Kommunen des Kreises verteilen. Hier der Link: Corona-Info-Board.


„Für mich war auch die Kommunalwahl von besonderer Bedeutung“ – Grußwort von Bürgermeister Gebing zum Jahreswechsel

rd | 16. Dezember 2020, 16:13 | 26 Kommentare
Grußwort zum Jahresende: Bürgermeister Gebing

Weil es das erste Mal ist, hier als kleiner Service für die Leser das Grußwort des neuen Klever Bürgermeisters Wolfgang Gebing (CDU) zum Jahresende in voller Länge:

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