Lebenshilfe: Zwei Stunden am Freitag

rd | 19. Februar 2014, 18:23 | 33 Kommentare

Die Eltern der Kind, die in den Einrichtungen der Lebenshilfe gGmbH betreut werden, sind in der siebten Woche des Streiks der Erzieherinnen mit den Nerven am Ende. „So langsam aber sicher platzt mir als Mutter der Geduldsfaden! Wann passiert endlich mal was? Unsere Kinder sind die Leidtragenden – so langsam aber sicher muss der Streik auch mal ein Ende haben! Was für Rückschritte muss mein Sohn noch mitmachen?“ – Worte einer Mutter auf Facebook.

Hoffnung gibt es nur wenig, im Gegenteil, die Auseinandersetzung eskaliert einmal mehr. Am heutigen Mittwoch wurde bekannt, dass die Lebenshilfe gGmbH die streikenden Erzieherinnen aus der Sozialversicherung abgemeldet hat – eine Maßnahme, deren Rechtmäßigkeit zumindest umstritten ist und die in dem Konflikt auf keinen Fall deeskalierend wirkt, wie wutentbrannte Diskussionen auf Facebook zeigen. Schon die Aktionen der Arbeitgeberseite zuvor zeugten nicht gerade von Fingerspitzengefühl: das Verhandlungsangebot wurde von Seiten der Gewerkschaft ver.di vor allem als Ultimatum empfunden. Und dass sich die Lebenshilfe nach einer ersten Unterredung am Montag erst für den Freitag darauf, also vier Tage später, zu einer Fortsetzung der Gespräche bereit erklärte, könnte zumindest den Eindruck erwecken, als setze man darauf, dass die Zeit und die zunehmend erzürnten Eltern die Widerstandskraft der Beschäftigten mürbe machen.

Schade, am Ende dieses Konflikts werden wohl einige Verlierer stehen – es ist zu hoffen, dass die Kinder nicht dazugehören.

Eine kluge Abhandlung zur Lebenshilfe-Problematik findet sich heute in der NRZ, die mit dem Vereinsmitglied Professor Lamers gesprochen hat. Lamers hatte sich auch schon als Leserbriefschreiber und Kommentator zu der Sache geäußert. Hier der Link zu dem Artikel: Lebenshilfe umkrempeln.

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33 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 33. Andreas van Bebber

    @NvdH (30) und diverse weitere Kommentator/innen:
    ver.di sitzt da ja nicht aus eigener Selbstüberschätzung am Verhandlungstisch, sondern weil ver.di – von diesen dazu aufgefordert – seine Mitglieder (die Streikenden, die dafür mit ihren Mitgliedsbeiträgen aus dem Nettoverdienst bezahlen) dort vertritt.
    Und käme sonst jemand auf die Idee, der Lebenshilfe die Beteiligung des Unternehmerverbandes – bezahlt aus Betriebsmitteln – ausreden zu wollen?
    Nur gut, dass zumindest diese Frage von den beiden Verhandlungsseiten nicht auch noch vertieft wird.
    Ansonsten würde ich es derzeit sehr mit den meisten Beiträgen von Bernd Derksen halten.

     
  2. 32. Bernd Derksen

    @u.sch.
    Mir scheint auch, dass nun endlich konstruktiv nach einer „Lösung“ gesucht wird.
    Mal sehen, ob man einen Kompromiss findet, der für beide Seiten akzeptabel ist. Es bringt ja nix, wenn sich eine Seite auf Kosten der anderen „durchsetzt“. Ich gehe mal davon aus, dass beide Seiten sich dessen bewusst sind.

     
  3. 31. Bernd Derksen

    @NvdH
    >allseits akzeptierten Moderator>

    Deshalb schrieb ich ja:
    >>und auch sonst niemanden als Vermittler/Mediator vorgeschlagen hat.>>
    Ich habe keinen konstruktiven Vorschlag von Lebenshilfe-Seite dazu vernommen. Daher sieht es für mich so aus, dass man einzig auf das „Puste-Ausgehen“ und Einknicken der Streikenden gesetzt hat.

    Ihre Kritik an manchem Agieren von verdi teile ich ja. Z.B. dass Verdi aufgrund der Nutzung des Konfliktes für überregionale Ziele mir zu wenig Rücksicht auf die Folgen für Kinder und Eltern zu nehmen scheint.
    Aber derlei Auseinandersetzung ist eine Grundaufgabe einer Gewerkschaft. Und wer Gewerkschaften wegen fehlender Neutralität (und neutral können sie ja gar nicht sein) da rausdrängen möchte, vertritt aus meiner Sicht zu einseitig Arbeitgeber-Interessen.

     
  4. 30. NvdH

    @Bernd Derksen
    Im Prinzip teile ich Ihre Ansicht. Indes war der Landesschlichter wohl nicht akzeptabel weil zu gewerkschaftsnah. Ich glaube, das die Erzieherinnen ihren Standpunkt sehr gut ohne die Hilfe von Verdi darstellen können. Verdi macht die Angelegenheit meines Erachtens zu einer Grundsatzfrage mit überregionaler Bedeutung. Es spricht aber doch nichts gegen die Beratung durch eine in Tariffragen versierte fachkundige, im Übrigen aber unbeteiligte Person. Würde man einen allseits akzeptierten Moderator finden und dann zu keinem Ergebnis kommen, würde endgültig feststehen, das der Verweigerer eine Einigung nicht will. Daraus wären dann die Konsequenzen zu ziehen.

     
  5. 29. u.sch.

    @Bernd Derksen
    ich bin sicher,wir nähern uns in der einschätzung der gesamten lage…es stimmt mich positiv,dass langsam beginnt was viel zu lang ignoriert wurde !!! toleranz für die (den) andersdenkenden…
    in dieser hoffnung sehe ich auch dem kommenden montag entgegen..
    aussagen sowohl Von Herrn spreen und Herrn emmers in einigen
    aktuellen. presseberichten gehen auch in diese richtung ….
    mein fazit …..als erstes muss die klare aussage kommen ,das die kinder wieder in ihre kita
    gehen können(bitte noch diese Woche)verbunden mit der zusage an die kitamitarbeiterinnen
    den ersten schritt in einen richtigen tarifvertrag ……und dann als weiteren schritt der abschluss
    eines gerechten tarifvertrages für alle Mitarbeiter der lebenshilfe..

    ps.die hoffnung stirbt zuletzt…..

     
  6. 28. G.M.

    @27 Bernd Derksen. Na, das nenne ich doch mal einen klasse Kommentar . Gefällt mir. (Ohne Daumen Zeichen, bin nicht beim FB)

     
  7. 27. Bernd Derksen

    @u.sch.
    Verstehen Sie meine Kommentare bitte nicht als „zerreißend“. Zumindest meine ich sie keinesfalls so.
    Mir erscheint ja vieles beim Agieren der Streikenden sehr nachvollziehbar und richtig. (Sind das wirklich nur Frauen? 😉 ) Und den Eindruck, dass sie „ihre 7 Sinne beisammenhaben“, habe ich sehr wohl.

    Mir scheint halt nur, dass die Interessen der Streikenden und ver.di nicht immer deckungsgleich sind. (Aber wo ist das schon der Fall?)
    Ich verstehe z.B. nicht, wie persönliche und mir teilweise unsachlich erscheinende öffentliche Angriffe auf den Landrat den Lebenshilfe-Beschäftigten letztlich helfen sollen. Ebenso fand ich die lange Zeit verfolgte Strategie, einzig die Übernahme des TVÖD zu fordern, aber, zumindest öffentlich, keine Kompromissbereitschaft anzudeuten, fragwürdig, wenn man ernsthaft eine baldige und tragfähige Konfliktlösung anstrebt.

    Wohlgemerkt:
    Was die Verantwortung für den bislang nicht gefundenen Kompromiss angeht, so scheint mir aber weiterhin der Anteil der Lebenshilfe-Verantwortlichen dominant. Insofern tragen diese aus meiner Sicht die „Hauptschuld“ an diesem Streik und den Belastungen für Kinder und Eltern. Und mir scheint, dass ich in der Lage der Erzieherinnen kaum anders agieren würde.

    @NvdH
    >Meine persönliche Meinung, Verdi raus, eine Person, die das Vertrauen beider Seiten geniest, als Mediator rein, ran an den Tisch und dann beide gesichtswahrend wieder raus.>

    Hätte das nicht quasi die Rolle des von verdi vorgeschlagenen Landesschlichters sein können? Mir erschließt sich nicht, warum die Lebenshilfe dies abgelehnt hat und auch sonst niemanden als Vermittler/Mediator vorgeschlagen hat.

    Ich folgere daraus, dass man seine eigenen Argumente für doch nicht so stichhaltig hält, wie man dies von Seiten der Lebenshilfe-Geschäftsführung darstellt.

    Und so wie die Lebenshilfe am Freitag Frau Schulte, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Soziale Dienste und Bildung, dabei hatte, so sollten bzw. müssen auch erfahrene Gewerkschaftsvertreter dabei sein. Ich zumindest hätte sonst die Sorge, dass man die Arbeitnehmer doch irgendwie über den Tisch ziehen könnte.

    Und dies noch:
    Das mit einem Ultimatum versehene „Angebot“ der Lebenshilfe hätte ich auch als Aufforderung zur Streikfortsetzung interpretiert.

     
  8. 26. u.sch.

    die erzieherinnen haben mehrfach in verschiedenen foren klargestellt , dass sie sehr wohl ihre 7 sinne

    beisammenhaben, und jede für sich deutlich gemacht hat , dass sie nicht kopflos hinter einem „guru“

    hinterherlaufen, sondern ihre angelegenheiten (mit unterstützender hilfe) selbst in die hand nehmen können.

    oder unterstellt ihr den frauen in diesem kreis(kleve) das sie unmündig und ohne hilfe wehrlos und

    aufgeschmissen sind . … bin sehr gespannt auf jetzt folgende kommentare , die diese meinung wieder

    komplett zerreißen .

     
  9. 25. u.sch.

    jetzt hört doch mal auf , immer wieder verdi zu unterstellen , sie würden „die armen erzieherinnen “

    vereinnahmen , und nur ihren eigenen nutzen daraus ziehen. die erzieherinnen

     
  10. 24. G.M.

    @22 Mutter . mit keiner Silbe habe ich behauptet das Herr Spreen sich etwas in die Tasche steckt. Mit auf seinen Haufen ist DIE Lebenshilfe, bzw,. der Kreis gemeint.
    Natürlich geht es den Streikenden ums Geld . Dachten Sie es geht hier um Butterbrote ?Was hatten Sie denn gedacht worum hier gestreikt wird?
    Im Verdrehen von Tatsachen sind sie erste Sahne!
    Davon abgesehen, Ihnen muss ich garnichts nachweisen ! !

     
  11. 23. NvdH

    @20 nicht nur in diesem Block ein guter und konstruktiver Beitrag. Vielen Dank dafür. Mehr davon und weniger von diesen polemischen teilweise verletzenden besserwisserischen Beiträgen. Meine persönliche Meinung, Verdi raus, eine Person, die das Vetrauen beider Seiten geniest, als Mediator rein, ran an den Tisch und dann beide gesichtswahrend wieder raus.

     
  12. 22. mutter

    @G.M.
    Es wäre von Ihnen schon nachzuweisen, dass es Herrn Spreen im Zusammenhang mit diesem Streik, darum geht Geld in seine eigene Taschen zu raffen.
    Was Sie bisher hier zum Besten geben sind REINE BEHAUPTUNGEN/Unterstellungen, wie so vieles hier!
    Den Streikenden geht es in der Tat uns Geld, täglich auf deren Plakaten zu lesen.

    „Würde Ver.di über alle Risiken eines Streikes und deren Folgen aufklären–würde es vermutlich keinen Streik geben.“
    Was ist Ihnen denn da entglitten?
    Wollen Sie etwa sagen, dass Ver.di ganz bewußt falsch bzw. nur mit der halben Wahrheit Menschen manipuliert (um eigene Interessen zu verfolgen)? Klein beigeben wollen die Herren jetzt natürlich auch nicht, da beschimpft man lieber sein Gegenüber und schiebt dem die Schuld umfänglich in die Schuhe.

     
  13. 21. TaL

    Ob jemand tatsächlich einen Kalendermonat bzw. 30 Tage keine Entgelt pflichtigen Leistungen für den Arbeitgeber erbracht hat ist aus dem jeweiligen Arbeitzeitnachweis für Arbeitgeber, Arbeitnehmer (für jeden einzelnen) und den Betriebsrat (für alle) ersichtlich. Da die Meldung die genauen Daten enthält und die Meldungen geprüft werden, werden wohl die SV-Träger mitteilen ob die Meldungen falsch waren….
    Ja, was tun???? Das Porzellan ist zerbrochen, Forderungen nach gerechtem Lohn sind berechtigt, … ein klärendes Gespräch bei dem auf beiden Seiten nicht mit der Brechstange gearbeitet wird und nicht weiter böses Blut über die Presse verteilt wird…aber das ist wohl ein Wunschtraum!!!

     
  14. 20. MvonA

    Die NRZ schreibt doch eh alles nur ungeprüft ab…

    Ich habe dies gefunden, der 3. Absatz macht deutlich, dass es Verdi wohl nicht um die Erzieherinnen zu gehen scheint sondern um ein Exempel:
    https://muelheim-oberhausen.verdi.de/branchen-berufe/gesundheits-und-sozialwesen/++co++15a71158-8682-11e3-98ab-525400438ccf

     
  15. 19. rd

    Infos aus der NRZ zur Frage, wie die „30 Tage“ denn nun auszulegen sind:
    http://feedly.com/k/1bReI5K

     
  16. 18. G.M.

    @17 tal.
    hier kann ich nur bedingt zustimmen. Würde Verdi über alle Risiken eines Streikes und deren Folgen aufklären–würde es vermutlich keinen Streik geben.( würden immer alle Menschen über alle Risiken ihres Tuns informiert werden …. dann würden wir möglicherweise noch in Höhlen wohnen ).
    Ich vermute mal, auch Verdi hat im Vorfeld nicht mit SO einer Entwicklung gerechnet. Aber nun, einmal angefangen ,muss man wohl dadurch um noch zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen … für beide Seiten.
    Jetzt klein beigeben! Der Kreis würde sich einen neuen Keller bauen und zum lachen hinuntergehen.

    Presse und Stimmungsmache.. da haben sie Recht.
    Da unsere Ortspresse nicht recherchiert sondern nur das vorgegebene allzugerne (nachplappert)nach schreibt ist Stimmungsmache immer für den einfach der mit der Presse gut vernetzt ist.
    Ich bleibe dabei,Herr Spreen hätte die ganze Sache schon sehr früh entschärfen können. Will er aber nicht.
    Aussitzen !
    Nach dem Motto : was wollen die denn schon?
    Nach diesem Muster verfährt er doch in vielen Fällen. Siehe auch Flughafen Weeze.
    Geschäftsführerposten Haus Freudenberg usw.
    Ich denke dem werten Herrn wird der ganze Kreisladen noch um die Ohren fliegen. Worum sonst setzt er der Frau Boxnick den Renter Suerick vor die Nase . Läßt den gesamten Posteingang erst durch die „Vorschaltstelle“ Suerick Prüfen.?

    Um nicht vom Thema abzukommen, was würden Sie denn Vorschlagen?
    Streik beenden ?
    Verdi- ab nach Hause, die Mitarbeiter mit Verlusten wie geprügelte Hunde wieder zur Arbeit ,bei gleichem Lohn… oder sagen wir mal mit 1, 5 % Lohnerhöhung… und #Aussicht# auf Verhandlungen innerhalb von 3 Jahren mit gleichzeitiger Friedenspflicht ?
    Soll es das gewesen sein ?

     
  17. 17. TaL

    Mhhh, entschuldigung G.M. Herr Spreen trägt einen großen Teil der Schuld, richtig!! Aber nicht die alleinige Schuld! verdi. nutzt die Ahnungslosigkeit (die ja nicht schlimm ist, nicht jeder muss Streik und Arbeitskampf erfahren sein der Arbeitnehmer(innen)) mächtig aus. Die Schärfe die in den Kampf gekommen ist, ist durch die verschiedensten Pressetricks und Stimmungsmache durch Halbwahrheiten (die Sache mit der SV nur als ein Beispiel) von verdi. reingekommen. Durch Gespräche mit Arbeitnehmer(innen) erfährt man das diese von verdi. nicht richtig über die Folgen eines Streiks aufgeklärt wurden. Das Verhalten der verdi Akteure ist schon sehr fragwürdig.

     
  18. 16. G.M.

    @15 tal. Wenn dem so ist….OK.
    @14 Mutter…. ach nööö. was für ein billiger Trick. #Ver.di geht es nur um den schnöden Mammon#
    Herrn Spreen geht es nicht ums Geld , oder wie ?
    Merken sie noch was Sie für einen bl…. sinn schreiben ?
    Weil Ver.di und die Mitarbeiter nicht so ticken wie Spreen es will werden diese mit Blockade bestraft. Auf dem Rücken der Kinder und Eltern.
    Herr Emmers scheint nur noch als Marionette zu fungieren.
    Nicht Verdi SONDERN alleine Herr Spreen ist der schuldige an der ganzen Misere. Durch Ämteranhäufung und selbst verurachte Interessenkonflikte blockiert er alles— aber immer nur zu seinem Geldhaufen.
    Wird dringend Zeit das sich unser Rechtsstaat mal der Dinge annimmt aus Sicht eines Staatsanwaltes.
    Und , Mutter mit all ihren nicht so einfachen Denkweisen haben Sie bisher niemanden Überzeugen können. Vielleicht zu kompliziert gedacht 🙂

     
  19. 15. taL

    Dieses vom G.M. als perfides System bezeichnete Gesetz mach durchaus Sinn, ohne die Meldung an die Sozialversicherung würden bei den Sozialkassen Beitragsrückstände auflaufen, die weitreichende Folgen hätten. Durch die Meldung besteht momentan eine beitragsfreie Versicherung in der Krankenkasse. (akut Absicherung) Für die weiteren Sozialversicherungen (die lediglich der mittel bis langfristigen Sicherung dienen) entstehen in der Regel keine Nachteile. Bei genauerer Betrachtung ist diese ach so böse Regelung zum Wohle des Arbeitnehmers.

     
  20. 14. Mutter

    @G.M.:
    Ach nöööö…..
    Weil Gesetze nicht ins Konzept passen, sind sie perfide.
    Weil Herr Spreen nicht so tickt wie Ver.di es will, wird sein Verhalten verachtet, wird ihm die Menschlichkeit abgesprochen.
    Das ist doch nun wirklich ein sehr, sehr einfache Denke! Zu einfach!

    Ganz provokativ sage ich: Ver.di geht es nur um den schnöden Mammon!

     
  21. 13. G.M.

    @11 Mutter.
    Sie weisen zurecht hier auf ein perfides System ( Gesetz) hin.
    Das es zur Anwendung kommen (mußte) liegt doch an der nicht gewollten Verhandlung- Bereitschaft von Herrn Spreen und Konsorten.
    Das menschliche ist diesen Leuten längst abgegangen. Für solches Verhalten kann man nur Verachtung empfinden.

     
  22. 12. TaL

    Die Abmeldung erfolgte wohl nach der Norm SGB 4 §28a (1) Meldepflicht(1) Der Arbeitgeber oder ein anderer Meldepflichtiger hat der Einzugsstelle für jeden in der Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung kraft Gesetzes Versicherten(…)8. bei Unterbrechung der Entgeltzahlung,(…)eine Meldung (…) zu erstatten.Die Mitgliedschaft in KV und PV bleibt auf Basis von SGB 5 § 192(1.1) bestehen.Dieses weiß die Gewerkschaft auch und hätte es den Streikenden (die größtenteils unerfahren im Arbeitskampf sind) mitteilen müssen.
    So etwas weiß wer Streik erfahren ist und selbst die Taschenspielertricks von verdi erlebt hat. Mittlerweile tun mir nicht nur die Kinder sondern auch die Mitarbeiter leid.

     
  23. 11. mutter

    @pd: ich habe mal ein wenig Kommentare im Internet gesucht, hier ein Ergebnis:

    10. Frage:
    Wie wirkt sich der Streik sozialversicherungstechnisch aus? Können Folgen durch Unterbrechung des Streiks für z. B. einen Tag abgewendet werden?
    Antwort:
    Ein Zitat aus dem Kommentar von Kittner/Zwanziger: „Arbeitsrecht; Handbuch für die Praxis“; Bund-Verlag, 2001; § 155 (Sozialrecht) Rz 77:
    „Dauert der Arbeitskampf länger als einen Monat, endet das sozialversicherungs- pflichtige Beschäftigungsverhältnis.
    Der Arbeitgeber hat die Betroffenen gemäß § 28 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV abzumelden.
    Das führt zu unterschiedlichen Konsequenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung einerseits und in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung andererseits …“
    Rz 79: „Während eines Arbeitskampfes besteht das Versicherungspflichtverhältnis in der Arbeitslosenversicherung für längstens einen Monat fort…
    Derartige Fortbestehenszeiten wirken anwartschaftsbegründend (§ 123 SGB III….). Dauert der Arbeitskampf länger als einen Monat, endet das Versicherungspflicht- verhältnis. Auf das Bemessungsentgelt für den Bezug von Arbeitslosengeld hat allerdings auch eine längere Arbeitskampfdauer gemäß § 130 Abs. 1 SGB III keinen Einfluss.“
    Aus dem Internet (Deutscher Journalisten-Verband) noch folgende ergänzende Information:
    „Die Pflicht zur Beitragszahlung bleibt während eines Arbeitskampfes bestehen. Die Beiträge berechnen sich allerdings dann auch dem tatsächlich gezahlten – eventuell gekürzten – Gehalt. Erst wenn ein Arbeitskampf länger als einen Monat dauert, also kein Gehalt gezahlt wird, liegt eine Unterbrechung der beitragspflichtigen Beschäftigung vor mit der Folge, dass keine Beiträge mehr für die Arbeitslosenversicherung gezahlt werden müssen.
    Auf die Höhe des Arbeitslosengeldes hat ein Streik in der Regel keine Auswirkungen.
    Gemäß § 130 SGB III sind für den Bemessungszeitraum für die Berechnung des Arbeitslosengeldes die letzten 52 Wochen vor Entstehung des Anspruchs maßgebend.
    Ist in dieser Zeit durch einen lang andauernden Streik und die damit zusammenhängenden Gehaltskürzungen das Arbeitslosengeld geringer, so läge

    Auch in anderen Kommentaren steht es eindeutig:
    Es ist Pflicht des Arbeitgebers, die streikenden Mitarbeiter bei der Sozialversicherung abzumelden sobald der Streik länger als einen Monat dauert!

     
  24. 10. Husky

    Spreen ist sowohl für die Lebenshilfe als auch für den Kreis selbst mittlerweile völlig Untragbar. Aber man kennts ja, solche Leute kleben auf ihrem Stuhl bis es gar nicht mehr geht.

    Hier liegt defintiv ein absoluter Interessenskonflikt vor, hier muss Herr Spreen von BEIDEN Aufgaben entbunden werden.

     
  25. 9. mutter

    @ Meiner Einer: sehr schöner Betrag!

    @ Bernd Derksen: ich glaube mittlerweile gar nicht mehr, dass die „Angegriffenen“ verteidigt werden müssen. Hier wird eine zunehmend klarere Linie gefahren.
    Aus anderen Streiks wissen wir doch, dass die Streikenden, vertreten durch die Gewerkschaften regelmäßig an die Öffentlichkeit gehen und versuchen diese zielorientiert zu manipulieren. Die Arbeitgeberseite verhält sich regelmäßig zurückhaltender. Warum sollte das hier in Kreis Kleve anders sein.
    Vergessen wir nicht, dass dieser Streik für die Akteure der Lebenshilfe einmalig ist, Erfahrungen in keinster Weise vorliegen, und von daher Fehler vorprogrammiert sind.
    Die Sekretäre von Ver.di hingegen wissen genau was sie machen, wo die Hebel anzusetzen sind. Ist die Organisation von Streik doch deren täglich Brot.

    Die Abmeldung bei den entsprechenden Sozialversicherungen entspricht wohl dem gesetzlich vorgeschriebenen Vorgehen. Der Lebenshilfe ist das nicht anzulasten.
    Vielmahr hat es Ver.di versäumt, seine (streikenden) Mitglieder richtig aufzuklären. Je länger ein Streik dauert, umso gravierender werden die Konsequenzen für die Beteiligten sein. Diese möglichen Konsequenzen sollte Herr Hüskes den Mitarbeiterinnen der Kitas entsprechenden kommunizieren. Hat er das vergessen, ist es ganz klar sein Fehler! Oder vielleicht bewußt nicht gewollt? Wird doch der Erfolgsdruck für Ver.di mit zunehmender Dauer immer größer.

    @ Willi Heuvens: Wenn zwei das gleiche machen ist es noch lange nicht das selbe!
    Während die Streikenden ihre gesetzlich verankerten Rechte in Anspruch nehmen dürfen, unterstellt man der Lebenshilfe, die ebenfalls nach dem Gesetz verfährt, neoliberale, asoziale Züge. Sie vertreten hier eine doch sehr einseitige Sichtweise! Fragt sich was asozial ist.

     
  26. 8. TaL

    Ein Machtkampf zwischen Herrn Hüskes (verdi.) und Herrn Spreen (multible Aufgabe), auf Kosten von Mitarbeitern, Eltern und vor allem Kindern!

     
  27. 7. pd

    was für eine logik. ich hacke jemandem den kopf ab aber der skandal ist nicht, dass ich den kopf abgeschlagen habe sondern dass der betroffene das erst mit verzögerung bekannt macht? Lieber Bernd Derksen, ich lese ihre posts ja gerne und es ist auch erfrischend, dass sie schonmal ganz gerne gegen die mehrheitsmeinung argumentieren aber das hat jetzt was krampfhaftes.

    in der sache habe ich aber auch erstmal ein verständnisproblem. verdi stellt es als rechstwidrigen skandal dar und einige Kommentatoren hier, scheinbar vom fach, als völlig normal. vielleicht kann ja mal jemand möglichst wertfrei erklären was da passiert ist? aus welchem grund meldet die lh die mitarbeiter ab? weil im streik durch eine gesetzliche regelung automatisch der staat einspringt bei den gebühren zur sv und bg?

    @ Meiner Einer

    mich würde die ausführliche bilanz der lh wirklich brennend interessieren, bspw. auch warum sich in 2011 die sonstigen betrieblichen erträge auf einmal halbieren und die sonstigen betrieblichen aufwendungen plötzlich ne halbe mio nach oben schnellen. was ist das für ein wertpapierbesitz warum werden 40.000,–€ auf finanzanlagen abgeschrieben (gezockt?), was verdient eigentlich die geschäftsführung usw usw usw.

    aber gut, die lh wird wissen warum sie nur das allernötigste veröffentlicht und ja sie haben recht, ich würde auch nur das für jeden veröffentlichen, was unbedingt nötig ist.

    nehmen wir also die zahlen die veröffentlicht sind und da sollten wir uns doch ohne die gründe zu kennen nicht das schlechteste ergebnis rauspicken sondern fairerweise den schnitt von 5 jahren, oder?

    um ihre rechnung aufzugreifen:

    durchschnittlicher gewinn 2007-2011 pro jahr: 805.000,–€

    angenommene Lohnsteigerung ALLER mitarbeiter, auch verwaltung, geschäftsführung, pflegedienst… ab 2012: 5% entprechen 390.000 wohlgemerkt ab 2012 nicht rückwirkend ab 2007. das finden sie unangebracht? bemerkenswert.

    ich drücke es mal anders aus: wenn ich nach steuern die letzten 5 jahre 4.000.000,00€ Gewinn gemacht hätte, würde ich mich schämen meine Mitarbeiter nicht mal langsam mit 10% der summe teilhaben zu lassen und dass ich mir das in zukunft leisten kann dafür habe ich als geschäftsführer verflucht nochmal zu sorgen!

    gut, fairerweise muss man sagen, dass sich herr emmers nicht persönlich bereichert hat sondern die gewinne der letzten jahre im unternehmen geblieben sind. die frage wurde hier aber schon gestellt, wozu muß eine staatsnahe g(!)GmbH über die Jahre freie Rückstellungen und Bankguthaben in Höhe von 13(!!!) Mio Euro anhäufen? investitionen werden doch zum großteil über staatszuschüsse finanziert?!

     
  28. 6. willi winzig

    Das dieser Konflikt so ausartet, liegt meines Erachtens unteranderem in der unseligen Rolle des Herrn Spreen begründet! Dieser Mann ist als Kommunikator ein absolutes Desaster! Sowohl Lebenshilfe, als auch die Kreis-CDU sollten hier schleunigst die Notbremse ziehen. Spreen hat sich durch den Streik als Schönwetterpolitiker entpuppt, der mit Krisen und Konflikten in keinster Weise zurecht kommt.

     
  29. 5. TaL

    Ich kann Herrn Derksen voll und ganz zustimmen.
    Die Bescheide sind spätestens Mitte letzter Woche eingegangen und beruhen auf einer gesetzlichen Regelung. Die Mitgliedschaft in der KV und PV erlischt nach §192 SGB V bei längerfristigen Arbeitskämpfen nicht. Wie es mit der RV aussieht wird die Gewerkschaft sicherlich die treuen Kämpferinnen aufklären (das ist das Mindeste wenn man sie so vor den Karren spannt um verdi Interesse vorrangig und Mitarbeiter- und Kinderinteressen zweitrangig durchzusetzen) und wie man die Abmeldung, wenn sie als böse betrachtet wird, hätte umgehen können weiß verdi. eigentlich auch!

     
  30. 4. Meiner Einer

    merken jetzt endlich alle :

    die mitarbeiter(innen) sollen psychisch und moralisch fertig gemacht werden

    Nein, merke ich nicht. Sicher ist es leicht und vielleicht auch nachvollziehbar, sich auf die Seite der vermeintlich Schwächeren zu stellen. Sicher ist es auch leicht, als Mitarbeiter seinen Unmut kundzutun. Und sicherlich ist auch das Agieren von Herrn Spreen und Herrn Emmers als absolut unglücklich zu bezeichnen.

    Aber haben die Mitarbeiter die Bilanzen und die viel zitierten Rücklagen auch wirklich gelesen und verstanden? Leider sind im Bundesanzeiger nur die Zahlen zum Stichtag 31.12.2011 hinterlegt. Hier wird eine freie Rücklage in Höhe von rd. 6,6 Mio Euro ausgewiesen. Gleichzeitig weist die gGmbh einen Gewinn von rd. 318T Euro aus. Die Personalkosten betrugen rd. 6,5Mio Euro.

    Der Bericht über die Geschäftslage weist im Übrigen schon auf die schwierige finanzielle Lage der Kita´s hin.

    Nun nehmen wir mal an, dass die Gehälter nur um 5% steigen (liegt unterhalb der Forderung nach TVöD und auch unter der Forderung von ver.di für die Tarifverhandlungen in diesen Jahr). Zzgl. Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherung sowie der Zusatzversorgungskasse steigen die Kosten also um rund 6%. Bei Personalkosten von 6,5Mio Euro ergibt sich so eine Steigerung von 390T Euro, also mehr als der Betriebsgewinn. Hinzu kommen natürlich auch noch Kostensteigerungen für die Betriebskosten, Mieten etc., die erstmal nur schwer abzuschätzen sind. Aber mein Gewinn ist ja eh schon aufgezehrt, man lebt in diesem Szenario von Rücklagen. Auch wenn ich ordentliche Rücklagen habe, ist so ein Verhalten wirtschaftlicher Unsinn. Wer so als Geschäftsführer handelt, riskiert den dauerhaften Fortbestand des Unternehmens. Das sollte ver.di ebenso einsehen wie auch die Mitarbeiter.

    Zum Thema Geschäftswagen, das in einem anderen Thread aufkam. Die Geschäftsleitung der Lebenshilfe bzw. auch die Verwaltung fährt einen Skoda Octavia Kombi, TDI, 105PS. Der allseits beliebte Wirtschaftsweise und im Nebenjob tätige Bürgermeister fährt auf Steuerzahlerkosten was? Bitte raten.

    Dieses ewige Rumgehaue auf „die Lebenshilfe“ diskreditiert in meinen Augen die gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere in den Wohnstätten und im ambulanten Pflegedienst, die mindestens genauso gute Arbeit abliefern wie die Erzieherinnen, und im übrigen zu Arbeitszeiten, zu denen die Erzieherinnen noch im Bett sind oder schon wieder zuhause. Wenn schon mehr Geld, dann für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    @Bernd Derksen

    Schön, dass Sie einer von ganz wenigen sind, die in dieser emotionalen Diskussion immer beide Seiten beleuchten. Danke.

     
  31. 3. u.sch.

    merken jetzt endlich alle :

    die mitarbeiter(innen) sollen psychisch und moralisch fertig gemacht werden .

    ECHTES MITEINANDER UND MITSPRACHE SIEHT ANDERS AUS !!!!!!!!!!

     
  32. 2. Willi Heuvens

    @ 1

    Für mich sieht es deutlich danach aus, die Arbeitnehmerinnen in die Knie zu zwingen, Unsicherheit zu schüren, „Stärke“ (die eigentlich Schwäche ist) zu demonstrieren. Wer so etwas über die Sozialsysteme macht, ist ohne Charakter.
    Nicht nur hier …. pure neoliberale, asoziale Züge ….

     
  33. 1. Bernd Derksen

    >Am heutigen Mittwoch wurde bekannt, dass die Lebenshilfe gGmbH die streikenden Erzieherinnen aus der Sozialversicherung abgemeldet hat>

    Genauer wohl: Bekannt gemacht.
    Laut Pressemitteilung von Ver.di habe man dies bereits am Freitag kritisiert. Warum macht man dies gezielt heute öffentlich? Dient es der medialen Vorbereitung der beiden kommenden Tage? Inclusive der Mobilisierung von Demonstranten?
    ——
    Aber ich merke schon, wie meine generelle Neigung zur Verteidigung von Angegriffenen in diesem Fall immer schwächer wird. Dazu kommt von deren Seite einfach zu wenig an Informationen. (Bei allem Verständnis, dass die Wichtigeres zu tun haben, als mir eine objektivere Meinungsbildung zu ermöglichen. 😉 ) Der Eindruck, dass die Argumente der Lebenshilfe-Verantwortlichen wohl doch zu schwach sein könnten, drängt sich einfach auf. Selbst mir. 😉