Klever Oktoberfest: Wird in diesem Jahr „O’zapft is!“ zu hören sein? Die Veranstalter planen es…

rd | 21. April 2020, 19:05 | 12 Kommentare
Sie kommen zu Tausenden in Lederhosen und Dirndln in das Festzelt am Klever Bahnhof, doch wie wird es in diesem Jahr aussehen: Schunkeln mit Sozialdistanz? (Foto: Kle-Event)

Am Dienstag Mittag kam die Nachricht, dass die Mutter aller Oktoberfeste, die Wies’n in München, in diesem Jahr zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausfällt. Natürlich wegen Corona. Die Frage ist, wie die Veranstalter der äußerst erfolgreichen Nachahmerfeste im Flachland mit dieser Entscheidung umgehen werden– zum Beispiel das Unternehmen Kle-Event von Bernd Zevens, das seit 2015 äußerst erfolgreich die niederrheinische Version des dirndlaffinen Gelages veranstaltet. In diesem Jahr sind laut Website vier Festabende geplant, an den beiden letzten Wochenenden im September, also zur gleichen Zeit wie das Original des Festes in München. Auf den rauschenden Großpartys hatten in den vergangenen Jahren jeweils mehrere tausend Freunde des bayrischen Brauchtums ausgelassen gefeiert. Und 2020? Entschieden ist noch nichts. Christian Nitsch, einer der Mitorganisatoren, sagt: „Eine Absage steht nicht an.“ Auf Facebook heißt es: „Liebe Freunde des Klever Oktoberfestes, ob wir unser Oktoberfest in der Zeit vom 18.- 26. September 2020 feiern dürfen, steht noch in den Sternen. Wir werden die nächsten Tage und Wochen die Entwicklung dieser Pandemie in NRW und in Kleve beobachten und zudem auf klare Signale aus der nordrheinwestfälischen Landesregierung warten. Liebe treue Freunde des Klever Oktoberfestes, egal welche Regelungen letztlich vorgegeben werden, am Ende gilt es jegliche gesundheitliche Gefährdung für unsere Gäste zu vermeiden. Lasst uns gemeinsam die nächste Zeit abwarten und ,Gutes‘ hoffen. Bleibt gesund, Euer Klever Oktoberfest-Team.“

Die Organisation des Events dürfte angesichts der mannigfachen Unsicherheiten ein Ritt auf der Rasierklinge werden: Derzeit sind alle Massenveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen bis zum 31. August untersagt. 18 Tage später dann der Fassanstich in einem Festzelt, das mit 3500 Menschen gefüllt ist? Im Augenblick schwer vorstellbar. Eine Einschränkung der Besucherzahl wäre denkbar, könnte aber wirtschaftliche Verwerfungen auslösen. Und außerdem: Schunkeln mit Sozialdistanz, wie soll das bitteschön gehen?

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12 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 12. jean-baptiste

    @ “Kleve weltbekannt”

    Mit Neutrino-Ionengenerator , angebautem Replikator, und Synthetisator für das Kredenzen der nötigen Bierchen, sowie einem schnellen Glasfaser- Internetanschluss, müsste es doch für jeden möglich sein, sein eigenes virtuelles Oktoberfest quarantänegerecht im heimischen Partykeller stattfinden zu lassen. Nein, nicht Synthisizer, der macht ja nur Töne und Krach, wirklich ein Synthetisator, der zerlegt, kombiniert und rekombiniert Molküle derart, dass davon die gewünschte Materie entsteht. Ist keine neue Entwicklung, sondern schon mehr als 2000 Jahre bekannt, die Erste pseudowissenschaftliche Quelle darüber habe ich auf Biblipedia gefunden, Stichwort Wasser zu Wein.
    Sollte es nicht auf Anhieb gelingen, einfach auf bewährter Art oldschool vorglühen, wenn Sie sich genügend anstrengen und das intensiv genug betreiben, erübrigt sogar anschliessend der Neutrino-Ionengenerator mit angebautem Replikator und Synthetisator, und im weiteren Verlauf sogar der eigene Partykeller.
    Das würde Kleve in der Tat weltbekannt und steinreich machen.
    Nur, für mich ist das Alles aber nichts, Bierfeste sind mir doch ein Grauen, die feschen Madels lassen sich mit dem Verfahren leider auch weder klonen noch beamen, und der Wein wird bei der Synthese ungeniessbar sauer.
    Nicht vorzustellen, nachher lande ich noch an der Seite einer stockalten, unbekannten, holzhammerschwingenden Krankenschwester die behauptet, sie würde dafür mit einem Leasingauto (max. 400€ p/m, max. 150 km/d ) belohnt werden und verlangt von mir eine Zusatzprämie von €1.500,- . Na klar, das hab´ dann ja nicht ich, sondern Sie, geträumt.
    Wohl durch den eigenen Holzhammer getroffen https://www.rnd.de/politik/doch-keine-1500-euro-pramie-fur-pfleger-blamage-fur-spahn-T6YTRZX7XRJ2ZHF2MWBSLTOX5Y.html

     
  2. 11. jean-baptiste

    @10. Manuel Rohloff “wegen corona nicht alle absagen”
    Je nachdem wie alt Sie sind, verzichten Sie der Feste und des Sportes wegen gerne für den Rest des Lebens auf Ihre Frau/Freundin/Freund/ Diverse, (weil gendergerechte Anrede ist in Deutschland ja wichtiger als saitärgerechter Infektionsschutz), Geschwister (mwd), Freunde(mwd), Eltern(mwd), Opa´s , Oma`s , Verwandte und Bekannte (mwd) , die vielleicht Opfer werden können, und das für im Gegenzug eine Saison Spass und die nötigen Beerdigungsfeiern ?
    Irgendwie ist die Botschaft bei Vielen immer noch nicht angekommen.

     
  3. 10. Manuel Rohloff

    Ich denke man sollte jetzt nicht in Panik verfallen es ist noch viel zu früh irgendwas zu entscheiden es kann auch sein das bis September die kurve deurlich abnimmt also ich glaube schon das sich das natürlich mit großem aufwand machen lässt und kleve welt bekannt wird wenn das stattfindet
    Und man kann ja auch wegen corona nicht alle absagen

     
  4. 9. Chewgum

    Die Klever Veranstalter könnten mit etwas mehr Sinn für die (neue) Realität Zeit und Kosten sparen und sich auf etwas Machbares konzentrieren.

     
  5. 8. Andre Gerritzen

    Das ist Marketing!
    Wenn es stattfindet wird die Klever Wiesn vielleicht so bekannt wie die ApresSki-Parties in Ischgl oder die Karnevalssitzung in Selfkant(Heinsberg)!

     
  6. 7. Jeckes Moers

    Zu der Gelegenheit kann man den Karneval doch auch gleich vorfeiern, damit uns das wenigstens in 2021 erspart bleibt.

     
  7. 6. Nepomuk113

    zur Info: das Oktoberfest ist Xanten wurde gestern vollständig ebenfalls abgesagt!

     
  8. 5. jean-baptiste

    @1. Michael Bay “Eine Absage steht nicht an.“
    Klar, dass eine Absage nicht in Betracht kommt, man ist ja Kaufmann. Eine Absage müsste nämlich vom Veranstalter kommen, und der wäre rechtlich dann in grossen Problemen.
    Ein behördliches Verbot allerdings ist mehr als wahrscheinlich.
    Nur, das jetzt schon zu erlassen ist wohl etwas früh.
    Behördliches Verbot gibt aber vielen Vertragspartnern die Möglichkeit geschlossene Verträge kostenfrei zu stornieren , was bei einer privatrechtlichen Absage nicht verpflichtend gewährt werden muss.

     
  9. 4. Hans-Wolf

    und 6 Mio. Münchner Wiesn-Besucher machen sich im September auf den Weg an den NIederrhein und stürmen das Zelt

     
  10. 3. KleverCompliance

    Die Erklärung für diese einmalige Einlassung “Eine Absage steht nicht an.” steht doch am Anfang des gleichen Satzes. “Christian Nitsch…”.

     
  11. 2. Chewgum

    Merkel wird dann im Sommer wohl sagen: “Das ist dann nicht mehr mein Papier”

    Die Ösis öffnen Mitte Mai ihre Beisln und würden uns im Sommer gerne dort begrüßen. Wenn das mal hinhaut.

     
  12. 1. Michael Bay

    Das ist doch wirklich einsichtig:
    München sagt das Oktoberfest ab, in Kleve aber heißt es „Eine Absage steht nicht an.“ Geht‘s noch? „Eine Absage steht nicht an.“
    Ein freund aus GB schickte mir folgendes Post. „The curve is flattening; we can start lifting restrictions now“ = „The parachute has slowed our rate of descent; we can take it off now.“