Kermisdahl: Langsam wird’s kaskaesk

rd | 18. Juli 2019, 17:04 | 11 Kommentare
Mal ein wenig Erde drüberkippen

Aus dem Erdreich ragende Spundwände und reichlich aufgespritzter Beton prägten in den vergangenen Monaten den Anblick der Kaskade am Kermisdahl. Um zu verhindern, dass der Hang erneut abrutscht und möglicherweise die Häuser oben an der Kante, am Eisernen Mann, mit in die Tiefe reißt, schienen die Verantwortlichen auch nicht das geringste Risiko eingegangen zu sein. Viel hilft viel, so wirkten die Maßnahmen auf die Spaziergänger, die sich an der idyllischen Wanderstrecke verwundert die Augen rieben. Auch der Klevische Verein war not amused ob der brachialen Ästhetik, die sich dort Bahn brach. Die Stadtverwaltung wies stets darauf hin, dass es sich noch nicht um das endgültige Erscheinungsbild des Ensembles handele.

Nun können die Spaziergänger erste kosmetische Veränderungen bewundern. „Die angekündigten Verschönerungsarbeiten sind (noch?) kaum wahrnehmbar“, berichtet der Klevische Verein. „Lediglich die Spundwände wurden mit Erdaufschüttungen zur Hälfte abgedeckt.“ Ob die nun erfolgten Arbeiten zudem die Gnade der Experten unter den kleveblog-Lesern finden, ist noch eine ganz andere Frage – schauen wir, mal, was die Kommentare so ergeben…

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  1. 11. Joseph Johann

    Der Bericht des Herrn Schuster in den heutigen Niederrheinnachrichten lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Es müssen wohl erst wieder große Wassermassen durch Starkregen anfallen, bis man bei der Klever Baubehörde wach wird. Nach wie vor ist der Rat einer erfahrenen Wasserbaufirma und deren Wasserbauingenieure unabdingbar. Das ist so einfach, da ein solches traditionsreiches Unternehmen in Wesel ansässig ist.

     
  2. 10. Justin

    @3., Josef Johann

    Scheint so als hätte Herr Schuster seine Wahl für den „verwurmtesten Apfel“ (Preis für das dysfunktionalste und verschandelste Bauwerk Kleves) schon getroffen. Die „Laudatio“ in Form des YouTube-Videos ist sehr fundiert und gut verständlich gemacht. Vielen Dank dafür!

     
  3. 9. Seebär

    @Stefan Schuster
    Vielen Dank für die genaue Dokumentation der Kafkadisierung der Kaskade!

    @Tiefschlafamt
    Falls Ihr Unterstützung braucht, baue ich gerne die Kaskade als Modell nach. Das Kaskadenmodell muss dann nur noch in einem der Blumenbeete in der Nähe des Rathauses eingebuddelt und ein Mini-Kermisdahl gegraben werden. Dann könnt Ihr mit einer Gießkanne verschieden starke Regenfälle simulieren und Baumaßnahmen testen bevor sie realisiert werden.

     
  4. 8. Stefan Schuster

    So langsam bin ich ratlos. Wieso werden meine Links zu einem Youtube Video immer wieder von der Blogsoftware verstümmelt?

    Neuer Versuch:
    [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=dnt9HLv2jrc&w=640&h=360]

     
  5. 7. Stefan Schuster

    Entschuldigung, der Link im vorigen Beitrag funktioniert nicht. Hier der korrekte Link:

    [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=dnt9HLv2jrc&w=676&h=381]

     
  6. 6. Stefan Schuster

    Pleiten? Pech? Pannen?

    [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=dnt9HLv2jrc&w=640&h=360]

     
  7. 5. Jens-Uwe Habedank

    1) Verstehe ich die Mäkelei nicht – es geht doch um ( O-Ton Theo Brauer) „Deutschlands beste Verwaltung“; Wer mag sich da erdreisten zu hinterfragenoder gar in Abrede zu stellen???!!!

    2) Wer an 1) zweifelt – der ist hoffnungslos verloren, darf sich der Scheltung uvm sicher sein…

    3) Welcome in „Klever Landrecht“

     
  8. 4. Stefan Schuster

    ‚Kaskaesk‘ ist sicherlich zutreffend, es gibt aber auch noch eine ganze Reihe anderer Adjektive, um das Handeln der Stadtverwaltung zu charakterisieren.

    Welches Adjektiv ist zutreffend für den Zustand, dass 4 Wochen lang sehr schwere, bereits unterspülte und kippelige Stahlplatten von Jedermann frei betreten werden konnten, ohne dass die Stadtverwaltung diesen ihr bekannten Gefahrenpunkt beseitigt hat? Welches Adjektiv ist zutreffend für die donnernde und dröhnende Schweigsamkeit der Stadtverwaltung zur Zukunft der Kaskade und der Oberstadtentwässerung insgesamt?

    Wie lange ist das letzte öffentliche Statement der Stadtverwaltung zum Thema Kaskade her? Ein halbes Jahr! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind alle dazu bestellten Gutachten bereits eingegangen, gelesen, und Pläne geschmiedet worden. Falls nicht, wäre das ein Armutszeugnis. Aus dieser Überlegung heraus befürchte ich, dass abseits der Öffentlichkeit, vielleicht auch ohne informelle Gespräche mit Fraktionen und Stadträten (und erst recht nicht mit Vereinen, Verbänden und Bürgern), eine ‚Lösung‘ vorbereitet wird, über die nicht mehr debattiert werden kann. Fakten schaffen, dann erst reden!

    Und wer schafft die Fakten? Abteilungen einer Verwaltung, dominiert von Beamten ohne technischem Sachverstand, lediglich mit Verwaltungskarrieren als professionellem Hintergrund.

    (Note to self –> Stefan, halt jetzt lieber das Maul, du machst dich gerade genau so lächerlich wie die Leute, die du kritisierst.)

    Es hat ja in den letzten Monaten einige zarte Versuche des Stadtrates gegeben, nicht mehr von Abteilungen der Verwaltung am Nasenring durch die Manege geführt zu werden. Ob sich dieser Trend fortsetzt wage ich nicht zu prognostizieren. Open Data, in diesem Fall die Veröffentlichung aller Gutachten, würde helfen.

    P.S. Anmerkungen zum neuen Kaskadenprovisorium 2.0:
    Eine Festigung der dünnen Bodenschicht (siehe Bild oben) durch Quecken und andere bodenmechanisch wirksame Nutzwurzeln ist unwahrscheinlich, da der Spritzbeton zwischen schräger Schotterfläche und neuer Bodenschicht nicht entfernt wurde. Von der neu angeschütteten Böschung links des Auslaufbauwerks war am letzten Freitag, als die Bauarbeiten noch nicht beendet waren, bereits ein signifikanter Teil des neuen Materials – inclusive Grassamen – vom Regen auf den Spritzbetonweg heruntergeschwemmt worden.

     
  9. 3. Joseph Johann

    Sollte man nicht Herrn Giesen fragen, ob man den Baukünstlern bei der Stadt Kleve nicht einen Orden verleihen muss, nach dem Muster der gelben Zitrone.

    Aber die Angelegenheit ist zu Ernst, um Scherze zu machen. Die Vielfalt der bisherigen Kommentare, teils umfängliche Ausführungen, lassen die Frage zu, warum allem Anschein nach, die Verantwortlichen der Stadt Kleve es unterlassen, Beratung von Firmen einzuholen, deren tägliches Brot es ist, mit Problemen, die durch Wassermassen gestellt werden, umzugehen.

    Was dort bei zukünftigen Unwettern, die nicht auszuschließen sind, geschehen kann, darf man sich nicht vorstellen.

     
  10. 2. otto

    Einfach wunderbar, man hat sich auf hohem, gestalterischen Niveau Mühe gegeben. Welcher
    Landschaftsarchitekt war hier wohl beratend tätig?

    Hoffentlich lässt die Einsaat von Giersch, Quecken etc. nicht zu lange auf sich warten, damit dieses einmalige
    Park-Ensemble von den Besuchern goutiert werden kann.

     
  11. 1. Ge.Org

    Auf dem Heimweg bin ich vorhin noch dort vorbei gekommen. Die unsäglichen Betonstolperkanten sind immer noch da.