HSRW: „Rund ein halbes Dutzend“ duale Studenten

rd | 23. Januar 2020, 11:36 | 17 Kommentare
Einmal mehr verworrene Informationen aus der Hochschule (Foto: K. Oberschilp)

Sind es fünf? Oder doch sieben? Wenn einem das „halbe Dutzend“ gerundet präsentiert wird, wohnt der Information gewollt eine gewisse Unschärfe inne. Zehn werden es wohl nicht sein, acht hingegen könnte noch unter „rund ein halbes Dutzend“ fallen. Vielleicht aber auch nur vier, wir wissen es einfach nicht, und der Bericht, dem wir diese Zahlenangabe entnehmen, macht sich auch nicht die Mühe, es präziser zu fassen: Studium und Beruf unter einem Dach (RP). Und so erfährt der Leser der Lokalzeitung heute sogar ganz ohne Bezahlschranke, dass es in der Fakultät Technologie und Bionik der Hochschule Rhein-Waal derzeit „rund ein halbes Dutzend“ junger Menschen gibt, die zugleich studieren und eine Ausbildung absolvieren.

Welche genaue Zahl sich auch immer dahinter verbergen mag, sie ist relativ erschreckend für eine Einrichtung, die mantraartig kommuniziert, sich mit der Wirtschaft in der Region vernetzen zu wollen. Seit nunmehr zehneinhalb Jahren. Es kommt aber, man will es kaum glauben, noch verrückter: Die Heimatzeitung stellt uns zwei dieser vier oder fünf oder sieben dualen Studenten vor. Und nun, lieber Leser, rate, wer der Arbeitgeber der beiden jungen Männer ist. Zitat aus dem Artikel: „Das Besondere: Ihr Ausbildungsbetrieb ist die Hochschule Rhein-Waal.“ Anders formuliert: Die HSRW backt sich ihre Wirklichkeit selbst.

Rechnet man die beiden jungen Männer also ab, bleiben aus dem gesamten Einzugsgebiet der Hochschule noch zwei, drei oder fünf weitere Menschen, die Studium und Berufsausbildung kombinieren. „Es könnten mehr sein“, sagt denn auch die Ausbildungsleiterin der beiden, Angelika Michel. Offenbar aber geht die Zahl in Wahrheit noch weiter zurück: Denn als kleveblog vor gut einem halben Jahr über die wahren Zahlen zu Studienabschlüssen an der Hochschule berichtete (Bilanz des Scheiterns) spielte am Ende des Beitrags auch das duale Studium eine Rolle – und da waren es, ausweislich der Zahlen der Hochschule selbst, exakt zehn duale Studenten in der Fakultät Technologie und Bionik. Oder, um es anders auszudrücken: rund ein Dutzend.



Einen Kommentar schreiben





17 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 17. Justin

    @ Hackebreit

    Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass Deutsch in Wirklichkeit Ihre Muttersprache ist und dass Sie weder aus dem Ausland kommen noch einen Migrationshintergrund haben. Was möchten Sie mit Ihrem Kommentar erreichen?

     
  2. 16. jean baptiste

    @14. Hackebreit “Wieder Vorzug von Deutsche Student”

    Schon einmal arüber nachgedacht, dass es für das duale Studium mehrere Kriterien gibt, die den dualen Studenten betreffen?
    selbst wen es genügend Betriebe gäbe, die das unterstützen, es braucht die Studenten, die das wollen, und bei Ausländern, Studenten, die von dem dualen Studium wissen, und net to forget, die das schaffen.
    Ausserdem, einen Ausbildungsbetrieb, der das alles auf Englisch macht, suchen Sie ihn, sie werden ihn nicht finden !
    And please, do me a favour, don´t be that fast with calling “discrimination”, for instance in Holland it is used by people with far other motivation. Real discrimination looks different than what you have in mind.

     
  3. 15. Justin

    @14. Hackebreit

    Das duale Studium ist nicht an die deutsche Staatsbürgerschaft gebunden. Studierende aus aller Welt bekommen eine Aufenthaltserlaubnis um hier zu Studieren. Dann sollte es auch möglich sein für ein duales Studium eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen.

     
  4. 14. Hackebreit

    Nur deutsche Dualstudent? Warum kein Ausland Dualstudent?
    Wieder Vorzug von Deutsche Student!

     
  5. 13. rd

    @Klaus Stimmt.

     
  6. 12. Klaus

    @8. rd
    “…und bereits nach wenigen Wochen abgebrochen hat.”
    Das “Warum” bleibt unklar. Kommt schon mal vor dass junge Leute ihr Studium abbrechen, nichtwahr!

     
  7. 11. ???

    @10. jean baptiste

    Stimmt ….. ich hätte in 7. dazuschreiben müssen, dass die Abstimmung mit der HSRW bezüglich der genauen Anzahl der Studierenden im dualen System, hätte stattfinden müssen. 😉

     
  8. 10. jean baptiste

    @7. ??? “Wurde der Text vor dem Druck nicht mit der HSRW abgestimmt? ”
    da kann ich nur mit 3 Fragezeichen darauf reagieren.
    Echter Journalismus allerdings, geht anders, als Texte mit wem auch immer, abzugleichen.

     
  9. 9. Niederrheinerin

    @5 Klaus Hochschulgewächse als “Beschimpfung” zu sehen, darauf wäre ich nicht gekommen und das war auch nicht beabsichtigt. Es beschreibt aus meiner Sicht ironisch-flapsig den Umstand, dass bei diesen dualen Studenten Theorie und Praxis unter einem Dach stattfinden. So ist das duale Studium eigentlich nicht gedacht.

    Den Praxisschock halte ich für durchaus für möglich. Auch, dass Leute am Ende auch an der Hochschule bleiben wollen. Ich gehe aber im Gegensatz zu Ihnen davon aus, dass man dort schon auch eine Gegenleistung erbringen muss für’s Geld. Aber eben auf vertrauten Terrain.

    Ihre sonstigen Interpretationen bzw. Unterstellungen möchte ich nicht weiter kommentieren. Nur so viel: Mit meinem Job bin ich sehr zufrieden. Die Studienzeiten liegen auch schon etwas zurück.

     
  10. 8. rd

    @??? Genau. Zu den dualen Studenten kann ich natürlich nichts sagen, und ihre Qualifikation sollte hier keinesfalls diskreditiert werden. Es gab allerdings mindestens noch eine dritte duale Studentin, die ihre Ausbildung bei der HSRW angefangen und bereits nach wenigen Wochen abgebrochen hat.

     
  11. 7. ???

    Ich empfinde es einfach so, dass mit diesem Artikel darauf hingewiesen wird, wie der Verfasser des Artikels in der RP, mit einiger blumiger Unsachlichkeit, eigentlich der HSRW, schadet.
    Wurde der Text vor dem Druck nicht mit der HSRW abgestimmt?

    Dieser Text in der RP ist eher peinlich, so in etwa, als würde man die Leserschaft, als Dummköpfe hinstellen wollen.

     
  12. 6. Schwarzer Kater

    @5. Klaus
    Einerseits haben Sie natürlich Recht. Auf der anderen Seite sprechen die Zahlen für sich. Deshalb wäre eine gründliche Recherche interessant gewesen. Vielleicht nimmt sich die Fakultät ihres Vorschlags an und fragt mal bei den Firmen nach. So würde ich das zumindest machen.
    Irgendwie scheint mir die Fakultät eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Katze, die ihrer eigenen Schwanzspitze hinterherjagd statt Mäuse zu fangen, zu haben. Das kann natürlich sehr befriedigend sein, macht aber nicht satt. Ganz Ihrer Meinung bin ich, dass es unfair ist per se die Qualität der Studenten/Azubis anzuzweifeln.

     
  13. 5. Klaus

    Eine gute Recherche und damit ein guter Artikel wäre es gewesen wenn der Autor sich die Mühe gemacht hätte einige Klever Firmen (z.B. Colt, KHS, Ipsen, MSK, etc.) zu hinterfragen warum sie keine Dualstudenten an die HSRW schicken bzw. die Möglichkeit für ein duales Studium erst garnicht anbieten, obwohl es diese Möglichkeit direkt vor der Haustür gibt. Zusätzlich hätte man noch die Firmen befragen können, die das duale Studium an der HSRW bereits nutzen oder genutzt haben.

    So bleibt es nur ein flink getippter Artikel über die HSRW mit der Folge, dass motivierte, fleißige und erfolgreiche Azubis und Studenten als “Hochschulgewächse” beschimpft werden, denen ein Praxisschock prognostiziert (gewünscht?) wird. Wobei das Wörtchen “falls” den Zweifel der Kommentatorin “Niederrheinerin” an der Arbeitsbereitschaft in der freien Wirtschaft erkennen läßt. Ist das eigentlich bloß Unkenntnis oder Neid oder Revanche?

     
  14. 4. Niederrheinerin

    Potenzielle externe Arbeitgeber freuen sich schon auf die Hochschulgewächse. Und für die Absolventen wird es ein Praxisschock, falls sie das Biotop HSRW noch verlassen.

     
  15. 3. Schwarzer Kater

    Das duale Studium, eine Fata Morgana oder eine Spiegelung der Beziehung von Hochschule zu lokaler Wirtschaft? Wie dem auch sei, mal wieder ein hervorragendes Foto!

     
  16. 2. Tembaco

    ..👍🏽..einfach nur schön zu lesen….danke

     
  17. 1. Star

    Wunderbar ge- und beschrieben, Herr Daute! Ich habe mich köstlich amüsiert. Wenigstens dafür ist diese Hochschule immer wieder gut.