Hofberichterstattung: Großer Empfang für Zijne Majesteit Koning Willem-Alexander anlässlich seines 49. Geburtstags im niederländischen Konsulat zu Kleve

rd | 03. Mai 2016, 15:13 | 7 Kommentare
Charmante Begrüßung: Honorarkonsul Freddy Heinzel fand für die zahlreichen Gäste die richtigen Worte

Charmante Begrüßung: Honorarkonsul Freddy Heinzel fand für die zahlreichen Gäste die richtigen Worte

Viel Prominenz aus Kleve und den umliegenden Städten versammelte sich bei der Anwaltskanzlei Strick im Restaurant  „Het Poortje“

Viel Prominenz aus Kleve und den umliegenden Städten versammelte sich bei der Anwaltskanzlei Strick im Restaurant „Het Poortje“

Der niederländische König rief, und tout Cleves kam, um den 49. Geburtstag von Zijne Majesteit Koning Willem-Alexander zu zelebrieren!

Während Wein in zwei der drei Farben der niederländischen Nationalflagge sowie Wasser gereicht wurde, versammelten sich 230 geladene Gäste im Restaurant „Het Poortje“ im Erdgeschoss der Anwaltssozietät Strick, wo sie von Honorarkonsul Freddy Heinzel und seiner Gattin persönlich herzlich empfangen wurden. In seiner Begrüßungsansprache hob der Konsul die Bedeutung der deutsch-niederländischen Freundschaft hervor, die so eng sei, dass es auf dem diplomatischer Parkett mitunter verwirrend werde – wenn nämlich er, ein niederländischer Konsul deutscher Nationalität, in Gesprächen mit seinem Kollegen, einem deutschen Konsul niederländischer Nationalität, die niederländischen Interessen vertreten müsse. Aber, so Heinzel schmunzelnd, im Grunde sei dies ein gutes Zeichen.

Unter den Gästen waren erstmals einige neue Bürgermeistergesichter, denn zwischen dem 48. und dem 49. Geburtstag der Majestät lag ein in dynastischer Hinsicht relativ unbedeutendes Ereignis, die Bürgermeisterwahlen in Nordrhein-Westfalen. So war nicht mehr Theo Brauer da, sondern seine Nachfolgerin Sonja Northing, die in einem kurzen Grußwort von den Niederlanden schwärmte. Aus diplomatischen Gründen vertiefte sie die Ansprache nicht mit Erkenntnissen zu den Autofahrkünsten der Holländer. Ebenfalls zugegen waren Ulrich Knickrehm, neuer Bürgermeister von Goch, und Peter Hinze, das neue Stadtoberhaupt von Emmerich. So gesehen, musste sich der Christdemokrat Günther Steins, langjähriger Bürgermeister von Kranenburg, fast ein wenig einsam vorkommen, doch zum Glück stand ihm der Landstagsabgeordnete und Kreis-CDU-Chef Günter Bergmann zur Seite.

Wolfgang Gebing war auch da, aber nicht in seiner Funktion als CDU-Fraktionschef im Klever Stadtrat, sondern als Vorsitzender des Klever Anwaltsvereins. Ohnehin war die Justiz gut vertreten, genannt seien Klaus Hommel, Leiter des Amtsgerichts, und Arno Neukirchen, Leiter der Staatsanwaltschaft Kleve. Seine Behörde präsentierte erst in der vergangenen Woche ein Highlight der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit (2,9 Tonnen Kokain, die nach Kranenburg sollten, aber bereits in Rotterdam aufgebracht worden waren. Siehe hier: Gigantischer Drogenfund).

Unter den vielen weiteren Behördenvertretern, die im „Poortje“ den König hochleben ließen, seien Kriminaldirektor Bert Gricksch (Kreispolizei), Polizeioberrat Wolfgang Thül und Polizeidirektor Manfred Moerkerk (spricht sich, was sicher viele nicht wussten, „Murkerk“ aus) hervorgehoben. Für die Effizienzagentur NRW, deren Existenz viele Gäste überraschte, war Dr. Peter Jahns vor Ort. Die Fahne der Kultur hielten die Museumschefs Bettina Paust, Ursula Geisselbrecht-Capecki und Prof. Harald Kunde hoch.

Auch viele Vereine und Verbände waren traditionsgemäß der Einladung gefolgt, beispielsweise Frans van der Hoorn (Modint, Zeist), Jan Schneider-Maessen CCM (Bundesverband Credit Management e.V.), Kreishandwerkermeister Ralf Matenaer, Hans-Josef Kuypers (Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve, interessanterweise fehlte Landrat Wolfgang Spreen). Für das schillernde Mediengewerbe waren unter anderem Frank Wöbbeking (Agentur Mediamixx) und Helmut Vehreschild (Rheinische Post) zugegen. Unter protokollarischen Aspekten viel weiter oben zu nennen wäre natürlich noch Ton Lansink, der Generalkonsul der Niederlande in Deutschland (Düsseldorf).

Mehrere elfengleiche junge Damen in niederländischer Tracht reichten den Gästen Canapés. Für die kulturelle Erbauung der Gäste war das weltberühmte Gelders Orkest zuständig, das allerdings nur sehr auszugsweise erschien – zu zweit! Aber Konzertmeisterin Cécile Huijnen (Bratsche) – sie studierte übrigens bei Davina van Wely und Jaap van Zweden – sowie Marieke Grotenhuis (Akkordeon) spielten mit beeindruckender Intensität zwei selten gespielte und eigens für die eigenwillige Instrumentenkombination arrangierte Stücke, darunter eines von einem ungarischen Komponisten, und danach, als Zugabe noch eines zum Doppler-Effekt.

Der formelle Akt zu Ehren des Königsgeburtstags (koningsdag) bestand im Anschluss an die Klassikaufführung darin, dass die Gäste zunächst die niederländische Nationalhymne Het Wilhelmus anstimmten („Wilhelmus van Nassouwe ben ik, van Duitsen bloed, den Vaderland getrouwe blijf ik tot in den dood. Een Prinse van Oranje ben ik, vrij, onverveerd, den Koning van Hispanje heb ik altijd geëerd“), hernach die Deutsche („Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“) und schließlich gemeinsam dreimal auf Niederländisch „Hurra“ („Hoera!“) ausriefen.

Fazit: Ein würdiger Abend für einen freundlichen, volksnahen Monarchen mit einer super-charmanten Gattin! Möge ihnen eine lange Regentschaft beschieden sein!

Zusatzinformation: Als Beatrix noch Königin war (1980-2013), hatte ihr Mann nur den Titel Prinz. Jetzt, da Beatrix‘ Sohn Willem-Alexander König ist, trägt seine aus Argentinien stammende Frau Maxima den Titel Königin. Das hat protokollarische Gründe: Ein König steht hierarchisch über der Königin. Außerdem kennt die niederländische Verfassung nur den „koning“ als Titel für das Staatsoberhaupt (grondwet, hoofdstuk 2, §1); logischerweise kann es davon immer nur einen zur gleichen Zeit geben. Deshalb heißt es Prins Claus, aber Königin Maxima.

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7 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 7. wolfgang Look

    Das erste offizielle niederländische Volkslied des Vereinigten Konigreichs der Niederlanden 1817-1832 und später des Königreichs von 1832-1933 stammt übrigens aus einer Familie, deren Nachfahren bis nach Kleve reichen. Tollens war sehr verbreitet in Kleve (so hiess auch meine Mutter).Da das Lied zu völkisch und monarchisch wirkte (ist) ist die abgeschafft worden. Es spiegelt den Geist der Biedermannzeit wieder, der uns heute wohl fremd ist, aber er ist ein Teil Klever Geschichte und der tiefen Verbundenheit mit den NIederlanden
    Heute ist ist in Rijkswijk ein Museum zu seinen Ehren (http://www.museumrijswijk.nl/collectie01NED.html). Man findet auch Strassennamen in Nimwegen und anderen Städten.

    1. Wien Neêrlandsch bloed door d’aderen vloeit,
        Van vreemde smetten vrij,
    Wiens hart voor land en koning gloeit,
        Verheff‘ den zang als wij:
    Hij stell‘ met ons, vereend van zin,
        Met onbeklemde borst,
    Het godgevallig feestlied in
        Voor vaderland en vorst. ….

     
  2. 6. Dingelingeling

    Schön mal wieder etwas vom „Hoferben“ zu lesen……

     
  3. 5. Meiner Einer

    Schwarze Schrift auf gelbem Grund, halte Abstand, bleib gesund.

     
  4. 4. Nobody

    Es hat nicht direkt mit diesem Empfang zu tun….

    Wie den internationalen Medien zu entnehmen ist, hat das niedrige Ölpreisniveau beim Rohstoffriesen
    „Royal Dutch Shell“, zu einem erneuten Gewinnrückgang geführt. Im ersten Quartal 2016 hat sich dieser mehr als halbiert. Die Investitionspläne für dieses Jahr werden um 10% gekürzt.

     
  5. 3. Andreas Bulkens

    Niederländer und das „Autofahren“….?
    Naja, der linientreue deutsche Durchschnittslenker kommt in der Tat mit dem lässigen Fahrstil der Niederländer nicht klar.
    Grüner Pfeil … naja, wenn Schlange, dann Niederländer vorne.
    Tempo 80 auf der Landstraße … LKW oder Niederländer vorne.
    Die Klischees stimmen … wer aber täglich in den Niederlanden mit einem KFZ unterwegs ist, der ärgert sich dann doch sehr schnell über den typisch deutschen Fahrstil.
    130km/h sind mittlerweile auf den niederländischen Autobahnen das Limit. Mit Limit ist ein Spurwechsel weniger riskant, da kann man quasi „immer“ kurzfristig ausscheren.
    Landstraße in NL ist eben Tempo 80, legal auch für LKW!
    Immer nur rechts (also in Fahrtrichtung rechts) parken? Warum, wenn links gerade auch was frei ist?
    Rücksicht auf Radfahrerinnen und -fahrer? In NL gelebte Normalität, in D Ausnahmezustand!
    In NL herrscht eben geordnete Lässigkeit im Straßenverkehr (und anderen zentraleren Lebensbereichen).

     
  6. 2. rd

    @schoemi Danke für den Hinweis, ist korrigiert!

     
  7. 1. otto

    Ebenfalls ein „würdiger“ Artikel für den volksnahen König und seiner schönen Frau Maxima. Sehr schade, dass sie nur auf der Staffelei zu sehen waren.

    Das Foto vom Honorarkonsul war immerhin angenehmer anzuschauen, als die früheren Bilder vom Klever
    Fürsten. So ändern sich die Zeiten, sogar in Kleve „Hoera 3x“