Hochschule: Schwefelsäure-Unfall im Chemielabor, großer Feuerwehreinsatz

rd | 02. März 2020, 16:38 | 12 Kommentare

Von wegen Semesterferien! Am heutigen Montagmittag löste die automatische Brandmeldeanlage im Gebäude 10 der Hochschule Rhein-Waal um 11:30 Uhr aus. Als die ersten Rettungskräfte der Feuerwehr Kleve einige Minuten später das Gebäude untersuchten, stellte sich heraus, dass es einen Unfall in einem Chemielabor gegeben hatte – dabei wurde Schwefelsäure freigesetzt. Eine Person wurde mit Verdacht auf Verätzungen der Atemwege dem Rettungsdienst übergeben. Bei der betroffenen Person handelt es sich um eine wissenschaftliche Mitarbeiterin mit entsprechender Expertise, die sich vorsorglich (und nicht aufgrund einer Verletzung) in ärztliche Behandlung begeben hat. Die Vorschriften wurden ordnungsgemäß eingehalten, so die Hochschule.

Schwefelsäure wirkt auf Haut und Schleimhäute stark reizend und ätzend. Sie ist in der Lage, lebendes Gewebe zu zerstören (Verätzung). Die Wirkmechanismen von konzentrierter und verdünnter Schwefelsäure sind deutlich zu unterscheiden. Bei verdünnter Schwefelsäure wirkt die erhöhte Protonenkonzentration ätzend, d. h. die Wirkung ist derjenigen anderer verdünnter Säuren ähnlich. Die Wirkung besteht bei Hautkontakt, abhängig von der Konzentration, vorwiegend in lokalen Reizungen. Sie ist damit deutlich ungefährlicher als konzentrierte Schwefelsäure. Diese wirkt auf Grund ihrer stark wasserziehenden Wirkung verkohlend und schädigt schon in kleinen Mengen Haut und Augen stark. Es bilden sich nur langsam heilende, schmerzhafte Wunden.

Die Feuerwehr Kleve ging mit Chemikalienschutzanzügen in das betroffene Labor vor und führte Messungen durch, die Schwefelsäure bestätigten. Das Gebäude wurde durch die Feuerwehr gesperrt und dem Betreiber mit der Auflage übergeben, die kontaminierten Bereiche durch eine Fachfirma reinigen zu lassen. Im Einsatz waren 38 Einsatzkräfte der Feuerwehr unter Beteiligung der Löschzüge Kleve und Kellen, sowie der städtischen Bediensteten. Der Einsatz dauerte zwei Stunden. „Die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule, der Feuerwehr und den Ordnungsbehörden verlief professionell und zur vollsten Zufriedenheit aller Seiten“, so HSRW-Sprecherin Gabriele Stegers.

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  1. 12. Andre Gerritzen

    @7 Andy T
    Schwefelsäure gast nicht aus. Das ist eine ziemlich dichte, schwere und “risikoarme” Flüssigkeit.
    Außer jemand hätte etwas Wasser dazu gegeben. Dann fängt die Suppe an zu kochen und dann sollte man Abstand gewinnen.
    Und ich tippe das genau das passiert ist aber nach ein paar Minuten und Lüften ist das Problem verschwunden.
    Klassischer Fehler – Die regelt heißt: Erst das Wasser dann die Säure.

     
  2. 11. Justin

    @10., C

    „BM regiert mit Verstand == true“

    Und ab wäre es möglich, dass die oben formulierte Bedingung „Die Bürgermeisterin/der Bürgermeister regiert mit Verstand“ wahr (true) wird, schon bei der kommenden Kommunalwahl oder erst bei irgend einer späteren?

    Falls es noch ein bisschen länger dauert, könnten im Bürgerbüro Spenden für die Feuerwehrausrüstung gesammelt werden.

    Aber mal im ernst, man muss nicht immer das neuste, beste und teuerste haben, aber bei der Feuerwehr zu sparen, ist unverständlich, da geht es um Leben und Tod. Hoffentlich bekommen die FF ihre Löschzüge etc. sowie Düsseldorf zuende überlegt und sie für gut befunden hat.

    P.S.: Meine halbe Verwandtschaft ist in der FF (nicht in Kleve), die meinten so was hätten sie noch nicht gehört, dass eine FF kaputt gespart wird.

     
  3. 10. C

    @9. schwarzer Kater

    Dann machen wir mal aus der Endlosschleife eine Schleife mit Abbruchbedingung

    while(H ist Stadtkämmerer == true)
    {
    Feuerwehr ist schlecht ausgerüstet = true;
    }

    Dann gibt’s die Chance, dass sich folgende while-Schleife etabliert:

    while(BM regiert mit Verstand == true)
    {
    Es wird nicht am falschen Ende gespart = true;
    Die Klever Feuerwehr hat eine gute Ausrüstung = true;

    // @FF Respekt, Lob und Anerkennung!
    }

     
  4. 9. Schwarzer Kater

    @8. 👨‍🚒-Schutzbeauftragter (St. Florian)

    While(1)
    {Beschaffungen verzögern bis neue Richtlinien in Planung sind und dann die neuen Richtlinien abwarten damit kein veraltetes Equipment gekauft wird.}

    Beim wievielten Schleifendurchlauf seit Ihr denn?

     
  5. 8. Florian

    @ Andy T:
    @ Martin Fingerhut:

    Wenn man ein Insider wäre und mit Nichtwissen behaupten würde, dass Herr H. diese angewendete Verzögerungstaktik bewusst und somit auch geplant anwendet, ist es kein Wunder das die dringend notwendigen Mittel für die Feuerwehr zurückgehalten werden. Fahrzeuge und deren Beladung welche schon vor mehreren Jahren hätten ersetzt werden müssen haben schon seit dem letzten BSBP ( Brandschutzbedarfsplan ) ihre Rechtfertigung. Durch den Wandel der Zeit und die immer steigenden Anforderungen an die Feuerwehr müssen diese Fahrzeuge und das gesamt Equipment vermutlich daran angepasst werden und damit natürlich auch teurer. Feuerwehrleute scheinen wohl unkaputtbar zu sein und das wird durch die angewandte Taktik der Verwaltung schonungslos ausgenutzt. Tatsächlich stellt sich mir die Frage auch, wie lange diese Feuerwehrleute es noch mitmachen, wo doch ihre Freiwilligkeit so durch die Verwaltung missbraucht zu werden scheint.

     
  6. 7. Andy T

    @ Andre Gerritzen:
    Was soll daran “süß” sein, wenn Feuerwehrleute die einen Raum der sichtbar mit Schwefelsäuredämpfen gefüllt ist, in einem entsprechenden Schutzanzug betreten? Die Frage wie man nur die 3-jährige Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten überlebt hat stellt sich da wirklich.

    @ Martin Fingerhut:
    Was die Feuerwehr betrifft ist das doch die alte seit Jahren gleiche Masche: Verzögern, verzögern, verzögern.
    Das fängt beim Brandschutzplan, die Stadt Kleve hat seit vielen Jahren keine gültigen mehr (!) an, (auch hier wurde verzögert und auf die lange Bank geschoben) und setzt sich beim Zustand einiger Feuerwehrgebäude fort. Die Hauptwache in Kleve fällt beinahe auseinander, es wir geflickschustert an allen Ecken und Kanten, lebensrettende Schutzausrüstung für die Feuerwehrleute ist nicht vorhanden, Feuerwehrleute warten wochen und Monatelang auf neue passende Kleidung. Und das alles machen die freiwillig! Ich an deren Stelle würde der Stadt sagen: ihr k…… mich mal !

     
  7. 6. Martin Fingerhut persönlich

    @ 4. Florian :
    Sie haben Recht, daß es gestern im Rat mal wieder viel besch…eidenes zu hören gab.
    Wenn Herr Gebing allen Ernstes ( zumindest vorgeblich angeblichen Ernstes ) davon schwärmt,
    was schierer Rasen doch für ein wunderbarer Park sei.
    Er behauptet, eine WallGrabenZone dadurch “wiederHerstellen” zu können,
    daß eine über 100 Jahre alte Mauer wegGebrochen
    und durch Rasen ersetzt werde.
    Wenn Frau Meyer-Wilmes davon fabuliert, die Mauer versperre die Sicht auf die Spoy
    und nur ohne die Mauer läge Kleve am Wasser.
    Wenn Herr Koppetsch versichert, die Sträucher entlang der Mauer seien rein turnusmäßig abgeholzt worden.
    Er aber nicht sagt, daß dieser vorgebliche “Turnus” wohl JahrZehnte dauert,
    denn an den verbliebenen Stümpfen ist nur an einem einzigen zu erkennen,
    daß er schon einmal – vor sehr vielen Jahren – derMaßen maltraitiert worden ist.

    Diese Erstaunlichkeiten und noch etliche mehr wurden gestern tatsächlich zum “Besten” gegeben.

    Nur in dem Punkt der neuen LöschZüge hatte es Herr Haas geschafft, mich zu überzeugen.

    Daß die teuren Wagen erst dann bestellt werden sollen,
    wenn DüsselDorf bestätigt haben wird,
    daß genau diese Ausstattung auch die richtige sei.
    Und also nicht heute die einen gekauft und bezahlt werden,
    nur damit überMorgen wieder ganz andere bestellt werden müssen.
    Klingt das nicht auch für Sie plausibel ?

     
  8. 5. Hackebreit

    In any case, building 10 should now be free of coronavirus

     
  9. 4. Florian

    Solange der Rat der Stadt Kleve insb. CDU und Grüne unter Federführung des Geldmoguls und Kämmerers weiterhin die Anschaffung von längst überfälligen neuen Equipment bzw. Fahrzeugen blockiert ( Ratssitzung von heute ) kann unseren Bürgern so langsam aber sicher nur Angst und Bange werden! Vielleicht fragt ja irgend jemand da mal nach… Denn Sie wissen nicht, was Sie tun! Wer bei den Rettern spart, hat es nicht verdient gerettet zu werden!

     
  10. 3. Husky

    @1

    Wäre bei uns bei jedem Chemieunfall die Feuerwehr gekommen hätten wir nach einem halbjahr jeden dort mit Vornamen und Lebenslauf gekannt …

    Da wurd aber nur gesagt “Fenster auf!”…

     
  11. 2. Maus

    Vorbildlich evakuiert! Sogar an die Kleinsten gedacht🐭🕷🕸🐞 🙂

    @🚒👨‍🚒👩‍🚒 vielen Dank! (und das meine ich erst, auch wenn der Kommentar etwas albern wirkt)

     
  12. 1. Andre Gerritzen

    Wie habe ich und meine Klasse nur die 3-jährige Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten überleben können. Jede Woche hat irgendwer was giftiges/ätzende/schädliches umgeworfen.

    Mit fällt dazu nur eines ein:”Schwefelsäure? Im Schutzanzug? Wie süß!”

    Unsere Lehrer sind nur 2 mal Hektisch geworden. Als jemand das Bor umgeworfen hat und die braunen Dämpfe zu sehen war und in der Abschlussprüfung jemanden anderes seine Versuchsaufbau gesprengt hat und dem Lehrer auffiel das dort als Nebenprodukt Nervengas entstehen konnte.