Hochbegabtes Huhn Sieglinde: Schwierige Beweisaufnahme

rd | 22. November 2019, 12:07 | 7 Kommentare
Vom Hund gerissen: Huhn (Symbolfoto)

Der Fall ist komplex, und es tauchen Fragen auf, die bisher in der juristischen Fachliteratur nur von untergeordneter Bedeutung waren – beispielsweise die, wie lange es dauert, bis ein Huhn Fahrradfahren gelernt hat. Von Menschen kennt man die Faustregel, dass deren Alter an den Händen zu erkennen ist. Aber lassen die Füße von Hühnern vergleichbare Schlüsse zu, ermöglichen sie zu unterscheiden, ob eine Henne erst zwei oder doch schon vier Jahre alt ist? Wie ist die Ausbildung eines Huhns zu vergüten, sind 50-60 € pro Stunde da angemessen? Und wie lange braucht es, bis aus einem gewöhnlichen Tier eines geworden ist, dass im Stress von Filmaufnahmen so reagiert, wie der Regisseur es möchte? All diese Fragen bemühte sich heute Vormittag das Landgericht Kleve in der Schwanenburg zu klären, in der Berufungsverhandlung um den Tod des hochbegabten Huhns Sieglinde, welches vor Jahresfrist einem tollenden Hund zum Opfer gefallen war. Die Klägerin, die statt der vom Amtsgericht zugestandenen 300 € die beachtliche Summe von 4000 € fordert, hatte zum Termin sogar ein Huhn mitgebracht. Der Beweiswert allerdings blieb gering, kennste eine Henne, kennste alle. Das Gericht sah sich nach einer hin und her wogenden Verhandlung außerstande, sogleich ein Urteil zu fällen und machte weiteren Beratungsbedarf geltend. Das Urteil soll nun am 20. Dezember verkündet werden.

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  1. 7. ???

    @. Chewgum

    Ja, natürlich kann das arme Huhn nichts dafür. Da bin ich ganz Ihrer Meinung, dass das Huhn selber bestimmt nicht zum Film wollte!

    Da ich überhaupt keine Ahnung hatte, habe ich nur kurz ins Internet geblickt.

    Aber, wenn ich ein Huhn hätte, auch ein ganz normales Huhn, würde ich sehr darauf aufpassen und es nicht einmal für eine Mio. zum Film bringen!

     
  2. 6. Chewgum

    Das arme Huhn kann nichts dafür. Es wollte mit Sicherheit auch nicht in die Filmwelt.

    10 bis 15 Euro für ein Lebewesen wie ein eierspendendes Huhn finde ich unanständig wenig.

     
  3. 5. ???

    Nur kurz recherchiert, kann man Informationen finden, dass Hühner eingezäunt leben sollen, sie dem Veterinäramt gemeldet werden, alle 3 Monate gegen die Newcastle Krankheit geimpft werden müssen.

    Der Preis kommt auf die Hühnerrasse an. Während der Brutsaison zum Sommer bewegen sich die Preise für ein Huhn im Alter von 6 bis 12 Monaten, zwischen 10 und 15 Euro.

    Wir werden sehen, was die Welt mit dieser Huhn-Filmdiva verloren hat.

     
  4. 4. Guenther Hoffmann

    Wie immer der Prozess auch abläuft 😂 Kleve sollte Sieglinde in jedem Fall einen Stern auf dem ” Walk of Fame ” 😁 auf der Großen Straße gönnen 😎 🍻

     
  5. 3. Niederrheinstier

    @ ???
    Mmuuuuh, mmuuuuh, mmuuuuh!
    Hatte denn der Halter des tollende Hunds für seinen huhnrünstigen Bello keine zeitgemäße Tierhalter-Haftpflicht abgeschlossen, mmuuuuh? Für mich hat der Bauer schon von Anfanf an eine umfassende (S)Tierhalter-Versicherung abgeschlossen, mmuujuuuh, die meine (vermeintlichen) üblen Streiche und Missetaten wie folgt abdeckt, mmuuuuh:
    Gesamtschäden bis EUR 100.000.000.-
    dabei Personenschäden je einzelner Person: bis EUR 10.000.000.-
    Mmuuuuh, nicht ganz zeitgemäß an dieser (S)Tierhalter-Versicherung finde ich nur, dass Hühner, Hunde, Kühe und andere Stiere da als (aber besser versicherte) Sachen gelten, mmuuubuuuh!

     
  6. 2. ???

    Wenn dieses Huhn so besonders war, wurde es doch bestimmt für und gegen alle Eventualitäten versichert?

    Eine Versicherung prüft natürlich vor Abschluss den (Richt-) Wert.

     
  7. 1. jean baptiste

    Welch ein Unterschied – auf der einen Seite ein Strafprozess um einen Zentner Drogen mit einem Verkaufswert von mehr als 1 Mio Euro mit nur einem Verhandlungstag und einem Ergebnis von 8,5 Jahren Haft – auf der anderen Seite dieser Zivilprozess bei dem die Summe der beiden Parteien € 3.700 auseinander liegt und einem Verhandlungsmarathon von zumindestens 3 Sitzungstagen.
    Egal, wer letztendlich obsiegt, der Aufwand und die gesamten Verfahrenskosten übersteigen locker das Mass dessen, was der unbedarfte Bürger als redlich erfährt.