Heute ist wie Weihnachten für Kodi an der Herzogstraße

Kodi-Filiale an der Herzogstraße

Die Schilder „Ausverkauf“ und „Alles muss raus!“, versehen mit großformatigen Prozentzeichen, hingen schon im Schaufenster des Kodi-Marktes an der Herzogstraße, denn im Zuge der Insolvenz des Discounters („Besser haushalten“) war das Aus für die Filiale in der Klever Unterstadt beschlossen worden. Zwei Wochen lief der Ausverkauf, dann klingelte in dem Geschäft das Telefon. In dem Gespräch teilte das Management der Filialleiterin mit, dass die Ausverkaufs-Aushänge wieder abgenommen werden können und die Filiale nun doch weiterhin bestehen bleibt – eine überraschende Wendung, die die Frage offen lässt, ob in der Konzernzentrale in Oberhausen ausgewürfelt wird, welche Filialen dichtgemacht werden und welche nicht.

Doch wer beispielsweise noch gestern noch in den Gängen des Geschäfts die Vielfalt der Haushaltswarenwelt auf sich einwirken lassen wollte, wurde bitterlich enttäuscht. Überall klafften Lücken in den Regalen, oft standen die Produkte nebeneinander und nicht hintereinander, um Masse vorzutäuschen, und nicht einmal Toilettenpapier war erhältlich. Der Grund: Die Filiale hatte seit zwei Monaten keine neue Ware erhalten – verständlich, wenn die Schließung bevorsteht, doch die Nachricht, dass die Filiale bleibt, ist nunmehr auch schon wieder vier Wochen alt. Wie dem auch sei: Heute wird Kodi neu bestückt, endlich sind auch elementare Waren wieder erhältlich. Eine Lieferung von elf Rollbehältern ist angekündigt worden.

Im Juli hatte der Haushatswaren-Discounter zum zweiten Mal nach 2024 Insolvenz angemeldet. 43 der zuletzt noch 144 Standorte sollen geschlossen werden oder sind es schon – ursprünglich stand Kleve auf der Liste, fiel dann aber doch weg. Kodi unterhält zwei Filialen in Kleve, neben der an der Herzogstraße auch eine deutlich größere im EOC (Hoffmannallee). Die übrigen 100 Geschäfte werden von einer internationalen Investorengruppe übernommen, die die Marke Kodi erhalten will. Die Zentrale in Oberhausen wird ebenfalls geschlossen. Bei der ersten Insolvenz wurden schon rund 80 Filialen geschlossen.

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