Erich Gietemann, 1940-2020

rd | 21. Januar 2020, 14:57 | 6 Kommentare
Erich Gietemann 1974 als Karnevalsprinz Erich der Fidele und so, wie man ihn zuletzt kannte (Fotos: KRK, Charly Stoffels)

Trauer um ein Urgestein des Klever Karnevals und des niederrheinischen Brauchtums: Erich Gietemann, 1974 als „Erich der Fidele“ der zweite in der nunmehr langen Reihe der Klever Karnevalsprinzen, ist im Alter von 79 Jahren verstorben.

Dem Einsatz von Gietemann und seinen Mitstreitern ist es zu verdanken, dass der Karneval heute im Kleve wieder einen außerordentlichen Stellenwert genießt. Für die älteren Karnevalisten war Gietemann der unermüdliche Motivator, Ideengeber und Berater. Das gilt insbesondere für die Aktiven des Materborner Karnevals, die er mit Rat und Tat unterstützte. Nach der Schließung des Lokals Schweizerhaus sorgte Gietemann mit dafür, dass die beiden Vereine Germania und Fidelitas Materborn in der Mehrzweckhalle des Ortsteils eine neue Heimat fanden.

Beruflich wirkte Gietemann 33 Jahre lang bis 2015 als Gastwirt. Unter seiner Leitung war der Ratskrug in Materborn Zentrum des Dorflebens, mehr als 20 Vereine trafen sich an seinem Tresen, um zu tagen oder um zu feiern. Im Alter von 75 Jahren verkaufte Gietemann die Immobilie an einen Investor, der dort ein Mehrfamilienhaus errichten wollte. Nicht nur das gastronomische Leben in dem Klever Ortsteil geriet dadurch in Gefahr, sondern auch die alljährlich um den Ratskrug herum gefeierte Materborner Kirmes, die am Niederrhein Kultstatus als das Sommerevent schlechthin genießt. Dann fand der Klever Unternehmer Bernd Zevens gemeinsam mit dem Investor, der im Hintergrund bleiben wollte, eine Lösung – die Gaststätte blieb, und auch die Kirmes, die Gietemann groß gemacht hatte, konnte wie gewohnt weiter gefeiert werden. Gietemann, der an Knieproblemen litt, ging in den verdienten Ruhestand – Nachfolger wurde das Ehepaar Yvonne und Volker Lenz aus Kranenburg.

Gietemann war auch nach der Geschäftsaufgabe weiterhin im Dorfleben präsent, beispielsweise im Männergesangsverein. Und auch für die Karnevalisten blieb er bis zuletzt ein geschätzter Ansprechpartner. Am Sonntag verstarb er überraschend zu Hause. Er hinterlässt eine Lebenspartnerin und eine Tochter.

Die letzten Altbiere: Erich Gietemann im Ratskrug, kurz bevor er 2015 aufhörte


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6 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 6. rd

    Jetzt ist auch ein Nachruf in der RP erschienen. Hier der Link: https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-erich-gietemann-starb-im-alter-von-79-jahren_aid-48530721 (frei verfügbar). Beisetzung am Montag, 3. Februar.

     
  2. 5. Beobachter

    Ruhe in Frieden.
    Er hatte doch auch mal ein Gardinengeschäft auf der Hoffmannallee (ca. gegenüber Super 2000) bis zum Anfang der 80er, oder?

     
  3. 4. rd

    @Wolfgang Conrad Ich werde es gerne ergänzen.

     
  4. 3. Wolfgang Conrad

    Ich finde es sehr ärgerlich, dass nur darüber berichtet wird, dass Erich Karnevals-Prinz und Kneipenwirt war. Er war eine bedeutende Persönlichkeit im Sport und zwar für den SC 1863 Kleve. Erich Gietmann hat die Farben des Vereins jahrelang aktiv als Fußballer getragen und sich nach Beendigung seiner Karriere in verschiedenen Gremien des Vereins engagiert.

     
  5. 2. Sonja Becker

    Ich bin geschockt, Silvester noch zusammen gefeiert. Ruhe in Frieden Erich.

     
  6. 1. Charly Stoffels

    Ich war geschockt als ich vom Tod Erichs am Montagmorgen erfahren habe. Hatte tags zuvor auf dem Materborner Seniorenbachmittag noch mit Ihm über die gestrige Herrensitzung gesprochen. Da ist übrigens auch das Foto entstanden welches hier veröffentlicht ist. Habe Erich also einen Tag vor seinem Tod, vermutlich als einziger, noch abgelichtet. Eigentlich war Er gut drauf, wir haben uns für Materboner Kirmes verabredet.