Andreas Strähnz, 1967-2021

2013 bei der Weihe zum Diakon: Andreas Strähnz (Foto: Heinz Holzbach)

Trauer um Andreas Strähnz: Der Diakon der Pfarrgemeinde Zur Heiligen Familie (Materborn, Reichswalde) verstarb bereits am 29. Oktober, wie das Bischöfliche Generalvikariat in Münster mitteilte. Er wurde nur 54 Jahre alt. Die Kirchengemeinden in Kleve haben einen besonderen Menschen verloren, der sich engagiert darum bemühte, den Glauben attraktiv zu halten und insbesondere Jüngere wieder für die Sache Gottes zu begeistern.

Nach seinem Abitur am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Kleve führte der Lebensweg von Andreas Strähnz allerdings zunächst fort von seiner Heimatstadt – und dann in einen anderen Beruf. Er studierte in Bonn Pharmazie, dem Beispiel seines Vaters folgend, der lange Jahre an der Hoffmannallee die Rosen-Apotheke führte. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrte, führten Vater und Sohn zunächst gemeinsam die Rosen-Apotheke. 2007 eröffnete Andreas Strähnz dann die Apotheke im Einkaufszentrum EOC. Sie wurde unter seiner Ägide mit 25 Mitarbeitern die größte Apotheke der Stadt.

Die Pharmazie war sein Beruf, seine Berufung jedoch eine andere. Er war ein gläubiger Christ, und das Ziel, Diakon zu werden, hatte er von Anfang an im Auge. Es gibt dafür jedoch eine Altersgrenze, die Bewerber müssen mindestens 35 Jahre alt sein. Als Strähnz endlich das Alter erreicht hatte, war er in seinem Broterwerb so vielfältig engagiert, dass er das Ziel zunächst aus den Augen verlor. „Als ich dann in das Alter kam, in dem ich die Ausbildung hätte beginnen können, hatte ich all die Jobs“, sagte Strähnz einmal in einem Interview mit einer Apotheker-Zeitschrift.

Elf Jahre später, am 24. November 2013 erfüllte sich der Lebenstraum des Apothekers dann doch. In Münster empfing er seine Diakonweihe und war von da an neben seinem Beruf als Apotheker als Ständiger Diakon in der Pfarrgemeinde Zur Heiligen Familie tätig. Sein Ziel war es, die Sprache und Anliegen der Bibel in die heutige Zeit zu übersetzen.

Schon in seinem ersten Gottesdienst, am ersten Advent 2013, eine Woche nach der Weihe, hielt er seine erste Predigt. Schon eine Stunde vor Beginn der Messe war er in der Kirche, um anzukommen. In seiner Predigt sagte er den Gläubigen in der vollbesetzten Kirche, es gehe darum, „das Glaubenszimmer aufzuräumen“. So nahm er das Verhältnis der Christen zu den Botschaften aus der Bibel wahr – eigentlich alles da, aber in Unordnung geraten.

Er sah sich nicht nur als Prediger von der Kanzel, sondern als einer der sich bewusst um die Schwachen und Benachteiligten kümmert und auf sie zugeht. „Ich gehe zu den Leuten, bei denen es nicht so gut läuft“, sagte Strähnz einmal.

Strähnz hielt Gottesdienste, führte Taufen durch und auch Beerdigungen. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren gehörte er zu den Organisatoren eines modernen „Unglaublich“-Gottesdienstes, der sich mit dem Thema Tod und Trauer auseinandersetzte. „[Die Trauer] macht etwas mit uns“, so Strähnz. Die Kirche biete Antworten. Er selbst gehört nun nicht mehr zu denen, die diese Botschaft vermitteln werden.

Strähnz, der privat ein Liebhaber klassischer Musik war und im Collegium Musicum die Pauke spielte, starb für sein Umfeld überraschend an den Folgen eines Herzinfarkts. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Das Requiem für Diakon Andreas Strähnz ist am 9. November um 11 Uhr in der St.-Anna-Kirche in Kleve. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof.

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15 Kommentare

  1. 15

    Heute halten wir die Auferstehungsfeier für Andreas und anschließend übergeben wir seine sterblichen Überreste der Erde. Sicherlich ein sehr trauriger Anlass, an dem neben seiner Familie eine Vielzahl seiner verschiedenen Weggefährten Abschied von ihm nehmen. Jeder Einzelne wird eine besondere Erinnerung an ihn haben und diese werden mit großer Wahrscheinlichkeit heute Vormittag abgerufen werden.

    Auch ich zähle mich dazu. Unsere Berührungen beschränkten sich im Wesentlichen „dienstlich“. Andreas als Diakon und ich als Mitarbeitender eines Bestattungsinstituts. Eigentlich sind in dieser Zeit viele Erinnerungen entstanden und zusammengefasst kann ich sagen, dass es bewundernswert war, wie zugänglich und leicht verständlich Andreas seine tiefe Verbundenheit im Glauben lebte und kommunizierte. Er machte sich damit interessant.Und doch gibt es da eins, was besonders in Erinnerung geblieben ist und auch bleiben wird:

    Andreas tiefe Verbundenheit im Glauben lies ihn fest an die Auferstehung glauben. Wir Christen feiern die Auferstehung zu Ostern. Was für viele schön nostalgisch o.a. klingt, ist für manch andere schwer zu verstehen. Schwer zu begreifen. Die Auferstehung nach dem Tod. Was passiert mit uns, nach dem Tod? Andreas könnte es wissenschaftlich auch nicht erklären, aber er hatte immer diese Geschichte, die eine mögliche Antwort auf die Frage aus dem Glauben heraus anschaulicher macht.

    Ich erlebte viele Wortgottesdienste, Auferstehungsfeiern, die Andreas gestaltete. Er fand die stets die richtigen Worte. Die Auferstehung erklärte er immer, indem er die Geschichte der beiden Zwillinge im Bauch der Mutter erzählte. Die Geschichte, in der sich die beiden Nichtgeborenen darüber unterhielten, ob es ein Leben nach der Geburt gebe. Während der Eine fest daran glaubte, dass es ein Leben nach der Geburt geben werde, nagten beim anderen Zweifel. Er war der Meinung, dass das Leben nach der Geburt zu Ende sei. Andreas verstand es, diese Geschichte so vorzutragen, dass sie zum Schmunzeln einerseits und zum Nachdenken, ja sogar zum Glauben andererseits anregte.

    Das ist meine Erinnerung an Andreas, der nun seine eigene Geschichte der Auferstehung erfahren darf.

     
  2. 13

    @10 günter ververs „Pauschale Verurteilungen zeugen auch nicht von einer guten Kinderstube. Nennen Sie doch Ross und Reiter, und gut is.“

    Ja, das liegt an der genossenen Kinderstube, wer keine genossen hat, mag so denken, aber die Mehrzahl der KleBlogger weiss das schon gut einzuschätzen, genauso, wie mir das entgegensteht, eine inhaltliche Diskussion bei einem so traurigen Anlass zu führen.
    @rd Schade, dass Sie das lateinische de mortuis nil nisi bene gelöscht haben, das gehört in allen Lebenslage die Maxime zu sein.

     
  3. 10

    @8 Pauschale Verurteilungen zeugen auch nicht von einer guten Kinderstube. Nennen Sie doch Ross und Reiter, und gut is.

     
  4. 9

    @Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    Sinking or thinking that is the question.

    @H-W Böhmer Lassen Sie es bleiben.

     
  5. 8

    wie tief muss das Niveau der KleBlog- Gemeinschaft wohl gesunken sein, wenn man grundlos seine Kinderstube vergisst und unnötig verletzende Kommentare postet ?

     
  6. 7

    ###die sich daran anschließende Diskussion verletzte Gefühle.###

    Vlt. hätte dann eine Löschung der Diskussion vollkommen gereicht.

    …aber man kann auch zwischen den Zeilen genug erkennen.

     
  7. 5

    ###@all Ich habe die übrigen Kommentare gelöscht.###

    Ich habe nur nach der Krankheit gefragt und werde gelöscht ???

    Wird kleveblog auch schon aus dem Regierungssäckel unterstützt?

     
  8. 4

    Met Andreas verlies ik een goede vriend leren kennen met de jumelage Ronse-Kleve en de Bommelsfeesten,
    waak over ons,
    Pierre Velghe Ronse

     
  9. 3

    Es ist schwer tröstende Worte zu finden, wenn sich ein Mensch, der uns einen großen Teil unseres Weges begleitet hat, für immer verabschiedet. RiP Andreas

     
  10. 1

    Mögen die Engel ihn zum Paradies geleiten und der Herr bereite ihm eine ewige Heimstatt!