Alpha Grundbesitz meldet Insolvenz an

Alpha-Baustelle an der Hoffmannallee

Vor einigen Tagen waren erstmals seit November wieder Arbeiter auf dem Gelände der ehemaligen AOK-Verwaltung an der Hoffmannallee zu sehen, und es keimte vorsichtige Hoffnung auf, dass es mit der Millionenbaustelle weitergeht. Doch diese Hoffnungen erhielten heute um 13:10 Uhr einen empfindlichen Dämpfer: Am Amtsgericht Kleve meldete die Alpha Grundbesitz GmbH, die von Florian Heuvelmann geführte Gesellschaft hinter dem Projekt, Insolvenz an (43 IN 5/26). 40 Minuten später kam es noch schlimmer: Auch die Alpha Capital Holding erklärte sich für zahlungsunfähig (43 IN 6/26). Damit steht das Projekt, zu dessen Spatenstich sogar NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach nach Kleve kam (es wird mit beträchtlichen Landesmitteln gefördert), auf der Kippe. Und nicht nur das: Auch über einem weiteren Projekt, der Bebauungsplan des ehemaligen Bettray-Geländes, schwebt nun ein gigantisches Fragezeichen.

Noch am 18. Januar hatte Florian Heuvelmann auf seinem WhatsApp-Status das Foto eines Mehrfamilienhauses mit dem Hinweis „Zu verkaufen!“ gezeigt – war dies der verzweifelte Versuch, noch mal Geld in die Kasse zu bekommen? Wie auch immer dieser Versuch ausgegangen ist, gereicht hat es nur für 18 weitere Tage. Heute wurde der Gang zum Amtsgericht offenbar unvermeidlich. Für beide Gesellschaften bestellte das Gericht den Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Markus Kier zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Von Florian Heuvelmann selbst war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Florian Heuvelmann, der in Elten wohnt, machte im Raum Kleve seit einigen Jahren mit Bauprojekten von sich reden. Seine nach griechischen Buchstaben benannten Gesellschaften sind in Bedburg-Hau ansässig. Die Capital Holding allerdings ist an der Privatanschrift des Investors an der Birkenallee gemeldet.

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7 Kommentare

  1. 7

    Diesem „Investor“/“Bauherrn“ hat die etablierte Politik in Kleve sich förmlich vor die Füße geworfen! Der Abriss des AOK-Gebäudes wurde vom Rathaus als alternativlos dargestellt und von fast allen Fraktionen mitgetragen. Da wurde aus dem Bauausschuss – mal eben so – eine nichtöffentlich tagende Arbeitsgruppe gebildet, um das ehemalige Bettrayy-Gelände der massivsten hochpreisigen Bebauung zuzuführen. Nur eine Fraktion lehnte das ab…

  2. 6

    @Michael Bay Ach stimmt — am besten lassen wir Gebäude einfach für immer stehen, egal ob sie wirtschaftlich tot, energetisch katastrophal oder komplett unbrauchbar sind. Hauptsache niemand fasst den heiligen Beton an, sonst bricht offenbar gleich das Finanzsystem zusammen.

    Der Investor hat immerhin etwas getan: gekauft, geplant, Risiko übernommen und wahrscheinlich etwas Neues hingestellt, das genutzt wird statt leer zu gammeln. Aber klar, viel sinnvoller wäre gewesen, das Gebäude weiter verfallen zu lassen, damit man sich jedes Jahr darüber beschweren kann, wie hässlich und ungenutzt es ist.

    Und zu den Krediten: Die vergibt nicht der Weihnachtsmann, sondern Banken nach Prüfung — mit echtem Geld und echtem Risiko. Wenn’s schiefgeht, zahlt nicht der Facebook-Kommentator, sondern der Investor. Aber fordern, dass niemand mehr investieren darf, während man gleichzeitig neue Wohnungen, Ärzte und Geschäfte will, ist natürlich die Königsklasse der Logik.

  3. 4

    Dafür wurde nun das AOK Gebäude abgerissen! Wer kontrolliert hier eigentlich? Wer vergibt nach Prüfung und Risikoeinschätzung die Kredite. Deshalb: Kein Verkauf mehr von Grundstücken und Immobilien an Investoren.

  4. 2

    Bei der Bauabnahme wird geprüft, ob das Bauvorhaben entsprechend der Baugenehmigung umgesetzt wurde. Für die Finanzen ist das Bauamt nicht zuständig.

  5. 1

    Hmh…- An für sich werden Baugenehmigungen doch erst mal erteilt oder nicht erteilt…
    Prüft man da nicht – als bauaufsichtsichige Behörde – die Durchfürhrbarkeit hinseitlichl Finanzierung, Technik usw. …?