Aktuelle Presseschau (Grüne, HSRW)

rd | 05. Februar 2020, 11:01 | 8 Kommentare
RP, 5. Februar 2020
kleveblog, 20. Dezember 2020
RP, 5. Februar 2020
kleveblog, 15. November 2017
Es gibt europäische, deutsche und internationale Studenten

(Aktualisiert)

Der Leser hat kein Archiv, sagte einst Ludger Distelkamp, mittlerweile im Ruhestand befindlicher Redakteur der Rheinischen Post. Das Internet aber vergisst nichts. Und so darf der Leser heute in der Lokalzeitung zur Kenntnis nehmen, dass die Grünen sich für Rolf Janssen als Kandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl in Kleve ausgesprochen haben – eine Information, über die der kleveblog-Leser schon seit einigen Wochen verfügte: Klever Bürgermeisterwahl wieder mit Janssen (Spoiler: Nicht Udo, sondern ein Mann der Grünen).

Als auf dieser Seite darüber am 20. Dezember des vergangenen Jahres berichtet wurde, meldeten sich selbst altgediente Mitglieder der Grünen in der Redaktion und sprachen von einem verfrühten Aprilscherz. In der Gaststätte Zentrale erzählten Gäste aus dem Umfeld des Kandidaten, dass Rolf Janssen höchstselbst in Kurzmitteilungen die Darstellung dementiert habe. Und auch die Lokalzeitung ging auf das Thema ein, und zwar nonchalant in einem Überblicksbericht über die Kommunalwahl mit dem Hinweis, dass der angebliche Kandidat doch längst erklärt habe, dass er nur zur Verfügung stehe, wenn sich mindestens zwei Parteien für ihn aussprechen. Alles Quatsch! Gestern Abend, auf der Mitgliederversammlung der Grünen im Kolpinghaus, sprachen sich 22 der 23 anwesenden Mitglieder für den Kandidaten Janssen aus. Damit wird die Klever Bürgermeisterwahl noch spannender.

Ebenfalls heute berichtet die Rheinische Post, dass das Präsidium der Hochschule Rhein-Waal „den Weg der Konsolidierung und Qualitätssteigerung […] Beibehalten“ werde. Nun mag man darüber streiten, inwieweit das Verb „beibehalten“ korrekt gewählt ist, aber die Idee, das ausufernde Wachstum der Einrichtung zu begrenzen, um endlich der vielfältigen Probleme, die dadurch verursacht wurden, Herr zu werden, ist so neu nicht. Schon im November 2017 rief die damalige Präsidentin die Grenzen des Wachstums aus.

Gute Ausländer, böse Ausländer

In dem aktuellen RP-Artikel wird das System Klotz („Völker aller Länder, kommt nach Kleve!“) , das doch angeblich so toll war, dann zu Grabe getragen. Der HSRW-Präsident Locker-Grütjen annonciert wörtlich „einen bunten Strauß von Zulassungsvoraussetzungen“ für künftige Studenten, insbesondere mit Mathetests (angeblich aber liegen die Abschlussquoten an der HSRW im bundesweiten Durchschnitt), und seine Vizepräsidentin Tatiana Ziemenkowa kündigt – laut Bericht – an, zu prüfen, in welchen Studiengängen „mehr europäische, in welchen mehr deutsche und in welchen mehr internationale Studenten zugelassen“ werden sollten. Das aber erscheint, die Korrektheit des Zitats mal unterstellt, wie eine feine Unterscheidung in gute und böse Ausländer (mehr Holländer? Weniger Inder?), die vermutlich keiner juristischen Prüfung und schon gar keiner ethischen (außerhalb der AfD) standhalten dürfte.

Kleiner Service, wegen der Bedeutung der Ankündigung, für die hier mitlesenden ausländischen Studenten:

Good foreigners, bad foreigners: In the current RP article, the Klotz system (“Peoples of all countries, come to Kleve!”), which was supposed to be so great, is buried. HSRW President Locker-Grütjen introduces “a colorful bouquet of admission requirements” for future students, especially with math tests (supposedly, however, the graduation rates at HSRW are at nationwide average), and his Vice President Tatiana Ziemenkowa announces – according to the report – to check in which courses “more European, in which more German and in which more international students should be admitted”. But that appears, assuming the correctness of the quotation, like a fine distinction between good and bad foreigners (more Dutch? Fewer Indians?), which should probably not withstand any legal examination and certainly not an ethical one (outside the AfD).

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8 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 8. Chewgum

    @6 “Durchmischung” erreichen?

    Jo, da sitzen Leute in der zuständigen Stelle, die das beeinflussen. Wenn die Leute, die sich beworben haben, dann nicht spuren, werden sie zu einem persönlichen Gespräch gebeten. So läuft das, bis es passt.

    Für alle Fälle:

    Satire

     
  2. 7. Schwarzer Kater

    Liebe Vizepräsidentin,
    bevor Du Dich so zitieren lässt, hast Du niemanden gefragt wie sich das anhört? Als waschechter Asiate (Katzen sind vor einigen Tausend Jahren aus Asien nach Europa eingewandert) bin ich nicht begeistert. Es wäre mir lieber gewesen, wenn Du gesagt hättest „Es ist egal woher Ihr kommt, Hauptsache Ihr könnt gut Mäuse fangen. Soll heißen die Mathematik ist für Euch so was wie gutes Werkzeug für den geschickten Handwerker.“

     
  3. 6. Andre Gerritzen

    Wie sieht es an der HSRW in Kleve eigentlich mit der Geschlechterverteilung aus?

    Mir kommt es so vor das in bestimmt Fachbereich die Männer in der Überzahl sind.
    In anderen wieder rum die Frauen, was an anderen Hochschulen auch normal ist.

    Dann kommt hinzu das bestimmt Fachbereich bevorzugt von Inder, andere von Chinesen und wieder andere von Deutschen bevorzugt werden.
    So kann es sein das einige Studiengängn zu 2/3 von indischen/pakistanischen Männer belegt sind und in anderen sind es 2/3 deutsche Frauen.

    Das ist jetzt so meine Beobachtung im Umgang mit Studenten der Hochschule und vielleicht will die HSRW da eine bessere Durchmischung erreichen?
    Eigentlich gefällt mir der hohe Anteil an nicht EU-Ausländern ziemlich gut. Manchmal wünsche ich mir nur das mein Englisch besser wäre….

     
  4. 5. ???

    Könnte man das auch so deuten, dass es dort eventuell Professoren gibt, die ausländische Studenten nicht unterrichten möchten?

    Es ist aus der Realität erwiesen, dass in einigen Studiengängen, ausländische Studierende, bessere Vorbildung und Kenntnisse mitbringen, als inländische Jugendliche.

    Ein kleines Beispiel: Wieso muss man an der HSRW, deutschen Studierenden erst durch Projetarbeit verständlich machen, welche Länder auf dem Kontinent aneinander grenzen?

    Ist das Aufgabe einer Hochschule??? Es ist einfach nur peinlich, wenn das Bildungsniveau so tief ist.

     
  5. 4. ???

    Wurde die HSRW doch mit dem AfD-Virus infiziert?

    Gehört dieses Thema zu einer Forschungsarbeit, auch in Richtung Petersburg / Russland?

     
  6. 3. Lohengräm

    Oh.
    Sorry.

    🙂

     
  7. 2. Niederrheinstier

    @1 (Lohengräm)
    Mmuuuh, Lohengräm, mmuuuh. Ich muss Ihnen grämen, mmuuuuh.
    In der Überschrift vom 15.11.2017 steht ZELT, nicht ZEIT, mmuuuh.
    Zur Karnevalszeit (und zu den sehr simplen, aber einprägsamen Klängen aus dem Karnevalszelt) haben an der HSRW schon häufiger Klausuren stattgefunden, mmuuubuuuh!

    @RD:
    More Dutch – Less Indians (and less East-Asians), mmuuuh???
    Ich hätte da eine gute Synthese zu offerieren, mmuuuh:
    De Nederlandse Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC), mmuuuuh!
    Oder auf deutsch: Die Niederländische Ostindien-Kompanie, mmuuuuh!
    Warum unterscheiden, was historisch zusammengehört (gehören kann), mmuuuuh?

     
  8. 1. Lohengräm

    Klausuren in der Karnevalszeit sind an der TH Aachen völlig normal.