Ausstellung bei Rexing: Wie lässt sich der Dr.-Heinz-Will-Platz gestalten?

Peter Krebs zeigt, was möglich ist

Das Areal vor dem Marstallgebäude heißt Dr.-Heinz-Will-Platz, was die Verdienste des Juristen um den Wiederaufbau der Schwanenburg angemessen würdigt, aber etwa so umständlich wie die Bezeichnung ist der Platz selber (wenn man ihn überhaupt Platz nennen möchte). Es gibt viele Ebenen, es gibt ein Denkmal und es gibt – natürlich – Parkplätze. Bekanntlich plant die Stadt die Aufwertung des Geländes, umgesetzt wird ein Entwurf, bei dem das Denkmal in einen Brunnen gepackt wird (Wasser geht immer), neue Sitzgelegenheiten geschaffen werden und einige Bäume gepflanzt werden. Damit könnte man zufrieden sein, oder?

Ja und nein.

Ja, weil die Trostlosigkeit des aktuellen Zustandes überwunden wird. Und nein, wenn einem unter die Nase gerieben wird, was noch so alles möglich sein könnte. „Extrem realistisch“ sei es, dass etwas vom dem, was seit Freitag im ehemaligen Möbelhaus Rexing ausgestellt wird, einmal Wirklichkeit wird, sagt Peter Krebs. „Nur die Parkplatzfrage muss vorher geköärt werden.“

Peter Krebs machte 1984 in Kleve sein Abitur (am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium), studierte Architektur, arbeitete unter anderem im Büro von Gottfried Böhm und ist seit 2013 Professor an der Hochschule für Technik in Stuttgart – und erinnerte sich dort seiner Klever Wurzeln. Krebs initiierte ein Studienprojekt, dessen Aufgabe die Neugestaltung des Dr.-Heinz-Will-Platzes war. 17 Studierende machten mit und legten acht Entwürfe vor, die staunen lassen. Drei Monate dauerte das Projekt, also stecken insgesamt 51 Monate in den Plänen, „das ist eine unglaubliche Arbeit, die darin steckt“, so Krebs.

Zwei Gemeinsamkeiten haben alle Vorschläge: Zum einen werden bis auf die Zufahrt zur Schwanenburg alle Autos aus dem Areal verbannt, zum anderen sehen alle Entwürfe auf dem öffentlichen Parkplatz am südlichen Ende sowie auf dem privaten Parkplatz am nördlichen Ende jeweils Bebauung vor – um den Platz, der stadtgeschichtlich nur ein „Zwischenraum“ war, so Krebs, einzufassen.

Und dann gab es jede Menge einzelner Ideen – mal versponnen, mal so naheliegend, dass man sich wundert, dass sie nicht schon längst umgesetzt worden sind. Eine Arbeitsgruppe wollte an der Hangkante ein kleines Bad bauen, eine andere sah einen kleinen Turm (in verspielter Konkurrenz zur Schwanenburg) vor, von dem aus die Menschen endlich wieder über die Hangkante schauen könnten (wie dies in Vorkriegszeiten der Fall war, als neben der Synagoge noch ein beliebtes Ausflugscafé stand).

Ein Entwurf kam mit der Idee, den Abhang vor der Schwanenburg mit Sitzstufen zu terrassieren. Eines der zu errichtenden Gebäude soll ein Café beherbergen, außerdem sollen Wohnungen entstehen, damit der Platz belebt ist und nicht nach Büroschluss die Bürgersteige hochgeklappt werden.

Die Ausstellung kann noch an diesem Samstag und Sonntag besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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Kategorisiert als Alles, Stadtleben

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