Wo auch immer sich die kritischen Beobachter des Zeitgeschehens versammeln, um einander mit neuen Erkenntnissen zu befruchten, also in den Cafés und an den Tresen der Stadt, gab es gestern ein vorherrschende Thema – die Ernährungsgewohnheiten des ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Nitsch.
Die Rheinische Post hatte unter der Überschrift „36-Euro-Essen erhitzt die Gemüter im Klever Rat“ darüber berichtet, dass zum Abschiedsessen für die zum Ende der vergangenen Legislaturperiode ausgeschiedenen Ratsmitglieder auch eine Person erschienen sei, die dort gar nicht hingehört habe. Der Teaser endet – fachgerecht – mit der Frage: „Auf Kosten des Steuerzahlers?“
Dass es sich bei der Person um Christian Nitsch gehandelt hat, sickerte trotz Bezahlschranke schnell durch. Der also sei einfach zum Essen erschienen, und schnell war so das Bild vom professionellen Büffetabräumer in der Welt. Befeuert wurde das Ganze noch dadurch, dass die CDU in der Ratssitzung, die am Mittwoch, einen Tag nach dem Essen, stattfand, den Vorfall in eine Anfrage ansprach.
„Persönlich getroffen“ sei sie gewesen, so Andrea Schwiete, die selbst stellvertretende Bürgermeisterin ist. Die Christdemokraten nutzten das Thema, um das zu tun, was sie zurzeit am liebsten tun – den Bürgermeister angehen. Markus Dahmen (parteilos) habe versagt, vor Ort einzugreifen.
Aus Sicht der SPD stellte sich der Vorgang indes komplett anders dar. Am Dienstag während der Fraktionssitzung habe man von dem Termin erfahren und vermutet, dass die Einladung zwar erfolgt, aber irgendwo intern verloren gegangen sei. Dass der Fraktionsvorsitzende oder die Fraktionsvorsitzende eingeladen wird, sei in früheren Ratsperioden Usus gewesen. Da Christian Nitsch in der vergangenen Ratsperiode Chef der SPD-Fraktion war, übernahm er spontan den Termin und erschienen mit wenigen Minuten Verspätung im Hotel Elaya. Dort suchte er sich einen freien Platz in der Runde und bemerkte erst dann, dass er in der Gruppe der einzige im Stadtrat aktive Parteipolitiker war. Wie sich später herausstellte, war dem neuen Bürgermeister Markus Dahmen das Prozedere nicht geläufig, weshalb er überhaupt keine Fraktionsvorsitzenden eingeladen hatte. Offenbar gab es auch in seinem Umfeld niemanden, der soweit zurückdenken konnte.
Nitsch jedenfalls nahm an Essen teil, verabschiedete sich jedoch frühzeitig, ging zur Kasse und bezahlte dort seine Zeche selbst. Diese Information findet sich auch in dem Artikel in der Rheinischen Post – allerdings hinter der Bezahlschranke, im letzten Satz des Beitrags, und dann noch in indirekter Rede. Soweit werden die meisten Leser vermutlich gar nicht gekommen sein, für sie wird einfach der Eindruck geschaffen, dass die Politiker die Stadt als Selbstbedienungsladen begreifen. Die Zeitung selbst bezeichnet den Vorfall als „Posse“, ein Begriff, der modernen Sprachgebrauch genutzt wird, um als grotesk empfundene Vorgänge in Gesellschaft und Politik zu beschreiben. Grotesk ist aber einfach nur der selbst verursachte Wirbel (hier dann allerdings auch).


Ich bin nicht unbedingt – trotz gemeinsamer Projekte in der Vergangenheit – ein Freund von Christian Nitsch.
Aber – was hier hochstilisiert, dazu noch gekünstelt, wird mag eher an die 1930-er Jahre denn an Demokratie erinnern.
Ein „Pfui“ an den Club Der Ungeheuer!
Ein Christian Nitsch ist der CDU in Kleve seit ca. 15 Jahren ein Dorn im Auge; er hinterfragt “ Kleefse Usus“, stellt unangnehme Fragen und nervt einfach – Was ehrliche Politiker auch machen sollten!
Mal ehrlich – Chrtistian Nitsch scheffelt soviel Kohle; da hat er es nicht nötig sich durch zu schnorren!
Der Versuch der Verunglimpfung ist alles Andere als würdig; Eher ein Akt der unterirdischen Fehde niedrigster Moral.
Man schaue doch einfach nur wer der verfasser des Artikels für die RP ist und welcher Partei diese Person angehört. Ich hätte von Marten mehr erwartet als solche billigen Dinge.
Christian Nitsch ist für mich eine Person, die sich durch Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und ein aufrichtiges Engagement auszeichnet. Jemand, der nicht auf Kosten anderer lebt schon gar nicht auf Kosten der Steuerzahler. Und dann wird ernsthaft darüber debattiert, ob es um 35 € geht?
Ganz ehrlich,
wen interessiert das wirklich?
Die Bürgerinnen und Bürger in Kleve haben ganz andere Sorgen.
Unsere Innenstadt verliert ein Geschäft nach dem anderen, die Attraktivität der Stadt nimmt spürbar ab, und genau DAS sind die Themen, die endlich in den Fokus gehören.
Solche Nebendiskussionen wirken nicht nur kleinlich, sondern lenken auch bewusst von den eigentlichen Problemen ab.
Und das ist das, was viele Menschen hier zunehmend frustriert: Man hat das Gefühl, dass weder Parteien noch Verwaltung wirklich zuhören oder die dringenden Anliegen der Bürger ernst nehmen.
Vielleicht wäre es an der Zeit, solche Themen intern und mit Augenmaß zu klären und sich öffentlich endlich wieder den Dingen zu widmen, die unsere Stadt wirklich voranbringen.
So wie es aktuell läuft, hinterlässt es vor allem eines:
Enttäuschung…