2027 – das Jahr des großen Stadtumbaus

Platz vor der Herzogbrücke

Der große Stadtumbau kündigt sich mit kleinen Zetteln an, die an die an der Herzogbrücke abgestellten Fahrräder gehängt wurden. Sie müssen weg, damit die Vorarbeiten für die Umgestaltung des Platzes beginnen können – in einem ersten Schritt werden ab Montag Fachleute des Kampfmittelräumdienstes das künftige Baufeld auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen. Dafür wird ein Teilbereich des Platzes an der Herzogbrücke zwischen dem Gebäude der Deutschen Bank, der Volksbank und dem Spoycenter gesperrt. Am Ende soll der Platz, zurzeit kaum als solcher erkennbar, das bieten, was der Innenstadt generell mehr und mehr abhanden zu kommen scheint: Aufenthaltsqualität.

Neue Mitte

Diese Umgestaltung soll noch in diesem Jahr erfolgen, und sie ist gewissermaßen die Ouvertüre für das, was der Stadt im kommenden Jahr bevorsteht – die komplette Umgestaltung der Fußgängerzonen, also der Großen Straße (bzw. Herzogstraße), Kavarinerstraße, Hagschen Straße und der Gasthausstraße. Am Mittwoch stellte die versammelte Stadtführung (u. a. Bürgermeister Markus Dahmen, Technischer Beigeordneter Christian Bomblat, Tiefbauamtschef Bernhard Klockhaus) die Pläne den Geschäftsleuten, Anwohnern und Interessierten im Rathaus vor – die grundsätzlich auf Zustimmung stießen, weil einerseits mehr Grün in die Stadt geholt werden soll (also mehr als die Bäume in den Stahlgefängnissen, die dort seit ca. 1980 stehen) und andererseits die schon oben erwähnte Aufenthaltsqualität gesteigert werden soll – beispielsweise indem die Einfassung des Brunnens am Fischmarkt neu zugeschnitten werden und so gestaltet werden soll, das man am Rand sitzen kann. Die Pflasterung bleibt im Prinzip erhalten, soll aber durch hellere Steine aufgelockert werden und wegweisend wirken. Auch am Brunnen Kavarinerstraße/Große Straße soll es bessere Sitzmöglichkeiten geben als bisher.

Wasser soll auch den Großen Kurfürsten aufwerten

Ambitioniert ist indes der Zeitplan. Zur Landesgartenschau 2029 soll natürlich alles fertig sein. Das große Jahr des Stadtumbaus soll allerdings 2027 werden. Das ist, von heute an gerechnet, nur noch 293 Tage entfernt, und die zu vergebenden Arbeiten sind noch nicht einmal ausgeschrieben. Das rechtssichere Abfassen der Ausschreibung, die darin enthaltenen Fristen, die Vergabe selbst – ein solcher Prozess zieht sich normalerweise über Monate hin. Auf gar keinen Fall dürfte er bis zum kommenden Jahr andauern, denn die Geschäftsleute möchten auf keinen Fall, dass das Weihnachtsgeschäft beeinträchtigt wird.

Wenn die Bauarbeiten während der umsatzstarken Monate andauern, so sagte es ein Geschäftsmann, sei er im Jahr darauf weg. Ein Hoffnungsschimmer ist allerdings, dass die Verena Rohde, die Chefin der Klever Wirtschaftsförderung, in gleicher Funktion in Kevelaer aktiv war, also dort die Fußgängerzone umgestaltet wurde und sich dort recht erfolgreich so genanntes „Baustellenmarketing“ betrieben hat – frei nach dem Motto „It’s not a bug – it’s a feature“.

Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass 2027 auch die Spyckbrücke saniert wird (was heißt: neu gebaut wird). Damit wird die wichtigste Verkehrsader der Stadt, der Klever Ring, unterbrochen. Das heißt, die Verkehrsströme werden über Monate neu sortiert werden müssen. Möglicherweise führen daraus resultierende Beeinträchtigungen auch dazu, dass die geschätzte Kundschaft aus dem Nachbarland vergrämt wird. Immerhin konnte durch Planungsänderungen zumindest auf dem Papier die Bauzeit für die Brücke deutlich reduziert werden (von 18 auf neun Monate). Doch so oder so: Für die Geschäftsleute in der Innenstadt stehen spannende Zeiten bevor.

Deine Meinung zählt:

44 Kommentare

  1. 44

    @42
    Mmuuuh, Hanse, danke, ich fühle mich ob Ihres Kommentars jetzt stolz und geehrt!
    Denn Anerkennung gibt es bekanntlich umsonst, mmuuuh, aber Neid und Hass, so wie Sie ihn anlasslos schüren, den muss man sich erst einmal mmüüühsam ermmuuuhen.

  2. 43

    …um noch mal auf den Titel dieses Beitrags zurück zu kommen: „2027 – das Jahr des großen Stadtumbaus“, da kann ich nur sagen: „Dann haut mal rein, Jungs!“

  3. 41

    @40 ???

    Vielen Dank für den Austausch. Dass Sie sich als ‚falsche Adresse‘ sehen, ist völlig legitim – allerdings habe ich im Wesentlichen lediglich Ihre Fragen beantwortet und die sachlichen Hintergründe beleuchtet, die für die Einordnung der aktuellen LAGA-Situation zwingend erforderlich sind.

    Ein ‚Feindbild‘ sehe ich weder in Ihnen noch im Förderverein oder der Stadt Kleve. Ganz im Gegenteil: Schon während meiner aktiven Zeit im Vorstand des Spoykanal- und Schleusenfördervereins habe ich mein Engagement nie als Kampf gegen Personen oder die Institutionen, sondern immer als Einsatz für die Sache betrachtet. Unterschiedliche Wahrnehmungen und Perspektiven sind in einer lebendigen Stadtgesellschaft vollkommen in Ordnung und sogar notwendig.

    Warum ich die öffentliche Debatte der direkten Ansprache des Vereinsvorstands vorziehe?

    Weil es hier nicht um persönliche Befindlichkeiten geht, sondern um öffentliche Belange: Es geht um Millionen an Steuergeldern, um die Qualität städtischer Projektsteuerung und um die Frage, wie ehrlich Bürgerbeteiligung in Kleve gelebt wird. Diese Themen gehören auf den Marktplatz der Meinungen, nicht in ein geschlossenes Sitzungszimmer.

    Ich entziehe mich keinem Dialog zur Sache, sollte er sich ergeben. Aber solange fundamentale Warnungen – wie damals bei der Schleuse – ignoriert werden und Strukturen im Stillen zementiert werden, bleibt die öffentliche Analyse mein Weg, um für eine ehrliche Zukunft unserer Stadt einzutreten.

    Wer die Fakten als ‚Unzufriedenheit‘ abtut, verkennt, dass Fortschritt in Kleve nur entstehen kann, wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, anstatt sie leise zu verwalten.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute 🤝

  4. 40

    @39.
    Um zum Ende zu kommen ….
    bitte, wäre es nicht angebrachter, wenn Sie sich mit Ihrer Unzufriedenheit und Ihrer Beschwerde z.B. direkt an den Förderverein wenden würden?
    Ich bin die falsche Adresse, ich habe damit nichts zu tun…. bin auch kein „Wasserträger“, und in meinem Leben und Umfeld gibt es keinerlei „künstlichen Feindbilder“…..

  5. 39

    @38 ???

    Es ist interessant, dass Sie die Veranstaltung in der Stadthalle so harmonisch in Erinnerung haben.
    Offensichtlich ist Ihnen dabei entgangen, wie entlarvend der Abend in der Tiefe war.

    Wenn Sie vor Ort waren, haben Sie sicher auch den gut gelaunten Vortrag des Gründungsmitglieds Markus Kock gehört. Es war schon ein bemerkenswerter Moment, als er – völlig unaufgefordert und fast schon prophetisch – dem Publikum zurief, man solle nun bloß nicht glauben, dass bereits alle ‚Pösken‘ verteilt seien. War nicht das die vorweggenommene Antwort auf das, was man Ihrer Auffassung nach an dem Abend hätte fragen sollen? Also nur so rein zufällig, bevor jemand tatsächlich fragt – mit oder ohne ein Gläschen Sekt in der Hand. So rein vorsorglich, um die harmonische Stimmung des Abends nicht zu erschüttern…

    Sie werden aber auch miterlebt haben, das kritische Fragen aus dem Publikum vom Podium direkt beschnitten und nicht sachlich beantwortet wurden. Oder etwa nicht?

    Fragen wir uns doch einmal: Warum muss ein Gründungsmitglied eines angeblich ‚offenen‘ Bürgervereins so etwas überhaupt betonen? Wer nichts zu verbergen hat, muss keine ‚Pösken-Verteilung‘ dementieren. Dieser Satz fiel genau deshalb, weil die Vorfestlegung (Gründung am 10.10., fertige Satzung, gesetzter Interimsvorstand) für jeden kritischen Beobachter im Saal unübersehbar war.

    Und was die ‚Pösken‘ angeht: Wenn man die Satzung liest, wird klar, dass Herr Kock recht hatte – es geht nicht nur um Pöstchen, sondern vielleicht um zukünftige handfeste Aufträge. Paragraf 2, Ziffer 5, Absatz 2 der Satzung legitimiert ausdrücklich die Vergabe von honorierter Arbeit an Vorstandsmitglieder. Und damit ist nicht die obligatorische Aufwandsentschädigung gemeint, die in jeder Vereinssatzung üblich ist.

    Sie nennen es ‚ruhiges Engagement ohne Schulterklopfen‘. Ich nenne es eine Struktur, in der die Bürger ehrenamtlich arbeiten sollen, während sich die Führungsebene per Satzung das Recht gesichert hat, für ihre Dienste Rechnungen zu schreiben.
    Echte Gemeinnützigkeit braucht keine Hintertüren für Honorare und keine spontanen Dementis von der Bühne. Sie braucht Glaubwürdigkeit von der ersten Sekunde an – und genau die wurde am 10.10.2024 im Hinterzimmer verspielt.

    Damit wir uns nicht missverstehen: Ein Förderverein für die LAGA 2029 ist grundsätzlich gut, richtig und absolut zweckdienlich. Er könnte das Kraftzentrum bürgerschaftlichen Engagements sein, das Kleve so dringend braucht.

    Aber genau deshalb wiegt die Kritik an der Umsetzung so schwer. Glaubwürdigkeit ist das einzige Kapital, das ein solcher Verein besitzt. Wenn dieses Kapital schon bei der Gründung am 10.10.2024 im Hinterzimmer verspielt wird, leidet das gesamte Projekt:

    Ein Verein, der erst im Stillen gegründet wird und dann die Bürger zur Statistenrolle in einer inszenierten ,Gründungsversammlung‘ 18 Tage später einlädt, erstickt die Motivation Vieler im Keim.

    Ehrenamt vs. Honorar: Ich will hier keinem der Akteure irgendetwas unterstellen. Allerdings, wenn die Satzung, die ohne Beteiligung der Bürgerschaft erstellt wurde, bereits die Bezahlung von Vorständen legitimiert, konterkariert das den Geist des uneigennützigen Einsatzes.

    Dass Gründungsmitglieder von der Bühne herab präventiv betonen müssen, es seien noch nicht alle ‚Pösken‘ verteilt, zeigt doch, wie tief das Misstrauen bereits sitzt – und wie berechtigt es ist.

    Mein Ziel ist kein ‚Dagegen-Sein‘, sondern die Forderung nach echter Augenhöhe. Kleve verdient einen Förderverein, der Stolz auslöst.

  6. 38

    @37.
    Es gibt Menschen, die keinerlei Ablenkungsmanöver benötigen.
    Am diesem beschriebenen Abend konnte man sich, auch ohne Sektkonsum und ohne Unterschriftsleistung, einfach nur informieren.
    Während dieser Veranstaltung gab es auch Möglichkeiten zur Fragestellung und danach natürlich auch für Diskussionsbedarf.

    Man muss natürlich auch nicht alles für die eigene Befindlichkeit nehmen, man kann auch einfach persönliches, ruhiges Engagement ohne Schulterklopfen, für die Allgemeinheit einsetzen.
    Aber das ist nur meine Meinung und Sichtweise …….

  7. 37

    @35 ???

    Ihre Frage ist ein klassisches Ablenkungsmanöver, um von der inhaltlichen Schwere der Vorwürfe abzulenken. Die Antwort ist schon in Kurzform simpel: Ich habe nicht geschwiegen, sondern die Stadt hat die Kanäle für echte Kritik systematisch verstopft.

    In Langform ausgedrückt:
    Ihre Frage impliziert, man hätte an diesem Abend eine echte Wahl gehabt. Das Gegenteil ist der Fall:

    Der Abend in der Stadthalle war kein Forum für Kritik, sondern wurde reine Werbe- und Verkaufsveranstaltung inszeniert, nicht als demokratische Gründungsversammlung mit Aussprache.

    Wer dort ans Mikrofon getreten wäre, um die rechtliche Vorab-Gründung vom 10.10. oder die personelle Vorfestlegung zu monieren, wäre als ‚Störenfried‘ einer ,Sekt-Party‘ abgetan worden. Echte Mitbestimmung sieht anders aus als ein vorgefertigtes Beitrittsformular.

    Wir sind nicht erst jetzt da: Zu behaupten, ich käme erst jetzt ‚um die Ecke‘, ignoriert die jahrelange Arbeit des Vereins ‚Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V.‘. Wir haben Verwaltung und Politik jahrelang fachlich fundierte Hinweise zum Thema „Stadt am Wasser“ geliefert, insbesondere zur Inwertsetzung des Spoykanals und zur Schleuse Brienen, geliefert – schriftlich, offiziell und rechtzeitig. Das Ergebnis? Systematische Ignoranz durch die Stadtorgane.

    Konsequente Distanz: Wenn man merkt, dass eine Veranstaltung nur der Akquise von ‚Wasserträgern‘ dient und die strategischen Weichen im Stillen längst gestellt wurden, ist die konsequente Antwort nicht das ‚Monieren‘ in einer Werbeshow, sondern die Verweigerung der Mitgliedschaft.

    Dass ich diese Fakten heute öffentlich mache, liegt daran, dass die Stadt Kleve nun mit der LAGA 2029 genau dasselbe Muster aus Intransparenz und Bürger-Alibi wiederholt. Wer aus der Geschichte der Schleuse Brienen nichts gelernt hat, muss sich die unbequemen Wahrheiten eben jetzt anhören.
    Es geht nicht um den Zeitpunkt, sondern um die Richtigkeit der Fakten. Und die sind bis heute von der Stadt unbeantwortet.

  8. 35

    @33.
    ……. und warum haben Sie Ihr Ärgernis nicht direkt an beschriebenem huAbend an Ort und Stelle offiziell moniert, warum und weswegen kommen Sie erst jetzt damit „um die Ecke“?

  9. 34

    @31 Peter Brückner

    Es freut mich, dass es gelungen ist, einer Meinung zu seien. Das meine ich ehrlich.

    Sie schreiben: „…Selbst der Gutachter war erstaunt, dass er inhaltlich vollkommen falsch eingewiesen wurde….“

    Ich gehe davon aus, dass Sie den Gutachter meinen des Fachingenieurbüros aus Aachen (dessen Namen ich gerade nicht abrufen kann). Ich habe seinen Vortrag zusammen mit Frau Dr. Barbara Hendricks im Puplikum mit Kopfschütteln und Fassungslosigkeit verfolgt. Später hatte ich Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.

    Meinten Sie diesen Gutachter?

  10. 33

    @32 ???

    Gerne helfe ich Ihrem Gedächtnis mit den offiziellen Fakten auf die Sprünge, denn die zeitliche Abfolge ist der Beweis für die Vorfestlegung:

    Die rechtliche Gründung (10.10.2024): Laut den offiziellen Meilensteinen der Stadt Kleve wurde der Förderverein bereits am 10. Oktober gegründet. Ein Verein kann rechtlich nur existieren und beim Amtsregister angemeldet werden, wenn bei dieser Gründung bereits eine fertige Satzung unterschrieben und ein vorläufiger Vorstand (Interimsvorstand) bestimmt wurde.

    Die Stadthallen-Inszenierung (28.10.2024): Als die Bürger 18 Tage später in die Stadthalle eingeladen wurden, traten sie einem Verein bei, dessen Regeln (Satzung) und handelnde Personen im Kern bereits im ‚Stillen‘ festgelegt waren. Die Bürger durften dort lediglich Beitrittsformulare unterschreiben – mitgestalten konnten sie das Fundament des Vereins nicht mehr.

    Die ‚Wahl‘ im Januar (28.01.2025): Dass die offizielle Wahl der ersten Vorsitzenden (Ute Marks) erst im Januar stattfand, ändert nichts an der strategischen Vorarbeit. Wer glaubt, dass eine ehemalige Stadtmarketing-Chefin ohne monatelange Absprache mit der Stadtspitze plötzlich aus dem Nichts zur Vorsitzenden ‚gewählt‘ wird, verkennt die Realität der Klever Hinterzimmer-Politik.

    Fazit: Der Vorstand mag formal erst im Januar gewählt worden sein, aber das ‚Drehbuch‘ für diesen Verein wurde am 10.10.2024 geschrieben – ohne (!!!) die Öffentlichkeit.

    Wer erst die Regeln festlegt und die Köpfe aussucht und dann die Bürger zum Sektumtrunk einlädt, um sie als ‚Wasserträger‘ zu rekrutieren, darf sich über das mangelnde Vertrauen nicht wundern. Echte Bürgerbeteiligung sieht anders aus.“

  11. 32

    @30.
    Soweit ich mich rückwirkend erinnern kann, wurden bei der Gründungsversammlung Formulare für Interessierte zum Ausfüllen ausgegeben.
    Meiner Meinung nach waren unter den Fördervereinsmitgliedern die Vorstandswahlen später.
    Aber das kann man bestimmt medial heraus finden …..

  12. 31

    Die von Herrn Plecker geäußerte Kritik ist durchaus berechtigt und ein Dokument für jahrzehntelange verfehlte Stadtentwicklung. Die Marke „Stadt am Wasser“ ist schnell formuliert. Eine Umsetzung schier unmöglich. Die erstellten Gutachten wurden schon bei der Auftragserteilung mit fehlerhaften Entwicklungszielen und Vorgaben manipuliert und die gefassten Ratsbeschlüsse nicht berücksichtigt. Selbst der Gutachter war erstaunt, dass er inhaltlich vollkommen falsch eingewiesen wurde.

    Erinnern wir uns, dass über die Bebauung des Minoritenplatz seit einem halben Jahrhundert ergebnislos diskutiert wird. Es gab und gibt viele Vorschläge, Konzepte, Ideen, Gutachten- Auch die Nutzbarmachung unter Einbeziehung eines Zugangs zum Wasser. Nichts davon wurde umgesetzt. Nur private Initiativen – wie der VoBa-Neubau oder das Hotel 130 haben die Chance genutzt, eine attraktive Fläche zu bebauen. Das sich die Wasserbereiche zu einer stinkenden Kloake entwickeln, ist nicht bedacht worden. Bequem ist es dafür den Klimawandel (Temperatur des Regenwassers) als Begründung heranzuziehen und nicht die veränderte Nutzung des Wasserlaufes zu berücksichtigen.

    Selbst die Begrünung der Restflächen des Minoritenplatzes traute man sich nicht vorzunehmen, um nicht doch noch eine Investorenentwicklung zu verhindern. Dabei hätten sich die Klever Bürger über ein begrüntes Umfeld in der Klever Unterstadt nach dem Sontowski-Skandal schon seit 15 Jahren freuen können – ohne das eine bauliche Entwicklung verhindert wurde. Und das wird auch die nächsten 50 Jahre so bleiben.
    Letzter O-Ton der Verwaltung war im Bewerbungsverfahren zur LaGa, die Minoritenplatzfläche als Veranstaltungsfläche für die LaGa mit einzubeziehen. In den aktuellen Plänen fehlen diese Bereiche genauso, wie die Gebiete in den Galleien. Eine Mogelpackung der Verwaltung.

    Ach ja – das Bewerbungsverfahren- ohne Beteiligung der politischen Gremien. Kritik?- Nein nicht zulässig. Mitarbeit? Nicht gewünscht. Beschlüsse über Verfahren, Ziele und Inhalte? Nicht notwendig. Selbst der Beschluss zum städtebaulichen Wettbewerb für die Innenstadtplanung konnte erst gefasst werden, nachdem der Rat darauf bestanden hat, vorab die Ausschreibungsziele und -kriterien zu prüfen. Der Zeitplan sah dies nicht vor – und deshalb musste die beleidigte Verwaltung kurzfristig eine Sondersitzung des Rates einberufen. Inhaltliche Beratung in den dafür zuständigen Fachgremien gab es deshalb natürlich nicht. Das Thema schien aus Sicht der Verwaltung nicht bedeutungsvoll genug für eine Beratung im Stadtrat zu sein. Das Aufstellen von begrünten Buswartehäuschen hat da mehr Gewicht.

    Oder ich erinnere mich an die Diskussion um die „neue Mitte“. Auch hier sollte die Innenstadt gestärkt werden. Man sah einen Knochen, der in der Unterstadt durch die Minoritenplatzbebauung einen Schwerpunkt bekommen sollte und die Oberstand mit dem Linde-Marktplatz der zweite Schwerpunkt. Als verbindender Knochenstiel die Fußgängerzone mit dem Anker „Neue Mitte“. Was ist daraus geworden? Am Fischmarkt endet die Innenstadt. Der Bereich zwischen Elsa und Linde ist nicht mal mehr im Fokus der Stadtplaner.

    Und so geht es weiter … aber ich denke der Beitrag ist schon lang genug.

    Und @12. ??? : „Ist es nicht auch in Kleve so, dass der Stadtrat Beschlüsse fasst, die Verwaltung prüft die Umsetzbarkeit und führt die Beschlüsse aus?
    Die Ratsmitglieder kontrollieren die Verwaltung bei der Umsetzung der Beschlüsse?“

    Ja-so sollte es sein. In der Regel ist die Verwaltung sehr kreativ, um Gründe zu finden, einen Beschluss zu verhindern. Sie prüft sehr kreativ und vermeidet so, Dinge umsetzen zu müssen, die der Verwaltung nicht gefallen. Ein Beispiel? Die Nutzung der Rathaustiefgarage als öffentliche Fahrradgarage wird schlicht kaputt gerechnet. Oder die Verlängerung der City – Bus Linie wird mit fehlerhaften Kostenberechnungen verhindert.
    Kontrolle ist da auch nicht mehr erforderlich. Selbst kritische Nachfragen zu Inhalten der Controlling Berichte werden von führenden Mitarbeitern der Verwaltung als Erbsenzählerei diskreditiert. Sogar die selbstgesteckten Zielvorgaben werden verfehlt und Niemanden interessiert das.

    Ja- und das erzeugt Frust, bei Allen die sich engagieren.

  13. 30

    @28 ???

    Sicherlich konnte man sich in der Stadthalle in eine Liste eintragen – aber damit unterschreibt man eben auch eine Satzung und akzeptiert einen Vorstand, die beide bereits ohne die Öffentlichkeit im Stillen beschlossen wurden. Sich unter diesen Vorzeichen einzutragen, bedeutet nicht Mitgestaltung, sondern die nachträgliche Legitimation fertiger Tatsachen. Echte Bürgerbeteiligung sieht anders aus: Sie beginnt mit einer offenen Gründungsversammlung, in der die Satzung gemeinsam debattiert und der Vorstand aus der Mitte der Versammlung gewählt wird.

    Hinter dieser Fassade der ‚Bürgernähe‘ verbirgt sich zudem ein klares ökonomisches Kalkül: Der Förderverein soll die Finanzierungslücke der Stadt Kleve schließen.

    Bürger als Haushaltskonsolidierer:
    Die Mitgliedsbeiträge werden fest in das LAGA-Budget eingeplant, um ein Projekt zu stützen, dessen strategische Weichen längst ohne echte Bürgerbeteiligung gestellt wurden.

    Ehrenamt als geldwerter Vorteil:
    Durch ‚niederschwellige Aktivitäten‘ und unentgeltlichen Einsatz sollen Personalkosten gespart werden. Der Bürger wird hier zum Zahler und Arbeiter degradiert, während die Entscheidungshoheit fest im Rathaus verbleibt.

    Sich nicht einzutragen, ist daher ein Akt der demokratischen Konsequenz. Es geht nicht darum, Teil einer Liste zu sein, sondern darum, ob man als Bürger ernsthaft an der strategischen Gestaltung der LAGA 2029 beteiligt wird oder lediglich als kostengünstige Manövriermasse die Statistiken und Haushaltslöcher der Verwaltung aufhübschen soll. Wer den Unterschied zwischen einer bloßen Unterschrift und echter Mitwirkung nicht erkennt, hat das Kernproblem der Klever Beteiligungskultur leider noch nicht verstanden.

  14. 29

    Warum werden eigentlich die Bürger von Duisburg und Krefeld und so in Kürze befragt, ob Duisburg und Krefeld und so sich für Olympia bewerben sollen? Und warum gab es im Gegensatz dazu in Kleve keine Befragung der Bürger, ob Kleve sich für die LAGA 2029 bewerben sollte?

  15. 28

    @27.
    Man könnte aber auch schreiben, dass bei der, von Ihnen beschriebenen Veranstaltung in der Stadthalle, jede/r mit Interesse, sich als offizielles Mitglied eintragen lassen konnte.

  16. 27

    @26 ???

    Nein, ich bin kein Mitglied im LAGA-Förderverein – und das aus zwei sehr bewussten, sachlich fundierten Gründen, die genau das Problem der aktuellen Klever Beteiligungskultur beschreiben:

    Erstens: Erfahrung aus erster Hand:
    Als ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins ‚Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V.‘ habe ich miterlebt, wie die Stadt Kleve mit echtem Bürgerengagement umgeht. Während man uns zwar bei der Errichtung eines Informationskastens in Brienen unterstützte, wurde die eigentliche inhaltliche Sacharbeit des Vereins schlichtweg ignoriert. Wer einmal erlebt hat, wie fachliche Expertise der Bürger an der Verwaltungswand abprallt, lässt sich nicht ein zweites Mal als bloßer ‚Wasserträger‘ einspannen.

    Zweitens: Fehlende Aufrichtigkeit bei der Gründung des LAGA-Fördervereins: Die Veranstaltung in der Stadthalle war keine echte Gründungsversammlung, sondern eine Inszenierung. Dass die Satzung bereits im Stillen beschlossen und der Vorstand vorab besetzt war, entlarvte die Unehrlichkeit der Akteure. Viele Bürger – mich eingeschlossen – lehnen es ab, einer Struktur beizutreten, deren demokratisches Fundament bereits vor der ersten öffentlichen Sitzung zementiert wurde.

    Sich in einem Verein zu engagieren, der offensichtlich nur als Alibi für eine bereits feststehende Verwaltungsstrategie dient, wäre kein Beitrag zur Stadtentwicklung, sondern eine Legitimation von Intransparenz.

    Meine Kritik speist sich also nicht aus mangelndem Interesse, sondern aus der Erfahrung, dass in Kleve echtes Engagement oft nur dann erwünscht ist, wenn es keine kritischen Fragen stellt. Wer Mitgliedschaft mit Kompetenz verwechselt, verkennt, dass die stärksten Impulse für eine Stadt oft von denen kommen, die sich eben nicht in starre, fremdbestimmte Vereinsstrukturen pressen lassen.

  17. 24

    Für alle Freunde meiner langeatmigen Kommentare 😉 und für diejenigen, die die Hintergründe meiner Kritik an den Verfehlungen der Verwaltung nachvollziehen möchten:

    Das Dokument „Wassertourismus in Kleve – Touristisches Marketingkonzept“ der Kleve Marketing GmbH & Co. KG aus dem Jahr 2012 ist ein Beleg für eine reaktive statt aktive Stadtentwicklung. Wer es kennt, wird sicherlich schon jetzt wissen, was ich nun im Folgenden darlege:

    Das „Touristisches Marketingkonzept“ liest sich heute weniger wie ein Strategiepapier, sondern wie eine Dokumentation des Stillstands.

    Hier meine Bewertung der (fehlenden) Innovationsstrahlkraft und die Einordnung in den Kontext der LAGA 2029:

    „Verwaltungslyrik“ statt echter Vision

    Fehlende Tiefe: Das Konzept erschöpft sich in der Definition von Grundbegriffen des Wassertourismus und der Auflistung bereits existierender Vereine. Es fehlen mutige, neue Ansätze, wie man Kleve überregional als Alleinstellungsmerkmal positioniert.

    Abwarten als Strategie: Es wird explizit erwähnt, dass „aufwändige Infrastrukturmaßnahmen im Moment wenig Sinn machen“, da erst 2014 über den Weiterbestand der Schleuse entschieden werde. Diese „Hinhaltetaktik“ verhinderte über Jahre hinweg Investitionen und Innovationen, während man sich auf dem Minimum (Flyer, Internetauftritt) ausruhte.

    Das Paradoxon der „Stadt am Wasser“

    Abhängigkeit ohne Plan B: Das gesamte Konzept gibt unumwunden zu, dass alle Maßnahmen (Hochschule, Opschlag, Hotel Marina) die Befahrbarkeit der Schleuse zwingend erforderlich machen. Dass man nach der Schließung der Schleuse kein Folgekonzept (z. B. für innovative wassertouristische Alternativen ohne Schleuse) vorlegte, zeigt die konzeptionelle Kapitulation der damaligen Marketingleitung.
    Ignorierte Potenziale: Während andere Regionen längst auf Erlebnisinszenierung setzten, blieb Kleve bei „Kettengliedern zum Anlegen“ und einer „Informationstafel“ hängen.

    Fehlende Fortschreibung als Offenbarungseid

    Dass dieses Dokument nach der endgültigen Schleusenschließung nie durch eine zeitgemäße Strategie ersetzt wurde, beweist Ihre These: Die Verantwortlichen – allen voran die jetzige Vorsitzende des LAGA-Fördervereins – haben das Thema Wasser konzeptionell aufgegeben, sobald es schwierig wurde.
    Für die LAGA 2029 bedeutet das: Man versucht nun, ein „Wasserkonzept“ zu verkaufen, dessen fachliche Basis seit über einem Jahrzehnt nicht mehr existiert und nie ernsthaft weiterentwickelt wurde.

    Einordnung in die aktuelle Kritik

    Dieses Papier diente dazu, Aktivität vorzutäuschen (z. B. durch den Wettbewerb „Ab in die Mitte“), ohne die strukturellen Probleme (Technik, Finanzen, Infrastruktur) wirklich anzupacken.

    Fazit: Wer ein Jahrzehnt lang kein wassertouristisches Konzept fortschreiben konnte, dem fehlt heute die Glaubwürdigkeit, ein Millionenprojekt wie die LAGA 2029 unter genau diesem Stern („Stadt am Wasser“) zum Erfolg zu führen.

    Im Jahr 2020 trat der gemeinnützige Förderverein ‚Stadt . Land . Fluss … Schluss? e.V.‘ an, um dieses konzeptionelle Loch zu füllen. Der Verein brachte das ein, was im Rathaus fehlte: Fachexperten, bürgerschaftliches Engagement und eine klare ergebnisoffene Vision für eine touristische Inwertsetzung des Spoykanals – auch und gerade unter den schwierigen Bedingungen nach der Schleusenschließung.

    Die Reaktion der Stadt Kleve?
    Obwohl der Verein das veraltete Marketingkonzept von 2012 analysierte und die fehlende Fortschreibung sachlich kritisierte, stießen die Gesprächsangebote auf taube Ohren. Die Stadt Kleve ließ sich auf dieses konstruktive Ansinnen schlichtweg nicht ein.

    Innovation ‚trotz‘ statt ‚mit‘ der Stadt:
    Der Verein arbeitete daraufhin selbstständig weiter und schuf das, was das Stadtmarketing über ein Jahrzehnt versäumte:

    Die Marke ‚Spoyland‘: Ein emotionales Branding, das den Kanal als Lebensraum begreift.
    Die Klever Uferburg: Ein konkretes Ergebnis dieser Markenarbeit, das heute als Spielplatz am Ufer steht.

    Dass die Stadt Kleve zwar den Namen ‚Uferburg‘ übernahm, sich aber bis heute weigert, die dahinterstehende Marke ‚Spoyland‘ offiziell und offensiv zu bewerben, ist der endgültige Beweis für eine verfehlte Strategie. Man schmückt sich mit den Federn des bürgerschaftlichen Engagements, unterdrückt aber gleichzeitig dessen strategische Weiterentwicklung.

    Für die LAGA 2029 ist das ein fatales Signal: Wer heute behauptet, die Bürger ‚mitnehmen‘ zu wollen, hat in den letzten sechs Jahren bewiesen, dass er engagierte Vereine und fachliche Kritik lieber ins Leere laufen lässt, anstatt gemeinsam die Zukunft der Stadt zu gestalten.

  18. 23

    @17 Benno

    Völlig richtig – der Einwand zu den Besitzverhältnissen ist der aktuelle Beweis für das altbekannte Muster. Genau wie bei der Schleusenplanung, bei der die Verwaltung die technischen Realitäten des Deichverbandes schlichtweg ‚überlesen‘ hat, wurde auch bei der LAGA-Bewerbung das Prinzip ‚Hoffnung statt Hausaufgaben‘ angewandt.
    Man präsentiert dem Rat und der Öffentlichkeit ein glanzvolles Konzept auf Flächen (Galleien), über die man rechtlich gar nicht verfügen kann. Das ist kein ‚zukunftsorientierter Mut‘, sondern eine Wiederholung der fachlichen Sorglosigkeit, die uns schon bei der Rathaus-Tiefgarage teuer zu stehen kam.

    Warum andere Städte ablehnen? Weil sie eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen und ihre Hausaufgaben bei der Daseinsvorsorge priorisieren. In Kleve hingegen wird die LAGA als politisches Denkmal vorangetrieben, während die fachliche Basis – die verlässliche Zusammenarbeit mit Grundbesitzern und Fachbehörden – bröckelt.

    Ihre berechtigte Sorge vor bundesweiter negativer Publicity ist real. Ein Projekt, das auf Verschleierung von Fakten und der Instrumentalisierung von Bürgern fußt, ist kein Erfolg für Kleve, sondern ein unkalkulierbares Risiko.
    Echte Stadtentwicklung braucht Ehrlichkeit bei den harten Fakten (Besitzverhältnisse, Technik, Kosten) statt Marketing-Nebelkerzen. Wer das als ‚altes Thema‘ abtut, hat aus den Millionen-Gräbern der letzten Jahre nichts gelernt.

  19. 22

    @20. Helmuth Plecker
    Nun muss ich etwas korrigieren ……. nirgendwo habe ich über das Thema „Frust“ usw., geschrieben!

    Und noch etwas …… es gibt in Kleve viele Mitmenschen, die ihre Stadt und die Menschen, die dort leben, lieben, gute Ideen dafür hervorbringen und mit offizieller Absprache, einfach und unkompliziert in aller Stille praktisch umsetzen. Man kann das einfach mal so machen und muss dafür nicht immer öffentlich „herumtrommeln“ ……

    Machen Sie, wie Sie meinen ……….

  20. 21

    @18 ???

    Iher Kommentar ist ein klassisches Beispiel für toxische Posivität.

    Wer die Kritik an der LAGA 2029 als ‚altes Thema‘ abtut, verkennt die Tiefe des Versagens beim Schleusendebakel. Hier wurde nicht nur politisch falsch entschieden – hier wurde handwerklich-technisch versagt:

    Die Stadt Kleve verfolgte eine Planung für die Sportbootschleuse, die physikalisch und technisch nie hätte umgesetzt werden können. Warum? Weil die Verantwortlichen in der Verwaltung die zugrundeliegenden Pläne des Deichverbandes Xanten-Kleve entweder nicht mit der gebotenen Sorgfalt gelesen oder den technischen Sachverstand schlicht ignoriert haben.

    Selbst wenn das Geld vorhanden gewesen wäre, hätte das Bauwerk an den realen Gegebenheiten des Deichschutzes und des Denkmalschutzes vorbeigeplant werden müssen. Dies ist kein ‚erledigter‘ Vorgang, sondern ein eklatanter Nachweis mangelnder Fachaufsicht.

    Wenn dieselbe Verwaltung nun die hochkomplexe Infrastruktur der LAGA 2029 steuert, stellt sich die existenzielle Frage: Hat sich die fachliche Sorgfalt im Rathaus seitdem verbessert? Wer technische Pläne von Fachbehörden falsch interpretiert, gefährdet nicht nur Steuergelder, sondern die gesamte städtebauliche Zukunft Kleves.

    Ein ‚Neuanfang‘ für 2029 ist nur glaubwürdig, wenn dieses Kompetenz-Vakuum in der Verwaltung endlich thematisiert und behoben wird, anstatt Kritiker als ‚frustriert‘ zu diffamieren.

  21. 20

    @8 ???

    Es ist bezeichnend: Wenn die Argumente zur Sache fehlen, wird die Länge der Beiträge oder die Motivation des Verfassers kritisiert.

    Zur Länge: Komplexe Fehlentwicklungen wie bei der Schleuse, Podricca oder der Rathaus-Garage lassen sich nicht in einem Drei-Wort-Slogan abhandeln. Wer die Zukunft der Stadt ernst nimmt, muss auch die Ausdauer für eine tiefere Analyse haben.

    Zum ‚Frust‘: Nennen Sie es Frust, ich nenne es Leidenschaft für Kleve. Wer sich über Jahre für Projekte wie ‚Spoyland‘ einsetzt und sieht, wie Bürgerengagement gegen die Wand gefahren wird, darf nicht nur frustriert sein – er muss es sogar sein, um weiterhin den Finger in die Wunde zu legen.

    Anstatt über meine Motivation zu spekulieren, könnten wir über die Fakten sprechen: Warum hat der LAGA-Förderverein so wenig Rückhalt? Warum wurden Fachhinweise bei der Schleuse ignoriert?

    Wer Kritik als ‚zu lang‘ oder ‚frustriert‘ abtut, verweigert schlichtweg den demokratischen Diskurs.

  22. 19

    Natürlich spielt Enttäuschung eine Rolle – und das ist auch gut so! Wer unsere Stadt mag, dem kann es nicht egal sein, wenn sehenden Auges Millionen versenkt, historische Chancen bei der Schleuse und dem Spoykanal vertan und Bürgerideen wie ‚Spoyland‘ und ,Podricca‘ systematisch ausgebremst werden.
    Diesen berechtigten Impuls einfach als ‚Frust‘ abzutun, ist ein billiges Ablenkungsmanöver. Mein primärer Antrieb ist nicht der Frust, sondern die Sorge um die Zukunft von Kleve.

    Das eigentliche Problem ist doch: Es gibt unzählige kluge Köpfe in dieser Stadt, die genau diese fatalen Fehlentwicklungen (Rathaus, Archivierung Podricca, Schleuse uvm.) erkannt haben. Diese Menschen haben keine Lust, sich als ‚Wasserträger‘ in inszenierten Beteiligungsformaten instrumentalisieren zu lassen. Sie ziehen sich enttäuscht zurück, anstatt ihre Energie einzubringen.

    Ist es verwerflich, laut zu werden, wenn man die Fehler der Vergangenheit benennt, damit sie sich 2029 nicht wiederholen? Nein. Verwerflich ist es, Kritik als bloße Laune abzustempeln, anstatt sich den harten Fakten – wie der extrem schwachen Mitgliederentwicklung im LAGA-Förderverein – zu stellen.

    Echte Stadtgestaltung braucht kritische Geister, keine Ja-Sager. Wer den ‚Frust‘ der Engagierten ignoriert, verliert am Ende die Bürger.

    Und genau deshalb zitiere ich hier aus einer E-Mail, die Hans Hoorn (ehem. Stadtplaner von Maastricht & Stadtsoziologe) mir vor einigen Jahren schrieb:

    „…weil eine Stadt braucht Leute wie Sie um etwas bewegen zu können…“

  23. 18

    @16.
    Ach ….. es ist einfach nur lähmend, dauernd alte Themen zu lesen.
    Als zukunftsorientierter Mitmensch könnte man alles neu bewerten, auch Abgelaufenes als erledigt betrachten und auch, wenn nötig neu zu beginnen.
    Aber das ist nur meine Meinung …..

    N.S.
    Man könnte Mitmenschen auch nicht frontal „angreifen“, man kann sich dann eben auch feinsinnig dafür entscheiden, einen „Text“ zu meinen….. 😉

  24. 17

    @16 so ist es.
    Was mir dazu spontan einfällt: können wir Bürger nicht die Absetzung der LaGa beantragen?
    Wie schon an andere Stelle geschrieben: wollte sich jemand ein persönliches Denkmal setzen?
    Warum haben wohl andere Städte dankend abgelehnt? Wie soll die Planung gut sein, wenn schon bei der Bewerbung Flächen genommen wurden, wo die Besitzverhältnisse noch nicht geklärt waren?
    Ich sehe unsere Heimatstadt schon wieder bei RTL und bunderweiter Presse :-/

    Benno

  25. 16

    @ 8

    Manchmal reicht ja nur ein Satz, um zu erkennen, ob jemand zu einer sachlichen Auseinandersetzung in der Lage oder überhaupt willens ist.
    PS.: Kann denn ein Text „beleidigt“ sein? Da müsste er doch auch ein langes und zerknirschtes Gesicht machen können?

    Bei Herrn Plecker hat sich offensichtlich ziemlich viel Frust angesammelt…. Besser er wendet sich mit diesen (langjährigen) Erfahrungen an die hoffentlich engagierten und interessierten Leser hier, als heimlich und wutbürgerlich sein Kreuz bei der AfD zu machen.

  26. 15

    @???: Einfach mal in der Nase bohren oder am Allerwertesten kratzen, vielleicht hilft das.

    Helmut Plecker: Danke für Ihre Mühe.

  27. 14

    @12

    Das Zitat aus Wikipedia beschreibt den Idealzustand der Kommunalverfassung, geht aber an der Klever Realität völlig vorbei. Hier liegt das Problem nicht im ‚Ob‘ der Ratsbeschlüsse, sondern im ‚Wie‘ der fachlichen Umsetzung durch die Verwaltung:

    Die Informationshoheit der Verwaltung: Der Stadtrat kann nur so gute Beschlüsse fassen, wie die Informationen und Gutachten sind, die die Verwaltung ihm vorlegt. Wenn die Verwaltung – wie im Fall der Schleuse – relevante Sachverhalte übersieht, Warnungen ignoriert oder Gutachten ‚ergebnisorientiert‘ steuert, wird der Rat sehenden Auges in eine Fehlplanung geführt. Ein Rat ist kein Fachplanungsbüro; er ist auf die fachliche Integrität der Verwaltung angewiesen.

    Abarbeiten vs. Vernichten von Potenzial:

    Wenn die Verwaltung Beschlüsse ‚abarbeitet‘, dabei aber bürgerschaftliche Marken wie ‚Spoyland‘ oder den Podricca-Entwurf systematisch ausbremst oder kleinhält, dann bewegt sie sich zwar formal im rechtlichen Rahmen, zerstört aber politisch das Vertrauen und die Identifikation der Bürger.

    Die Kontrollfunktion des Rates:

    Ja, der Rat kontrolliert – aber er kann erst kontrollieren, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist (siehe Rathaus-Tiefgarage). Eine Verwaltung, die sich hinter dem Satz ‚Wir arbeiten nur Beschlüsse ab‘ versteckt, stiehlt sich aus der Verantwortung für die fachliche Qualität und die Termintreue, die sie als Exekutive allein zu verantworten hat.

    Der Faktor ‚Mensch‘:

    Wenn Schlüsselpositionen im Umfeld der LAGA (wie im Förderverein) mit denselben Personen besetzt werden, die zuvor in der Verwaltung (Marketing und Tourismus) für das Ausbleiben mtragfähihmger und nachhaltiger wassertouristischer Konzepte verantwortlich waren, dann ist das keine ‚Abarbeitung von Beschlüssen‘, sondern eine gezielte Fortsetzung einer gescheiterten Strategie mit anderen Mitteln.

    Kurz gesagt: Nur weil die Verwaltung einen Beschluss ‚ausführt‘, heißt das noch lange nicht, dass sie ihn gut, wirtschaftlich oder bürgernah ausführt. In Kleve sehen wir seit Jahren das Gegenteil – und genau deshalb ist der Widerstand gegen das aktuelle LAGA-Vorgehen so notwendig.

  28. 13

    Hm – Die LaGa ist doch schon jetzt ( nachdem man die in der Bewerbung eingebrachten Flächen nicht hat oder hatte) ein Rohrkrepierer.

    Den Platz vor der Herzogbrücke mag man gerne umbauen – wenn man das Geld dafür hat!
    Es ist doch allenthalben zu lesen, dass hier Mio € fehlen, dort Mio € fehlen – und Abgaben/ Steuern steigen bzw. neu erfinden werden sollen; Z.B. die „Grundsteuer C“…

    Einerseits auf die „Kacke hauen“ – andererseits nicht wissen, woher man das Geld nimmt.
    Wie UnWeitsichtig, naiv bis fahrlässig ist das denn???

  29. 12

    Lt. Wiki:
    „In der Regel arbeitet die Verwaltung die Ratsbeschlüsse ab, wobei sie sich im rechtlichen Rahmen bewegen muss.“

    Ist es nicht auch in Kleve so, dass der Stadtrat Beschlüsse fasst, die Verwaltung prüft die Umsetzbarkeit und führt die Beschlüsse aus?
    Die Ratsmitglieder kontrollieren die Verwaltung bei der Umsetzung der Beschlüsse?

  30. 11

    @ 7 Helmuth Plecker :
    Danke für die knappe und – leider ! – zutreffende Beschreibung
    des LaGa-Segmentes der umfangreichen Fehler
    der Klever StattVerwaltung und der StattRatsMehrheit.

  31. 7

    LAGA 2029 – Fassade statt Fundament?

    Ein Mahnruf zur Wahrung bürgerschaftlicher Integrität und echter Teilhabe

    Der Kommentar von Max hat mich dazu animiert und inspiriert, meinen Unmut über die bisherigen Entwicklungen und Ereignisse der letzten Jahre und das daraus resultierende Misstrauen in einen Mahnruf zu verfassen – und das unter meinem vollen Klarnamen als stets offener, an der Zukunft Kleves interessierter Bürger, als bisher aktiver, kreativer, visionärer Ehrenamtler, Netzwerker, Vor-, Nach-, Kreuz- und Querdenker und Kommentator.

    Die Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2029 nehmen Fahrt auf. Doch während nach außen das Bild einer Aufbruchstimmung gezeichnet wird, wächst in der aktiven Bürgerschaft die Sorge, dass die LAGA 2029 zu einem bloßen Marketing-Projekt verkommt, das die strukturellen Defizite und Planungsfehler der vergangenen Jahre kaschieren soll.

    Das Erbe der Fehlplanungen

    Die Liste der fachlichen Versäumnisse ist lang: Das Scheitern der Sportbootschleuse Brienen aufgrund ignorierter Expertenhinweise, die Fehlplanung der Rathaus-Tiefgarage und die paradigmatische Beispiel des Werkstattverfahrens zum Neubau des Klever Rathaus zeichnen das Bild einer überforderten Stadtverwaltung. Wer dazu bei Pflichtaufgaben der Daseinsvorsorge Termine und Budgets nicht hält, setzt die Glaubwürdigkeit eines Millionenprojekts wie der LAGA aufs Spiel.

    Das „Trauma“ Werkstattverfahren: Ein historischer Vertrauensbruch

    Die aktuelle Skepsis gegenüber der LAGA 2029 speist sich aus einer jahrelangen Planungsodyssee, deren Tiefpunkt das Rathaus-Werkstattverfahren (2009–2012) markiert. Damals wurde unter dem Deckmantel der Partizipation wertvolle Zeit und bürgerschaftliches Herzblut verschwendet, nur um am Ende eine Planung durchzudrücken, die die Ergebnisse des Verfahrens schlicht ignorierte. Dieses „Lehrstück für misslungene Beteiligung“ wirkt bis heute nach. Wer damals miterlebt hat, wie Bürgerideen beiseite gewischt wurden, erkennt im heutigen LAGA-Förderverein und den dortigen Strukturen ein gefährliches Déjà-vu. Die Stadt Kleve hat bereits einmal bewiesen, dass sie Werkstattverfahren nicht als ergebnisoffene Suche nach der besten Lösung versteht, sondern als bloßes Befriedungsinstrument.

    „Spoyland“ als Mahnmal ignorierter Innovation

    Mit der Marke „Spoyland“ wurde durch bürgerschaftliches Engagement ein authentisches und emotional aufgeladenes Branding für das Entwicklungspotenzial entlang des Spoykanals geschaffen. Spoyland steht für die „Stadt am Wasser“. Dass die Stadtverwaltung dieses Potenzial zwar namentlich für die „Klever Uferburg“ (ebenfalls eine Wortschöpfung, die aus bürgerschaftlichem Engagemrnt entstand) nutzt, aber eine aktive Bewerbung systematisch verweigert hat, offenbart eine erschreckende Arroganz gegenüber dem Ehrenamt. Man nimmt die Ideen, verweigert aber die Partnerschaft, sobald diese die Verwaltungshoheit infrage stellt.

    Vorgegaukelte Transparenz im Förderverein

    Die Gründung des LAGA-Fördervereins wirkt wie eine Inszenierung. Eine „Gründungsversammlung“ in der Stadthalle, bei der Vorstand und Strukturen bereits vorab feststanden, degradiert Bürger zu bloßen „Wasserträgern“. Wenn die Vereinsspitze zudem mit Personal besetzt wird, das bereits in der Vergangenheit keine tragfähigen wassertouristischen Konzepte vorlegen konnte, ist dies kein Aufbruch, sondern die Fortführung einer geschlossenen Verwaltungskultur.

    Die „Zahlen-Lücke“: Ein Misstrauensvotum der Bürger

    Die mangelnde Identifikation der Klever mit diesem Vorgehen lässt sich an harten Zahlen ablesen. Ein Jahr nach Gründung dümpelt der Klever Förderverein bei rund 170 Mitgliedern. Zum Vergleich:
    Kamp-Lintfort (2020): Hier peilte der Verein bereits drei Jahre vor Eröffnung die 1.000er-Marke an.
    Bad Lippspringe (2017): Erreichte frühzeitig über 1.000 Mitglieder als Basis der Stadtgesellschaft.
    Höxter (2023): Verzeichnete bereits bei der Auftaktveranstaltung über 350 Interessierte.
    Das Klever Ergebnis ist kein „sanfter Start“, sondern ein klares Signal: Die Bürger lassen sich nicht als Alibi für ein Projekt missbrauchen, bei dem die wesentlichen Weichen ohne sie gestellt wurden.

    Der Fall Podrecca: Dokumentierte Ignoranz gegenüber Weltklasse-Expertise
    Exemplarisch für das Unvermögen der Stadtspitze, echtes Engagement zu würdigen, steht der Umgang mit dem Podrecca-Plan. Ein Klever Bürger stellte privat knapp 50.000 Euro bereit, um mit Boris Podrecca einen der weltweit renommiertesten Architekten für den öffentlichen Raum für die Unterstadt zu gewinnen. Dass dieser Entwurf – zweifellos das Beste, was jemals für diesen Bereich zu Papier gebracht wurde – ohne politisch-öffentliche Diskussion im Stadtarchiv verschwindet, ist von Arroganz nicht zu unterscheiden.

    Während man für die Laga 2029 nach Identität sucht, wird die Arbeit eines Visionärs und das großzügige Mäzenatentum eines Mitbürgers schlichtweg ignoriert. Dieses Vorgehen entlarvt das Gerede von „Bürgerbeteiligung“ als reine Farce: Man will keine Qualität und keine Impulse von außen, sondern lediglich die Bestätigung der eigenen, oft fehlerbehafteten Verwaltungslogik.

    Abschließender Appell: Ein System der Beratungsresistenz beenden

    Die Summe dieser Vorfälle – die fachliche Fehlplanung der Schleuse, das Tiefgaragen-Debakel am Rathaus, die Geringschätzung der Marke „Spoyland“ und die ignorante Archivierung des Podrecca-Plans trotz privater Finanzierung – zeichnet das erschreckende Bild einer Stadtführung, die sich systematisch von Fachverstand und bürgerschaftlichem Engagement entkoppelt hat.

    Es wird überdeutlich: Die Idee der LAGA 2029 war kein gewachsener Wunsch der Bürgerschaft, sondern eine strategische Erfindung der Verwaltung. Sie dient offensichtlich dazu, die massiven kritischen Stimmen zu beschwichtigen, die infolge der verfehlten, geldverschwenderischen und stümperhaften Auseinandersetzung mit der Schleuse Brienen entstanden sind. Anstatt die verlorenen Potenziale für eine echte „Stadt am Wasser“ fachlich aufzuarbeiten, wird nun versucht, das planerische Versagen durch ein millionenschweres Event zu übertünchen.

    Daher die ultimative Aufforderung ins Klever Rathaus:

    Beenden Sie die Ära der Alibi-Beteiligung. Öffnen Sie die LAGA-Planungen für eine echte, kritische Aufarbeitung der bisherigen Fehler und geben Sie den Visionen der Bürger – wie dem Podrecca-Plan oder dem Spoyland-Branding – endlich den Raum, den sie für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung benötigen. Kleve braucht keine verordnete Blümchenschau über maroden Strukturen, sondern eine Rückkehr zu fachlicher Redlichkeit und echtem Respekt vor dem Ehrenamt.

    Helmuth Plecker

  32. 6

    Wahrscheinlich ist den Leuten 2029 sowieso alles egal, wenn sie entkräftet dem Niersexpress entkommen sind.

    Man könnte noch kostenlose Baldrian-Tropfen vorhalten, falls sich doch noch jemand aufregt.

    Für die Aufnahmen des WDR dann einfach Klever/innen vorbeischicken, denen die Stadt 10 Euro und einen Gutschein für eine kostenlose Draisinenfahrt zusteckt, als kleines Dankeschön in Sachen Marketing.

    Überhaupt sollten die Niederrheiner die LAGA retten, indem sie zuerst selber überall Blumensamen ausstreuen und dann in der LAGA-Zeit ihren Jahresurlaub, gut verteilt, nehmen, um sich regelmäßig zwischen den Pflanzen rumzutreiben, ein paar Freigetränke inkludiert. Preiswerter geht Urlaub nicht.

    Der Rest ist dann völlig egal.

  33. 5

    ‚Der große Stadtumbau‘ trifft es auf den Punkt.

    Die fehlende planerische Basis eines aktuelles Stadtentwicklungskonzept macht es nicht einfacher. Dieses Riesen Versäumnis von Politik und Verwaltung ist selbstgemacht und fällt allen Planern und Entscheidern jetzt, bzw. seit 17 Jahren, auf die Füße.
    Das jetzige Stadtentwicklungskonzept ist bekanntermaßen von 2009 und als dessen Tinte trocken war, war er schon von der Hochschulansiedlung überholt und zu Teilen unbrauchbar. Diese grundlegende und tiefgreifende Veränderung von Kleve fand mit keinem Wort Berücksichtigung da das Konzept fertig war bevor Kleve den Zuschlag erhielt!

    Die Herzogbrücke ist der zweite optische Startschuss für den Stadtumbau, den dem Obdachlos gewordenen ‚Essbares Kleverland‘ wurde dadurch der ehemalige KunstAcker zugedacht. Eigentlich hieß das Kunstprojekt ‚kadeau für koekkoek‘ aber nicht so wichtig. Das für ein naturpositives Projekt erst einmal alle Bäume an der Koekkstege gefällt wurden ist wenig plausibel aber die Sicht auf die Rückseite von Haus Koekkeok entschädigt dafür fast überzeugend.

    Der Platz an der Brücke hat noch keinen Namen und Ruffing Platz scheidet wohl aus. Wenn wir uns die örtliche Realität vor Augen halten wird dieser Platz von den Drogenkranken in Beschlag genommen werden. Das sind keinen schönen Aussichten aber wenn die Politik Probleme ignoriert folgen dieser ihrer eigenen Logik. Daher mein düsterer Vorschlag für einen Namen ‚Endstation‘.

    Und da sind wir, was Ralf bereits angedeutet hat, bei der Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes in Kleve. Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Friedrich Gorissen, ‚Außen Amalfi, innen Bottrop‘. Den Stadtplanern von Kleve ist es nach dem Krieg nie gelungen die fantastischen Parkanlagen im Zentrum aufzugreifen, zu spiegeln oder zu kontrastieren bzw. eine, wie auch immer gestaltetet, Verbindung zu schaffen. Ein Scharnier zwischen zwei Park-Flügeln.

    Der Podrecca Plan, mit Sicherheit das Beste was in der Unterstadt jemals zu Papier gebracht wurde (und wird), landet Montag mit den kompletten ‚Denkpause für die Unterstadt‘ Unterlagen im Stadtarchiv. Boris Podrecca zählt weltweit zu den bekanntesten Architekten für den öffentlichen Raum und für die Laga – bzw. den großen Stadtumbau wurde er nicht einmal politisch-öffentlich diskutiert obwohl knapp 50.000€ von einem einzigen Klever Bürger dafür bereitgestellt wurde. Dieses nicht-beachten ist von Ignoranz nicht zu unterscheiden den genau diese Menschen machen eine Stadt aus. Engagement und Ehrenamt!

    Im schlimmsten Fall ist weder die neue Brücken noch die völlig überflüssige Unterführung bis 2029 fertig. 500.000 Besucher trotten durch eine tote Innenstadt und sollen dann in den Klever Parkanlagen von einer blühenden, nachhaltigen Zukunft einer krisenhaften Welt entrissen werden und flanierend über das Schöne schwadronieren.

    Stadtplanung ist nicht für uns sondern für unsere Kinder.

    Bisher hat es weder die Verwaltung noch der unsichtbare Förderverein geschafft die ganze Stadtgesellschaft zu informieren, zu begeistern und letztlich zu mobilisieren, den genau das ist die Grundvoraussetzung für ein Gelingen des großen Stadtumbaus. Die LAGA ist nach 6 Monaten wieder vorbei. Um zu ‚schaffen was bleibt‘ braucht es den Schulterschluss – mit größtmöglicher Beteiligung der BÜRGERSCHAFT – und verwaltungsinterne sowie politische Gräben sollten, zumindest für diesen großen Stadtumbau, endlich einmal zugunsten der Zukunftsfähigkeit von Kleve überwunden werden.

  34. 4

    Es bleibt zu befürchten, dass Kleve hier auf eine große verkehrstechnische Katastrophe zusteuert, man denke an den Klever Ring im Berufsverkehr oder an die hausgemachte Engstelle Hafenstraße…
    Und wenn dann auch noch die Holländer hier einfallen, weil der König Geburtstag hat…dann rette sich wer kann…

  35. 3

    🤔 Sollte der Hinweis das es bei der
    Suche in der Unterstadt nur um Blindgängern aus WKII geht ☝️auf „Diverse“ beruhigend wirken ? 😃

  36. 2

    Hallo zusammen,die Stadt Kleve baut, rette sich wer kann. Bis heute kenne ich kein Projekt das die Stadt geplant hat und wie geplant rechtzeitig fertig geworden ist. Eine einfacher Regenablauf ist schon für unsere Planer eine Raketenwissenschaft die die Stadt vor große Probleme stellt, da brauchen wir von Tiefgaragen und Unterführungen gar nicht zu sprechen! Ich war damals bei der Eröffnung des Klever Rings mit dabei und der angegebene Zeitplan ist wohl Wunschdenken. Wenn wir uns betrachten wie sich der Verkehr in den letzten Jahren entwickelt hat sehe ich schwarz für die Bürger. Selbst heute mit dem Ring gibt es überall zu den Stoßzeiten Staus die zu langen Fahrzeiten und Abgasbelästigungen beitragen. Ein Umbau der Stadt, einem Neubau der Brücke, die sich überschneiden wird der Innenstadt den Todesstoß versetzen. Wichtig wäre das am Ende aller Baumaßnahmen noch Geschäfte da sind die von dem tollen neuen Konzept auch profitieren. Es wird wie immer Spannend mit ungewissem Ausgang!