Wer ist die Frau, die Andreas Bourani nach Kleve holte?

rd | 20. März 2015, 16:19 | 10 Kommentare
 Zwischen Bürgermeister und Tagungsstättenleiter behielt sie klaren Kopf: Wiltrud Schnütgen (Foto: Kleve Marketing)

Zwischen Bürgermeister und Tagungsstättenleiter behielt sie klaren Kopf: Wiltrud Schnütgen (Foto: Kleve Marketing)

Glückwunsch, Sieg! Start-Ziel-Sieg, um genau zu sein!

Nun kommt also Andreas Bourani im Rahmen der Aktion WDR2 für eine Stadt nach Kleve, und zwei weitere Unterhaltungskünstler, die der Redaktion ebenfalls unbekannt sind, und natürlich freuen wir uns, dass der Stadt nun ein Ereignis bevorsteht, dass vielen Menschen einen schönen Tag bescheren wird.

Doch wem haben wir das überhaupt zu verdanken, neben den zahlreichen Freiwilligen, die mit Eimern voller Wasser durch die Gegend rannten?

Natürlich den drei Experten auf dem Podium, doch wer sich das Video des anderthalbminütigen Auftritts einmal genauer anschaut, sieht, dass es weniger Kurt Kreiten, Leiter der Heimvolkshochschule Rindern, und noch weniger Theo Brauer, Bürgermeister, waren, die die kniffligen Fragen beantworten konnten, sondern die Frau in der Mitte: Wiltrud Schnütgen, 54 Jahre alt, Stadtführerin, Ratsmitglied der Grünen, eine Frau, die sich selbst als „Berufskleverin“ bezeichnet.

Aber wie wird man Berufskleverin?

Wiltrud Schnütgen ist in Kleve geboren, hat ihr Abitur am Johanna-Sebus- Gymnasium gemacht, in Köln und Nimwegen Niederländisch und Germanistik studiert, dann beim Boss-Verlag gearbeitet, bevor sie darum gebeten wurde, die Redaktion des „Kalenders für das Klever Land“ zu leiten. Seit einigen Jahren ist sie auch für die Zeitschrift „Rund um den Schwanenturm“ und für den Klevischen Verein aktiv. Im Stadtbild ist sie präsent, als Politikerin, als passionierte Radfahrerin oder eben als Stadtführerin, die Reisegruppen die Geschichte der Stadt nahe bringt. In der NRZ stellt Schnütgen als Autorin in der Reihe „Klever Köpfe“ berühmte Persönlichkeiten aus der Stadt vor.

Insofern war es auch kein Wunder, dass Schnütgen die Frage nach dem Jahr, in dem Heinrich VIII. Anna von Cleve ehelichte, wie aus der Pistole geschossen beantworten konnte. „Das war natürlich ein Heimspiel“, so Schnütgen, „da hätte ich sogar den Tag sagen können.“ Testfrage: Und zwar? Antwort: „6. Januar.“

Schnütgen legt Wert darauf, dass der neben ihr stehende Kurt Kreiten eine große Hilfe gewesen sei und ihre viele richtige Antworten zugeflüstert habe. „Kurt Kreiten war einfach super“, so Schnütgen. „Eigentlich hätte er den Ruhm verdient.“

Aber Schnütgen war nun einmal die Sprecherin des Experten-Trios, und sie behielt angesichts von Zurufen aus dem Publikum und Hinweisen ihrer Rate-Partner kühlen Kopf und reagierte schnell. Schnütgen: „Wahrscheinlich ist mir dabei zugute gekommen, dass ich schon das eine oder andere Mal für den WDR vor der Kamera gestanden habe.“

Nach den 90 Sekunden mit dem neun richtigen Antworten erhielten die Experten von Moderatorin Steffi neu ein großes Lob: „Boah, seid ihr gut!“ Die Berufskleverin selbst sah ihren Auftritt zunächst skeptischer: „Ich habe das zunächst nicht so empfunden und mich vor allem geärgert, dass mir die Antwort auf die letzte Frage, die mir auf der Zunge lag, nicht mehr rechtzeitig eingefallen ist.“ Doch im Laufe der vergangenen beiden Wochen zeigte sich, wie gut die Leistung tatsächlich war: Erst ganz am Ende kamen andere Städte überhaupt in die Nähe des Klever Ergebnisses.

Wiltrud Schnütgen selbst sagen die Namen der bald in Kleve gastierenden Unterhaltungskünstler nichts. „Aber ich weiß, dass die jungen Menschen damit etwas anfangen können, und ich freue mich, wenn ich meinen Beitrag dazu leisten konnte, dass Menschen zusammenkommen und etwas schönes erleben können.“

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10 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 10. laloba

    Herzlichen Glückwunsch, Wiltrud Schnütgen und alle Beteiligten!

    Hier kann man die Finalrunde nochmal nachvollziehen …
    http://reportage.wdr.de/finalrunde-wdr-2-fur-eine-stadt-2015

     
  2. 9. wilhelmIII

    ### Hoffentlich beschwert sich kein Frühpensionär/ -Rentner wegen der Lautstärke ###

    Das sind ja mal völlig andere Feindbilder, als immer nur der IS, Taliban oder anderes böses Zeugs.

     
  3. 8. Rainer Hermanns

    Toll gemacht.
    Eine Riesenchangse für Kleve. Hoffentlich beschwert sich kein Frühpensionär/ -Rentner wegen der Lautstärke

     
  4. 7. Anno Nühmer-Unfuch

    Gratulation und Dank an Frau Schnütgen !

     
  5. 6. Andreas Bulkens

    Glückwunsch Kleve.

     
  6. 5. wilhelmIII

    …er hat ja nicht viel gesagt. 🙂

     
  7. 4. wilhelmIII

    Was für ein Bericht ???

    NUR Theo Brauer konnte Kleve bis an die Spitze bringen!

     
  8. 3. otto

    Ungeachtet des 1. Platzes, welchen Platz hätten wir mit dem Dreigestirn

    TB – USH – UJ

    wohl erzielt?

     
  9. 2. Jürgen Böll

    Ein Start-Ziel-Sieg für Kleve. Die 19 Klever Punkte vom ersten Finaltag bei WDR 2 für eine Stadt konnte niemand überbieten. Das WDR 2 Sommer Open Air mit Andreas Bourani und Marlon Roudette geht also Dank des Dreierteam Schnütgen, Kreiter, Brauer am 20. Juni nach Kleve.
    Kleve hat sich den Openairtag gesichert.

    Wer Frau Schnütgen mal kennergelernt hat, der weiß das Sie was Ihre Person betrifft, ehr zurückhaltend positiv in Erscheinung tritt.

    Also bekommt Kleve diesen grandiosen Tag des West-Deutschen Rundfunks, der jung und alt großen Spass machen wird.

    Werbetechnisch wird Kleve, so kennt man es aus den letzten Jahren der Aktion „Für eine Stadt“ nun täglich mehrmals vor und während des Senderbetriebes in Verbindung mit dem Openairtag in den Radiokänälen des WDR2 und Schwesternsendern des West Deutschen Rundfunks, bis zum Termin benannt werden!
    Das ist marketingtechnisch nicht zu topen!
    USH vom Stadtmarketing wird nun wohl sicherlich mit stolzer Brust herumlaufen, dann diese kostenlose Werbung für Kleve ist mit Geld nicht zu bezahlen.

    Also nochmal herzlichen Glückwunsch und man sieht sich also am 20 Juni in Kleve.

     
  10. 1. Lukather

    „…….ich freue mich, wenn ich meinen Beitrag dazu leisten konnte, dass Menschen zusammenkommen und etwas schönes erleben können.“
    Schöner und bescheidener kann man es nicht sagen. Tolle Sache für Kleve. Ma gucken was es hier wieder zu nölen gibt….