Virtual Reality: Volksbank lud zur 1. Bilanzpressekonferenz ohne Zahlen

rd | 26. Januar 2018, 16:53 | 22 Kommentare
Sind das hier 1085 Euro, oder einfach Tageseinnahmen, die „ganz OK“ waren? In Teilen der Wirtschaft ist das Zählen aus der Mode gekommen

Sind das hier 1085 Euro, oder einfach Tageseinnahmen, die „ganz OK“ waren? In Teilen der Wirtschaft ist das Zählen wohl aus der Mode gekommen

Wie virtuell ist das Bankwesen von heute? Oder, konkret gefragt, was sagt es über den Zustand einer Bank aus, wenn die Geschäftsleitung darüber nachdenkt, eventuell einen der verbliebenen sechs Geldautomaten-Standorte zu schließen? Was, wenn sie mitteilt, die Mitarbeiterzahl habe sich im vergangenen Jahr um drei auf 160 Beschäftigte erhöht?

Für Eingeweihte: Es handelte sich für die Volksbank Kleverland um ein „Erfolgsjahr“. So zu entnehmen der örtlichen Presse, die relativ übereinstimmend über die Bilanzpressekonferenz der Genossenschaftsbank berichtet. Das Bemerkenswerte an diesen Berichten: Offenbar verzichtet das Geldinstitut nun nahezu vollständig darauf, die Geschäftszahlen mitzuteilen, wenn sie dazu einlädt, über die Geschäftszahlen zu informieren (hier die Berichte aus RP und NRZ: Volksbank Kleverland wächst weiter; Gesundes Geschäftsjahr für die Volksbank Kleverland (bezahlpflichtig))

Berichtet wird, dass die „Verbundsbilanzsumme“ um 100 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro, dass das Ergebnis „weiter verbessert“ werden konnte (worauf?), dass das Kreditgeschäft um fünf Prozent gewachsen sei (fünf Prozent von was?) und die Einnahmen um 6,6 Prozent gesteigert wurden (6,6 Prozent von was?).

Vielleicht sollte mal ein möglicher Kreditnehmer der Bank bei einem Gespräch darauf verzichten, bergeweise Unterlagen mit allen möglichen Geschäftszahlen mitzubringen, um zu dokumentieren, wie es um sein Geschäft steht, sondern einfach mal selbstbewusst sagen: „Läuft. War sogar etwas besser als im Vorjahr. Ich denke, nächstes Jahr wird’s sogar noch besser. Zahlen – aber doch nicht wirklich, oder?“ Der Sachbearbeiter, das steht zu vermuten, wird vor Entzücken in die Hände schlagen.

Früher, in einer Welt vor dem Fake-Kapitalismus, wären konkrete Werte zum Jahresergebnis, zu den Genossenschaftsmitgliedern, zur Höhe der Einlagen – und bei all diesen Zahlen dann auch noch deren Veränderung zum Vorjahr, ebenfalls wieder als Zahl, angebracht gewesen. Man könnte noch einige Kennziffern mehr einfordern, aber lassen wir mal die Kirche im Dorf.

Dafür erhält der geneigte Leser die Nachricht, dass die personelle Kontinuität der Bank gewahrt bleibt, da Vorstand Severin Seidel sich (wie vorher auch schon Chef Frank Ruffing) vertraglich bis 2023 an die Bank gebunden hat (und nicht in seine Heimat Thüringenn zurückkehrt).

Zusätzlichen Nachrichtenwert hat allerdings noch das Foto der beiden Bankenchefs – der neue Bart steht Severin Seidel ausgesprochen gut!

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22 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 22. jean baptiste

    @20. otto
    boh, otto, das war ja mal knapp,
    ich versteh´s nicht, aber wer bittesehr, versteht schon die Frau.

    Und ich kann otto nur bestätigen , otto ist nicht ich, manchmal denken wir halt recht gleich.
    Das ist aber vermutlich mehr der humanistischen Bildung des (heute Stein:) klever staatl. altsprachlichen Gymnasiums mit neusprachlichem Zweig anzurechnen.

     
  2. 21. karlnape

    Als Laie verstehe ich nicht, dass für die Verlängerung des Vorstandsvertrages Seidel (bis 2023) die Verbundbilanzsumme um 100 Mio € erhöht werden musste. Offensichtlich beteiligen sich nun auch umliegende Volksbanken an diesem Husarenstück, deren Gesamtkosten von bestimmt über einer Million € schon ab der Bilanz 2017 berücksichtigt werden. Dafür erhält dann ein Mitglied mit den erwähnten 25 € haftenden Einlage eine Dividende von 0,38 €ct.. Kann das jemand erklären?

     
  3. 20. otto

    @19.Frau,

    liebe gnädige Frau, ob j.b. ich bin, kann ich nicht beurteilenen; auf jeden Fall bin ich nicht j.b.

    mit den besten Wünschen zur Nacht
    verbleibe ich
    ihr
    Otto

     
  4. 19. Frau

    Kann es sein, dass mindestens j.b. und otto identisch sind? 🙂

     
  5. 18. jean baptiste

    @14 M.F. nein, Schizophrenie hab ich noch nicht.
    und all den anderen, macht euch mal keine Sorgen, die Emmericher Brücke ist weit laufen, dann steht das Wasser da wieder biestig hoch, und heute früh hat´s ganz kurz geschneit, also, da bleib ich lieber hinter´m Ofen .

    `Ne doppelte Prozac , und alles ist supi !

     
  6. 17. otto

    @16.Frau,

    ……………ich warne Ihnen!!!!!

    gez.: mann

     
  7. 16. Frau

    Kindergarten!

     
  8. 15. otto

    @10.jean baptiste,

    ………..die sind sogar mir aufgefallen.

     
  9. 14. Martin Fingerhut

    @ 10. jean baptiste :
    Sie meckern über DisLikes, die Sie bei #2., #6. und #7 bekommen hätten ?
    Bei #7. sind es tatsächlich nur 1x DaumenHoch aber 2x DaumenRunter. OK.
    Bei #2. wird mir momentan angezeigt “3:1″, also positiv.
    Aber aha! Sie schreiben also auch als ” R k h “.
    Bei #6. soll es “3:0” stehen.
    So wird es zumindest mir angezeigt.
    Aber vielleicht spendiert das System auch jedem seine eigene alternative Realität.

    allerdings :
    WieSo scheren Sie sich überhaupt um dieses Dautereisel ?
    Wenn wirklich jeder, der etwas liest, dafür auch nur 1x voten würde,
    dann gäbe es hier weit weniger Leser als Schreiber.
    Wenn Sie also an diese Zahlen glauben, wozu schreiben Sie dann überhaupt ?
    für 2 bis 3 Leser ?
    höchstens 4, falls niemand doppelt und dreiFach votet ?

    Machen Sie’s wie ich :
    Lassen Sie den RatingQuatsch normalerWeise gar nicht laden.
    Am besten gar nicht erst auf Ihr Display runterLaden.
    Und wenn doch, dann den Müll wenigstens nicht in Ihr Gehirn hochLaden.
    ( Ich darf doch annehmen, daß es in diesem Fall ein Transport aufwärts wäre ?!
    Oder gehören Sie auch zu jenen, bei denen das mobile Display in der GesäßTasche smarter ist als der Rest ? )

    Hatte rd nicht längst versprochen, den RatingBlödsinn wieder rausZuSchmeißen ?
    War ihm wohl eine Leere – eine leere Versprechung.

     
  10. 13. User

    Ich bin nicht einmal der erste. Und jetzt?
    Aber dafür kriegste ein dislike bei #12

     
  11. 12. jean baptiste

    11110. jean baptiste

    Na ?? Un wo bleibde der zweite, komm Jung , kost doch nichts !

     
  12. 11. User

    @10
    Gibt es hier etwa einen „ultra frustrierten User“ jb?
    Etwa Probleme mit dem feedback von Leuten, die anderer Meinung sind und dies mit einem dislike kenntlich machen?
    Dagegen hilft Nichtmehrschreiben. Einfach stoppen!
    Ist schwer, wenn man der Kleveblog-Sucht verfallen ist.
    Kenne ich.

     
  13. 10. jean baptiste

    @2 , 6 , 7

    Ich sehe da so zwei ultra frustrierte User, die egal, was ich schreibe, immer gleich den Dislike-Button anklikken.
    Wisst Ihr, dass solch vorerst akute Abweichungen, wenn sie unbehandelt bleiben, chronisch werden können?

    Den Onkel Doc malö nach ´nem Rezept Prozac fragen, soll Wunder wirken.

     
  14. 9. Elvira Rohra

    @8. Martin Fingerhut

    Herr Fingerhut, ich stimme Ihnen zu!

     
  15. 8. Martin Fingerhut

    Sind „PresseKonferenzen“ in Kleef dazu verkommen,
    daß HofBerichtErstatterlein brav und artig mitSchreiben,
    was ihnen höchst gnädig sekretiert wird ?

    Seit fast genau 13 Monaten fehlen ein Journalist und ein Blatt,
    die sich nicht mit dem zufrieden geben, was ihnen aufgetischt wird,
    sondern gründlich fragen und kritisch kommentieren.

     
  16. 7. jean baptiste

    @5 ich selbst

    meine blöde Tastatur, und dann Brille schon wieder weggelegt, dann bekommt man solch blöde Fehler.

    bei 5: musste es heissen : Freue mich schon …

    Aber wenn´s dann ´ne Volksbank bleiben muss, bitte die Banca Popular Mom Sociedad non vero Limitida

     
  17. 6. jean baptiste

    @1. KleverCompliance

    ” Eher geht die Bank unter ” Ihr Wort in Gottes Gehörgang.
    Fraue michschon auf die Mom-Bank A.G. nach schweizer Recht 🙂

     
  18. 5. Sozialismus statt VoBa-ismus?

    Rkh & RD
    Geld verteilt sich aber nicht so einfach ganz von selbst.
    Es gibt immer ein paar die deutlich mehr haben.
    Das war und ist auch in den diktatorisch, kommunistischen Systemen des Sozialismus so. Die breite Bevölkerung hat dort weit weniger Wohlstand als in unserer sozialen Marktwirtschaft. Den unteren Gesellschaftsschichten geht es dort weit schlechter als Hartz 4 in der BRD.
    Nur hier dürfen sie dies öffentlich be- und anklagen.
    In der BRD hat das unterste Niveau unserer Gesellschaft bei Hartz4 gesetzlich garantiert Anspruch auf u.a.
    -eine eigene beheizte Wohnung
    -warmes Wasser
    -Unterhalt für Essen und Trinken
    -einen (gebrauchten) Fernseher
    -einen Internetanschluss und Computer, solange man Schüler ist oder sich in der Ausbildung befindet
    -eine Waschmaschine

    Dies ist, wenn man aus einem hohen Wohlstandsniveau absteigt sicherlich wenig.
    Aber ich habe kräftige, fitte, fachlich kompetente, handwerklich geschickte, junge Herren zwischen 20 und 30 kennen gelernt, die nach wenigen Tagen Arbeit aus purer Faulheit die Arbeit verweigern, weil ihnen unser Verteilungsstaat als Basis so viel bietet, dass sie nicht mehr bereit sind für mehr zu arbeiten.
    Ich fand eine Satelitenschüssel früher zu teuer.
    Und ich war völlig konsterniert, als ich feststellte, dass beim Neubau eines Asylantenheimes für jeden Bewohner genau so ein Anschluss gebaut wurde. Man hat hier sogar Anspruch auf Heimat-TV, was meines Erachtens das Erlernen der deutschen Sprache mehr behindert als fördert.
    Dabei bin ich ein Befürworter eines breiten Auffangens von Flüchtlingen. Mehr in der anfänglichen merkelschen Form, als mit den heute verschlossenen EU-Grenzen mit einer definierten deutschen Obergrenze.
    Die GroKo-Diskussion über das Verhindern von Familiennachzug verstößt m.E. gegen Grundrechte und behindert die soziale Integration junger Männer mehr als es sie fördert.
    Wie schnell man heute aus einem Arbeitsleben absinken kann auf Hartz4 halte ich für einen Skandal unseres Staates.
    Dass einem dabei große Teile des Vermögens enteignet werden ebenso.
    Ich kann bis heute nicht verstehen, dass ausgerechnet eine SPD-Grünen Koalition dies entschieden hat, eine eher linke Regierung dies geschaffen hat. Dies ist, wie der Spiegel vorige schrieb, eine der Hauptursachen für die Krise der politischen Linken in Deutschland
    Deutschland wurde hiermit wettbewersfähig auf Kosten des kleinen Mannes. Und ausgerechnet Merkel erntet heute die Früchte von Schröders Reformen.
    Das ist schade für die Leute, die ihren Job verlieren, und ungerecht im Vergleich mit denen, die nie arbeiten wollen.

    Man kann aber feststellen, dass das untere, garantierte Wohlstandsniveau unserer Gesellschaft hoch ist.
    Und für manche vor allem deutsche Faulpelze aus meiner Sicht zu hoch.
    Bei Menschen, die lange hart gearbeitet haben, findet förmlich eine Enteignung auf das niedrigste Niveau statt.

    Gerade hier für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, wäre für mich ein wichtiger Ansatz bei den GroKo-Verhandlungen.
    Dies betrifft die früher traditionelle SPD-Wählerschaft, die von Schröder und seinen Kumpanen im Stich gelassen wurden.
    Wenn ich mir das Ätschi-Bätschi-Niveau und die Themen ansehe, hat die SPD das leider nicht verstanden.

     
  19. 4. rd

    @R k h Fein gesagt.

     
  20. 3. jean baptiste

    wie hiess doch noch mal der dynamische höchst erfolgreiche Kommunalmanager der jetzt die Volksbank berät ?
    http://www.kleveblog.de/was-macht-eigentlich-theo-brauer-er-beraet-die-volksbank-kleverland/

    Genau, ons Theo …. na wenn der sein Können nicht gewinnbringend bei seinem neuen Arbeitgeber einbringt ……

    Beim nächsten Weltspartag … ah Vobakleverland Sparvermeidungstag …. das ale Sparen ist der neue Kredit .. gibt´s mit Sicherheit ein Défilé (https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/franz%C3%B6sisch-deutsch/d%C3%A9fil%C3%A9)
    vom Marktplatz Linde bis zur Kirmesplatz in Kellen, natürlich mit Abstecher beim Oktoberfest-Zelt en der Margarine-union.

     
  21. 2. R k h

    Hallo, ich glaub nicht dass es sich lohnt über fehlendes Geld zu reden. Geld ist genug da, mehr als irgendjemand braucht. An der Verteilung haperts

     
  22. 1. KleverCompliance

    Das ist traurig und köstlich zugleich. So etwas nimmt sich nur ein Vorstand in Kleve heraus, ein Vorstand, der sich eh für völlig unfehlbar hält. Nicht die Herren Ruffing und Seidel (wie stringent dieser Herr ist, sieht man ja schon daran, wie gradlinig er operiert, erst geht es nicht schnell genug weg, jetzt doch wieder lieber bei Papa im warmen Vorzimmer sitzen) haben sich bis 2023! an die Bank gebunden, nein, sie haben die Bank an sich gebunden. Völlig wettbewerbsfrei, warme Plätzchen mit wenig Stressbelastung, bis zum sicheren Hafen der Rente gesichert. Eher geht die Bank unter, als dass diese Altherren-Riege zum Wohle der Bank einen jüngeren, strategisch zeitgemäßeren Nachwuchs an das Ruder ließe. Das ist Schmierentheater – made in Kleve.