Stadtfestrecycling mit 2,8 km/h

rd | 28. September 2008, 17:48 | 2 Kommentare

Marktstand


Der 722. verkaufsoffene Sonntag war noch schöner als die 721 davor. Es gab Slips für einen Euro, und es hatte den Anschein, als hätten die Geschäfte noch ein bisschen mehr geöffnet als sonst immer (zumindest die, die noch da sind). Die Besucher kamen von nah und fern (Holland), sie genossen die Gaumenfreuden, die überall feilgeboten wurden, zum Beispiel "frischen Reibekuchen nach Hausfrauenart", oder Würstchen, oder Würstchen, oder Würstchen. Andere Möglichkeiten, diesem herrlichen Tag einen Sinn zu geben, waren die unverbindliche Beratung zum Dachfensterausbau oder der Einkauf von Grablichtern oder Playmobil. An manchen Straßenecken standen so junge Menschen mit merkwürdigen Kästen, aus denen eine Musik kam, die ich noch nie im Radio gehört habe. Dann kamen auch schon die Bücher, wo ein "Geldrischer Heimatkalender von 1979" geduldig auf seinen Käufer wartete (Alfons A. Tönnissen ließ ihn achtlos liegen, der hat ihn bestimmt schon). Auch für den Nachwuchs gab es viel Programm – Deutschlands bester Luftballonverknoter zeigte, wie sich mit etwas Kreativität zum Beispiel aus einer Wurst (also ein Ballon, der aussieht wie eine Wurst) ein Hund zaubern ließ. Die Kinder staunten sehr, viele wunderten sich, dass der Ballon nicht platzte. Mit dem Popgeschäft vertrautere Eltern schickten ihre Kinder zur Autogrammstunde von Sandy Christen (15 bis 16 Uhr, 17 Autogramme). Weitere Highlights waren der Batteriewechsel für 2,50 Euro (inkl. Batterie) sowie Doc Birkenfeld und DJ Mike Oldiefield, die beide schon länger nicht mehr zu sehen waren.

Klar, wir hatten mal wieder keine Lust und den Praktikanten losgeschickt. Zum Glück gibt es hier eine strenge Qualitätskontrolle mit Textrevisoren, die zuletzt für Richard von Weizsäcker Reden geschrieben haben. Bittesehr:

Slips für einen Euro, Eva studiert Industriemanagement in Brühl, Klaus traut sich trotz der Unverschämtheit, bei einem sicheren Null ouvert nur Null zu spielen, eiskalt lächelnd das Contra einzukassieren und dann ein Re draufzusatteln, obwohl der Null, wie alle wissen, nur ein Verlegenheitsspiel ist, denn wenn er sicher wäre, würde man ja gleich Null ouvert spielen, also Klaus traut sich trotzdem wieder in die Öffentlichkeit, Grablichter, Playmobil, unverbindliche Dachfensterberatung. Alfons A. Tönnissen ignoriert den "Geldrischen Heimatkalender von 1979", und die Slips für einen Euro auch. Spruch des Tages: "Ich kenne das Periodensystem". Strecke: 1741 Meter. Zeit: 37:27,98 min.

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  1. 2. Jürgen Böll

    Tja man ist im Jahr 2018 wieder Stadtfest irgend jemand hat am Samstag die vier Fahnenmasten mit Stadtwappen rausgefahren an der Turmspitze. Nur hat die niemand mehr seitdem kontrolliert, also hängen alle vier Fahnen verdreht und verwickelt um 13.00 Uhr an der Turmspitze. Kleve halt 👍 dann lasst sie doch besser drin als verdreht am Burgturm.

     
  2. 1. janssen

    man muss dazu wissen, dass alfons a. bereits im Besitz von 40.000 Büchern ist und die Heimatkalender ihm alle viel zu teuer waren, wie ich an diesem nachmittag erfahren durfte