O-OM: Kleves spirituelles Zentrum wird verkauft (nicht das Rathaus)

rd | 19. August 2011, 23:01 | 2 Kommentare

Seit meine Mutter ca. 1978 »Yoga für jeden« von Karen Zebroff kaufte, weiß ich, was diese fernöstliche Entspannungstechnik dem Menschen geben kann

Bevor du diese Nachricht liest, atme ein paar Mal mit dem Bauch tief und bewusst ein und aus. Beim Einatmen geht der Bauch hinaus. Beim Ausatmen geht der Bauch hinein. Einatmen – Bauch hinaus. Ausatmen – Bauch hinein. Beim Einatmen kannst du auch sagen: Ich öffne mich. Beim Ausatmen kannst du auch sagen: Ich lasse ganz los. Jetzt lasse den Atem ruhiger fließen. Konzentriere dich auf den ruhigen Fluss des Atems. Spüre, wie beim Einatmen die Nasendurchgänge kühler werden und beim Ausatmen wärmer. Spüre dabei, dass der Fluss des Atems bis hoch zur Nasenwurzel geht, dort ist der Punkt zwischen den Augenbrauen, auch drittes Auge genannt. Und während du jetzt sanft ein- und ausatmest, den Punkt zwischen den Augenbrauen spürst, sage ich dir, dass das MEISTER-ECKHART-HAUS SCHLIESST! O-OM, wie der Fachmann sagt!

Wenn man einen Chinaböller in eine Yogarunde wirft, könnte die Erschütterung nicht größer sein! Mehr als ein Jahrzehnt war das Meister-Eckhart-Haus an der Hagschen Straße 86 in Kleve das spirituelle Zentrum der Stadt. Wer den Einklang von Körper, Seele und Geist erreichen wollte, konnte in der 1897 errichteten Stadtvilla in den verschiedensten Spielarten meditieren oder sich kreativ betätigen – für viele Klever ein willkommener Ort, um der schnöden Banalität des Alltags zu entfliehen und einzutauchen in eine Welt voller harmonischer Schwingungen, in der leise gesprochen, sanft geatmet und gerade gesessen wurde.

Doch damit ist zum Jahresende Schluss. Ein holländischer Immobilienmakler bietet das Gebäude zum Verkauf an – ganz irdisch, für 545.000 Euro (hier der Link zum Angebot). Margret Kohtes, die seit 12 Jahren mit ihrem Mann Paul dort Seminare angeboten hatte, bestätigt: „Wir hören auf. Mein Mann wendet sich neuen Aufgaben im Bereich Management und Meditation zu. Ich glaube, dass es eine gute Entscheidung ist.“

Paul Kohtes war einer der erfolgreichsten Deutschen PR-Unternehmer und hat die europaweit bekannte Agentur Pleon gegründet, bevor er in der Meditation seine wahre Berufung fand. Mit diesem Thema ist er seit vielen Jahren deutschlandweit unterwegs und unterrichtet beispielsweise Führungskräfte in »Zen for Leadership«. Auch als Buchautor („Jesus für Manager“) kann er auf einige Erfolge zurückblicken. Margret Kohtes erweiterte das Programm des Meister-Eckhart-Hauses um künstlerische Inhalte, die sie unter anderem gemeinsam mit der Klever Künstlerin Monika Buchen anbot.

In seinem Abschiedsbrief an die Besucher des Meister-Eckhart-Hauses schreibt das Ehepaar: „Wir haben Kurse und Begegnungen organisiert und selber angeboten, die zu einem meist unentdeckten Kontinent führen sollten, nämlich zu unserem wahren Selbst. Dabei die ‚sogenannte Wirklichkeit‘ als einen Traum oder ein Spiel der Illusionen zu entdecken, war immer Teil der Idee ‚Meister-
Eckhart-Haus’. Nun geht dieses Spiel zu Ende, ohne Not, ohne Gram, ohne Druck, vielmehr mit großer Dankbarkeit für alles und an alle, die an diesem Werk mitgewirkt haben – gleich ob als Kursleiter oder als Teilnehmer. Aber auch mit einem guten Stück Erleichterung für uns, weil wir ein Stück Freiheit zurückgewinnen, die uns wieder offen macht für Neues – was immer das sein wird.“

Dass ihr der Abschied schwer fällt, gibt Margret Kohtes offen zu: „Es hat so viele bereichernde Momente gegeben, wir haben so viele positive Erfahrungen gemacht, und es haben sich auch viele persönliche Beziehungen entwickelt – der Abschied geht uns selber ans Herz.“

Info:

Das Jahresfest am 1. Oktober soll ein „wahres Erntedankfest“ (Kohtes) für das Haus und seine Gäste werden. Bis zum Ende des Jahres geht das Programm weiter wie bisher; lediglich das Marma-Yoga mit Brigitte Weißert endet bereits Ende September. Alle 10er-Karten gelten bis zum 31. Dezember. Neue 10er-Karten sind ab sofort auch in 5-er-Blöckchen zu erhalten. Und wer war Meister Eckhart eigentlich? Siehe hier.

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  1. 2. MalWasSag

    Schöner Komentar der zum Nachdenken anregt.

     
  2. 1. otto

    Zen lehren heißt auch Freiheit lehren. Es gibt Nichts zurück zu gewinnen. Wird ein Stück Freiheit zurück gewonnen, verbleibt ein wesentlich größeres Stück -verhaftet SEIN-.