Millionenraub in Emmerich, oder: Warum es keine gute Idee ist, Bargeld zu Hause aufzubewahren (und auch nicht im Zollamt)

rd | 11. November 2020, 14:32 | 59 Kommentare
Bart & große Nase: Nach diesem Tatverdächtigen wird gefahndet (Foto: Polizei)

(Korrigiert, jetzt mit dem richtigen Gebäude) In der vergangenen Woche gab es unter den Polizeimeldungen eine, die etwas Stirnrunzeln auslöste: „Einbruch beim Hauptzollamt“, so war die am 4. November versandte, gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Kleve überschrieben. Wer, bitteschön, bricht in eine Behörde ein? Locher und Computer, auf denen Windows NT läuft, mitnehmen?? Im Text hieß es dann, Bargeld sei entwendet worden. Klar, die Kaffeekasse oder Ähnliches.

Einen Tag später gab es erste Hinweise. Die Polizei meldete: „[Eine Person] hat drei dunkel gekleidete Personen beobachtet, die Gegenstände aus dem Gebäude des Hauptzollamtes in einen hellen bzw. weißen Transporter mit Klever Kennzeichen (KLE) gebracht haben. Bei dem Auto soll es sich um ein Modell mit Schiebetür gehandelt haben. Gegen 10 Uhr soll der Pkw vom Parkring in Richtung Industriestraße unauffällig weggefahren sein.“

Nun denn, aber was ist das geschehen? Es dauerte etwas, bis der Kern der ganzen Geschichte durchsickerte, heute aber meldete ihn die Bild-Zeitung auf (Web-)Seite 1:

EMMERICH (NRW): DIEBE BOHRTEN KELLER AUF Einbrecher klauen 6,5 Millionen Euro aus Zollamt

(Hier der Link zum Artikel: Einbrecher klauen 6,5 Millionen Euro aus Zollamt)

Superlative verbieten sich angesichts eines Verbrechens natürlich, aber man darf schon vom Einbruch des Jahres sprechen: In einer neuen Mitteilung der Fahnder heißt es: „Nach den bisherigen Erkenntnissen der beim Polizeipräsidium Krefeld geführten ,Ermittlungskommission Kern‘ wurde der Einbruch professionell geplant und durchgeführt: So sollen drei bislang unbekannte Täter einen Kernbohrer eingesetzt haben, um im Keller des Gebäudes von einem Nebenraum in den Tresorraum zu gelangen. Von dort entwendeten sie etwa 6,5 Millionen Euro Bargeld.“

Zeugen hatten demnach am Sonntag, 1. November, gegen 6 Uhr morgens Bohrgeräusche gehört. Das Hauptzollamt liegt in einer trostlosen Ecke im hinterletzten Winkel Emmerichs an der Albert-Einstein-Straße. Das Hauptzollamt liegt am Hafen, gegenüber befinden sich Wohnhäuser, von denen aus die Tat offenbar zu beobachten war. Weiter heißt es zum Tatablauf: „Gegen 10:45 Uhr [wurde] bemerkt, wie drei dunkel gekleidete Männer mit dunklen Strickmützen das Gebäude am Parkring 6 mehrfach verließen, um einen weißen Transporter mit Schiebetür, an der Beifahrerseite, zu beladen. Anschließend fuhren sie mit dem Fahrzeug mit Klever Kennzeichen (KLE) weg.“

Das Ladegut war offenbar kistenweise Geld!

Ein weiterer Zeuge wurde auf den nunmehr Tatverdächtigen aufmerksam, der zur Tatzeit in der Nähe des Hauptzollamtes auffällig auf- und ablief, weshalb der Zeuge ihn fotografierte. Er war später in ein Auto gestiegen und in die gleiche Richtung gefahren, wie zuvor der weiße Transporter (Parkring Richtung Industriestraße). Nach diesem Mann wird nunmehr öffentlich mit diesen Fotos gefahndet.

Abgründe tun sich auf: Wer wusste, dass in dem Amt so viel Bargeld aufbewahrt wurde. Es sah nicht danach aus (eigentlich die beste Tarnung). Und wer informierte die Täter darüber, welche Wand zu durchbohren ist, um zu den Geldvorräten vorzudringen? Für die Tat hatten die Einbrecher offenbar alle Zeit der Welt: Das Gebäude wurde offenbar am Freitag um 15:30 Uhr verlassen und dann bis Montagmorgen von niemandem mehr betreten – außer den Einbrechern. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll zudem die Alarmanlage des Tresorraums schon seit mehreren Jahren kaputt sein!

Die Zollverwaltung hat für Hinweise, die zur Feststellung, Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung des Täters oder der Täter und/oder zur Wiedererlangung der entwendeten Gelder führen, eine Belohnung von 100.000 Euro ausgelobt.

Einen Kommentar schreiben





59 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 59. Chewgum

    Sorry, FKS …

     
  2. 58. Chewgum

    @56 Jean-Baptiste Ich hatte es in Post 25 erwähnt: Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FSK)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkontrolle_Schwarzarbeit_der_Bundeszollverwaltung

     
  3. 57. rd

    Sagt der, der gerne allerlei Sprachen mischt…

     
  4. 56. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @54. Chewgum
    nun hab´ich´s schon so hilarisch verpacken wollen.
    Manche beschweren sich, weil sie meine Fremdsprachen nicht verstehen, was soll denn dann FSK heissen?
    lma² weiss ich ja noch, aber was soll das mir solchen komischen Abkürzungen die keiner kennt.
    Könn´se kein klartext ?

     
  5. 55. Niederrheinstier

    Mmuuuh, also, wenn auf der anderen, nicht von rd gezeigten Seite der schwarezen Mütze “Landwirtschaftssimulator” drauf stehen tut, dann hätte ich schon einen Verdacht, wer die Grossnase oben auf den Bildern sein könnte, mmuuuhSpekulativeHypothese.

     
  6. 54. Chewgum

    @51 Jean-Baptiste Bei FSK-Razzien fallen nicht selten Mitglieder von Clans auf (Gebiet Duisburg/Essen), gegen die dann ein Verfahren eröffnet wird. Die beteiligten Zollbeamten, die ja die Anklage akribisch für die Staatsanwaltschaft vorbereitet haben, müssen vor Gericht aussagen, fachkundige Auskunft geben, mit vollem Namen, und in der Regel dauert eine Zeugenaussage mindestens eine Stunde, oft länger. Viel Zeit, sich Gesicht und den dazugehörigen Namen einzuprägen. Das ist auch schon mal sehr unangenehm, wenn die halbe Sippe des Angeklagten anwesend ist. Den Rest muss man wohl nicht erklären. Mein Bruder hat aber Nerven wie Stahlseile, erstaunlicherweise.

     
  7. 53. Chewgum

    Doublierte Fahrzeuge – da gibt es skurrile Vorfälle:
    https://www.nordkurier.de/prenzlau/mann-stuermt-vermeintlichen-pkw-seiner-frau-072967711.html

    Fassen wir mal zusammen: Als Fluchtfahrzeug diente ein Wagen, der die Kopie eines anderen Wagens ist. Damit wäre die Doublette in einer Kontrolle nicht aufgefallen, noch bessewenn auch entsprechende gefälschte Papiere vorhanden sind, was natürlich der Fall wäre. Ein Risiko weniger also. Damit kommt man erstmal eine Ecke weit, bevor man wahrscheinlich in den nächsten doublierten PKW steigt.

     
  8. 52. "Sherlock-Marple"

    @49. rd

    Ich dachte, weil es den verspäteten Fahndungsaufruf gab …….. na ja, eben von mir, laienhaftes Denken!

     
  9. 51. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @39. Chewgum “FSK”
    Ist das dort denn so gefährlich?
    Ich dachte, die sehen sich den ganzen Tag nur Filme an, und erteilen dann die altersgerechte Freigabe, für alle frei, , ab sechs ,zwölf, sechzehn oder 18 freigegeben.
    Und dann so´nen Aufwand mit Razzia und so?

     
  10. 50. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @49. rd
    Ich würd´s mal so sehen: Das Fahrzeug muss schnell sein und unauffällig, keine individuellen Merkmle wie z.B. Aufkleber, also einfach ein Fahrzeug im Originalzustand .
    Dann muss man an die Original Fahrzeugdaten kommen, inkl. Ident-Nr. und Halterangabe für die Fälschung einer Zulassungsbescheinigung Teil I.
    Dann kann man sogar eine oberflächige Kontrolle durch Polizei oder Zoll, inklusive Routineabfrage im EUCARIS überstehen.

    Finden wird man die Doublette wohl eher nicht, es sei denn Kommissar Zufall hat Dienst, denn der Wagen läuft ja längst wieder mit seiner Originalidentität und ist unauffällig.

     
  11. 49. rd

    @”Sherlock-Marple” Weil dieser Fahrzeugtyp geklaut wurde. Wenn die Täter nicht total bescheuert sind, nichts. Wer geht davon aus? Wenn es Anlass für grenzüberschreitende Ermittlungen gibt. Ansonsten ist es nicht erforderlich.

     
  12. 48. "Sherlock-Marple"

    Ich weiß, es sind für diese hochkriminelle Situation, laienhafte Fragen ….

    Wieso wurde ein ganz bestimmtes Fahrzeug doubliert?
    Was hat das Originalfahrzeug damit zu tun?
    Wieso geht man davon aus, dass sich die Täter noch hier im weitläufigen Gebiet aufhalten?

    Man kann nur hoffen, dass eventuell Europol eingeschaltet wurde?

     
  13. 47. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @46. rd
    ok, ja klar, für eine Asservatenkammer lohnt ja auch keine Tresorausrüstung.
    Ich hätte da übrigens noch einen guten Vorschlag für den Zoll.
    10 Leute kann man auch locker in der Kavarinerstr. 36 unterbringen, EMS Training fitbox wäre vielleicht froh darüber so den Exit zu schaffen.
    Dann hätten die Tresoranlagen der ehmaligen Sparkasse auch gleich wieder einen Sinn.

     
  14. 46. rd

    @j-b Der Eingang zum Keller war eine normale Kunststofftür, Dutzendware. Im Keller ist eine Wand durchbohrt worden. Ich bezweifle halt nur, dass die Geräusche aus dem Keller bis zu den gegenüber wohnenden Nachbarn durchgedrungen sind.

     
  15. 45. jean-baptiste

    @44. rd “vor Ort”
    ok, dann wäre die Uhrzeit interessant 🙂 🙂 .
    Also stimmt das, dass gar keine Betonwand durchbohrt wurde?
    Presse mutmasste sowas, man spekuliere, dass sich dann einer der Täter am Tresen verraten könnte, aber Tresen bei Corona ?

     
  16. 44. rd

    @j-b Ich war vor Ort und habe die zerstörte Tür gesehen.

     
  17. 43. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @42. rd “waren wahrscheinlich die Geräusche des Trennschneiders”
    Vielleicht auchnicht. Ich habe den Eindruck, da wird gezielt vie Falschinformation gestreut, dami die wahren Wissenden irgendwann sichmit Täterwissen verplappern.

     
  18. 42. rd

    Die „Bohrgeräusche“, die die Nachbarn vernommen haben, waren wahrscheinlich die Geräusche des Trennschneiders, mit dem das Innenblatt der Kunststoff-Kellertür herausgetrennt wurde. Das Blatt liegt auf dem Parkplatz (Foto morgen). Innen kann (muss aber nicht) ein Kernbohrer verwandt worden sein. Jedenfalls wurde in die Wand ein Loch gebohrt, dass einen Mann durchschlüpfen lassen konnte.

     
  19. 41. Chewgum

    “Baufachleute, Organisationsfachleute…” – ja, aber sehr spezialisierte 😉
    Geräusche soll der Bohrer ja gemacht haben und die Ermittlungsgruppe hat sich KERN genannt, ja, wirklich. Könnte natürlich geschickte Irreführung sein…

    Sie meinen, der Insider müsste beim Zoll sein wegen der Baupläne und Abläufe, und gleichzeitig bei der Mafia?

    Mein Tipp: Vielleicht mal bei denen schauen, denen durch Zollkontrollen eine größere Menge Bargeld ‘abhanden’ kam. Bei den Hintermännern. Die kriegen bei solch einem Schwund sicher richtig schlechte Laune. Und setzen vielleicht alle Hebel in Bewegung.

     
  20. 40. Counsel

    Es darf bezweifelt werden, dass diese dicke Betonmauer mit einem Kernbohrer durchbrochen wurde. Mit Kernbohrungen kann man Löcher bohren, auch große, aber niemals solche, durch die ein Mensch steigen kann. Viel eher kommt eine Sauerstofflanze in Betracht, zumal bei deren Einsatz kaum Geräusche entstehen. Aber es gehört ja vermeintlich zur polizeilichen Taktik, keine genauen Angaben zum Tathergang zu machen. Hier waren Fachleute am Werk, Baufachleute, Organisationsfachleute und natürlich mindestens ein Insider, der Zugang zu den Bauplänen und den Abläufen hatte. Das kann nur eine Person auf einer hohen Hierarchieebene sein. Das alles spricht für einen Mafia-Job.
    Und: Wie konnten denn die Täter wissen, dass die Nachbarn nicht die Polizei alarmiert haben? Oder hat man sie irgendwie mit ein bisschen Geld ruhig gestellt?

     
  21. 39. Chewgum

    @38 Sie meinen den Gesichtsschutz? Trägt mein Bruder bei der FSK nicht mal bei konzertierten Razzien mit der Polizei wie diesen Sommer gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet.

    Besser ist es, nicht mehr im Telefonbuch zu stehen und zu gucken, ob einem jemand folgt, wenn man nach Hause fährt.

     
  22. 38. Lohengräm

    @36

    Gut, bei regelmässigen Betriebsprüfungen werden sie warhscheinlich auch nicht direkt mit Sturnhauben auflaufen….:-)

     
  23. 37. Chewgum

    Die EU besteht ja immer noch aus Nationalstaaten. Trotz des Schengener Abkommens ist der grenzüberschreitende Verkehr deshalb weiterhin und zu Recht ein sensibles Thema. Auch wenn man jetzt in Wyler durchrauschen kann, ändert das nichts an den grundlegenden zollrechtlichen Bestimmungen. Wenn es um Waren aus Drittländern geht, die z.B. über die niederländischen Seehäfen reinkommen. Wenn es um Drogenschmuggel und Verschiebung von Schwarzgeld geht etc

    Nicht umsonst lagerten im ZA Emmerich mehrere Millionen Euro, die im.grenzüberschreitenden Verkehr allein in diesem Jahr sichergestellt wurden (laut Spiegel). Sicher kein Geld, das freiwillig vorgezeigt wurde. Ohne bestimmte Rechte bliebe dem Zoll auf Nachfrage und entsprechender abschlägiger Antwort nur noch, “gute Reise” zu wünschen.

     
  24. 36. Chewgum

    @34. Die regelmäßigen Betriebsprüfungen dürfen aber ohne Verdacht stattfinden.

    https://www.anwalt.de/rechtstipps/steuerfahndung-was-tut-sie-und-was-darf-sie_163139.html#:~:text=Die%20wichtigsten%20Ermittlungsma%C3%9Fnahmen%20der%20Steuerfahndung,Beschuldigten.

     
  25. 35. Chewgum

    @34. https://www.gesetze-im-internet.de/zollvg/index.html#BJNR121250992BJNE000502377

    Paragraph 10 und 14

    Die Steuerfahndung darf ohne stichhaltigen Verdacht aber keine Hausdurchsuchung machen.

     
  26. 34. Lohengräm

    @31

    Das macht die Sache nicht besser. Sonderrechte sind Sonderrechte.

    Zudem meine ich dass seit Schengen die Sonderrechte im gesamten Bundesgebiet gelten. Die Zollgrenzbezirke gibt es ja nicht mehr.

    Wo steht denn das mit den 30km?

    Die Steuerfahndung hat die Sonderrechte ohnehin im gesamten Bundesgeboiet.

     
  27. 33. Chewgum

    @29 Der Zoll hat diese Rechte nur im Grenzgebiet, bis 30 km hinter der Grenze, 50 km hinter Seegrenzen. Macht aus meiner Sicht Sinn.

    Und mal die Hände hoch, wer in den letzten 20 Jahren z.B. in Nütterden angehalten wurde und den Kofferraum ausräumen musste… sind da Hände?

    Vielleicht sollte mal wieder öfter kontrolliert werden. Dann würde nicht jeder Automatensprenger in offenen Grenzen einen Freifahrtschein sehen … die Wahrheit ist aber, dafür gibt es nicht das Personal

     
  28. 32. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @30. Friedrich Foerster “Wo bleibt eigentlich das Positive?”
    Na, positiv ist doch schon mal, dass die nicht gleich nach Mocro-Manier die ganze Butze in die Luft gesprengt haben.
    Positiv ist immer etwas zu finden , aber Negatives halt auch.
    Wenn man die Maxime beherzigt, ist man für jede Widrigkeit gewappnet.

    Jetzt geben se´s zu … der Spruch ist doch eines Philosophen würdig.
    Ein Philologe kann da total nicht mithalten 🙂

     
  29. 31. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @29. Lohengräm “Steuerhinterziehung”
    Sonderrechte nur in Grenznähe, oder wenn der zu kontrollierende über die (eventuell grüne) Grenze eingereist ist.

    Bei Einfallen wegen Steuerhinterziehung : Immer mit richterlicher Anordnung, aber Zollfahner sind extreme Frühaufsteher. (On die noch ´nen Zweitjob als Pförtner bekeiden 🙂 ?

    Eine Bekannte hier in Kleve önnte Bücher darüber schreiben , 5.00h morgens, zu Tode erschrockenes blärendesKind auf dem Arm, das ist nicht lustig.
    Später musste ma nzugeben, dass nichts von den erhobenen Vorwürfen, egal gob sie nun zurecht, oder zu Unrecht erhoben wurden, nicht auch in aller Ruhe tagsüber unter Beisein des Steuerberaters zu klären gewesen wäre.
    Töchterchen träumt davon immer noch.
    Eine besondere Erfahrung die man garantiert missen möchte.

     
  30. 30. Friedrich Foerster

    Die Stimmung im Zollamt Emmerich wird zur Zeit wohl eine ganz besondere sein.
    Denn alle, die dort arbeiten, werden sich darüber im Klaren sein,
    dass es mindestens eine undichte Stelle, wenn nicht einen aktiven Mittäter geben muss.
    Also werden sich wohl alle gegenseitig verdächtigen, etwas mit dieser Sache zu tun zu haben.
    Niemand wird ernsthaft vermuten, dass dieser Einbruch zufällig so “erfolgreich” war, wie er war.
    Man darf gespannt sein, wie diese Geschchte weitergeht.

    In letzter Zeit kommen Stadt und Kreis Kleve nur noch negativ in die bundesdeutschen Schlagzeilen.
    Wo bleibt eigentlich das Positive?

     
  31. 29. Lohengräm

    @25

    Nur Kurz: Der Zoll hat andere Aufgaben, hat aber zur Erfüllung dieser wesentlich schärfere Durchgriffsrechte als die Polizei.

    Der Zoll darf Sie verdachtslos(!) anhalten und Ihr komplettes Auto ohne Ihre Zustimmung auseinandernehmen. Diese Durchgriffsrechte hat die Polizei nicht im gleichen Maße.
    Das gilt auch für Hausdurchsuchungen bei Verdacht auf Steuerhinterziehung.

    Zitat Harald Schmidt in einem Interview (hat er vermutlich nicht selbst erlebt, aber er wohnt ja in einem “anfälligen” Stadtviertel) :

    “Du bekommst Sehnsucht nach der ganz normalen Kriminalpolizei wenn Du einmal die Steuerfahndung im Haus hattest.”

    🙂

     
  32. 28. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @20. Lohengräm “Da haben leider offensichtlich wenig Einblick in die praktische Arbeit der Sicherheitsbehörden, Zoll inklusive.”
    Da haben Sie recht, aber nur was die praktische Arbeit betrifft.
    Wenn diese vom theoretischen abweicht, und sich dadurch jemand beschwert fühlt, wird schnell mal das Verw.Ger. angerufen.
    Das ist eigentlich die Schiene, die in Deutschlandnoch am reibungslosesten funktioniert.

    Dass manches “reilen en zeilen niet volgens het boekje” (Abläufe nicht so ablaufen wie es im Buche geplant ist),wie der Holländer das so schön ausdrückt, ist evident.

     
  33. 27. Jürgen Kappas

    Gut gemacht, getreu dem Motto: “Wer nicht klaut, der kommt zu nicht`s” Kann mir vorstellen, dass beim
    Zoll auch Unruhe herrscht. (Wer ist der Tippgeber) Falls die Einbrecher mitlesen, würde mich freuen, wenn ihr ein paar Scheinchen rüberschicken würdet.

     
  34. 26. Chewgum

    @15 Niederrheinstier Der Zoll macht vieles, was in der Bevölkerung oft nicht wahrgenommen wird:

    https://www.zoll.de/DE/Der-Zoll/Aufgaben/Schutz-fuer-Buerger-Wirtschaft-und-Umwelt/schutz-fuer-buerger-wirtschaft-und-umwelt_node.html;jsessionid=79832CE940C0409C2F2FB27044195332.live4401

     
  35. 25. Chewgum

    @21 Ok, schauen wir uns die Sache etwas genauer an.

    “Man kann bei entsprechender Lage auch von Zoll zur Bundespolizei oder von der Bundespolizei zu einer Landespolizei Personal verschieben”

    Dieser Satz lässt sich nur so verstehen, dass Sie schon vorhandenes, ausgebildetes Personal meinen. Was wäre eine “entsprechende Lage”? Bei einem Staatsnotstand ist viel vorstellbar.

    Aber zu normalen Zeiten nicht. Zwischen Zollrecht und Polizeirecht liegen Welten, jeweils ein sehr weites Feld. Zollrecht ist vor allem Steuerrecht. Trägt ein Zollbeamter eine Dienstwaffe, berechtigt das zwar zur Polizeizulage und bringt einige Pflichten mit sich, aber ein Polizist ist der Zollbeamte deswegen noch lange nicht. Mit dem Schengener Abkommen sind viele Zollbeamte zu rein steuerrechtlichen Tätigkeiten übergewechselt wie Besteuerung von Einfuhren der Unternehmen in den Hauptzollämtern.

    Es gibt auch die vor längerer Zeit neu eingerichtete Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FSK), die mit den Staatsanwaltschaften zusammenarbeitet und mit weiteren, auch polizeilichen Befugnissen ausgestattet ist, für Razzien, Zeugenbefragungen etc. Aber auch deren Arbeit besteht vor allem darin, im Nachgang die sicher gestellten Unterlagen durchzuarbeiten und die Anklage stichhaltig vorzubereiten. Da stehen die Akten nach einem Einsatz oftmals bis in die Flure. Leute, die von anderen Bereichen zur FSK übergewechselt sind, mussten umfangreiche Fortbildungen belegen, haben regelmäßig Schieß- und Sportunterricht. Das klingt nach Polizei, ist es aber nicht.

    “Von der Bundespolizei zu einer Landespolizei” – meinen Sie nicht eher Einsätze der Bundespolizei, mit denen eine Landespolizei unterstützt werden kann? Die Weisungsbefugnis bleibt immer beim Bund, daran ändert auch die Politik nichts.

     
  36. 24. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @15. Niederrheinstier “… ist der Zoll nicht die Behörde, die eigentlich…”
    Nein Stier, hast Du das nicht falsch in Erinnerung ?
    Das waren doch die, die Ermittlungen anstossen, wenn jemand mit mehr als 20.000 Euronen angetroffen wird.
    Stichwort Verdacht auf Geldwäsche und Schwarzgeld.

     
  37. 23. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @19. Nachdenker “Ich finde es sinnvoll, wenn geblitzt wird, das schützt wirklich mal Menschenleben”
    Völlig Ihrer Meinung, nur, ich finde es nicht immer sinnvoll, w o geblitzt wird, What a diff’rence a place makes wusste schon Esther Phillips.

     
  38. 22. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @16. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert “Wenn Sie etwas an der Gesetzeslagen geändert haben wollen., müssen Sie schon bei der Judikative sein.”
    Bevor es jemandem auffällt, und ich mich hier blamiere, der Satz ist zu streichen,und durch
    ´Wenn Sie etwas an der Gesetzeslagen geändert haben wollen., müssen Sie schon bei der Legislative sein. ´
    zu ersetzen.
    Da war bei mir die exekutive Gehirnhälfte deutlich schneller als die judikative 🙂

     
  39. 21. Lohengräm

    @13
    >”Lohengräm Sie kennen niemanden vom Zoll näher, oder?”

    Doch. 🙂

    Aber das tut hier gar nichts zur Sache. Siehaben mich nicht verstanden.

    Die Personalplanung ist Sache der Politik und kann auch zwischen Bund- und Ländern abgestimmt werden.

    Es geht nicht um das Bewerben eines einzelnen Mitarbeiters irgendwoanders hin, das ist aufwendig, klar.

    Es geht um die politische Gestaltungsmöglichkeit der Personalstrukturen. Und die ist da.

     
  40. 20. Lohengräm

    @16
    “Zoll ist in diesen Fällen die Executive, die selbst keine Meinung zu haben hat.”

    Da haben leider offensichtlich wenig Einblick in die praktische Arbeit der Sicherheitsbehörden, Zoll inklusive.

     
  41. 19. Nachdenker

    @Lohengräm: Ich würde es nicht so sehen, das die Polizei Ordnungswidrigkeiten deratig konsequent verfolgt. Wo wird denn in Kleve bitte überall geblitzt? Wer hier nur die Geschwindigkeitsbegrenzung einhält wird teilweise massiv bedrängt, so selbstverständlich ist es wohl zu schnell zu fahren.

    Wurde der automatische Poller am Opschlag nicht deswegen installiert, weil die Polizei bereits mit einem einfachen Durchfahrtsverbot überfordert war?

    Ich finde es sinnvoll, wenn geblitzt wird, das schützt wirklich mal Menschenleben. Das einzige was mich beim blitzen durch die polizei stört ist, dass die nur das Tempo kontrollieren und nicht die auch Abstände. Das bisschen bedruckte Papier was da geklaut wurde ist doch eh lächerlich wenig, bedenkt man, was für Schäden bei CumCum und Cum-Ex Geschäften angerichtet wurden.

     
  42. 18. Es gibt nur eine legitime Einstellung

    @1 Lohengräm
    Wenn Bankautomaten gesprengt werden und jetzt in Emmerich das “ZOLLAMT” besucht werden kann,… ich sag´s mal so, spielt doch denen zu die das Bargeld abschaffen wollen. Oder?????

    Jemand sagte mal: Ich will nicht wissen was hier los wäre, wenn die Menschen wüßten was hier los ist.

     
  43. 17. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    @9. Guenther Hoffmann “Sherlock H.”

    gerade verpasst, der ist nämlich gestern 100 Jahre alt geworden. Seine Geburtsstadt Wuppertal wollte gross feiern, aber ja, Corona ……

     
  44. 16. Jean-Baptiste le Rond d’Alembert

    10. Lohengräm “Strafverfahren auch bei geringsten Mengen an geschmuggelten BTM für den Eigenbedarf,”
    Tut mir leid, aber jetzt muss ich Sie einfach mal Kasteien.
    Egal wie man zu Marie Chuana steht, ihre Agumentation passt nicht zum deutschen Rechtssystem.
    Zoll ist in diesen Fällen die Executive, die selbst keine Meinung zu haben hat.
    Wenn Sie etwas an der Gesetzeslagen geändert haben wollen., müssen Sie schon bei der Judikative sein.
    Ein Speise-Eisverbot in einem Laden diskussieren Sie auch besser nicht mit der Putzfrau.

    Das mit dem “um den Job reissen” passt auch nict, wer das nicht will, sollte nicht in einem solchen Job arbeiten.

    #10. Da lohnt kein Lesen, Sie wollen alle über einen Kamm scheren, und das demonstriert nur, dass sie sich weigern, auch nur die simpelsten Staatsstkukturen zur Kenntnis zunehmen.

     
  45. 15. Niederrheinstier

    Mmuuuh, ist der Zoll nicht die Behörde, die eigentlich gegen Schwarzarbeit sowie unangemeldete Arbeit an Sonn- und Feiertagen vorgehen soll, mmuuuhWieistdieAufgabenverteilung?

     
  46. 14. Chewgum

    @10 Bundespolizei gehört natürlich natürlich zum Bundesinnenministerium.

     
  47. 13. Chewgum

    @10 Lohengräm Sie kennen niemanden vom Zoll näher, oder?

    Beim Zoll kann nicht einfach Personal “verschoben” werden. Es gibt Planstellen und wer auf einer ist, kann nur dann anderweitig eingesetzt werden, wenn diese Planstelle ganz wegfällt. Dann ist der nächste Schritt die Bewerbung auf eine andere, offene Planstelle, beim Zoll, nicht bei der Bundes- oder Landespolizei. Das sind getrennt verwaltete Behörden mit eigenen Stellenplänen und Etats, mit eigenen Bewerbungsvoraussetzungen etc.

    Der Zoll untersteht dem Bundesfinanzministerium, Polizei den Innenministerien der jeweiligen Länder.

    Der Zoll eröffnet auch keine Strafverfahren. Die werden auch nur nach Vorgaben des Strafrechts eröffnet, die der Zoll nicht gemacht hat. Zoll ist wie Polizei Exekutive.

     
  48. 12. Chewgum

    @11 Die Polizei kommt schon für weniger Verdacht.

     
  49. 11. Lohengräm

    >Kann man da nicht die Polizei anrufen und fragen, ob es nicht vielleicht eine gute Idee wäre, wenn sie da mal vorbeifahren.

    Um den Job reisst sich bei der Polizei wahrscheinlich keiner.
    Blitzen ist ungefährlicher und erfolgversprechender…

    😀

    *shitstormmode=ON*

     
  50. 10. Lohengräm

    @2
    bitte richtig lesen: Deshalb sprach ich auch von “Sicherheitsbehörden” allgemein :

    1.) gilt meine Argumetation auch für den Zoll : Strafverfahren auch bei geringsten Mengen an geschmuggelten BTM für den Eigenbedarf, wo der Aufwand in keinem Verhältnis zum “Schaden” steht, aber die Klientel der Einzelpersonen die für den Eigenbedarf kaufen ist vergleichsweise wehrlos und einfach zu kontrollieren/sanktionieren.

    2.) Die Personalplanung der Sicherheitsbehörden kann man ganz allgemein betrachten. Man kann bei entsprechender Lage auch von Zoll zur Budnespolizei oder von der Bundespolizei zu einer Landespolizei Personal verschieben.

     
  51. 9. Guenther Hoffmann

    Jeder Sherlock H. darf jetzt mal 😁 KLE Kennzeichen 🙄 da bleibt selbst ein aufmerksamer Anwohner ganz locker 😂 Das waren Top Profis die international agieren die spenden Insidern gutes Bakschisch und verschwinden, was z.B. eine Französische Spezialität wäre. Ostblock Profis räumen da eher radikal massiv hinter sich auf. 😢 Da schauen wir doch mal gespannt 👍🏽 Ein “schönes ” Intermezzo i.d. langweiligen Corona Zeit. 🤫 😎

     
  52. 8. Chewgum

    Nachtrag: LZB hieß es bis 2002, danach unselbständige Einheiten der Bundesbank.

     
  53. 7. rd

    @Chewgum Offenbar nicht.

     
  54. 6. Chewgum

    Am 1. November (Feiertag) morgens um 6.00 gebohrt, einer läuft draußen auf und ab, Stunden später beladen Leute, die so gar nicht nach Zoll aussehen, einen Transporter … das schien so verdächtig, dass jemand Fotos machte …

    Kann man da nicht die Polizei anrufen und fragen, ob es nicht vielleicht eine gute Idee wäre, wenn sie da mal vorbeifahren.

    Und sich vielleicht das Kennzeichen merken, wenn man schon die ganze Zeit beobachtet

     
  55. 5. St. Martin

    Gab es keine Direktschaltung zur Polizei oder zu einem Security-Dienst, als Überwachung?

     
  56. 4. Chewgum

    Ein extrem unangenehmer Hammer für den Zoll.

    Was für Geld ist das? Abgaben eher nicht. Sichergestelltes Schwarzgeld? Geld vom Zoll geht eigentlich sehr schnell an die LZB.

     
  57. 3. Guenther Hoffmann

    ☝🏽 ..das erinnnert mich etwas an den französischen Film ” Rififi ” (1955 ) von Jules Dassin. 🤔 Der Fachmann staunt und der Laie wundert sich…und der Zoll ? 🙄 😂 🍻

     
  58. 2. jean-baptiste

    1. Lohengräm
    Ich wollte gerade schon meine Aufzählung beim Kneipensterben, wo ich auch die Grenzzollämter als aussterbende Rasse aufgezählt habe, korrigieren.
    Obwohl, genaugenommen handelt es ich bei dem Zollamt ja nicht um ein Grenzzollamt, sondern ein Binnenzollamt.
    6,5 Mio sind nicht viel, wenn es sich um den Bargeldbestand für eine Bank handelt, schon ganz, wenn man sonst als Bank Negativzinsen auf sein Guthaben zahlen muss.
    Was aber, in Himmelsnamen, macht der Zoll mit derartigen hohen Barbeständen in Münzgeld ?
    Wenn ich für die Firma etwas abholen muss, sei es Waren aus China, oder den USA, oder Verwegistan, werde ich für die paar Euro Grenzabgabegebühren, regelmässig schief angesehen, wenn ich die gleich in bar begleichen will.
    Das macht den Herrschaften, obwohl meist gähnende Leere auf Gängen und in Dienstzimmern herrscht, viel zuviel Arbeit.
    Trotzdem behalte ich das Prozedere bei, nirgendwo sonst wird man nämlich sein Münzgeld so elegant los, ohnen Gebühren dafür entrichten zu müssen.
    Halt mal, die haben doch nicht etwa das Münzgeld, das die über die letzten 500 Jahre von mir eingenommen haben, alles feinsäuberlich in Kisten gelagert, und sich jetzt klauen lassen ?
    Egal,ich habe ja deren Einnahmepapiere mit jeder Menge Gummiadler bestempelt, in meinen Unterlagen.
    Also, der Diebstahl betrifft mich auf jeden Fall nicht.
    Die fällige USt. (landläufig MWSt) muss man ja sowieso schon selbst mit der nächsten fälligen monatlichen USt-Abrechnung selbst regeln, also das Geld dürfte dort ja nicht gelegen haben.

    #Lohengräm : Den Zoll dürfen Sie nicht mit Knöllchenverteiler für fehlenden Corona-Mundschutz u.ä. zusammenschmeissen.
    Der Zoll hier spielt nur eine Rolle im gewerblichen Verkehr, damit Unternehmer und Speditionen nicht nach Duisburg fahren müssen, umWaren auszulösen.
    Ausserdem hat der Zoll die undankbare Aufgabe, als Gerichtsvollzieher in behördlichen Angelegenheiten aufzutreten. Das machen die abr äusserst diskret, indem die klever Gruppe im Ruhrgebiet eingesetzt wird, und die Beamten vom Ruhrgebiet im hesigen Raum.
    Damit ist sichergestellt, dass Beamte aus Kranenburg nicht gegen ihre Nachbarn aus Kranenburg eingesetzt werden.
    Diskret halt, aber das muss nicht mitfühlend heissen.

     
  59. 1. Lohengräm

    Ich weiss, es ist für viele Stammtischniveau:

    Aber ich habe wirklich Verständnisprobleme damit wieso die Sicherheitsbehörden Personal- und zeitmässig problemlos in der Lage sind Radfahrer in der Fussgängerzone oder vergessenen Corona-Mundschutz oder zu nah beieinanderstehende Schüler an der Bushaltestelle unnachgiebig zu sanktionieren, aber das Problem der Geldautomatenspengungen oder auch so was wie hier, ist -seit Jahrzehnten(!!) – nicht in den Griff zu kriegen.

    Der leise und -für manche- böse Verdacht der Unfähigkeit drängt sich doch fast zwangsweise auf.

    Sorry.
    Bin nur ein kleiner fehlbarer Mensch unter vielen.
    Aber ich denke so.
    Sorry.