Der (Mit-)Besitzer der Immobilie, Sebastian Kiesow, hüllt sich noch in Schweigen, doch er darf sich freuen: Das seit Ende vergangenen Jahres leerstehende Ladenlokal von Kiesow in der Klever Innenstadt wird wieder gefüllt. Und zwar genau mit dem Nachmieter, dessen Name schon im Raum stand, als bei Kiesow nach 175 Jahren im Einzelhandel noch der große Abverkauf lief: Die Optikerkette Fielmann wird die 400 Quadratmeter Verkaufsfläche an der Großen Straße künftig dazu nutzen, Brillen zu verkaufen.
Jan Hendricks, seit 2023 der Niederlassungsleiter von Fielmann in Kleve, bestätigte: „Wir ziehen um. Wir wollen uns vergrößern.“ Der Blick in die vollbesetzten Verkaufsräume zeigt in der Tat, dass offenbar mehr Platz erforderlich ist, zumal der direkte Konkurrent Rottler mit der Ende 2024 eröffneten Filiale im ehemaligen Schuhhaus Thissen ein nicht zu übersehendes Statement gesetzt hat. Die Verkaufsfläche von Rottler beträgt ebenfalls 400 Quadratmeter. Dafür wurden zwei kleinere Filialen, die vorher in Kleve betrieben wurden, zusammengezogen.
Fielmann geht nun einen ähnlichen Weg. Nur wann genau der Schritt erfolgt, das steht noch nicht fest. In den vergangenen Wochen war das ehemalige Klever Traditionsgeschäft Kiesow Bags & Travel komplett entkernt worden. Noch immer steht ein Entsorgungscontainer der Firma Pietsch vor dem Geschäft, mittlerweile sogar mit Matratzen gefüllt. „Wir haben noch keinen Termin“, sagt Hendricks.
Was bedeutet der Umzug für die Klever Innenstadt? Zunächst einmal, dass künftig in der Kernzone des Einzelhandels gleich fünf Optiker um die Gunst der Kunden werben, neben den bereits genannten beiden Ketten noch die Ketten Apollo Optik und eyes + more sowie Brillen Berghaus, wo Christoph Berghaus die Fahne des inhabergeführten Einzelhandels hochhält. Er hatte sein Geschäft noch im vorvergangenen Jahr aufwändig modernisiert.
Der Wechsel bedeutet aber auch, dass ein Leerstand mit einem anderen wechselt. Netto kommt nichts hinzu, solange sich für den bisherigen Standort von Fielmann am Fischmarkt kein Nachmieter findet.
Info Fielmann: Die Optikerkette Fielmann, 1972 vom Augenoptikermeister Günther Fielmann (gestorben 2024) in Cuxhaven gegründet, betreibt in Europa und den USA 1241 Niederlassungen, beschäftigt knapp 24.000 Mitarbeiter und hat über 30 Millionen Kunden. Der Konzernumsatz lag 2024 bei 2,26 Milliarden Euro.


upDate zu #25 :
Seit gestern ist der Container verschwunden.
Mehr als 3 Wochen lang hat er die Große Straße bereichert.
sogar über die österlichen Feiertage hinweg.
Täglich ( oder eher nächtlich ) stilvoll ergänzt um diversen HausMüll.
Der erst AUF den Container drappiert,
dann zerfleddert und von dort runterGerissen
und schließlich von Passanten wieder auf den Container gehoben wurde.
Sogar ein WeihNachtsBaum lugte neben der Matraze oben hervor.
Nun also ist der Container weg.
von Pietsch abgeholt ?
Durch ein Loch im RaumZeitKontinuum in eine andere Demension verschwunden ?
ImmerHin doch mal ein Zeichen von Veränderung.
draußen !
IM LadenLokal weiterhin :
Auf Auferstehung muß auch nach Ostern weiter gewartet werden.
‚### Noch immer steht ein Entsorgungscontainer der Firma Pietsch vor dem Geschäft, mittlerweile sogar mit Matratzen gefüllt. ###
Seit gut einer Woche keine Veränderung zu erkennen.
Container randVoll, wird aber nicht abgeholt.
Kein Zeichen für Aktivitäten innerhalb des Geschäfts.
die nächste AOKlypse ?
Ich bin gerade dabei, meine alte Gleitsichtbrille durch eine neue zu ersetzen – und die Auswahl ist überwältigend. Ob Panto oder Browline, mit Keyhole-Bridge oder ohne, markante Rivets, klassisches Schwarz oder doch Dark Tortoise? Wer sich intensiv damit auseinandersetzt, landet schnell in einer Spirale aus unzähligen Modellen und ständigem An- und Absetzen. Bei dieser schier endlosen Vielfalt wundert es mich kaum noch, dass Optiker heute so enorme Ladenflächen benötigen, um all diese Varianten überhaupt präsentieren zu können.
Der war doch eh fehl am Platze.
In unmittelbarer Nähe droht der nächste Leerstand, beim Automatenkiosk, hängt ein „zu Vermieten“ Schild.
Unterm Strich:
Jeden Tag steht ein Dummer (in diesem Fall dann wohl Niederländer) auf…
Solange unsere westlichen Nachbarn noch einen Teil ihrer Kaufkraft mit unseren Grenzstädten teilen, können diese auch noch überleben.
Klar, aktuell sind Kraftstoffe, alkoholische Erzeugnisse, Hygieneartikel und Tabakwaren in Deutschland noch deutlich günstiger als in den Niederlanden.
Aber … Belgien ist noch günstiger … die Niederlande zerreist es förmlich 🙂
Ich behaupte mal ganz frech, dass wir ohne die Kaufkraft aus den Niederlanden in den Grenzorten auf deutscher Seite deutlich mehr Leerstände und Verwahrlosung beklagen müssten.
Was letzten Endes in den Innenstädten landet, das steht auf einem anderen Blatt.
In den Randgebieten … für Kleve also bspw. der Kaufland an der Flutstraße … rollt der Rubel.
Da Niederländer sehr geschäftstüchtig sind, hat dann auch gleich mal eine niederländische Tankstellenkette ihre Zapfsäulen unmittelbar neben dem Einkaufsparadies platziert.
Wo aber lassen wir Geld liegen?
Was kann die niederländischen Nachbarn dazu animieren, länger zu verweilen und gutes Geld für gute Waren und Dienstleistungen auszugeben?
Darüber scheinen sich die Wenigsten echte Gedanken zu machen – scheint mir.
Ja, auch der Brillenerwerb ist hierzulande günstiger als in den Niederlanden.
Viele Geschäfte niederländischer Inhaber sind in den Grenzorten schon gekommen und gegangen … klar, alle wollten mitverdienen. Und auch klar, die Kunden haben entschieden …
Wenn also auch die cleveren niederländischen Geschäftsleute sich damit schwer tun, ihren Landsleuten den Besuch in Schland derart angenehm und günstig zu gestalten, dass ein dauerhafter Fortbestand einer Geschäftsidee gesichert ist, dann sehe ich nur noch wenig Hoffnung.
In der breiten Masse hat sich ACTION europaweit breitgemacht, top. KiK hat in den Niederlanden expandiert, Aldi und Lidl gehören europaweit (und darüber hinaus) zum guten Stadtbild … die Großen schaffen es also.
Die Kleinen, die Spezialisierten, denen fehlt es offensichtlich an Ideen und an Durchhaltevermögen.
Wenn dann noch Pacht- und Mietzins so exorbitant erscheinen, dass man die Kö als relativ günstig erachten mag, dann mag man vielleicht beginnen zu verstehen, weshalb sich die üblichen Verdächtigen so rasant und dauerhaft ausbreiten.
Scheinbar können unzählige Haarkünstler, Sehhilfenhersteller, Mobiltelefonreparaturgeschäfte und Imbissbuden orientalischen Einschlags problemfrei nebeneinander und zum Teil in Massen existieren.
So what?
Die Innenstädte werden weiter veröden, die Kaufkraft wird stagnieren oder schwinden und irgendwann entsteht so dringend benötigter Wohnraum der nicht von Arbeitsimmigranten vereinnahmt wird.
Alles gut, oder?
@19 HPL
Außerdem hat die RP auch einen Online-Auftritt… Da erschien die Nachricht aber erst knapp 24 Stunden später. Also nachdem man sie bei kleveblog gelesen hatte.
Das wüsste ich aber, dass ich Teil der Redaktion der RP bin.
@16 Pit
„Aber wenn die RP wie gefühlt jede Woche mal wieder ne Neuigkeit im Kleveblog gelesen hat, wirds schamlos verschwiegen.“
So ist es wohl weniger. rd (=Ralf Daute, der Betreiber von kleveblog.de) ist auch „Teil“ der Redaktion der RP. Er schreibt sogar hin und wieder für die RP. Was glauben Sie, über welche Kanäle die Informationen fließen. Als Betreiber eines online-Angebots genießt man schon mal das Privileg des zeitlichen Vorsprungs gegenüber einer Tageszeitung.
Geht’s nur mir so, oder nervt die x-te Ausführung von „was die Hintergründe sind“ einfach?
Und manche Artikel sind dann nicht mal als RP+ gekennzeichnet, wobei das die NRZ noch besser kann.
@15
Selber schmückt sich die RP ja gerne damit, eine der meistzitierten Regionalzeitungen zu sein, wie hier —> https://rp-online.de/panorama/deutschland/rheinische-post-ist-die-meistzitierte-regionalzeitung_aid-19079573
Aber wenn die RP wie gefühlt jede Woche mal wieder ne Neuigkeit im Kleveblog gelesen hat, wirds schamlos verschwiegen. Da ruft man dann einfach mal kurz bei Fielmann an und tut so, als wärs ne eigene Entdeckung. Und klaro wird die RP+-Schranke davorgezimmert, um das dumme Leservolk abzukassieren.
Wie richtig vorhergesagt, den Namen dann aber hinter der Bezahlschranke versteckt 😂
https://share.google/OziwaTNctJijjam8U
Stimmt, liegt aber etwas abseits.
Ich fühlte mich bei Fielmann gut beraten. Sie haben sich Zeit genommen. Es wurde auf einem meiner Augen eine Fehlsichtigkeit festgestellt. Ein Dilemma. Es wurde Neigung zu Blendempfindlichkeit und Nachtblindheit festgestellt. Damals hatte ich noch ein Auto,. Ich konnte irgendwann nicht mehr Autofahren, sobald Herbst oder Winters mir.einer entgegen kam hab ich nichts mehr gesehen außer Scheinwerfer die mir entgegen kamen
@10 natürlich… Aber wenn ich zwei Brillen für den Preis einer Brille von einem anderen Geschäft bekommen kann, gehe ich eher dorthin. 🙂
Optik Bremer vergessen 😉
@8 Jemand: Brillen sind zwar kein Hexenwerk, aber immer noch ein Handwerk, welches gut erlernt sein sollte. Von so manchem Billiganbieter würde ich da lieber die Finger lassen!
Spannend, wie sich die Zeiten ändern! Anfang der 90er habe ich die Baupläne für das Wohn- und Geschäftshaus gegenüber von Café Wanders mitgezeichnet. Damals zog Optik Rambach dort ein. Wenn man die heutigen Flächenbedarfe sieht, wirkte es damals fast bescheiden – und doch ist dort bis heute, Jahrzehnte später, immer noch ein Optiker ansässig.
Woran mag es liegen, dass die Flächenbedarfe gegenüber damals deutlich gestiegen sind?
Brillen sind mittlerweile doch kein Hexenwerk mehr. Da es in der Fußgängerzone so viele verschiedene Geschäfte gibt, wird bei demjenigen mit dem besten Angebot die nächste Brille angefertigt….
Es stimmt aber, dass die jetzige Filiale von Fielmann sehr beengt ist. Für mich stellt sich da nur die Frage, ob 400 m² nicht zu groß sind…
Also, ich z.B. verzichte zur Zeit auf Fielmann & Co. trotz 🤏🏼 Mankos. Ich muss die ganze …… 🤫🤭 die nicht nur mein Augen beleidigt NICHT noch besser sehen. 😎
Das aktuelle Ladengeschäft von Fielmann ist für den enormen Andrang, der dort oft herrscht viel zu klein. Von daher begrüße ich als Stammkundin es sehr, demnächst beim Brillenkauf mehr Bewegungsfreiheit zu haben.
Ohne Verweis auf Kleveblog bei der Rheinische Post zu lesen in 3, 2, 1…
Eigentlich „meine ich“ mehr, dass man nicht unbedingt 3-5 Brillengeschäfte in einem so engen Umfeld braucht, der so Zentral liegt in einer Stadt/Einkaufsstrasse. Wenn dieses flächiger verteilt wäre-kann man da anders drüber denken, finde ich.
Letztendlich ist es wiederum egal, solange keine Leerstände vorhanden sind…
Die Fußgängerzone braucht attraktive Geschäfte, für die Laufkundschaft. Gerade auch für unseren westlichen Nachbarn. Ist der Optiker sinnvoll oder nicht? Keine Ahnung.
Aber sind Barbershops, Goldankäufe, Dönerbuden, Handyläden, Tabakgeschäfte und Nagelstudios für die Innenstadt sinnvoll??? Ich denke ganz klar NEIN!!!
Das geht in die falsche Richtung, 100%
Es verkommt wie in Großstädten…
Fielmann wünsche ich alles Gute und dafür kommt vielleicht noch jemand nach Kleve, wobei es in dieser Branche günstigere Konkurrenten gibt. Für diesen ganzen „Schrott“ (außer o.g. Geschäft) sollte in einer (Fußgänger)Innenstadt meiner Meinung kein Platz sein.
@1 Zorro
Spannend, wie schnell wir ein Urteil fällen. Ihr Satz ‚Soviel Brillen braucht kein Mensch‘ hat mich an meine Reisen durch die Niederlande erinnert. Dort sieht man in nahezu jeder Mittelstadt riesige Küchenhäuser und Woonboulevards – und ich frage mich jedes Mal: Wer kauft das alles? Der Unterschied ist: Ich würde nie behaupten, dass man sie nicht braucht. Es ist eine gute Lehre darüber, wie schnell wir uns irren, wenn wir die Bedürfnisse anderer nach unseren eigenen Maßstäben bewerten.
Soviel Brillen braucht kein Mensch. Ich finde es schlimm, ich finde es „schwachsinnig“…sorry für den Ausdruck…Optiker,Bäcker,Friseure,Handys-scheint alles zu sein, was der Mensch noch braucht oder kaufen möchte.
Ich kaufe alle 3-4 Jahre mal ne neue Brille…und geh gefühlt 25 Jahre in den gleichen Laden (nicht in Kleve).