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rd | 30. März 2013, 11:18 | 18 Kommentare

Umbruch in Handel und Handwerk, von Georg Giersberg, FAZ, 30.03.2013, S. 13: »Je mehr Ware über das Internet bestellt wird, umso stärker wird der Druck auf die Hersteller, vor allem aber auf das Handwerk und den Handel, die Strukturen anzupassen… Welche Auswirkungen [der Umbruch] auf die Innenstädte hat, ist noch kaum absehbar, zumal der Fachhandel schon heute Schwierigkeiten hat, die Nachfolge zu regeln. Vor allem Klein- und Mittelstädte dürften Teile ihrer innerstädtischen Handelsstruktur verlieren. Der Kauf der Verbraucher über Internet nimmt exponentiell zu. Händler und Handwerker müssen sich heute darauf einstellen. Sonst gehören sie schon morgen zu den Verlierern der Entwicklung.«

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18 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 18. Martin Fingerhut

    *** Hallo Herr Daute,
    stelle gerade fest, daß der Kommentar #17. versehentlich HIER gelandet ist.
    Er gehört aber natürlich zu Ruffing’s Brief.
    Bitte HIER löschen.
    Poste ihn auf der richtigen Seite neu.
    Danke.
    und schönes WochenEnde,
    Martin Fingerhut.

     
  2. 17. Martin Fingerhut

    ### Das neue städteBauliche Konzept wird grundsätzlich begrüßt. ###
    welches NEUE Konzept ?
    StädteBaulich ist doch alles beim alten,
    nur hat der Klotz eine Kerbe in die oberen beiden Etagen bekommen.
    Im EG – und das alleine ist stolze 5m hoch = fast so hoch wie ZWEI normale Etagen –
    ist es nach wie vor ein 120m x 40m viel zu großer, sperriger Block !

    ### Das vom Entwickler Sontowski & Partner . . . ###
    Ja, hier hat Herr Ruffing Recht :
    S&P entwickeln nur, sie investieren nicht !

    ### . . . beauftragte ArchitekturBüro RKW Architekten hat im neuen Entwurf die Anregungen und KritikPunkte aus der Öffentlichkeit weitestGehend aufgenommen . . . ###
    weitestGehend ???
    Allein ein bisken Kosmetik an der Architektur.
    Die ganzen massiven und begründeten Bedenken,
    ob weitere fast 6.000 m² GeschäftsFläche überhaupt für Kleve noch zu verkraften sind,
    wurden komplett ignoriert !
    Ist jemand, der wichtiges ignoriert, ein Ignorant ?

    ### . . . und in einer neuen und ansprechenden Form umgesetzt. ###
    Das einzig neue ist die Kerbe.
    Sie für “ansprechend” zu halten,
    mag GeschmacksSache sein.
    In keiner Weise entspricht das ganze “städteBaulich” dem,
    was als Ergebnis des WorkShops von und mit den Bürgern erArbeitet worden ist.

    ### Das neue GeschäftsHaus wird das Angebot für Büro- sowie EinzelHandelsFlächen in der Klever InnenStadt nicht nur vergrößern, . . . ###
    Schon die reine Vergrößerung ist kritisch.
    Bereits jetzt stehen in der InnenStadt zu viele Läden leer,
    werden Läden zu Wohnungen umGewidmet,
    suchen auch Büros verzweifelt nach Nutzung.

    ### . . . sondern durch seine Flexibilität . . . ###
    Die Planung läßt zwar zu, die InnenWände weitGehend zu versetzen,
    doch das Problem ist das GrundKonzept der Anlage :
    Es gibt nur wenige Zugänge, von der Gasse zwischen Klotz und VoBaProtzVilla bzw. DeutscherBank/EDEKA/RatHaus aus.
    Die großen Läden ziehen sich dann 40m weit quer durch das ganze Gebäude.
    Sie werden dunkle Schläuche.
    nicht attraktiv.
    ohne Chance auf Besserung.
    Ein krasser Verstoß gegen Herrn Junker’s dringenden Rat,
    auf jedem Fall eine ZweitNutzung vorausZuSehen.

    ### . . . sinnVoll ergänzen . . . ###
    Es mag sein, daß Kleve Läden einer gewissen Größe,
    zwischen etwa 400m² und 800m²,
    noch gebrauchen könnte,
    weil es sie bisher kaum gibt.
    Doch genau in dieser Größe sind ganze 2 der 8 Lokale vorgesehen.
    Die anderen sind entweder so klein, wie in Kleve reichlich vorhandene,
    oder so gigantisch, daß Sontowski bisher wohl keinen einzigen sinnvollen Mieter finden konnte.
    Und ob die Analyse von vor etlichen Jahren,
    daß überhaupt noch Flächen gebraucht werden könnten,
    heute noch stimmt, ist sehr fraglich.
    Inzwischen wirken sich die allgemeine FinanzKrise und das InterNet aus.

    ### . . . und somit grundSätzlich für eine Erhöhung der InnenStadt-Attraktivität beiTragen. ###
    meine Prognose :
    in den ersten Jahren werden Sontowski’s Mieter mit DumpingPreisen versuchen,
    sich ein Stück vom Klever Kuchen abzuschneiden.
    Dadurch werden so manche altEingesessene Geschäfte MitArbeiter entlassen müssen
    oder ganz aufgeben.
    ( s. https://www.kleveblog.de/2013/03/fur-sie-gelesen )
    Dann werden noch mehr Läden in der ganzen InnenStadt leerStehen.
    Schließlich wird sich erweisen,
    daß der Klotz viel zu versteckt liegt
    und selbst alles Dumping nicht ausreicht,
    genügend Kunden in den HinterHof des RatHauses zu locken.
    Also werden auch die Mieter bei Sontowski das weite suchen.
    Auch dort leere Läden, “besten”falls RamschKetten.

    ### Die geplante Gastronomie wird die WallGrabenZone insgesamt aufwerten und das
    Objekt auch rückWärtig in Richtung der neuen HochSchule öffnen. ####
    Herr Ruffing, wollen Sie Ihren Kaffee zwischen ZWEI AnlieferungsRampen trinken ?
    Auf der RückSeite ist die einzige nennensWerte ” Öffnung zur HochSchule ” die EinFahrt der TiefGarage !
    Direkt vor dem Café werden die 30tonner rangieren,
    die in den beiden engen LadeBuchten “andocken” müssen.

    ### Der neu geschaffene “halbÖffentliche” Platz auf der ErdGeschoßFläche hat, wenn dort entsprechende attraktive Angebote gemacht werden, das Potential für einen neuen, modernen, innerStädtischen “HotSpot”. ###
    Die Kerbe zwischen den OberGeschossen hat das sichere Potential zum WindKanal.
    geformt zu einer Düse, die Strömungen aus nördlichen Richtungen zu konzentrieren.
    Kölner DomPlatte hoch 2 !
    Und die Fläche liegt mal im Schatten der einen KlotzHälfte,
    mal im Schatten der anderen.
    Jedes Stück Kuchen, das dort “genossen” werden soll,
    darf das Personal aus dem kleinen “Café” 5m = 2 normale StockWerke hinaufSchleppen.
    Die einzige Funktion, die als “HotSpot” bezeichnet werden könnte,
    dürfte die des sozialen BrennPunkts werden.

    ### Das beachtliche InvestitionsVolumen bzw. deren FolgeWirkungen, . . . ###
    Die Folgen werden Kleve weit schlimmer schaden als der Klotz selber.

    ### . . . das BereitStellen von in Kleve fehlenden mittelGroßen EinzelHandelsFlächen, . . . ###
    Eben diese mittelGroßen Flächen wird es kaum geben.
    Und ob sie heutZuTage überhaupt noch fehlen, ist zweifelhaft.

    ### . . . die zu erwartenden positiven ArbeitsPlatzEffekte . . . ###
    Meinen Sie, Herr Ruffing, die angeblich in Aussicht gestellten 100 ArbeitsPlätze in 8 Läden ?
    mindestens 12 MitArbeiter pro Laden ?
    Wenn die sich alle auf den einzigen Kunden stürzen . . .
    im Ernst :
    12 MitArbeiter pro Laden können doch nur lauter 400€-Jobs sein.
    Dafür gehen in der Stadt andere Stellen verloren.
    auch qualifizierte !

    ### . . . sowie das Schließen der BauLücke in der Klever UnterStadt . . . ###
    Diese angebliche BauLücke gibt es noch gar nicht.
    Sie wird höchstens dann entstehen, wenn Sie Ihren VoBaProtzPalast ans SpoyUfer klotzen.
    Verzichten Sie auf diese Verschwendung von VolksBank-Kapital, von Genossen-Eigentum und von Stadt-Potential,
    dann braucht auch gar keine “BauLücke” geschlossen zu werden.
    Dann kann der MinoritenPlatz sinnVoll und erfolgReich für alle Kleve genutzt werden.

    ### … sind gute Argumente für die geplante Entwicklung. ###
    Die besten Argumente sprechen dafür,
    Sontowski in die Wüste zu schicken.

    ### Wichtig ist nun, die städteBauliche Planung auch architektonisch so ansprechend wie in den
    vorgestellten Entwürfen dargestellt, umZuSetzen und den Besatz des GeschäftsHauses sinnVoll
    und vor allem verträglich für den Klever EinzelHandel zu begleiten. ###
    Wichtig ist, nicht vorEilig zu handeln,
    sondern erst mal in Ruhe zu analysieren,
    was Kleve – z.B. an EinzelHandel – überhaupt noch brauchen kann.
    Also erst ein GutAchten.
    Und eine wahre BürgerBeteiligung,
    um herausZuFinden, was die Bürger sich wünschen.
    Und sich an die Ergebnisse auch zu halten !

    ### Wir würden uns freuen, wenn auf Basis der neu vorgestellten Pläne die Entwicklung des
    MinoritenParkPlatzes weiterHin konstruktiv und im Sinne unserer attraktiven EinkaufsStadt Kleve
    diskutiert wird. ###
    Dies ist die einzige Stelle, an der Sie, Herr Ruffing, “WIR” verwenden.
    VorausGesetzt, Sie gebrauchen dies nicht als Pluralis Majestatis für allein sich selber,
    sondern meinen damit den ganzen BeiRat,
    ist es auch die einzige Stelle, an der ich es Ihnen glaube,
    daß Sie für den ganzen BeiRat sprechen.

     
  3. 16. Martin Fingerhut

    Die fixen Kosten eines Betriebs sind – wie fix in seiner einen Bedeutung heißt – fix,
    also fest, kaum zu verändern.
    Sie zu verringern geht leider gar nicht “fix” – in seiner anderen Bedeutung -,
    sondern nur allmählich – wenn überhaupt.

    Der Weg, der leider oft als einziger schnell hilft, ist : PersonalKosten sparen.

    sprich : MitArbeiter entlassen.

    Eine weiterere Hilfe kann sein,
    die Miete zu senken.
    Wenn der VerMieter vernünftig ist
    und er den Mieter halten möchte,
    reagiert er auf einem Fall wie in #14. so,
    daß wenigstens ein minimaler Gewinn für den Mieter bleibt.

    Wenn die Miete von 3.600€ auf 1.800€ halbiert wird,
    ist für den MIeter der UmsatzRückGang aufgefangen :

    10% weniger Umsatz sind dann nicht mehr das TodesUrteil für den Laden,
    aber bedeuten für den Vermieter nur noch die HÄLFTE der bis dahin üblichen Miete.

    Durch die Vernichtung der ParkPlätze vor Rexing/Haus Koekkoek, dem TurmCafé, vor Bacco Due und in der Spitze des MinoritenPlatzes ist der Umsatz hier in der Kavariner Straße um mehr als 10% gesunken.

    Bei -17% ist das erreicht, was ich beschrieben hatte :
    Statt 3.600€ Miete nur noch 600€,
    bei -20% wird Miete = 0 !

     
  4. 15. Martin Fingerhut

    Ergänzung zu #14. :
    EinerSeits wurde ich darauf hingewiesen, die Miete solle eigentlich WENIGER als 10% des Umsatzes ausmachen,
    andererSeits habe ich auch erfahren, in manchen Fälle betrage sie bereits an die 20%.

    Ändert das etwas daran, wenn der Umsatz um 10% sinkt ?

    Die Antwort ist einfach :

    Ganz egal, welchen Anteil vom Umsatz die Miete rechnerisch hat, in jedem Fall gilt :
    Sinkt der Umsatz um nur 10%, bleibt gar kein Gewinn mehr.

     
  5. 14. Martin Fingerhut

    10% weniger Umsatz ergibt wieViel weniger Gewinn ???

    Eine FaustRegel, welche ich neulich von Herrn Polders gelernt habe
    und die meine Einschätzung bestätigt :
    ” Die Miete sollte nur etwa 10% des MonatsUmsatzes betragen. ”

    Für 3.600€ Miete müssen also 36.000 Umsatz jeden Monat erzielt werden.

    Im EinzelHandel ist ein großer Teil der Kosten der EinkaussPreis der Ware.
    Das dürfte ca. 50% des Umsatzes ausmachen.
    Von 36.000€ sind es 18.000€.

    Außerdem soll vom Umsatz noch ein Gewinn übrigBleiben.
    Bei den meisten Branchen gibt es genug Konkurrenz,
    daß die Gewinne eher knapp bemessen sind.
    5% vom Umsatz halte ich für realistisch :
    1.800€.
    ( Wenn das Geschäft Mo-Fr von 10:00 bis 18:00 und Sa von 10:00 bis 15:00 = 45h/Woche geöffnet ist,
    entsprechen 1.800€ im Monat weniger als 9,30€ pro Stunde !
    Der geforderte gesetzliche MindestStundenLohn liegt mit 10,50 deutlich höher. )

    Die restlichen 36.000 – 18.000 – 1.800 = 16.200 EURo
    decken die anderen Kosten :
    Gehälter, Miete, Versicherungen, Heizung, Strom, u.s.w. u.s.w. u.s.w.

    Wenn nun der KundenStrom nur ein wenig nachLäßt,
    so daß der Umsatz um lediglich 10% sinkt,
    was bleibt dann noch an Gewinn ?

    Statt 36.000€ Umsatz sind es nur nur noch 32.400€.
    Wenn weniger Ware verkauft worden ist,
    braucht auch nur weniger nachGeordert zu werden :
    statt 18.000€ ebenfalls 10% weniger : 16.200€.

    Die Miete, die Gehälter, die Versicherungen, die Heizung, der Strom, …
    hingegen kosten nach wie vor das gleiche : ebenfalls 16.200€.

    Beide Positionen zusammen : 16.200 + 16.200 = 32.400 EURo
    fressen den gesamten Umsatz auf.

    Obwohl der Umsatz um lediglich 10% gesunken ist,
    bleibt genau GAR KEIN Gewinn mehr über !

     
  6. 13. Martin Fingerhut

    noch ein Aspekt, warum die Mieten sich viel zu langsam der Realität anpassen :
    die Makler.
    Makler kostet es rein gar nichts, wenn Läden monate- oder jahreLang leerStehen.
    Aber wenn sie einen für z.B. 3.600 einem “Dummen” andrehen können statt für 600,
    verdienen sie das 6fache.
    Und wenn der “Dumme” wegen der überHöhten Miete bald wieder aufGibt,
    steht der Laden wieder beim Makler, der dann nochMals verdienen kann.

    Muß der VerMieter verKaufen, weil er keinen “dummen” Mieter findet und deshalb seine Finanzierung platzt,
    läuft auch wieder über den Makler.

    Das RechenBeispiel 3.600 / 600 orientiert sich an tatsächlichen Gegebenheiten,
    jedoch nicht an einem konkreten Fall alleine, sondern ist ein Extrakt aus mehreren Fällen.

    Daß ein Makler die selben Objekte mehrfach zum Kauf und/oder zur Miete angeboten hat,
    ist in der Kavariner Straße wiederholt vorgekommen.

    Es kommt sogar vor, daß ein Makler die Kavariner Straße dreist zur 1A-Lage hochStilisiert.
    Das war die Kavariner Straße nie, ist es nicht und wird es. wohl kaum je werden !

    Solange es unSeriöse Makler gibt, schaden sie allen !

     
  7. 12. Martin Fingerhut

    @ 7. knecht :
    ### Parkraum ###
    Dabei gibt es eine Art “ZinsesZinsEffekt” :
    Erst wurden die ParkPlätze vor Haus Koekkoek vernichtet.
    DaDurch bekam z.B. der Plus in der KavarinerStraße zu wenig Kunden, weshalb er geschlossen wurde.
    Die Folge : Viele, die bis dahin täglich durch die Kavariner Straße zum Plus gegangen waren, kommen nun gar nicht erst in die Kavariner Straße.
    DaDurch hat die Kavariner Straße doppekt verloren.

    BisLang profitiert – noch – die untere Große Straße,
    weil einige der ehemaligen PlusKunden stattDessen zur EDEKA in der ehemaligen Scala wandern.
    SoBald jedoch an Stelle des bisherigen hageBau’s ein REWE eröffnet, werden die Tage der EDEKA gezählt sein.
    Dann gibt es im StadtKern gar keinen LebensMIttelMarkt mehr.
    Die selben Politiker, die schon dem Plus Kavariner Straße und dem Kaiser’s an der StechBahn KrokodilsTränen nachGeweint haben, werden wiederdas selbe unglaubWürdige Geseier runterLeiern.

    Helfen wird das weder der UnterStadt, der wieder Kunden verloren gehen,
    noch den Senioren, die nicht mehr bis zur Ludwig-Jahn-Straße oder nach Kellen laufen können.

    ### Spätestens wenn der Mietspiegel auf natürliche Weise sinkt, sind die nötigen Mieteinahmen nicht mehr zu simulieren. ###
    “DEN” MietSpiegel wie bei WohnungsMieten gibt es für GeschäftsLokale nicht.
    Dazu variieren die Preise schon auf wenigen Metern zu stark.
    Am FischMarkt z.B. können noch 50€/m² üblich sein und bezahlt werden,
    noch nicht einmal 100m die KirchStraße hoch bleibt selbst für 5€/m² der Laden leer.
    Sogar entlang der Hagschen Straße purzeln die Preise.

    Die KavarinerStraße müßte ähnlich abgestuft sein :
    – von der Großen Straße bis zur Kirche ist am meisten Betrieb,
    – Kirche und PfarrHaus sind eine UnterBrechung, die keine Kunden weiter die Straße entlang zieht,
    – durch die Gasse zum RatHaus verschwinden die ersten Kunden Richtung ParkPlatz,
    – Haus Koekkoek ist die näcnste UnterBrechung,
    – bis zur HeldStraße verläuft sich auch der Rest der Kunden.

    Allerdings wird das MietGefälle selten offenbar.
    Viele der Geschäfte “sitzen” im Eigentum.
    Ob das, was am Ende für den Inhaber des Geschäfts übrigBleibt,
    nachDem alle Gehälter, Waren und sonstigen Kosten bezahlt sind,
    eine angemesse Vergütung für seine persönliche Arbeit, für seine Investitionen und für sein Risiko darstellt,
    und ob dabei für ihn als HausBesitzer auch noch etwas als “Miete” erwirtschaftet werden kann,
    kann i.d.R. von außen nicht erkannt wrden.
    Nur weil meine damalige Mieterin mir ihre Zahlen offen gezeigt hat
    und wir gemeinsam kalkuliert haben,
    konnte ich beobachten, wie die Straße Jahr für Jahr verlor.

    Ein Eigentümer, der in seinen eigenen Haus seinen eigenen Betrieb führt, wird durchHalten solange überhaupt noch etwas dabei rumKommt.
    Denn sonst stünde sein Laden leer.

     
  8. 11. Martin Fingerhut

    @ 6. Elvira :
    ### Wo bleibt die Flexibilität?
    […] Laden lieber leer stehen zu lassen, als ihn für weniger Geld zu vermieten, […] ###
    Es gehört schon sehr viel Flexibilität dazu,
    sich auf einen BruchTeil der bisherigen Miete einzulassen.
    In GriechenLand gab es GeneralStreiks, weil Löhne UM 20% gekürzt wurden.
    Was wäre erst losGewesen, wären sie AUF 20% gekürzt worden ?
    Stellen Sie sich vor, Sie bekämen für Ihre Arbeit plötzlich nur noch 20% Gehalt . . .

    Nehmen wir das RechenBeispiel aus #4. :
    Solange jemand hofft,
    eines Tages einen Mieter zu finden, der wieder 3.600 zahlt,
    kann er SO rechnen :
    Steht der Laden leer, kann ein neuer Mieter SOFORT einziehen.
    Wird für 600 zwischenVermietet,
    muß der ZwischenMieter erst raus, dann muß renoviert werden
    und erst dann kann der neue Mieter rein.
    Wenn daDurch der neue Mieter auch nur einen einzigen Monat später einziehen kann, hätte der Laden besser 1/2 Jahr leerStehen bleiben sollen.

    Und das gilt nur für vernünftige Mieter.
    Wer Pech hat, gerät an einen, der seinen Vermieter x-fach auf die SchwanenBurg einlädt.

    Allein die Räumung kann 15.000 und mehr kosten.
    GerichtsVollZieher, UmzugsUnternehmen, evtl. HandWerker, Transport, Lagerung.
    Die Ware muß ausgeräumt und verpackt, die Enrichtung demontiert, alles abTransportiert und für Monate oder Jahre gelagert werden.
    Ssorgfältig und fachGerecht !
    Verlangt einer der Liefranten seine Ware zurück, weil der Mieter sie ihm noch nicht bezahlt hatte, muß das gesamte gelagerte Zeug danach durchSucht werden, . . .
    Dazu noch Kosten, Zeit, Nerven und Arbeit für die RäumungsKlage, ehe überhaupt geräumt werden kann.

    Auch das kann ein Grund sein, einen Laden lieber leerStehen zu lassen.

    Denn die Kosten, Zeit, Nerven und Arbeit für die Räumung sind die gleichen
    – egal, ob für 3.600 oder für 600 vermietet war.

    ### POPUP STORES ###
    Hatte ich ’09 bei mir.
    War wirklich eine gute ZwischenLösung.
    ( Bei dieser Gelegenheit : NochMals Dank dem Team ! )
    Dazu sind aber auch mutige und engagierte “PopUp-er” nötig.
    Von denen gibt es nicht allZuViel.
    Und unter diesen wiederum nur wenige,
    deren Konzept einigerMaßen AusSicht auf Erfolg hat.

    ### nur in Kleve und Emmerich nicht! ###
    In Kleve gab und gibt es ein paar, meine ich.
    Emmerich hinGegen hat ein Stadium erreicht,
    bei dem m.E. jeder Versuch, ein Geschäft zu gründen,
    finanziellem SelbstMord naheKommt.

    ### Aus Kurzzeitmietern können Langzeitmieter werden. ###
    Ja, wobei die Zeiten langFristiger MietVerträge ohneHin passé sind.

    ### Nacheinander folgende Kurzzeitmieter bringen Leben ###
    doppelt Vorsicht :
    1.) Jedes Geschäft braucht erstMal eine ganze Weile, bevor es bekannnt und angenommen wird.
    2.) Ist ein Platz erst zum “TaubenSchlag” verkommen, weil ständig gewekselt wird, verliert er zusätzlich :
    Die Kunden merken sich gar nicht erst, was momentan dort ist, weil es beim nächsten Mal, wenn sie etwas von dort gebrauchen könnten, soWieSo nicht mehr da sein wird.
    ( Das gilt z.B. für manche der kleinen Lädchen im Hagschen Hof. )

    Kunden gewöhnen sich nur langsam um
    ( ” Hier war doch BuchHandlung Fingerhut ! ” – die gibt’s seit Ende ’94 nicht mehr ! )
    aber sind sehr schnell verscheucht.

    ### kleine Ausstellungen ###
    ExtremBeispiel : Ochtrup : fast alle LeerStände sind ” KunstGallerie “.
    Sieht nicht ganz so öde aus,
    aber ob es hilft ?

    TrotzDem : Ideen sind immer willkommen
    und Danke für Ihre Anregungen !

     
  9. 10. Elvira

    @9. Messerjocke

    Genau diese im nahen Umfeld, positven Merkmale, habe ich bezgl. des “Stadtspazierganges” durch Kleve, zu bedenken gegeben….
    ein bisschen Stadt, Wald, Hügel und Wasser….und alles auch zu Fuß zu erreichen.

     
  10. 9. Messerjocke

    Deshalb: Ausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen und Alleinstellungsmerkmalen und vielleicht noch Alleinstellungsmerkmalen, wie z.B. KEIN Sontowski-Klotz.

    Was haben wir, was andere nicht haben und auch das Internet nicht hat?

    – Topographische Besonderheiten

    – Geschichte

    – Großflächige, wohl verkommene, teils zerstörte Parkanlagen, die aber noch nicht gänzlich vernichtet wurden

    – Eine Burg mit interessantem Platz davor, der allerdings inzwischen durch weitere Bausünden fast unbrauchbar gemacht wurde.

    – Wasser- (…) Rinne, derweil mit “gefühlter Stadt” umbaut, damit man merkt, daß man in einer Stadt ist… (das ist für mich übrigens bisher die Aussage des Jahres!)

    – Theoretisch exzellente Verkehrsinfrastruktur in fast alle Himmelsrichtungen (wenn nicht die CDU wäre, wie Killerplautze so eben wieder feststellen mußte…)

    Fazit: Von hier bis Shanghai gibt es kaum eine Stadt, die so viel Potential hat, und es ist wirklich hochnotpeinlich, was daraus gemacht wird: Nichts!

     
  11. 8. B.R.

    Herr Junker hatte das doch auch angesprochen , dass der zukünftige Handel in den Innenstädten nur sehr schwer abschätzbar ist für die nächsten Jahren bedingt durch das Internet und neue Generationen, die verstärkt im Internet einkaufen.
    In der Hinsicht vermisse ich auch bisher völlig eine strategische Planung zur Erschließung von Erfolgspotentialen in der Innenstadt; dass heißt verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie man flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren kann.

    Was ich auch vermisse, ist dass man die Hochschule mit einplant;
    heutzutage sprechen alle von neuen Technologien und Investitionen in Bildung;
    Kleve fällt nicht besseres ein als einen neuen grossen Drogeriemarkt in die Innstadt zu setzen.

     
  12. 7. knecht

    #4 Martin Fingerhut

    Keine Frage, eine gute Infrastruktur mit Parkraum und guten öff. Verkehrsmitteln, sowie einem Kaufangebot an Waren, des täglichen Bedarfs, sind mehr als förderlich. Siehe EOC.

    Die Lasten der Ladeneigentümer und wie sie damit umgehen, mögen ja “irgendwie” zielorientiert sein, aber das dünne Deckmäntelchen des Leerstandes, um Kreditwürdigkeit vorzuspiegeln, schützt auch nicht auf Dauer. Spätestens wenn der Mietspiegel auf natürliche Weise sinkt, sind die nötigen Mieteinahmen nicht mehr zu simulieren.

     
  13. 6. Elvira

    @4. Martin Fingerhut

    Die Parplatzverschiebung bzw. -vernichtung ist in Kleve ein gravierendes Beispiel für einen Teil des Kaufkraftverlustes.

    Aber: Wo bleibt die Flexibilität?

    Das Denken, einen Laden lieber lieber leer stehen zu lassen, als ihn für weniger Geld zu vermieten, ist absolut nicht mehr zeitgerecht.

    Überall richtet man aus Leerständen POPUP STORES ein, nur in Kleve und Emmerich nicht! Warum nicht??? Ist das dieses Elitedenken?

    Die Vorteile liegen für alle auf der Hand.

    Aus Kurzzeitmietern können Langzeitmieter werden.

    Nacheinander folgende Kurzzeitmieter bringen Leben mit verschiedenen Angeboten….auch kleine Ausstellungen, Workshops und es gibt viele, viele Ideen dafür!!!

     
  14. 5. ralf.daute

    @MF Interessanter Beitrag!

     
  15. 4. Martin Fingerhut

    Mit Sicherheit wird die Verschiebung vieler Käufe ins InterNet die InnenStädte noch erheblich umwandeln.
    In der ZUKUNFT.
    Auf jeden Fall sollte die Konkurrenz durch das InterNet bei der aktuellen Planung berückSichtigt werden.
    Ob z.B. noch mehr GeschäftsFläche überhaupt verträglich ist.
    Für die ZUKUNFT.

    Die LeerStände, die es JETZT schon hier in Kleve gibt,
    sind vor allem eine Folge der Planungen der vorigen ca. 10 Jahre.
    Wie Herr Junker warnte, wirkt sich jede Veränderung der ParkPlatzSituation erheblich aus.
    In Kleve sind 600 ParkPlätze am eoc neu entstanden,
    über 200 sind zwischen Haus Koekkoek und MinoritenPlatz vernichtet worden, weitere 200 von MinoritenPlatz und HokovitPlatz Richtung HRW verschoben worden.
    Das schadet und gefährdet die ganze UnterStadt.
    Von der “unteren” HerzogStraße ( Richtung BahnHof ) bis hinauf in die Hagsche Straße.
    2004 bis 2008 konnte bzw. mußte ich bei meiner damaligen Mieterin konkret mitErleben,
    wie gravierend die Vernichtung von ParkRaum vor Rexing
    z.B. der Kavariner Straße schadet.
    Dies ging eindeutig nicht auf das InterNet zurück,
    denn in jener Branche war und ist die Konkurrenz aus dem InterNet besonders gering.
    Heute ist nur noch ein BruchTeil jener Miete zu erwirtschaften,
    welche vor 10 Jahren völlig normal und angemessen war.

    @ 2. knecht :
    ### Wenn der letzte Ladenmieter aufgibt, ist der Mietzins automatisch nach unten geregelt. ###
    Leider funktionieren Angebot und NachFrage nicht reibungsLos.
    Bei manchen mag es Sturheit sein, die Miete nicht zu senken,
    bei manchen ist es bestimmt auch die Finanzierung, die hinter dem ImmobilienKauf steckt,
    wegen der sie die Miete nicht senken KÖNNEN.
    Wer ein Haus kaufte auf der Basis, daß es bisher 3.600 EURo Miete jeden Monat gebracht hat,
    mußte dafür über eine halbe Million auf den Tisch blättern.
    Wer keinen Koffer voller BarGeld im Keller stehen hatte,
    mußte einen Kredit aufnehmen.
    Selbst bei den momentan extrem niedrigen Zinsen muß er dann mindestens 3.000 monatlich an die Bank zahlen.
    Wenn dann aber nur noch 600 EURo zu erzielen sind,
    hat er die Wahl :
    Das LadenLokal leer stehen lassen, monatlich weiterhin 3.000 EURo reinButtern und auf Besserung hoffen,
    oder für 600 vermieten.
    Wird für 600 vermietet, ist das Haus nicht mehr eine halbe Million wert sondern nur noch höchstens 100.000.
    Damit taugt das Haus nicht mehr als Sicherheit für die halbe Miillion Kredit.
    Folglich kündigt die Bank den Kredit und will die halbe Million sofort zurückHaben.
    Deshalb ist oft der LeerStand “besser”,
    weil die Pleite ( noch ) nicht offensichtlich wird.

     
  16. 3. pd

    Ähnliches gilt auch für Banken. Der Trend geht doch hin zum direktbanking. Meine Generation rennt vielleicht noch 1 mal im Jahr in eine Filiale, wenn überhaupt. Wenn ich dann noch überlege dass gerade im Bankbereich mit sicherheit auch ohne weiteres heimarbeitsplätze eingerichtet werden können ist für mich klar, dass ein weiteres riesiges Bankgebäude in bester Innenstadtlage völliger quatsch ist.

     
  17. 2. knecht

    Ich bin zwar kein Experte für Mieten, aber vom Hörensagen her würde ich manchen Vermietern von Geschäftsraum empfehlen, die Mieten ebenfalls dem Internetzeitalter anzupassen. Wenn der letzte Ladenmieter aufgibt, ist der Mietzins automatisch nach unten geregelt.

     
  18. 1. Harald

    Viele Geschäfte in der Fußgängerzone betreiben schon länger eigene Webshops (z.B. das Rahmengeschäft Kappelhof in Emmerich). Anders kann man heute die Verluste nicht ausgleichen.

    Also liebe Geschäftsleute:
    Die Materie des E-Business lernen und mit der Zeit mitgehen!

    Wer mit der Zeit nicht mitgeht….selber Schuld! Die sollen dann Platz machen für neue (engagierte) Geschäftsleute.