Es gibt schönere Ergebnisse – ab jetzt ohne Arie

rd | 28. Februar 2009, 17:44 | 13 Kommentare
Da wäre mehr drin gewesen…

Da wäre mehr drin gewesen…

Die Stimmung war nicht gut, als der Schiedsrichter am Monte Bressero (F. Schubert) vor rund 400 Zuschauern um 15.52 Uhr nach dreiminütiger Nachspielzeit die erste Heimpartie des 1. FC Kleve in diesem Jahr abpfiff. Negativ beeindruckend der Auftritt einer jüngeren Frau, die es sich nicht nehmen ließ, am Eingang des Spielertunnels jeden einzelnen Spieler mit Schimpfwörtern zu überhäufen. Aber warum eigentlich?

Nach einer desaströsen ersten Halbzeit, in der Lotte beeindruckenden Kombinationsfußball zeigte (v. a. mit Florian Dondorf über links), und in der einzig Keeper Müller gegenzuhalten schien (er konnte einem fast leid tun, als er in der 20. Minute seinen Spielern “Nun werdet doch mal wach!” entgegenrief – vergebens, fünf Minuten später fiel das 0:1), – also nach dieser erschreckenden Vorstellung hatte sich die Elf des 1. FC in der zweiten Halbzeit berappelt und verdient den Ausgleich erzielt (53., Akpinar mit einem Freistoß, der an Freund und Feind vorbei ins Netz segelte (die Lokalpresse nennt Zeh als Freistoßschützen und Akpinar als Kopfballschützen, ich aber stand hinterm Tor und habe nicht gesehen, dass nach dem Freistoß noch jemand den Ball berührt hat). Danach hatte die Elf sogar die Führung auf dem Fuße und auch nach dem 1:2 noch zwei Großchancen zum Ausgleich – aber in diesem Fall gilt wohl die Fußballerweisheit “Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu”.

Trotz des unglücklichen Ausgangs ein unterhaltsamer Nachmittag (die erste Halbzeit von Lotte war fußballerisch mit das Beste, was ich in dieser Saison am Bresserberg gesehen habe), etwas weniger Gedränge an der Wursttheke – und, wen wundert’s? – auffallend viele Gespräche unter den Zuschauern, die von Arbeitsplätzen und Zumutungen durch Arbeitgeber handelten. Zu Beginn der Saison standen noch Renovierungsthemen im Vordergrund.

Auch Uwe Dönisch-Seidel, Vereinsvorsitzender des 1. FC Kleve, sein Vize Eric Jansen und Vorstandsmitglied Dr. Eckhard Hagen ließen es sich nicht nehmen, über einen Arbeitsplatz zu sprechen – den des Trainers. Das Ergebnis: Arie van Lent, beim Aufstieg noch als “König von Kleve” gefeiert, wurde gefeuert! Bei dem Klub geht das ratzfatz (laut Eckhard Hagen): “Wir haben die Entscheidung in der 80. Minute getroffen, in der 85. Minute wurde der sportliche Leiter Klaus Hilpert informiert.” Fünf Minuten vorher hatte Lotte den Treffer zum 2:1 erzielt – da muss man ja fast sagen, dass es gut ins Konzept passte, dass die Ausgleichschancen ungenutzt blieben.

Der 1. FC Kleve bleibt Tabellenletzter, der Rückstand auf einen rettenden Platz beträgt zurzeit 7 Punkte. Das Training am Sonntag soll Manager Klaus Hilpert leiten. Am Dienstag, 3. 3., steht das Nachholspiel gegen Elversberg an. Anpfiff 19 Uhr.

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13 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 13. Jens-Uwe Habedank

    Schreiben die Spieler jetz wieder einen Leserbrief…?

     
  2. 12. Theo Waigel

    hier geht es aber um die sportliche frage und die verantwortung der sportlichen leitung hierfür. und da hat AVL nun mal rein gar nichts bewegen können. er steht immer völlig emotionslos an der seitenlinie ohne überhaupt den versuch zu unternehmen, korrigierend auf das spielgeschehen einzugreifen. anschliessend in “täglich grüsst das murmeltier”-manier die immer wieder gleichen phrasen und floskeln dreschend. für mich auch schon im aufstiegsjahr der falsche mann am falschen ort!!!

     
  3. 11. stopsi1900

    Es ist schon wirklich schlimm, was da oben am Monte Bressero passiert. Leider ist und bleibt der FC ein Provinzverein. Da steht der VorsitzenderDönisch-Seidel schon vor dem Spiel mit einem großen Becher Bier – immerhin 0,5 Liter – am Stehtisch. Hallo!!! Das soll Reginallliga sein!!! Es könnte doch wirklich sein, dass der 1. Mann im Verein zu irgendwas Stellung nehmen muss. Das geht doch wohl kaum mit Alkohol mit Kopf!! Oder war ihm nicht klar, um was es da am Samstag ging? Aber man braucht ja nur in den Amtlichen Mitteilungen des Fussballverbandes Niederrhein zu gucken. Der “Vorzeigeverein” ist immer dabei, wenn z.B. Ordnungsgelder für nicht eingereichte Mannschaftsmeldebögen ausgesprochen werden. Jeder Kreisligaverein hat hier einen Ehrenamtler, der in der Lage ist, dieses Formular vollständig und richtig auszufüllen und vor allen Dingen, fristgerecht einzureichen.

    Im übrigen, was kann ein Trainer dafür, wenn sein Mittelstürmer – wieder einmal – mehrere Grosschancen vergeigt. Aber Podzus war ja schon immer einer von denen, die durch nicht erbrachte Leistungen etwas erreichen wollten. Zunächst waren es ausstehende Gehaltszahlungen, jetzt musste der Trainer dran glauben.
    Es ist wirklich schade, dass das Umfeld zur Spielklasse nicht mitgewachsen ist.

     
  4. 10. stefank.

    jetzt hat der vorstand fuer den abstiegsfall ja seinen schuldigen, der trainer und die spieler.

    dabei muesste eigentlich der gesamte vorstand endlich zuruecktreten.

    (Anm.: hatte ein vorstandsmitglied nicht schon um weihnachten herum verlautbaren lassen, dass er sowieso wegen arbeitsbelastung nicht mehr vorstand sein will und kann?)

    so viele managementfehler sind begangen worden:
    – steuerfahndung im haus => ergebnis offen
    – vereinbarte unterlagen nicht an stadt kleve gegeben => kein zuschuss von stadt kleve
    – kein abtrennen der profiabteilung => gemeinnützigkeit verloren
    – etc.

    die geduld der fans und insbs. der vereinsmitglieder ist bewundernswert. warum steht hier keiner auf und fordert den ruecktritt und das eingeständniss das das experiment regionalliga gescheitert ist.

    besser jetzt als in ein paar wochen den gesamten verein in die insolvenz zu schicken.

     
  5. 9. Theo Waigel

    danke danke danke! tschüss arie und keinen dank für das hinterlassen einer seelenlosen mannschaft, die seit 1 1/2 jahren ohne system und ohne leidenschaft über die mehr oder weniger grünen fussballfelder des landes holpert. auch der aufstieg sollte nicht darüber hinwegtäuschen, denn auch da wurden desaströse leistungen abgeliefert. leider wurde die reissleine nicht zur winterpause gezogen, denn ich fürchte nun ist es zu spät!

     
  6. 8. Kleve81

    Hallo zusammen
    Ich finde es schade, dass der 1FC Arie entlassen hat. Ich denke, es ist nicht gerade souverän in der 80. Minute eines Spiels so etwas zu entscheiden. Es zeigt sich, dass die sportliche Leitung bzw. das Managenent des Vereins versagt hat. Wünsche Arie alles Gute weiterhin…

     
  7. 7. fcfan

    Beim FC geht das also ratzfatz…..
    Bleibt die Frage, ob die Blitz-Entscheider die wirtschaftlichen Umstände der Trainerentlassung vorher gehklärt und vorbereitet haben. Wird es einen Auflösungsvertrag geben oder muß der Verein den freigestellten Trainer bis zum Saison-Ende weiterbezahlen. Oder gibt es eine “Abfindung” ?
    Ist dann das Geld für eine Alternative überhaupt da ? Ist nicht mit anderen Trainern gesprochen worden (siehe Wochenblatt), weil das sowieso fehlt ?
    Die Antworten gibt es bestimmt ratzfatz.

     
  8. 6. Vertrauter

    Ich habe sehr viele Spiele in der Volksbank Arena gesehen. Aber was die Spieler sich nach dem lustigen Aufenthalt in der Türkei (auf Kosten des Vereins) erlaubt haben, war eine Frechheit. Man sollte einigen der Spieler das Gehalt nicht überweisen. Nach der Saison ziehen diese Spieler eben weiter zu den nächsten Vereinen und kassieren weiter ab.

     
  9. 5. Matthes

    Vielleicht könnte der FC sich mal an Borussia M´Gladbach wenden. Zwecks Trainertausch!

     
  10. 4. ralf.daute

    Danke für die Hinweise!

     
  11. 3. Kleversindclever

    Arie van Lent vom Vorstand von seinen Aufgaben als Trainer entbunden (Meldung Klever Wochenblatt).

     
  12. 2. Schnurz

    Guckt mal http://www.kleverwochenblatt.de:
    Arie ist gefeuert

     
  13. 1. stefank.

    war die verwaltungsspitze auch anwesend?

    oder greift die erst wieder ein wenn es werbewirksam ist?

    echt schade fuer die fans.

    ein trainingslager in sibirien wie in rocky III waere vielleicht besser gewesen.