Die nette Palette

Akt auf Eiche
Exquisite Vasen, farblich sortiert

Bei allem Coronagestöhne wird oft vergessen, wie sehr der Stoffkreislauf am Ende der Verwertungskette durcheinandergeraten ist. Da wo, die Haushalte entrümpelt werden müssen und wo der finanzielle Spielräume einfach nicht da ist, das Wohnzimmer mit Akttorsi namhafter Künstler zu bestücken. Für all diese Menschen war die Palette der sichere Hafen, dort gab es Vasen, Schuhe, Markenhemden, Ölgemälde und Bierseidel in großer Auswahl, vielfach aus den Beständen zuvor verstorbener Mitbürger, aber werden die Dinge dadurch schlechter? Nein! Seit dem Lockdöwnchen Mitte Dezember jedoch hatte Corona der Gebrauchtgüterversorgung ein Ende gesetzt. Es gab einen großen Gerümpelstau in der Stadt, doch der kann seit heute aufgelöst werden: Die Palette Sozialservice gGmbH bietet seit heute an den Standorten in Kleve und Emmerich einen Abhol- und Lieferservice an. Kunden können sich von montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr telefonisch (02821-897003, 02822-6969891) oder per Mail (info@palette-kleve.de) an die Mitarbeitenden der beiden Sozialkaufhäuser wenden. Für ein kontaktloses Abholen stehen sie von 10 bis 13 Uhr in Kleve und Emmerich bereit.

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13 Kommentare

  1. Die Palette war einige Zeit geschlossen, Ware konnte dort nicht abgegeben werden. Unmittelbar schloss
    sich ein Container an mit der Aufschrift – Palette-. Lt. Auskunft der Palette gehört ihr nicht dieser
    Container, sondern einer Fremdfirma welche diesen auch entleert.

     
  2. “die Palette der sichere Hafen”…….hierzu fällt mir mein Palette-Erlebnis wieder ein:
    Vor einiger Zeit wurde eine neue Couch angeschafft. Die vorherige war noch in sehr gutem Zustand, daher fiel es uns schwer sie auf den Sperrmüll zu geben. Also…ab zur Palette damit, ein Abnehmer würde sich bestimmt freuen. Gesagt-Getan, Transporter organisiert, eingeladen und nichts wie hin. Ein Mitarbeiter bat mich die Türen zu öffnen um die (kostenlos und in meiner Freizeit) angelieferte Ware in Augenschein zu nehmen. Er winkte gleich ab und gab´mir ausdrücklich zu verstehen, dass ich “den Rummel gleich wieder mitnehmen könne, von dem Zeugs haben wir mehr als genug”. Obwohl ich dachte mich verhört zu haben machte ich die Türen wieder zu und fuhr zur Umlade…
    Vielen Dank für Nichts.

     
  3. Nun ja, das ist uns schon länger bekannt, dass Palette keinen großen Bedarf an Möbeln hat. Bei solchen Aktionen hilft also wegen des Aufwands besser vorher nachfragen.
    Sinnvoller wäre, ebay Kleinanzeigen. So sind wir auf der Suche nach einem Esszimmertisch in unmittelbarer Nachbarschaft günstig fündig geworden.
    Auch die Erstausstattung für unser Pflegekind-Zimmer (damals 3,5 Jahre) war so schnell und kostengünstig organisiert. Im Laufe der Zeit kann dann anders investiert werden…

     
  4. @ 2 auch ich muss leider sagen, dass wir bislang einmal und definitiv nie wieder etwas zur Palette gebracht und wieder mitgenommen haben. Wir hatten keine Möbel, sondern ein Kinderfahrrad und Kindersachen dabei. Das Fahrrad konnten wir gleich wieder mitnehmen (obwohl fahrtüchtig, es fehlte nur vorne ein Licht, das gibt es mittlerweile auch zum Anklemmen) und die Kindersachen wollten sie auch nicht so recht, haben uns dafür regelrecht angemault. Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber das war leider zu viel, schade.
    Das Fahrrad haben wir dann bei uns an die Straße gestellt mit einem Schild “zum Mitnehmen”. War am selben Abend noch weg.

     
  5. @2 @4
    Genau soetwas ist mir auch widerfahren. Meine Schwiegereltern mussten ins Altenheim und wir fotografierten die massiven und makellosen Eichenmöbel und schickten diese der Palette zu. Am Telefon wurde auch auch da klar zu verstehen gegeben, dass es keinen Bedarf gebe im Sinne von “Den alten Kram will hier niemand mehr.”.

     
    1. @Berthold Es kann natürlich sein, dass die Palette – unabhängig vom handwerklichen Wert der Objekte, die ihr angedient werden – die Erfahrung hat, was geht und was nicht. Was soll sie dann machen? Zum Besitz meiner Eltern gehörte auch ein erstklassiger Wohnzimmerschrank, Typ Eiche rustikal. Beim Ausräumen war uns klar: Den stellt sich heute kein Mensch mehr ins Wohnzimmer. (Ich habe ihn dann übernommen.)

       
  6. Ich habe dort bereits mehrfach (auch während der 1. Welle im Frühjahr 2020) Kinderspielzeug und Kleidung in gutem Zustand abgegeben. Ich wurde jedes Mal sehr freundlich behandelt und konnte alles dort lassen. Gut, dass es diese Einrichtung gibt. Bei Möbeln würde ich vorher immer ein Bild hinschicken und fragen, ob Bedarf besteht (info@palette-kleve.de)

     
  7. Letztens kam ein ausführlicher Radiobericht über ein Sozialkaufhaus im Ruhrgebiet.

    Quintessenz: Eiche brutal kann noch so gepflegt und hochwertig sein – das will heute niemand mehr. Ich kriege auch die Krise wenn ich auf dem Wertstoffhof sehe, was da alles weggeworfen wird.

    Brot vom Vortag wird oft genug schon der “thermischen Verwertung” zugeführt. Wir leben im Überfluss…

     
  8. @8 R W,

    das mit dem Überfluss stimmt leider. Mit dem Brot vom Vortag nicht so ganz, denn es schmeckt
    etwas trockener außerordentlich gut.

     
  9. Sauerteigbrot schmeckt erst am nächsten und übernächsten Tag richtig gut.

    Es gibt (hüstel) aber auch Läden, die Kuchen vom Vortag verkaufen, ohne dies anzukündigen oder einen Rabatt zu geben. Leider jetzt, wo die Kaffeetrinken-Pause im HO zum Überlebensritual geworden ist, mehrfach aufgefallen.

     
  10. Die Backwarenproduzenten die in den Discountern ihr Dasein fristen, sind auch verpflichtet gewisse Regeln einzuhalten

    Z. B. bis 20 Uhr auch noch für die letzte Nacht-Eule das komplette Sortiment vorzuhalten. Schnell gemachte Einheitsware die scheiße schmeckt.

    Da sehne ich mir doch manchmal die 80er herbei: Fischedick, Schmeinck, Oster u. ä.

    Ich kaufe prinzipiell nur Brot vom Vortag. Insofern kann ich den Vortragenden nur zustimmen. Die einzige Alternative ist noch selber backen…

     

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