Corona-Alltag: Was kommt da auf uns zu?

rd | 01. Mai 2020, 17:36 | 8 Kommentare
Blitzblank präsentiert sich der Regionalexpress Kleve-Düsseldorf. Fast muss man der Pandemie dankbar sein, dass man das einmal erleben durfte
Fahrplanschild ohne Fahrplan: Der Busverkehr ist arg ausgedünnt – wie lang noch?
Mannschaftsport extrem: Nach jedem Wurftraining den Ball desinfizieren, der Rebounder hat Handschuhe zu tragen (Freifeld in Bergamo)
Täglicher Begleiter: der Mund-Nasenschutz
Seit heute am Spoykanal: Hochsicherheitserdbeerstand

Während der Kreis weiter sich moderat entwickelnde Infektionszahlen vermeldet – aktuell eine Gesamtzahl von 568 Infizierten und 26 Toten (Überblickstabelle hier.) –, und während Bürgermeisterin Sonja Northing in ihrer mittlerweile achten Videobotschaft in ihrer Eigenschaft als erste Zeremonienmeisterin der Stadt auf den (Dis)tanz in den Mai sowie die Kabarett- und Grillveranstaltungen für Automobilisten im Tichelpark hingewiesen hat, zeigt der Blick in die maskierte Stadt, dass der Alltag, wie wir ihn einmal kannten und schätzten, noch weit entfernt ist. Es gibt zwar einen Erdbeerstand, aber mit einem Plastikeinsatz in Augenhöhe und strikten Abstandsregeln. Ein Leser schrieb vom Notfahrplan der NIAG mit seinen staunenswerten Einschränkungen: Insgesamt 16 Fahrten der Linie 50 (Brienen-Reichswalde und zurück) pro Tag von Montag bis Freitag fallen derzeit aus. Wer also darauf angewiesen ist, schaut in die Röhre. Die NordWestBahn hingegen präsentiert sich den wenigen Fahrgästen so sauber wie nie zuvor. Das hätten die Fahrgäste eigentlich jeden Tag verdient, zeigt aber, wie desillusioniert man schon war. Während man in Weeze auf dem Bahnsteig auf den Rückzug nach Kleve wartet, ertönt auf dem Gegengleis aus den Lautsprechern das vertraute Lied: „… hat circa 25 Minuten Verspätung“. Jetzt fahren schon nur noch so wenige Züge, und trotzdem die gleiche Leier. Richtig blöd läuft es für die Sportler, die derzeit außer Liegestützen im Wohnzimmer und Waldläufen nicht viel machen dürfen. Gestern veröffentlichte der Deutsche Basketball-Bund, wie er sich den Wiedereinstieg ins Training vorstellt. Hier ein „best of“ der Vorschriften: „Ein Spieler pro Hallenhälfte […] Beim Wurftraining kann ein zweiter Spieler oder Trainer als Rebounder fungieren. Dieser trägt Handschuhe und Mundschutz […] Jeder Sportler nutzt ausschließlich seinen/ihren eigenen Ball, der entsprechend gekennzeichnet wird. Der Ball wird vor und nach der Trainingseinheit desinfiziert […] Duschen und Umziehen erfolgt ausschließlich zu Hause […] Es findet kein Händeschütteln, Abklatschen oder ähnlicher Körperkontakt statt.“ Wir sehen uns dann 2021 oder 2022 oder so.

Einen Kommentar schreiben





8 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 8. Steven Bay

    Viele Menschen sind auch allein zuhause. Wissen mit der Situation nicht zurecht zukommen, und trinken vielleicht ein Weilchen, ein Weinchen zuviel, um dann mit der Situation besser klar zu kommen. Das ist keine Lösung auf Dauer. Sonst haben wir meiner Meinung, viele neue Alkoholiker. Das muss nicht sein:
    Drum trällern wir:

    Samstag Nachts, und du hast nur deine Liebe; viele Gefühle, die stapeln sich bei dir. Doch deine Liebe, braucht auch, ein kleines Stück von mir.

    alles gute. Und bleibt gesund.

     
  2. 7. Niederrheinstier

    @6
    Mmuuuh, Emmuuuhlator-Alert, mmuuuh! Beim Lesen Ihres Blogbeitrags zeigt mein Emmuuuhlator eine Warnung an, mmuuuh! Mein Emmuuuhlator wirft aus, dass Ihre Hände mehr Alkohol bekommen als Ihre Leber, nicht wie, mmuuuh!

     
  3. 6. Guenther Hoffmann

    2.) Also, ich denke es ist schon eine seltsame Zeit 🤔. Meine Hände bekommen mehr Alkohol wie meine Leber .🙄😎

     
  4. 5. Der Emmericher

    Kann ich die Erdbeeren denn auch Coronakonform bargeldlos bezahlen?

     
  5. 4. Benno

    @ 3: welche Entscheidungen sind schon im Kreis Kleve bzw. in Kleve logisch?

    Benno

     
  6. 3. Andreas Bulkens

    …und die Schulen haben ein Notfallprogramm was so irre ist wie so viele Entscheidungen im Kreis Kleve:
    Gesamtschüler*innen müssen an fünf Tagen zu täglich 90 Minuten zum Unterricht erscheinen – die Mehrheit reist mittels ÖPNV an.
    Bedeutet zehn Fahrten in vollen Bussen um 7,5h Unterricht zu “erleben”.
    Warum nicht 8h an einem oder zwei Tagen?
    Das würde die Übertragungsgefahr deutlich minimieren … zwei oder vier Fahrten pro Woche sind ungefährlicher als zehn Fahrten pro Woche … oder habe ich da einen Logikfehler?

     
  7. 2. Leben

    Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man während der Corona-Zeit gezwungen wird, ausschließlich maskiert, Nase-Mundschutz, das Geldinstitut betreten darf.
    Natürlich wird man gefilmt und man sollte daher fotogen in Erscheinung treten. 😉
    Früher wäre man mindestens zur Fahndung ausgeschrieben worden? 😉

     
  8. 1. Niederrheinstier

    Mmuuubuuh, mmuuubuuh! Der Rostteufel an den Stützen/Stuhlbeinen der Fahrgastsitze fährt bei der NordWestBahn aber augenscheinlich noch immer (natürlich schwarz) mit, mmuuubuuh. Ob die NordWestBahn vielleicht insgeheim schon plant, die Fahrgastsitze in Kürze wegen mangelnder Instandhaltung komplett aus den Zügen herausreissen zu können, mmuuuh? Also mit der gleichen Begründung, mit der das Bahnsteigdach des Klever Bahnhofs herabgerissen wurde, mmuuubuuuh!