Beat it! Kleve im Nightfever

rd | 03. Oktober 2008, 13:57 | 17 Kommentare

Menschenschlange

Wann hat es das zuletzt gegeben! Ca. 200 Männer und Frauen stehen bei gefühlten fünf Grad im Regen geduldig in der Schlange und begehren um Einlass in die neue Location des Klever Nachtlebens, das Nightfever (Nachtfieber, Ex-Tichelhaus, aber total umgebaut). Manche kamen sogar bis aus Emmerich, denn “da gibt es ja überhaupt nichts”. Das Konzept heißt schlicht “Ü25”, was ein bisschen nach Seniorentanztee klingt, aber die Altersgrenze wird wohl eher symbolisch betrachtet.

Für 22 Uhr war die Eröffnung angekündigt, um 22.37 Uhr standen die meisten immer noch draußen, weil zuerst die lokalen VIPs reindurften (dazu zählten auch die am Umbau beteiligten Handwerker). Ein VIP hatte fünf Freigetränke, Normalzahler kamen immerhin in den Genuss einer sehr übersichtlichen Preisstruktur: Alle Getränke kosten drei Euro, es sei denn man ordert den Champagner gleich flaschenweise. Dann schnellen die Preise etwas hoch.

Innen dominiert die Farbe Weiß, Alpina polarweiß kommt der Sache vermutlich recht nahe. Das Personal trägt Schwarz, dazu ein locker gebundener weißer Schlips und ein blinkendes Ding an der Brust, auf dem der Schriftzug “Herzlich willkommen! Wie kann ich Ihnen helfen?” durchläuft. Bis Mitternacht ist es eher ruhig, fast schon chillig, danach beginnt die Diskophase.

Zu vorgerückter Stunde werden dann Lieder wie “Beat it!” gespielt, oder auch der 1978-er-Klassiker “Le Freak” von Chic. Bei Liedern dieser Art bin ich mir nicht sicher, ob ich sie heute noch hören will, weil ich sie auch schon ca. 1985 im Limit gehört habe, und ich weiß nicht, ob ich mich seitdem zu meinem Vorteil verändert habe. Aber die Musik ist bekanntlich für jeden Ladenbetreiber das Schwierigste, weil immer einer was zu meckern hat. Im Nightfever moserten die meisten Gäste allerdings nur über die lange Wartezeit. Aber das wird nicht immer so sein.

Für Kleve sicherlich noch gewöhnungsbedürftig ist die Performance von Gogotänzern (mehr oder minder bekleidet, aber jugendfrei) auf einer Empore sowie der freie Blick in die Damentoilette, der aber sicherlich dazu beiträgt, die Aufenthaltszeiten der Ladies fürs Aufbrezeln dort zu reduzieren. Als Raucher hat man’s nicht leicht, es gibt ein Kabuff, und wer diesen meiden und lieber an der frischen Luft an seiner Fluppe ziehen will, hat ein Problem, weil die Logistik dafür noch nicht ausgelegt ist. Demnächst soll aber ein Rauchergarten gebaut werden.

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