Abschied von Foto allkauf, Hagsche Str.

rd | 05. Februar 2020, 19:10 | 6 Kommentare
Rolladen runter, handgeschriebener Zettel in der mit Folie verklebten Eingangstür: Foto allkauf, Hagsche Straße

Das Geschäft gehörte irgendwie zum Klever Einzelhandelsinventar, seit 30 Jahren. Oder sogar schon seit 40 Jahren? Oder noch länger? Man weiß es nicht, schwach ist die Erinnerung daran, dass dort einst ein Kopierer stand, der zum damals sensationell günstigen Preis von 10 Pfennigen pro Blatt schwarz-weiße Ablichtungen herstellte, anders als bei dem Gerät in der Postfiliale (heute Mrs. Sporty), wo für die gleiche Dienstleistung 50 Pfennig verlangt wurde. Auch bei den Papierabzügen von Fotos war Foto allkauf in der Hagschen Straße ein Preisbrecher, und im Schaufenster warteten lange vor den Zeiten von Mediamarkt ganze Reihen von Kameras, nahezu immer im Preis „herabgesetzt“, auf Schnäppchenjäger. Zuletzt hatte sich das Geschäft, geführt von Stefan Schneiders, auf Fotoarbeiten der Sorte „Porträt auf Kaffeebecher“ spezialisiert. Irgendwann war auch das Wort allkauf aus dem Geschäftsnamen verschwunden, doch für den Klever blieb der Betrieb trotz des neuen Namens Ringfoto immer Foto allkauf, so wie Edeka Schroff auch die nächsten tausend Jahre noch Super 2000 heißen wird. Allerdings konnten die Zugewinne im Spezialgeschäft wohl nicht die Verluste ausgleichen, die durch die Abwanderung von kamerakaufenden Kunden ins Internet entstanden sind. Und so ging das Geschäft den Weg alles Irdischen; seit Anfang Februar ist das Geschäft geschlossen. Der Entschluss sei ihm sehr schwer gefallen, sagt Schneiders. Im mit Folien verklebten Eingang hängt ein handgeschriebener Zettel, in dem die Kunden gebeten werden, die möglicherweise entstandenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

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  1. 6. Dremel

    1981 war die Allkauf Eröffnung. Hatte auf einen Schnapper gehofft und bin dann doch in Emmerich bei Feldmann fündig geworden.

    Hält sich eigentlich noch Foto Porst in der Unterstadt?

     
  2. 5. Husky

    Ich erinnere mich dran dort immer meine Disketten (zuerst 5 1/4″ und dann 3 1/2″) gekauft zu haben, zu wirklich günstigen Preisen (Markendisketten so um 19,99 DM, billigeNoName 9,99€)

    Irgendwo musste man doch als Schüler die ganzen illegalen Kopien die man so auf dem Schulhof getauscht hatte speichern. Um diese dann natürlich NIEMALS(!) zu spielen. Irgendwann wurden die Disketten formatiert und neue Spiele die man Nie spielte gespeichert. Einige der Disketten funktionieren heute noch…

    Genau wie der Computer, der damals (1993) bei Vobis gekauft wurde. Allerdings in Mönchengladbach, sowas gabs in Kleve damals nicht

     
  3. 4. kleevsejong

    Das sich “Foto Allkauf” dort oben auf der Hagschen Straße,,weit ab vom Hauptstrom der potentiellen Kunden, noch so lange noch gehalten hat, ist schon ehr überraschend. Es gibt also bedauerlicherweise noch mehr Leerstand auf der Hagschen Straße zwischen dem Bereich Fischmarkt / Elsa Brunnen und der Borselstege.

     
  4. 3. jean baptiste

    Mit Foto lässt sich halt kein Geschäft mehr machen, jeder hat ein Kamera-Smartphone, da kauft man halt nur noch als echter Fotofreak separat eine teure Kamera, und Abzüge ab 7ct wie beim Drogeriemarkt machen die Kasse auch nicht voll.
    Wenn´s dem Herrn Schneider hilft, ich finde es einen weisen Entschluss, jetzt zu schliessen, bevor die Ausgaben grösser sind als die Einnahmen.

     
  5. 2. Beobachter

    Also mindestens seit 37 Jahren. 1983 habe ich dort eine Canon AE1-Program gekauft. Funktioniert übrigens immer noch. Als Schüler dort auch immer auf dem Sinclair Spectrum mit 16 K Arbeitsspeicher “rumgespielt”.

     
  6. 1. Jens Speh

    Fotografiert habe ich nicht, aber Disketten konnte man dort ja auch kaufen. 5,25 und 3,5 Zoll. Später Hüllen für die gebrannten CDs…