Bleibt der Durchgang zwischen Backermatt und Hagsche Poort noch jahrelang gesperrt?

Kein Durchkommen

Bauzaun und Flatterband vorne, Bauzaun und Flatterband hinten, dazwischen verbotene Zone…

Wer als Fußgänger die Stadt durchmisst, weiß um den Wert kleiner Wege, am Niederrhein gern auch „Pädjes“ genannt, die Strecke auf bequeme Art verkürzen können. Die Koekkoekstege ist so ein Weg (Abkürzung vom Großen Markt zur Kavarinerstraße, sogar mit eigenem Straßennamen), und großer Beliebtheit erfreute sich auch der Pfad südlich der Lutherschule, der die Straßen Hagsche Poort und Backermatt miteinander verbindet (dieser Weg zählt offiziell noch zur Kasinostraße). Doch seit einigen Wochen verhindern zwei Bauzäune die Nutzung – aus Sicherheitsgründen, wie die Stadt mitteilt. Da diese Sicherheitsgründe allerdings noch länger bestehen bleiben, besteht die Aussicht, dass die Sperrung noch jahrelang anhält.

Was ist da los? An der in die Jahre gekommenen Schule wurden in dem an die Kasinostraße angrenzenden Gebäude marode Dachbalken entdeckt. Die Stadt zog eine Statikerin hinzu, und die attestierte der Dachkonstruktion statische Probleme. Die Begutachtung ergab, dass die Dachbalken durchgebogen sind und die Standsicherheit des gesamten Dachstuhls gefährden – das Dach könnte also einstürzen. „Aus diesem Grund wurde das Gebäude geräumt und Teilbereiche des Schulhofs sowie der im rückwärtigen Bereich liegenden Kasinostraße abgesperrt“, so Niklas Lembeck, Sprecher der Stadt Kleve.

Um die Standsicherheit wieder herzustellen, müsste der Dachstuhl zurück- und anschließend neu aufgebaut werden. „Eine kostenintensive Sanierungsmaßnahme“, so Lembeck. Und zudem eine, die möglicherweise überhaupt keinen Sinn ergeben würde. Noch wird die Schule, nun ohne das Gebäude, als Ausweichquartier für die Joseph-Beuys-Gesamtschule an der Hoffmannallee genutzt. Doch diese Nutzung soll mit den Osterferien 2027 enden, wenn der Neu- und Umbau der Schule (69 Millionen Euro) abgeschlossen ist.

Was dann mit der Lutherschule passiert, ist noch nicht klar. Am wahrscheinlichsten, so ist zu hören, ist der komplette Abriss der maroden Gebäude. Gut möglich, dass auch die Eigentümer der angrenzenden Seniorenwohnanlagen schon ein Auge auf das Gelände geworfen haben – Unterkünfte für betagte Menschen werden immer gebraucht, dem demographischen Wandel sei’s geschuldet.

Was aber auch immer mit dem Gebäude geschieht – eine Reparatur, nur um den neuen Dachstuhl wenig später wieder abzureißen, ist Quatsch. Doch bis sich eine endgültige Planung herauskristallisiert hat und in Angriff genommen wird, muss der Weg geschlossen bleiben. Lembeck: „Bevor eine kostenintensive Sanierungsmaßnahme durchgeführt wird, soll zunächst entschieden werden, was in Zukunft mit der Liegenschaft als solche passiert.“

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