Der große Stadtumbau kündigt sich mit kleinen Zetteln an, die an die an der Herzogbrücke abgestellten Fahrräder gehängt wurden. Sie müssen weg, damit die Vorarbeiten für die Umgestaltung des Platzes beginnen können – in einem ersten Schritt werden ab Montag Fachleute des Kampfmittelräumdienstes das künftige Baufeld auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen. Dafür wird ein Teilbereich des Platzes an der Herzogbrücke zwischen dem Gebäude der Deutschen Bank, der Volksbank und dem Spoycenter gesperrt. Am Ende soll der Platz, zurzeit kaum als solcher erkennbar, das bieten, was der Innenstadt generell mehr und mehr abhanden zu kommen scheint: Aufenthaltsqualität.

Diese Umgestaltung soll noch in diesem Jahr erfolgen, und sie ist gewissermaßen die Ouvertüre für das, was der Stadt im kommenden Jahr bevorsteht – die komplette Umgestaltung der Fußgängerzonen, also der Großen Straße (bzw. Herzogstraße), Kavarinerstraße, Hagschen Straße und der Gasthausstraße. Am Mittwoch stellte die versammelte Stadtführung (u. a. Bürgermeister Markus Dahmen, Technischer Beigeordneter Christian Bomblat, Tiefbauamtschef Bernhard Klockhaus) die Pläne den Geschäftsleuten, Anwohnern und Interessierten im Rathaus vor – die grundsätzlich auf Zustimmung stießen, weil einerseits mehr Grün in die Stadt geholt werden soll (also mehr als die Bäume in den Stahlgefängnissen, die dort seit ca. 1980 stehen) und andererseits die schon oben erwähnte Aufenthaltsqualität gesteigert werden soll – beispielsweise indem die Einfassung des Brunnens am Fischmarkt neu zugeschnitten werden und so gestaltet werden soll, das man am Rand sitzen kann. Die Pflasterung bleibt im Prinzip erhalten, soll aber durch hellere Steine aufgelockert werden und wegweisend wirken. Auch am Brunnen Kavarinerstraße/Große Straße soll es bessere Sitzmöglichkeiten geben als bisher.

Ambitioniert ist indes der Zeitplan. Zur Landesgartenschau 2029 soll natürlich alles fertig sein. Das große Jahr des Stadtumbaus soll allerdings 2027 werden. Das ist, von heute an gerechnet, nur noch 293 Tage entfernt, und die zu vergebenden Arbeiten sind noch nicht einmal ausgeschrieben. Das rechtssichere Abfassen der Ausschreibung, die darin enthaltenen Fristen, die Vergabe selbst – ein solcher Prozess zieht sich normalerweise über Monate hin. Auf gar keinen Fall dürfte er bis zum kommenden Jahr andauern, denn die Geschäftsleute möchten auf keinen Fall, dass das Weihnachtsgeschäft beeinträchtigt wird.
Wenn die Bauarbeiten während der umsatzstarken Monate andauern, so sagte es ein Geschäftsmann, sei er im Jahr darauf weg. Ein Hoffnungsschimmer ist allerdings, dass die Verena Rohde, die Chefin der Klever Wirtschaftsförderung, in gleicher Funktion in Kevelaer aktiv war, also dort die Fußgängerzone umgestaltet wurde und sich dort recht erfolgreich so genanntes „Baustellenmarketing“ betrieben hat – frei nach dem Motto „It’s not a bug – it’s a feature“.
Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass 2027 auch die Spyckbrücke saniert wird (was heißt: neu gebaut wird). Damit wird die wichtigste Verkehrsader der Stadt, der Klever Ring, unterbrochen. Das heißt, die Verkehrsströme werden über Monate neu sortiert werden müssen. Möglicherweise führen daraus resultierende Beeinträchtigungen auch dazu, dass die geschätzte Kundschaft aus dem Nachbarland vergrämt wird. Immerhin konnte durch Planungsänderungen zumindest auf dem Papier die Bauzeit für die Brücke deutlich reduziert werden (von 18 auf neun Monate). Doch so oder so: Für die Geschäftsleute in der Innenstadt stehen spannende Zeiten bevor.


Hallo zusammen,die Stadt Kleve baut, rette sich wer kann. Bis heute kenne ich kein Projekt das die Stadt geplant hat und wie geplant rechtzeitig fertig geworden ist. Eine einfacher Regenablauf ist schon für unsere Planer eine Raketenwissenschaft die die Stadt vor große Probleme stellt, da brauchen wir von Tiefgaragen und Unterführungen gar nicht zu sprechen! Ich war damals bei der Eröffnung des Klever Rings mit dabei und der angegebene Zeitplan ist wohl Wunschdenken. Wenn wir uns betrachten wie sich der Verkehr in den letzten Jahren entwickelt hat sehe ich schwarz für die Bürger. Selbst heute mit dem Ring gibt es überall zu den Stoßzeiten Staus die zu langen Fahrzeiten und Abgasbelästigungen beitragen. Ein Umbau der Stadt, einem Neubau der Brücke, die sich überschneiden wird der Innenstadt den Todesstoß versetzen. Wichtig wäre das am Ende aller Baumaßnahmen noch Geschäfte da sind die von dem tollen neuen Konzept auch profitieren. Es wird wie immer Spannend mit ungewissem Ausgang!
Finde ich gut!