CCCKK: Kreis richtet Kontakt-Callcenter am Flughafen Weeze ein

Die Schreibtische sind schon da, das elektronische Equipment folgt: Corona Callcenter in der Entstehung

Wetten, dass diese 18 Arbeitsplätze demnächst auch in eine Statistik für den angeblichen „Job-Motor Flughafen Weeze“ einfließen? Jedenfalls gab der Kreis Kleve heute bekannt, dass er ein mit 18 Telefon-Arbeitsplätzen bestücktes Callcenter einrichten werde, um bei der wachsenden Zahl der erkannten Corona-Infektionen auch weiterhin so gut es geht die Kontakte der Erkrankten nachverfolgen zu können. Das Corona-Callcenter Kreis Kleve (CCCKK) soll am Flughafen Weeze sein Zuhause finden.

„Derzeit werden bis zu 110 Corona Fälle pro Tag bearbeitet, unzählige Telefonate mit Kontaktpersonen geführt und wöchentlich rund 900 Quarantäne ausgesprochen“, so der Kreis Kleve in seiner Pressemitteilung. Die vorhandenen Arbeitsplätze im Kreishaus an der Nassauerallee seien bereits im 3-Schicht-Betrieb besetzt, und weitere Mitarbeiter seien eingestellt worden. Derzeit werden die Räume eingerichtet, in wenigen Tagen soll die Arbeit beginnen. Zehn der Beschäftigten stammen von der Bundeswehr, die anderen acht aus der Kreisverwaltung, wobei auch Personal eingesetzt wird, dessen Beschäftigung vom Land NRW finanziell gefördert wird. Die Abstimmung mit der Zentrale in Kleve soll regelmäßig mit Videokonferenzen erfolgen.

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6 Kommentare

  1. 6

    Es geht nicht um die Jobs an sich oder wer die Arbeit machen kann, es geht darum, das der Jobmotor „Flughafen Weeze“ mit diesen Arbeitsplätzen am Leben gehalten oder besser durch die Hintertür subventioniert wird. Es mussten auch keine neuen Jobs sein, die Verlagerung bestehender Jobs an den Airport Weeze reichte schon aus. Die Vereinbarung zwischen den Investoren, dem Kreis Kleve und der Gemeinde Kleve spricht jedenfalls nicht von neuen Jobs. Ein feiner Unterschied, wie sich zeigen wird.
    Für den Verkauf der ca. 6,3 Mio. m2 Flächen, der Liegenschaft „Laarbruch“, nebst Flughafen, gab es eine „Preissenkung“ für Jobs für die niederländischen Investoren. Eigentümer war bis 2001 die Bundesrepublik Deutschland. Deutschland verkaufte die gesamte Liegenschaft für rd. 11,5 Mio. Euro an die Investoren. Interne Protokolle zeigen, wie der „günstige“ Preis zustande kam. Daran beteiligt war auch Frau B. H. Sie konnte sich später auf Anfrage per Mail nicht an die Sitzungen erinnern, was allein für sich schon merkwürdig ist, gab es doch div. Protokolle, die deren Beteiligung nachweisen.

    Jetzt ins Jahr 2004: Bei Schaffung von Jobs sollten rd. 2,833 Mio. Euro (1/3tel des Preises) öffentliche Darlehen bis Herbst 2024 von den Investoren nicht zurückgezahlt werden (Jobklausel). Das klingt nicht schlecht. Die Prüfung dieser Jobs fand im Juli 2004 statt, das Darlehen wurde erlassen.

    Prüfung:

    Der erste Haken: Mehrheitlich lieferte die Fluggesellschaft V_Bird die zusätzlichen und für den Erlass des Darlehens notwendigen Stellen. Die Firma V_Bird bestand aber bereits in den Niederlanden.
    Der zweite Haken: Die Anzahl der Jobs in Tabellenform ist formal nicht stimmig, die Addition der Job nebst deren Lieferanten (V_Bird, Kreis, …) ist fehlerhaft.
    Der dritte Haken: Auch der Kreis verlagerte seinerseits Stellen an den Airport.

    Zur Erinnerung: Im Juli 2004 wurde die Jobklausel geprüft. Sie war – wie auch immer und trotz aller Haken – erfüllt, stellt der Kreistag fest und das sogar früher als vereinbart. Viele Jobs, der Jubel war groß. Das Darlehen wurde erlassen.
    Bis hierher ist alles noch halbweg ok. Es hat auch niemand von den rd. 60 Kreistagsmitgliedern die Sachlage hinterfragt. Aber nur Wochen nach dem Darlehenserlass ist die V_Bird Pleite. Damit wäre die Prüfung der Jobklausel negativ, hätten alle Beteiligten die Prüfung nicht bereits auf den Juli 2004 vorgezogen. Zufall?

    Es bleibt aber die Vermutung, dass hier Jobs nicht nach den Verträgen nicht „neu“ entstehen mussten, als Alibi und möglicherweise künstlicher erzeugt, für eine Subventioniert herhalten müssen.

    Politiker sind auch nur Menschen, nur ohne eigenes Geld und ohne Handlungskonsequenzen?

    Ich darf hier betonen, dass sich derartige „Geschichten“ immer wieder in diesem Land abspielen, wenn es darum geht, an Mittel der Öffentlichen Hand zu kommen. Jobs um jeden Preis. Und die Politik im Kreis Kleve?
    Es ist schwierig, erst entfallen Jobs durch den Abzug der Britischen Airforce 1999/2000, man sucht Lösungen für die zivilen Beschäftigten, dann gibt es ein beauftragtes Konzept (die Dorschstudie), dass neue Jobs als Ersatz verspricht. Die Studie setzt allerdings Bedingungen voraus, die, wenn sie überhaupt erfüllbar sind, das Konzept als wirtschaftlich grenzwertig ansehen. Die Dorschstudie ist natürlich nicht öffentlich.
    Die Politik verkauft die Idee bei ihren Bürgern als Leuchtturm, nur finden sich kaum Investoren, die an die Finanzierung glauben. Nur ein Konsortium aus den Niederlanden ist bereit, Mittel zu investieren. Alle atmen durch, aber die Investoren bringen kaum Mittel ein. Die Politik hat sich erpressbar gemacht, sie hat den Wählern „Laarbruch“ schon als Euregionales Zentrum für Verkehr, Logistik und Luftfahrt verkauft. 1.000 Neue Jobs! Der Druck auf die Investoren, Gelder einzubringen“ verpuffte daher mehrheitlich regelmäßig, die öffentliche Hand hingegen war alle paar Jahre wieder mit öffentlichen Subventionen gefragt. Dabei wären beide Seiten „kreativ“, wie das die Akten zeigen.

    Sie Sachlage schlug dann auch in Brüssel auf und wirkt bis heute nach.

  2. 5

    @4 Treffend formuliert.

    @3 rainer Was soll daran bedenklich sein? Nach einer Einweisung sollte diesen Job jeder machen können, der über eine normale Kommunikations- und Organisationsfähigkeit verfügt.

  3. 3

    Ich halt das für bedenklich. In sozialen Fragen unausgebildete Uniformträger. Als Zivi im Krankenhaus damals, durft ich auch keine BBlinddarm-OP machen

  4. 2

    Na also, es geht doch!
    Vorhandene Gebäude und leistungsfähige Infrastruktur (Datenanbindung) genutzt, Mitarbeiter-Parkplätze vorhanden…
    Mal sehen, ob sich jetzt die Kommunikation des Kreisgesundsheitsamts mit den Corona-Indexfällen und den Quarantänisierten tatsächlich beschleunigt.

  5. 1

    Prima.
    Dann kann man da ja morgens zur Arbeit fliegen.

    Wie hoch ist da dann die Pendlerpauschale?

    😀