Zum Schreiben langer Briefe geeignet

rd | 18. Oktober 2009, 13:55 | 2 Kommentare
Der neue Schreibtisch des Reporters (Betreten verboten!)

Der neue Schreibtisch des Reporters (Betreten verboten!)

Das Wetter zwingt einen ja geradezu in den Wald und ins Stadion, und in den wenigen Augenblicken, die dann doch wider besseres Wissen am PC verbracht werden, findet sich ausgerechnet auf Spiegel online unter der ausgelutschten Überschrift Idyll am Atomkraftwerk eine sehr hübsche Lobpreisung des Niederrheins durch den dpa-Journalisten Christoph Driessen. Sein Fazit: “Es kann wohltuend sein, einmal einen Landstrich zu erkunden, der sich nicht anpreist.” Nach der Lektüre erscheint ein erneuter Aufbruch angeraten, nicht aber, ohne zuvor dir, lieber Leser, eine kleine Freude zu bereiten, indem ich eine Passage mit einer – mir neuen – Formulierung zitiere:

Das Größte, Beste, Schönste, Höchste wird man in dieser Ebene nicht finden. Dafür Ruhe und viel Zeit zum Nachdenken. Es ist ein Ort, “der sich zum Schreiben langer Briefe eignet”, wie es ein französischer Fürst auf der Durchreise im 18. Jahrhundert treffend formulierte.

So löschet denn den E-Mail-Account und greifet zum Federkiel!

Etwas weiter hinten dann übrigens noch eine Aussage über Schenkenschanz, die ich in dieser Form heute so nicht mehr für richtig halte:

Der spanische Regierungschef Olivarez gab (im Achtzigjährigen Krieg) die Parole aus, es sei wichtiger, Schenkenschanz zu halten als Paris zu erobern.

Nun aber raus!

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  1. 2. Bernos

    Wir heben doch gar keine Pappelalleen mehr. Die sind doch alle auf Geheiss des Kreises Kleve abgeholzt worden (gut, gin wahrscheinlich auch nich anders weil die Bäume dann eh umgekippt wären irgendwann).

    Aber die Pappelalleen sind dann doch wohl eher ein Relikt auch aus meiner Jugend. An stürmischen nassen Novemberabenden mit dem Fahrrad zwischen rindern und Düffelward und da dann querab durch die Felder nach mehr, ohne Licht, und alle paar Minuten krachte ein Pappelast auf die Chaussee. Auch etwas dass ich an Kleve vermisse. Im Gegensatz zu ins grüne Feld gebombten Callcentern nebst Umgehungsstrasse. Der Niederrhein ist kaputt. Die Düffel war mal. Ade, Du schöne Heimat.

     
  2. 1. Peter

    Ach, da wird einem ja geradezu extrem nostalgisch, wenn man diese Bilder sieht und aus dem Büro auf Gedächtniskirche, Europacenter und Fernsehturm guckt.
    Als den perfekten Soundtrack für einen Herbsttag am Niederrhein empfanden mein Freund Marko L. und ich während unserer Zivildienstzeit beim Roten Kreuz mit ihren langen Überlandfahrten übrigens stets “Starless” von King Crimson.