Links Kaffeespezialitäten und Herrenoberbekleidung, rechts „Games & more“ und Damenmode – und dazwischen vielleicht schon bald Pandabären und Königstiger. Die Idee klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Auf der einen Seite gibt es immer mehr Leerstände in bester Lage, die dringend gefüllt werden müssen, damit die Innenstadt attraktiv bleibt, auf der anderen Seite lockt der Klever Tiergarten Besucher im sechsstelligen Bereich an, und der umtriebige Leiter der Einrichtung, Martin Polotzek, dachte bereits über eine Erweiterung seines Zoos nach. Verena Rohde, die Leiter der Klever Marketinggesellschaft WTM, hatte jetzt die geniale Idee, die beiden Bedarfe zusammenzubringen. Künftig sollen leerstehende Ladenlokale in Tiergehege umgewandelt werden. „Das wird ein Booster für die City“, zeigt sich die Macherin optimistisch.
Bei der Besetzung der Ladenlokale sollen die Belange des Artenschutzes strikt berücksichtigt werden. „Ein Elefant im Porzellanladen, so etwas wird es mit mir nicht geben“, so Martin Polotzek. Dafür steht der Besatz von Kiesow bereits fest: Links soll ein indischer Königstiger seine neue Bleibe finden, rechts wird ein Pandabär untergebracht. Damit wird sich der Tiergarten an dem weltweiten Programm zum Arterhalt beteiligen. Bekanntlich sind Pandabären zu dumm, um in freier Wildbahn zu überleben. Das ehemalige Einrichtungshaus Rexing soll Giraffen beherbergen. „Die hohen Altbaudecken erlauben das“, so Susanne Rexing, die kürzlich bereits einen artgerechten Savannenboden in dem Ladenlokal hatte verlegen lassen.
Wer in den Tierpark geht, erhält mit seinem Ticket auch die Berechtigung, die Gehege in der Stadt zu besuchen. Umgekehrt wird auch noch an einer Kombiticketlösung für die Innenstadt gearbeitet. Zukünftig ist auch denkbar, dass Gehege auch in den beiden städtischen Museen eingerichtet werden und dafür Teile des Bestandes den Tieren im Tiergarten gezeigt werden. Das wäre eine Win-win-win-Situation.

