Post schließt Filiale in Materborn, WIM besorgt

rd | 10. Juni 2020, 16:01 | 13 Kommentare
Post geschlossen: Improvisierte Mitteilung an die Kundschaft (Foto: Urx)

„Ich habe gestern eine Stunde auf dem Parkplatz gestanden und mit Kunden gesprochen, ich kam gar nicht mehr weg“, sagt Norbert Leenders. Doch der Schuhmacher, der in den ehemaligen Räumen des Werkzeughändlers van Beusekom mit drei weiteren Geschäftsleuten als „Wir in Materborn“ (WIM) eine Art Miniaturgeschäftszentrum betreibt, war genauso perplex wie die Menschen, die Briefe aufgeben oder Paketsendungen abholen wollten. Es müsse wohl Diskrepanzen gegeben haben, mehr weiß er nicht. Klar ist: Diese Diskrepanzen eskalierten zu Beginn der Woche wohl derart, dass die Post sich dazu entschloss, die Filiale sofort zu schließen. Gestern vormittag kam ein Postkommando, demontierte die Einrichtung und räumte Inventar und noch abzuholende Pakete ein (die werden nun erneut zugestellt). Für die anderen Geschäftsleute von WIM, neben Leenders noch ein CD-Händler sowie Bürobedarfshändler Menges, hängt damit aber das gesamte Konzept an einem seidenen Faden. Denn die Post mit ihrem regen Publikumsverkehr lieferte auch den anderen Händlern einen steten Strom an Interessenten. Die fallen nun weg, die Tür zu dem Geschäftslokal ist derzeit sogar abgeschlossen, weil fast alle Kunden zur Post kommen – und dann Leenders & Co. den Verdruss über die geschlossene Filiale abbekommen. Logisch, dass sie wie auch die Bürger in Materborn gerne wieder eine Postfiliale in den Geschäftsräumen sähen. Doch gegenüber dem Vermieter van Beusekom ließ der Post-Pächter Francisco Javier de la Cruz-Hernandez durchblicken, dass er den Platz benutzen werden, um dort ein anderes Geschäft zu betreiben. Welches, das stehe noch nicht fest. Dann aber wäre kein Platz für die Post mehr da. Die anderen WIM-Mitglieder sind auch nur Untermieter bei de la Cruz-Hernandez, auch dieses Konstrukt steht also derzeit auf etwas unsicheren Beinen. Die Frage ist auch, wie schnell sich einer neuer Filialbetreiber finden würden. Dem Vernehmen nach müssen die Händler eine Sicherheit im fünfstelligen Bereich hinterlegen, um Postdienste anbieten zu dürfen. Die hat auch nicht jeder gerade zur Hand.

WIM gibt es in Materborn seit 2015. Zuerst hatte der Buchhändler Guido Burmann die Postfiliale mit betrieben. Seit Anfang des Jahres bot de la Cruz-Hernandez die Dienste an, die gerne angenommen wurden und in den vergangenen Monaten infolge von Corona sogar einen ungeahnten Boom erlebten.

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  1. 13. Joseph Johann

    T.A. Stimmt. Marke : Ich bin sehr wichtig.

     
  2. 12. Thomas Anderson

    Schlimm genug, dass die nächste Filiale diejenige am EOC ist.
    Eine Filiale, die ich nicht unterstütze, da extrem unfreundlich.
    Nicht alle Mitarbeiterinnen, aber eine, die offenbar eine leitende Position hat.

     
  3. 11. Käfer auf der Weide

    @10. Niederrheinstier

    Danke für den Hinweis. Hab mir Sicherheitsschuhe gekauft. Da kann so schnell nichts passieren.

     
  4. 10. Niederrheinstier

    Mmuuuh, Käfer auf der Weide (also der Käfer hier: https://www.kleveblog.de/die-sonntagskurve-am-montag/#comment-364652 ), pass auf, mmuuuhalert. Als es in der vorletzten Märzwoche wegen CORONA so schön ruhig war, habe ich über das internationale Stiernetzwerk Kontakt zu den Chicago Bulls aufgenommen und sie gebeten, für mich am CBoT der CME Group für den Gegenwert eines Bushel Weizen, den ich mir von meinen Kraftfutterrationen abgespart hatte, Optionsscheine zur Lieferung von zwanzig Bushel Weizen im Juni zu kaufen, mmuuhspekulier. Und siehe da, das war ein Volltreffer, mmuuuhJackpotknaack! Jetzt sind aus dem Gegenwert eines Bushels deren zwanzig physische geworden, mmuuujuuuh. Naja, nicht ganz, einen Bushel habe ich den Chicago Bulls für ihre Mithilfe gegeben und acht mussten für die Lieferkosten an den Niederrhein per einzelnen Postpaketen dran glauben, mmuuuhdie Postverdientimmermit. Laut Sendungsverfolgung soll der Postbote die verbleibenden elf Pakete mit je einem Bushel Weizen als Inhalt schon am Montag liefern, mmuuuhichkanneskaumerwarten. Also, Käfer auf der Weide, sehe Dich vor, dass der Postbote keines der Pakete auf Dich drauf stellt, mmuuuhsonstzerquetscht.

    Weil es mir trotz all meiner Versuche noch immer nicht gelungen ist, bei einer Bank ein Girokonto zu erhalten, habe ich beschlossen, selbstverständlich auch RD einen Bushel Weizen als Naturalspende für seinen Kleveblog zukommen zu lassen, mmuuuhauchderNiederrheinstiermöchtesichgernspendabelzeigen. Also RD, erschrecken Sie nicht und machen Sie kein großes Aufheben davon, wenn ich Ihnen in Kürze mal ihren Bushel Weizen in den Posteinwurf fülle, mmuuuhNaturalspende. Bei einem Tausenkorngewicht von 50 g sind ein Bushel Weizen doch gerade einmal etwas mehr als 0,5 Millionen Weizenkorner, mmuuuhaberbittegenaunachzählenundzurValidierungzurücksenden.
    Also wirklich kein Grund, deshalb großes Aufhebn zu machen, mmuuuhdankeschön! Oder, mmuuuh?

     
  5. 9. Niederrheinstier

    Mmuuuh, so nebenbei von meinen grünen Wiesen aus der Niederung beobachtet, mmuuuhKiekindePo(s)t(t):

    Vor vielleicht zehn Jahre hatten noch viele Klever Unternehmen, Kanzleien, Geschäfte und so ein Postfach bei der Post und trotteten (fuhren?) täglich gen Post am Bahnhof, um die, die genauso heißt, ebendort möglichst frühzeitig entgegen zu nehmen, mmuuuhtenyearsearlier. Dann waren die Postfächer auf einmal am Orte der früheren Pitjes-Fabrik, mmuuuhweiterdraußen, so dass nahezu alle dorthin fuhren, mmuuuhunnötigeCO2-Emissions- und Arbeitszeitbedarfssteigerung. Vor drei Jahren verlangte die Post dann auf einmal noch eine Gebühr dafür, dass viele inzwischen an den Stadtrand fahren mussten, um dort ihre wegen Email & Co. weniger werdende Post in Empfang zu nehmen, mmuuuhökonmoschwieökologischrechtwenigsinnvoll. Und heute, mmuuuh? Heute sind recht viele Klever Unternehmen, Kanzleien (außer vielleicht die Cleverum-Kanzlei), Geschäfte und so auf den Dreh gekommen, Ihr Postfach einfach abzumelden, mmuuuhcancel. Seitdem gucken die bei der Post recht dumm aus den Briefkörben und es fährt bei den früheren Selbstabholern (fast) jeden Tag (und mit einem Streetscooter sogar recht umweltfreundlich) wieder ein Postbote vor, um die Post zu bringen, mmuuuhdankeschön! Auf Kosten der Post natürlich, mmuuuhhihi. Das kostet (bundesweit) im Jahr bestimmt noch mehr als die 100 Millionen Euro für die Streetscooterproduktion, mmuuuhworinntdieKnetehin. Freundlicher- weise von allen mittels Briefportoanhebungen von 0,55 über 0,60, 0,62 und 0,70 auf 0,80 Euro pro Brief mitbezahlt, mmuuuhKostenverallgemeinern. Danke, Deutsche Post, mmuuuhSchreibmalwieder!

    @1, 7 und 8
    Im Auftrag von Opa Niederrheinstier zu Georg Kolberg: RIP, mmuuuhgedenk
    (Opa Niederrheinstier hat auch gemmuuht, dass er sich früher das ein oder andere Mal auf den
    hiesigen grünen Wiesen mit “Kölle” zusammen gerauft hätte, mmuuuhremember)!

     
  6. 8. Chewgum

    Ergänzung zu @1: Manche leider viel zu früh.

     
  7. 7. rd

    @Georg Kolberg.

     
  8. 6. jean-baptiste

    @1. rainer (hat georg mal gesagt)
    who t.f. is georg ?

     
  9. 5. Friedrich Foerster

    Man darf gespannt sein, welche Gerüchte sich noch als wahr
    und welche sich noch als ruf- und geschäftsschädigend herausstellen werden.

    Wahr ist auf jeden Fall, dass die Deutsche Post ein DAX-Konzern ist.

    Wahr ist, dass die Deutsche Post möglichst viel Geld mit möglichst wenig Personal verdienen möchte
    und mit den Interessen und Wünschen ihrer Beschäftigten und ihrer Kundschaft
    ziemlich rücksichtslos umging und umgeht.

    Wahr ist, dass aus Postämtern zuerst Postfilialen geworden sind und dann
    Post-Agenturen mit Beschäftigten, die gar nicht bei der Post beschäftigt sind.

    Wahr ist, dass das alles ein Lehrstück über Sinn und Unsinn von Privatisieren ist.

    Vielleicht lohnt es sich auch, einmal genau zu überprüfen,
    ob es sich hier nicht um Scheinselbständigkeit handelt.

     
  10. 4. Niederrheinstier

    Mmuuuh, im Gegensatz zu den Postfilialen schließt die Deutsche Post AG ihre Elektroautoproduktionen in Aachen und Düren erst so nach ungefähr zehnmonatiger Ankündungszeit, mmuuuhclose. Genauer zum Jahresende, mmuuuhSilvester. Aber für diese Elektroautoproduktion durfte die Deutsche Post AG ja zuletzt auch Geld mitbringen, mmuuuhpay. Vermmuuuhtlich so 100 Millionen Euros pro Jahr, mmuuuhquasiausderPortokasse. Und bei der Produktion der Elektroautos von dem großen Herrn mit dem wenig adäquaten E.Go sieht es vermmuuuhtlich eher schlechter aus, mmuuuhStrategieirrtum. Ploff, aus der Traum vom deutschen Tesla, mmuuuhplatz.
    Dann doch lieber auf die zehntausend Euro für eine Postfiliale verzichten, mmuuuhKohleDiät.

     
  11. 3. Guenther Hoffmann

    2. j.b. ) Alte Menschen,die Probleme die sie haben mit der neuen “schönen” digitalen Zeit interessiert kein 🐷 .Gerade noch mal als Wahl Vieh zu gebrauchen sind sie für den Rest der neuen großartigen,progressiven Gesellschaft 👍🏽 nur ein hoher weit gehender nutzloser Kosten Faktor. Ihre heute, ignorierten, wertvollen Weisheiten + Lebenserfahrungen die alte Kulturen viele tausende Jahre haben existieren lassen werden hier bald fehlen. Europa auf dem Weg in die untere Mittelmäßigkeit 👎🏽 😁 (Sorry, nur mal so ein sentimentaler Gedanke 🙄..🍻)

     
  12. 2. jean-baptiste

    “aus KLEBLOG Einsamer Ara irritiert „Wir-in-Materborn“-Kunden “Der Pächter der Postfiliale, der namentlich nicht genannt werden möchte”
    Spätestens jetzt ist es wohl mit der Anonymität zuende.
    Dass die Filiale out of the blue geschlossen wurde, kann aber nicht stimmen, Pächter und Kunden mögen völlig ahnungslos gewesen sein, für die Post trifft das aber bestimmt nicht zu.
    Zeitgleich hat die Post nämlich auch die Agentur Kalkar (die einzige Poststelle im ganzen Ort, jetzt müssen Kalkarer ihre Pakete in Bedburg-Hau abholen) über Nacht geschlossen.
    Wenn man einmal mit Suchworten “postfiliale kurzfristig überraschend geschlossen” googlelt, findet man über die Jahre weg immer wieder dieses Gehabe des Monopolisten.
    Dabei will ich gar nicht ausschliessen, dass es auf Seiten der Filialbetreiber immer wieder Gründe vorlägen, eine weitere Zusammenarbeit auszuschliessen, aber ob das überfallmässig geschehen muss, wage ich zu bezweifeln.
    Ara Coco mag´s freuen, hat sein Herrchen jetzt doch viel Zeit für ihn, aber zumindest für die Kunden ist es ein regelrechter Affront.
    Für alte Menschen ist es eine besondere Zumutung.
    Da fallen mir noch ein paar Werbeslogans der deutschen Post ein:
    Das Postpaket. Sicher ist sicher.(1978) und echt prophetisch wenn auch so nicht gemeint:
    Und ab geht die Post.(1991) und Wir bewegen Welten!(2000) ,
    nur den Spruch von 1995 Wir werden jeden Tag besser könnte man in Zweifel ziehen.

     
  13. 1. rainer

    Einen Tod sterben wir alle, (hat georg mal gesagt)