O’Learys Rache? Ryanair halbiert Flughafen Weeze

rd | 02. Oktober 2018, 11:29 | 20 Kommentare
Bald nicht mehr Ryanair-Basis: Eindhoven

Die Abhängigkeit des Flughafens Weeze (NRN) von einer einzigen Airline war immer ein Problem – und seit gestern ist deutlich, welche gravierenden Folgen diese einseitige Ausrichtung haben kann. Die irische Fluggesellschaft kündigte an, die Zahl der Flugzeuge, die in Weeze stationiert sind, von fünf auf drei zu reduzieren – und zwar schon ab November, also in weniger als 30 Tagen.

Das kommt fast einer Halbierung des Standorts gleich, zumindest der Bedeutung des Standorts. Die Flüge selbst sollen allerdings – zumindest weitgehend – von anderswo stationierten Maschinen übernommen werden. Andere Flughäfen erwischte es noch schlimmer: Von den Flughäfen in Eindhoven und Bremen zieht Ryanair alle Maschinen ab.

Die Gewerkschaften werten die überraschende Entscheidung als eindeutige Reaktion auf die Streiks, mit denen die Beschäftigten in den vergangenen Monaten eine Verbesserung ihrer Rechte erreichen wollten. Die Arbeitsniederlegungen hatten dazu geführt, dass Hunderte von Flügen ausgefallen sind. Die Gewerkschaft Ver.di warf der Airline vor, die Verlegung sei „ein Vergeltungsschlag“ für die jüngsten Streiks. „Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen“, so Ver.di-Vorstand Christine Behle mit. 

Einen Kommentar schreiben





20 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 20. Niederrheinstier

    Mmuuuh, abgehört aus Angie Merkel’s Flieger, als dieser kürzlich nach der Umkehr über die Niederlande gen Köln düste, mmuuuh: Pilot: „Frau Bundeskanzlerin, der nächste deutsche Flughafen ist Weeze. Und da gibt es auch viel freies Ausrollgelände und ständig besonders qualifizierte Feuerwehrleute vor Ort, die da zur Weiterbildung sind. Sollen wir da notlanden?“Angie Merkel: „Nö, da kommt doch der Pofallaraff her. Wenn da nicht gerade Parookaville ist, ist es da doch totlangweilig. Außerdem kommen wir von da wegen dem kaputten Flieger nie wieder weg, denn der Pofallaraff lässt doch die (Niersexpress-) Bahnstrecke durch seinen Heimatort immer weiter verkommen, um nicht mit der Deutschen Bahn-Compliance in Konflikt zu geraten. Nö, da möchte ich doch lieber in den Himmel, als da zu landen!“ Betretenes Schweigen, mmuuuuh. Dann wieder Angie Merkel: „Lasst uns lieber riskieren, es bis nach Köln zu schaffen. Von da können wir dann nach Bonn fahren und uns da für einen Nacht mal wieder das Flair der früheren BRD um die Nase wehen lassen.“
    Hallo Herr van Bebber, hat es bei Ihnen jetzt auch „Klick“ gemacht, mmuuuuh? Zwischen den Zeilen der abgehörten Kommunikation steht, wie Sie zukünftig wieder mehr Flieger nach Weeze locken können, mmuuuuuh:
    Wagen Sie den Weezit, vereinigen Sie Laarbruch (und Parookaville) wieder mit dem Vereinigten Königreich, mmuuuhh! Das geht ohne großen Aufwand, mmuuuuh! Einfach die ohnehin am Flughafen vorhandenen Grenzkontrollstellen (wieder) an den Zaun um Laarbruch verlagern, und schon haben Sie die Hoheit wiedererlangt, mmuuuuh. Und weil Laarbruch dann nicht mehr zur EU gehört, gilt dann da auch nicht mehr die Blacklist für unsichere Fluggesellschaften wie die Bundeswehr, mmuuuuh. Das heisst, in Laarbruch dürfen dann alle die Flieger der Fluggesllschaften landen, denen für die Flugplätze in der EU die Landeerlaubnis entzogen wurde (und wie für die Bundeswehr vielleicht noch wird), mmuuuuh. Das gibt eine richtige Win-Win-Win-Situation, mmuuuh. Außer den Fluggesellschaften profitieren auch die Feuerwehrleute, die dann wohl öfter mal an echten (Beinahe-) Abstürzen üben können. Und für Parookaville und so ist ganzjährig gleich die richtige Einrahmung vorhanden, mmuuuuh. Wodrauf warten Sie noch , Herr van Bebber, mmuuuuh? Laarbruch voran, mmuuuh!

     
  2. 19. Jürgen Böll

    Alle haben es ja schon gewusst, der künstlich am Leben gehalten Flughafen kommt ins Straucheln.
    Er rechnet nach dem Teilabzug von Flugzeugen seitens Ryanair für 2019 mit einem Minus von 25% in den Bilanzen.
    Man sollte dabei wissen, Ryanair ist und bleibt der einzige Anbieter am Weezer Flughafen.
    Der Geschäftsführer van Bebber hatte es bis heute nicht geschafft weitere Fluggesellschaften an dem ehemaligen Militärflugplatz zu holen und ist deshalb von Ryanair abhängig.
    Ryanair begründet sein erneutes Streichkonzert mit hohen Kosten und gesunkenen Ticketpreisen in Folge geringerer Nachfrage, die nicht zuletzt mit den jüngsten Streiks zusammenhängen.

    Die Frage ist, wie lange will Spreen und der Kreis Kleve diesen Flughafen noch subventionieren und Millionenverluste schreiben!

    Quelle Grundinformationen: https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/airport-weeze-rechnet-2019-mit-minus-von-25-prozent_aid-34806595

     
  3. 18. Basud

    Der „Vergeltungsschlag“ für den Streik als Teil eines großen Machtspiels in der Ryanair-Unstrukturierungsphase wird schon der Hauptgrund für den Abzug der Maschinen aus Weeze sein.

    Aber noch etwas anderes darf nicht vergessen werden:

    LAUDAMOTION muss sämtliche aus dem alten Air-Berlin- bzw. konkreter: Niki-Bestand übernommen Airbuses an die Lufthansa-Group zurückgeben.

    Das heißt: LAUDAMOTION wird zumindest in einer Ünergangsphase rein mit Ryanair-Maschinen betrieben werden. Und die müssen dann auch erstmal verfügbar sein. Das dürfte also auch eine Rolle spielen.

     
  4. 17. jean baptiste

    @16. Joseph Johann

    tja, eine erfolgversprechende Kooperationslösung zur besseren Auslastung scheint man ja wissentlich und in voller Absicht ausser Acht zu lassen.
    Schiphol platzt aus allen Nähten, Alternativen mit Ausbau in Lelystad und Twente stossen auf grosse Widerstände,
    aber das Konkurrenzdenken verbietet natürlich (auf beiden Seiten) um sich gegenseitig zu befruchten.

    Lang lebe das Kästchendenken

     
  5. 16. Joseph Johann

    Also ist Restrukturierung angesagt.

     
  6. 15. Andreas Bulkens

    @4.:
    Es gab Versuche der Kooperation, mehrfach. Es waren auch CEO führender namhafter Airlines auf Laarbruch.
    Diese Besuche sind durchweg dokumentiert und Protokolle wie auch diesbezüglicher Schriftverkehr finden sich in den Archiven der FN. Selber gelesen.
    Allerdings ist NRN/EDLV DER Ausweichflughafen für Flüge gen DUS/EDDL, welche bspw. mit der Drohung einer Bombenzündung geführt werden. Will sagen, der zu erwartende Kollateralschaden in der linksniederrheinischen Allertiefstebene prädestiniert NRN geradezu, zu erwartende Katastrophen magnetisch anzuziehen.
    @12.:
    Nein, NRN ist nicht für Frachtflieger geeignet. Die Runway ist ebenso wie die Taxiways zu schmal, die Radien von den Taxiways zur Runway sind zu eng, Frachtverkehr findet vorzugsweise über Nacht statt und da gibt es keine Genehmigung.
    Immerhin wurde ja das Verbot der Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zur eigentliche Runway aufgeweicht, so dass die Firma OTTO (Sklavenverleih mit zumeist polnischen Arbeitssklaven) dort in den ehemaligen Mannschaftsunterkünften (H-Blocks) ein florierendes Unterbringungsgewerbe etablieren konnte … also Zimmervermietung, Gemeinschaftsräume etc.pp. bis hin zur eigenen Kneipe pp. .
    Auf NRN finden auch Übungen der Feuerwehren statt, zumeist niederländische Wehren.
    Insgesamt ist NRN mit Sicherheit profitabel, nur eben nicht im Kerngeschäft, dem Flugbetrieb und der flugaffinen Nebengewerbe.

     
  7. 14. Joseph Johann

    13.
    irish stubbomness und dto. Gewerkschaft.

     
  8. 13. rd

    http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ryanair-laesst-offenbar-gespraeche-mit-flugbegleiter-gewerkschaft-platzen-a-1231734.html

     
  9. 12. Joseph Johann

    Zum Thema Frachtflüge stellt sich die Frage, ob die Geschäftsführung des Flughafens Verhandlungen mit den Gesellschaften der Duisburger Hafen AG geführt hat. Die Entfernung beträgt nur rund 60 km. Über die A 57 ist eine gute Verbindung gegeben.

     
  10. 11. Joseph Johann

    9.
    Ob das Grasen Wirklichkeit werden könnte, ist sehr fraglich. Hat der Eigentümer nicht schon die Auskiesung in Überlegung?

     
  11. 10. Mario Dragi

    Das Nachtflugverbot muss in Weeze weg. Nicht die Billigflieger sind die Zukunft, sondern Gütertransport. Ich sehe schon unseren
    leckeren Spargel in der Luft. Zumindest kann der Airport alleine nicht überleben, er muss mit Düsseldorf kooperieren.

     
  12. 9. Niederrheinstier

    Na danke, mmuuuuh! Dann kann ja bald wieder in Weeze-Laarbruch ungestört grasen gehen, mmuuuuh!
    Weiss jemand, wie lange das dauert, bis die allgegenwärtigen Kerosinrückstände wieder aus dem Gras raus sind, mmuuuuh?

     
  13. 8. G.M.

    @6 F.F .fliegt RA doch sehr viele Briten in den EU Raum ein von Flughäfen aus UK. Start und Landerechte in den zukünftigen Beziehungen werden sicherlich nicht leichter ( billiger).

     
  14. 7. Chewgum

    Klar sollten Gewerkschaften sich zu solchen Vorgängen äußern!

     
  15. 6. Friedrich Foerster

    @ 1 „Lohengräm“

    Was soll wegen des möglichen Brexits „alles noch viel schwerer“ werden?

    Ryanair ist eine irische Firma aus der Republik Irland –
    und nicht etwa aus dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland.
    Sie sind und bleiben im EU- und Euro-Raum.

     
  16. 5. Escorial grün

    Jetzt rächt sich, daß Mr. O Leary unseren Flug von Bergamo nach Weeze 3 Stunden vor dem Flug pulverisiert hat. im Mai

     
  17. 4. Joseph Johann

    Es rächt sich, dass die Verantwortlichen für den Flughafen Weeze von Anfang versäumt haben, vertragliche Regelungen mit dem Flughafen Düsseldorf für eine Kooperation zu treffen. Das war im höchsten Maße unprofessionell.

     
  18. 3. Benno

    Gibt es denn schon eine Stellungnahme aus dem Kreishaus?

    Benno

     
  19. 2. Jürgen Böll

    Dabei stellt sich in NRW insbesondere die Frage, ob Ryanairs Traditionsstandort Weeze nun doch bedroht sein könnte. Denn der Billigflieger hat in den vergangenen Jahren die Kapazitäten an den NRW-Großflughäfen Köln-Bonn und Düsseldorf durch den Zukauf zweier Fluglinien und Übernahme deren vorhandenen Start- und Landerechte stärker ausgebaut. In Düsseldorf über den Ableger Laudamotion mit acht Jets, wogegen er in Weeze eher in den letzten acht Jahren abspeckte.
    2010 standen noch zehn Maschinen am Niederrhein, aktuell sind es nur noch fünf Flugzeuge, die ab November dann auf drei Maschinen zusammenschrumpfen und dann insgesamt nur noch 28 Ziele anfliegen sollen.
    Ryanair versucht seit circa 24 Monaten mehr auf die zentralen Flughäfen wie Frankfurt, Berlin oder Düsseldorf für die Zukunft zu setzen, so urteilte der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt noch vor dem Streik und so Großbongardt in der Flugrevue weiter, da spielen die früher so wichtigen Provinz-Airports wie Weeze und Eindhoven keine wichtige Rolle mehr in der Zukunftsplanung der Fluggesellschaft.

     
  20. 1. Lohengräm

    Mich wundert, dass da so ein Aufschrei erfolgt, – dass hat der ReiherEr -Chef doch angekündigt. Die Reaktion von Verdi halte ich für eine sinnlose Trotzreaktion, niemand kann das Unternehmen zwingen irgendwo seine Flugzeuge vorzuhalten um Arbeitsplätze zu sichern.

    Interessanter ist doch die Frage wie sich RA damit ins eigene Fleisch schneidet, die müssen das ja selber irgendwie kompensieren und ich vermute mal, das wird für die selber nicht ohne zusätzliche Kosten abgehen.

    Wolln wir doch mal sehen wie lange die das durchhalten. Das Unternehmen hat ja bisher nicht aus Jux 5 Flugzeuge in Weeze stationiert, – muss ja bei diesem rein profitorientierten Unternehmen was mit günstigen Kosten und so zu tun haben. Wenn die Lösung, 3 statt 5 Flugzeuge in Weeze vorzuhalten, schon bisher günstiger gewesen wäre, hätte RyanAir das längst gemacht.

    Von daher würd ich sagen: Abwarten und Tee trinken.
    Und mit dem Brexit wird es für RyanAir eh alles noch viel schwerer, – mal gucken wie lang der Leary noch die Klappe aufreisst bis er selber merkt, dass der Profit nicht durch Kerosin und Flugzueuge, sondern durch seine Mitarbeiter erwirtschaftet wird.