Für die Hagsche Straße in der Klever Innenstadt ist das keine gute Nachricht, denn schon in wenigen Wochen wird ein weiteres Ladenlokal in der Fußgängerzone oberhalb des Elsabrunnens leer stehen: Die Postfiliale Deco & more zieht um – und zwar einige hundert Meter stadtauswärts in die Hoffmannallee. Der Wechsel soll schon Ende Oktober/Anfang November vollzogen werden.
„Die Situation in der Hagschen Straße ist bekanntermaßen schwierig“, so Geschäftsmann Ingo Marks zu den Gründen für den Umzug. Es gibt dort mittlerweile viele Leerstände, und wenn Marks dort seine Filiale aufgibt, dürfte es das erste Mal seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sein, dass in der Straße gleich drei Ladenlokale nebeneinander unbesetzt sind – links von Deco & more befindet sich das ehemalige Schuhhaus Kürvers (2022 geschlossen), rechts davon die ehemalige Metzgerei Schroer (zuletzt Hofladen Slütter, Anfang 2024 geschlossen).
Das Ladenlokal von Deco & more wurde von den Klever vor allen Dingen als Postfiliale genutzt, insbesondere für Paketabholungen und -rücksendungen. Außerdem war dort auch ein Schlüsseldienst tätig. Für Menschen, die in der Innenstadt unterwegs sind, bedeutet der Umzug nun also geringfügig weitere Wege, wenn Postdienstleistungen in Anspruch genommen werden sollen. Da es die Post am Bahnhof auch nicht mehr gibt, ist in der Unterstadt die Filiale im Edeka-Markt Brüggemeier (beim Blumenladen im Eingangsbereich) die nächstgelegene Anlaufstelle.
Der Umzug an die Hoffmannallee hat jedoch auch noch einen anderen Hintergrund: Seit die Postfiliale in der Apotheke am EOC Ende 2023 ihren Dienst eingestellt hat, fehlt dort – insbesondere für die Gewerbekunden – ebenfalls ein Dienstleister. Diese Lücke will Ingo Marks nun schließen, denn der neue Standort seiner Filiale ist im ehemaligen Wettbüro an der Hoffmannallee (neben Lin’s Wok, gegenüber von McDonald’s).
Da das Ladenlokal mit 140 Quadratmetern deutlich größer ist als das bisherige an der Hagsche Straße, plant Ingo Marks zudem, das Sortiment dort zu erweitern. Es soll Tabakwaren im Angebot geben, ebenso Schreibwaren und ein größeres Sortiment an Versandzubehör. Zudem will Marks dort auch eine Lottoannahmestelle betreiben. Der Schlüsselservice bleibt.
Ingo Marks betreibt mittlerweile in Kleve und Umgebung mehr als zwei Dutzend Geschäfte (Markenzeichen: „… & more“) und beschäftigt mittlerweile knapp hundert Angestellte. Die beiden jüngsten Neueröffnungen sind zwei „Tobacco-&more“-Geschäfte an der Emmericher Straße und an der Keekener Straße (Start Anfang Oktober).


☝🏼 😇 😢 . 😎
Sexshops sind out… das ist doch alles schon digital 😉
Ich hab noch eine kleine Geschichte aus der Rubrik „Zufälle gibt’s“.
Ende der 1990er Jahre war ich in Köln in der Innenstadt unterwegs, als ein ehemaliger Lehrer von mir, dessen Frau ich privat gut kenne, genau in dem Moment aus einem Sex-Shop kommt, als ich dort vorbei laufe.
So ein Sex Shop and…wäre doch gar nicht das schlechteste in Kleve! In Großstädten sind diese längst nicht mehr so „schmuddelig“ wie früher…im Gegenteil, sie sind schick aufgemacht (fast wie ein Apple Store – zum „anfassen und einschalten“ – wie z.b in Düsseldorf. Besser als noch ein Döner-Friseur…etc.
Wer wagt denn heute noch schon den Schritt in die Selbstständigkeit in Form eines Inhaber geführten Geschäftes? Hohe Energiekosten, (Miete), Kreditkosten mit erheblicher Zinslast, etc. Das muss man erst einmal alles erwirtschaften. Zusätzlich noch Einnahmen generieren, um selbst ein halbwegs erträgliches Einkommen zum Lebensunterhalt zu erzielen. Sozialversicherungskosten die selbst zu tragen sind und deren Eigenanteile immer weiter steigen…Das schreckt viele, verständlicherweise, in diesen Zeiten ab.
@22 Chewgum
Ich habe gelernt, dass es zwischen schwarz und weiss noch viele Farben gibt. Und so sehe ich, übertragen auf das hiesige Thema einen Dialog zwischen den Interessensvertretern/Stakeholdern als eine Farbe, die unbedingt geboten ist.
Ich kenne das aus dem hospitality developement: Da gibt es eine ganze Vielzahl von unterschiedlichen Interessen und dessen Vertretern (z.B. Investoren, Betreiber, Gäste und Kunden, Kommunalverwaltungen, Vertreter verschiedener Schutzgüter und Schutzrechte, Banken etc.), die nur im Dialog aufeinander abgestimmt werden können und zu einem einvernehmlichen Ergebnis führen.
Das, was sich die Stadt Kleve bei der Überplanung von Flächen Dritter im Rahmen der LAGA Kleve 2029 gelappt hat, ohne zuvor mit diesen Dritten einvernehmliche Rahmenbedingungen zu erörtern und festzulegen, ist übrigens nicht das, was ich mir unter Dialog vorstelle.
Es kann wohl kaum einem Eigentümer einer verpachtungsfähigen Immobilie im Klever Innenstadt verübelt werden, wenn er seine Miet- bzw. Pachterträge optimieren will. Das ist sein gutes Recht und sein Interesse. Anstatt das wie ein Mantra anzuprangern, bedarf es Ziele, die in den Dialog gebracht werden sollten. Offenbar gab es hier bis dato keine solche Strategien, die zum Ziel geführt haben.
Man hat hier schnell den Eindruck, dass die Klever Innenstadt als eine Art Verfügungsmasse gesehen wird
Es sind meist Häuser, die Privatleuten gehören, die keine homogene Gruppe sind. Und am Ende entscheiden sie, was mit ihren Häusern passiert.
Alles, was nach Sozialismus klingt, wird sie abschrecken. Auch wenn es nicht so gemeint ist.
@20 Es gab eine Zeit, da war ich auch einmal in einem Sex-Etablidment. Da hatte ich noch keinen Führerschein und bin da mit dem Rad hin.
Mein damaliger Chef schickte mich dort hin. Grund: Ich sollte ein Aufmaß des Gebäudes machen, weil der Eigentümer es umbauen wollte. Das Architekturbüro, in dem ich einst arbeitete, erhielt den Auftrag, den Umbau zu planen. War eine interessante Erfahrung…
Vor 30 Jahren wohnte ich in Goch. Da bin ich einmal in dem Sex-Shop gewesen. Aber ich weiss nicht, ob ich das hier reinschreiben soll. Ist schon ein bisschen sehr komisch die Geschichte.
@17 Max
Ich hatte es in der Stadthalle damals tatsächlich so erlebt, dass die Sache gekippt wurde, weil kein Ankermieter verbindlich genannt werden konnte. Schon damals habe ich die Situation belächelt, weil die Entscheidung pro oder contra eines solchen Projektes wie das von Sontowski von der Benennung eines Ankermieters abhängig gemacht wurde, also von einer Komponente, die ohne Weiteres austauschbar ist. Deshalb erinnere ich mich so gut daran.
Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wiederholt die Forderung nach Kleingliedrigkeit kommuniziert wurde. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ich schon während meiner Bauzeichner-Ausbildung an solchen kleingliedrigen Projekten gearbeitet hatte.
Nach alledem ist meine Erinnerung an die Sontowski-Debatte wenig verschwommen.
Ich beobachte vorwiegend in den benachbarten Niederlanden diverse Ideen, wie kleinere Einzelhandelsflächrn genutzt werden. Teile Crossover-Stores finden darin Platz.
„…aber wenn wir die Hagsche Straße nicht abreißen gibt es nur die Möglichkeit Ladenlokale zusammenzubauen“
Schon nach dem ersten Teil haben Sie die Eigentümer verloren.
Hallo Helmut @13
dein Kommentar ist interessant aber weder plausibel noch ganz richtig. Bei Sontowski, glücklicherweise ging dieser Kelch an Kleve vorüber, stand ein Ankermiete zur Debatte – nämlich Saturn. Sontowski wurde nicht wegen eines fehlenden Ankermieters in die Wüste bzw. zurück nach Monheim geschickt, sondern weil Bürger den Rat praktisch um 180Grad gedreht haben.
Zeitsprung ins Hier und Jetzt 🙂
Größere Ladenlokale sind und waren für Viele attraktiver aber wenn wir die Hagsche Straße nicht abreißen gibt es nur die Möglichkeit Ladenlokale zusammenzubauen. Das habe ich in Frankreich bei denkmalgeschützen Häusern aus dem 17 & 18 Jahrhundert gesehen. Die Voraussetzung dazu ist jedoch eine Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich 60, den Eigentümerinnen und einem mehrheitlich politischen Willen dazu. Das kann der Citymanager zwar thematisieren aber ohne die Eigentümer und Politik geht es nunmal nicht. Aber das habe ich ja bereits erwähnt.
Ich fände es klasse wenn hier im Blog Eigentümer sich zu Wort melden würden, den sie sind zentral!
Gibt es zu wenig Parkplätze, von denen man diese Geschäfte prinzipiell ohne besonderen Aufwand, gut und schnell erreichen konnte?
Beim EOC oder Brüggemeier in der Unterstadt, sieht die Situation ganz anders aus.
@11.
Na, na, na, ….. Vorsicht…….. haben Sie sich vorher das Okay, von einer spezialisierten Partei geholt, ob Sie das öffentlich kundtun dürfen? 😉
Da kommen gleich mehrere Probleme zusammen
Hohe Mieten, einerseits können es sich die eigentümer scheinbar Leisten das dort ewig Leerstand ist, andererseits sind die Mieten augenscheinlich so hoch das da nichts lange überleben kann.
Unattraktive Innenstadt, von „unten“ nach da „oben“ läuft man vorbei an Leerstand, irgendwelchen Automatenläden, nem maroden Kaufhof der von außen ungefähr so einladend aussieht wie das Arbeitsamt. Mehr Leerstand, Steinwüste Elsabrunnen .. Man könnte natürlich „oben“ Parken, sich durch Einbahnstraßengewühl und Verkehrschaos fahren.
Nur warum sollte man das tun? Die meisten Waren kriegst über Amazon günstiger, lediglich special Interest Läden könnten dort überleben mit den passenden Herausforderungen, dazu gehört aber eben auch eine attraktive Innenstadt, und die ist es einfach nicht.
Ich erinnere mich an die damalige Diskussion über die Sontowski-Planung auf dem Minoritenplatz, die schließlich von den politischen Mehrheiten u.a deshalb abgelehnt wurde, weil kein Ankermieter vom Investor genannt werden konnte. Aber darum geht es in meinem Kommentar gar nicht. Ich erinnere mich an die „lauten“ Forderungen an eine Planung, die dem Stichwort „Kleingliedrigkeit“ entsprechen sollte. Kleingliedrigkeit, so der Wunsch, würde viele Besatz-Probleme lösen. Denkpause… Zeitsprung ins Hier und Jetzt.
Das Artikelfoto zeigt drei Bestandsgebäude, die wohl kleingliedriger nicht sein können. Und dennoch lassen sie nun ein Superlativ erkennen, das in dem Artikel als „das erste Mal seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg“ beschrieben wird, „dass in der Straße gleich drei Ladenlokale nebeneinander unbesetzt sind“. Ist also die mantraartiger Forderung nach Kleingliedrigkeit der richtige Weg?
@9 Sie haben natürlich recht, es ist die Adalbertstraße. Waren Sie auch bei der Eröffnung des Kugelbrunnens dabei? oche alaaf
Wann ist denn die Neueröffnung von dem Sex-Shop? Ich warte hier nämlich schon die ganze Zeit auf die Neueröffnung. Ich wohne nämlich direkt neben dem Sex-Shop.
kleveblog Trauriger Höhepunkt Sex-Shop an der Heldstrasse geschlossen
Wer braucht denn noch die Innenstadt als Shoppingmeile? Das rentiert sich doch weder für Kunden, noch für Ladenbesitzer (Mieter).
Es können und wollen sich immer weniger Leute etwas leisten, schon gar nichts teures von altehrwürdigen Ladenlokalen mit deutscher Qualitätsware.
Und je größer die Schere zwischen Arm und Reich wird, desto schneller geht es mit dem Leerstand voran.
Vielleicht entsteht ja dann bald bezahlbarer Wohnraum in bester Lage? (Sarkasmus)
Zweilauscherhase mit zwei Fragen:
@7
„In Aachen ist beispielsweise die Albertstraße …“ Albertstraße in Aachen??? Nie gehört!!! Vielleicht in Alsdorf oder in Eschweiler??? Oder meinen Sie vielleicht die Adelbertstraße (Fußgängerzone)??? Oder den Adelbertsteinweg???
@ alle
Gibt es in der Klever Unterstadt noch eine (einfache) Schlüsselmacherei? Oder ist die Schlüsselmacherei bei Deco & More in der Hagschen Str. (demnächst noch weiter weg auf der Hoffmannallee), wenn ich von der Unterstadt aus kommend die Große Straße hochhoppele?
Der Verfall schreitet voran und wisst „Ihr“ was !?, der Mensch selbst verfällt auch (finde ich). Wenn ich so durch die Straßen laufe, sehe ich soviel „no Style und Grunge“…als wenn die Menschen nix mehr um sich geben-mit Joggingbuxe in die Stadt etc.
Nee, wenn ich alte Bilder sehe (Stadtbilder), sehe ich die Menschen meistens um längen besser gekleidet/gepflegter.
Scheinbar ist heute auch vieles einfach nur „normal“, was früher bestenfalls „murrend hingenommen“ wurde.
Dazu „verdummen“ wir als „Influencer“ oder was weiß ich…oder werden von dem ganzen „Schrott“ manipuliert/geleitet/bewogen/angeregt – will ich persönlich nicht mehr – Internet / www. – „aus“ am besten.
Superstars von heute, sind die „niemands von morgen“…schrecklich.
Ich mag die „Zeit“ heute nicht mehr und „stecke gedanklich“ in den wohlsortierten 80èr-90èr-2000èr fest
Die Leerstände werden mehr und der „Stillstand“ ebenso.
Alles nicht mehr „normal“…oder vielleicht bin ich nicht mehr normal…Zweifel über Zweifel
„Neue Lücke in der Hagschen Straße: Postfiliale Deco & more zieht um!“
Die Überschrift ist faktisch aber kaum informativ oder gar konstruktiv.
Es gibt einen konstruktiven und lösungsorientierten Journalismus vielleicht etwas für Kleveblog?
Der Eigentümer zieht dahin wo mehr Umsatz bzw. mehr Frequenz ist was natürlich das Gleiche ist.
Dieser weitere Leerstand wird die Stadt wieder ein Stück ausbluten lassen.
Wer fühlt sich neben WTM und dem Citymanager verantwortlich diese immer steiler abstürzende Kurve mit über 40 Leerständer etwas entgegen zu setzten?
Aus meiner Sicht ist die Innenstadt und im Besonderen der zentrale Platz in einer Stadt das Fenster zur Seele einer Stadt und die Hauptschlagader. Diskutiert und gesellschaftliche Prozesse werden weder im Gewerbegebiet ausgehandelt noch hier bei Kleveblog. Es braucht diesen physischen Ort der Begenung. Da die gesamte Politik , von der Verwaltung vor sich hergetrieben, den Minoritenplatz bis 2030 auf Eis gelegt hat bleibt Kleve nur die Innenstadt. Dafür werden bis 2029 14 Millionen plus X verbaut.
Aber der Lebendigkeit im Zentrum bringt das überhaupt rein garnichts. Dieser Aspekt wurde und wird nach wie vor ausgeblendet. Die Politik wird sich in Kürze mit der afd und fehlenden sachkundigen Bürger der kleinen Parteien um sich selbst drehen und wohl kaum von der Stelle kommen. Die CDU wird mit der SPD eine Koalition gegen rechts eingehen und alles unter sich ausmachen. Ob das Neues bringt wage ich leider zu bezweifeln also bleiben nur die Bürger und Interessenvertreter selbst. Die Hauseigentümer in der Innenstadt, die verbleibenden Händler, die Projektentwickler und Immobilienwirtschaft und die gesamtstädtischen Unternehmen und Handwerksbetriebe sind aufgerufen sich proaktiv einzubringen.
In Aachen ist beispielsweise die Albertstraße ein Mahnmal wie eine Innenstadt aussehen kann. Hundert Meter Leerstand auf beiden Seiten. Eingeschmissene Scheiben werden nur noch mit USB Platten geschlossen.
Es gibt Kipppunkte die nur in Jahrzehnten umzukehren sind. Daher sollten sich alle, die an der Klever Innenstadt interessiert sind engagieren und voraus sollten die direkt Betroffenen voran gehen.
Kleve hat soviel Potential das ein Strukturwandel möglich ist, aber das schafft keine Interessengruppe alleine.
Wichtig, dass er auch Poststellen integriert.
Keekener Straße 👌
Die reinen Automaten-Läden sind aber überflüssig.
Laut Bodenrichtwertkarte (BORIS) NRW, gibt es diesen merkwürdigen Schlauch mit merkwürdigen 4stelligen qm-Preisen in der Klever Innenstadt. Ein paar Meter weiter halbiert sich der Preis manchmal. Ich selbst lebe in Kleve, in Laufentfernung von 4stellig/qm. So richtet man Städte zugrunde….
Der Letzte macht das Licht aus!
Wie wäre es denn mal mit:
– Fleisch & more
– Biobrot & more
– Schuhe & more
– coole Klamotten & more
????
Grauenhaftes Gesamtbild. Können die sich nicht irgendwie einigen? Links hat nichts rechts zu tun, jeder hat sein Kackindividuelle Fassade und unten sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. Dat wird nix mehr
Bin ,als Fan, begeistert, das ( siehe Foto) 🏹 SIOUX ( Lakota ) ihre Jagdgründe in Kleve haben. Es gibt hier für sie auch, ☝🏼 wie schön, 😂 reichlich 🎯 Büffel / innen, 🙄 sogar in div Farben. 👍🏼 🤫