Müssen Grundschüler wissen, was Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe sind? Besser nicht.

rd | 18. April 2019, 10:38 | 37 Kommentare
In den Pausen gibt es frische Luft für die Schüler in der Grundschule An den Linden

Vermutlich wissen nicht einmal die meisten Leser, worum es sich bei Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen handelt. Abgekürzt werden diese chemischen Verbindungen PAK genannt, was wir der Einfachheit halber hier fortan auch nutzen werden. PAK sind organische Verbindungen, die aus mindestens zwei aromatischen Ringsystemen (daher: polyzyklisch) bestehen, die auf einer Ebene liegen. Bei aromatischen Kohlenwasserstoffen ist π-Elektronensystem delokalisiert, die schnell schwirrenden Kleinstteilchen, die famoserweise auch Wellencharakter haben, lassen sich also nicht mehr eindeutig einem Atom zuordnen. Benzol ist der einfachste aromatische Kohlenwasserstoff, die Delokalisation wird in der Strukturformel durch einen Kreis im Sechseck, zu dem die sechs Kohlenstoffatome angeordnet sind, dargestellt.

Nimmt man nun zwei Benzolatome und lässt sie ganz eng miteinander kuscheln, anellieren sie, wie der freudlose Chemiker das nennt. (Anelius stammt aus dem Lateinischen und bedeutet kleiner Ring.) Die Reaktion wird auch Kondensation, im Englischen auch Fusion genannt, und im Endeffekt führt sie dazu, dass an der Fügestelle die beiden Ringe sich eine Atombindung teilen.

Was heißt das konkret? Benzol besteht aus sechs Kohlenstoff- und sechs Wasserstoffatomen, Naphtalin aber, der einfachste PAK, der durch die Anellierung zweier Benzolatome entsteht, hat nicht zweimal zwölf Atome der beiden Sorten, sondern zehn Kohlenstoff- und acht Wasserstoffatome. Etwas vereinfacht lässt sich hier von einem chemischen Legobaukasten sprechen – man kann alles und jedes irgendwie zusammenfügen. Leider entstehen dabei auch Stoffe, nämlich die PAK, die im menschlichen Körper zu Epoxiden oxidiert werden, und diese Epoxide wiederum knabbern das menschliche Erbgut an. Es kann Krebs entstehen.

Blöderweise sind wir Menschen allerorten von PAK umgeben. Sie sind natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl. Der bei der Verkokung von Steinkohle anfallende Teer enthält hohe Anteile an PAK. Daher ist seine Verwendung im Straßenbau und z. B. als Dachpappe seit 1984 verboten. Mit Steinkohleteer behandelte Produkte, z. B. teergebundener Asphalt aus der Zeit vor 1984, Teerpappe oder Teerimprägnierungen (für Telegrafenmasten oder Eisenbahnschwellen), enthalten daher viel PAK. Führt man die Destillation von Erdöl schonend durch, entstehen nur geringste Mengen an PAK. In Otto- und Dieselkraftstoff bzw. Heizöl findet man Spuren von PAK. Auch kommen PAK in Tabakrauch und geräuchertem, gegrilltem und gebratenem Fleisch vor. An verkehrsreichen Straßen können sich PAK auch im Hausstaub anreichern. PAK sind ein wichtiger Bestandteil interstellarer Materie und werden mit den Methoden der Infrarotastronomie in vielen Gebieten unserer Milchstraße und anderer Galaxien nachgewiesen.

Nachgewiesen wurden PAK nun nicht nur in anderen Sternensystemen, sondern auch in einem Klassenzimmer der Grundschule An den Linden in Kleve. Das löste Sorgen aus. Darüber berichtet die Stadt Kleve sehr ausführlich in der folgenden Pressemitteilung:

Die Stadtverwaltung, die Schulleitung sowie die Elternschaft sind sich einig, dass die Gesundheit der Kinder und der Lehrer höchste Priorität hat. Aus diesem Grund wurde die im Anschluss an die Sanierungsarbeiten in der Grundschule „An den Linden“ mitgeteilte Geruchsbelästigung in einem Klassenraum unverzüglich durch Raumluftmessungen geprüft. Hierbei ergab sich eine PAK-Belastung (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) in Höhe von 18 mg/m³. Dieser Wert lag unterhalb des kritischen, gesundheitsgefährdenden Schwellenwertes von 30 mg/m³ Luft, jedoch über dem unteren Schwellenwert von 10 mg/m³. Der von der Stadt Kleve beauftragte Gutachter empfahl daraufhin, Vorsorgemaßnahmen durchzuführen, die eine bessere Lüftung und Reinigung vorsahen. Diese Maßnahmen wurden in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve umgesetzt. Der Vergabe- und Betriebsausschuss der Stadt Kleve wurde vom Technischen Beigeordneten Jürgen Rauer informiert.

Die PAK-Belastung ist auf die frühere Verwendung eines teerhaltigen ausdünstenden Parkettklebers, der durch die Oberflächenbehandlung des Parketts im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen in die Raumluft abgegeben wurde, zurückzuführen. Um kurzfristig eine wesentliche Verbesserung herbeizuführen, wurde bereits in den letzten Tagen eine zusätzliche Versiegelung auf das Parkett aufgebracht. Des Weiteren wurden die Randbereiche abgedichtet. Im Laufe dieser Woche werden sowohl in dem bereits genannten Klassenraum als auch in weiteren Klassenräumen erneut Raumluftmessungen erfolgen. Es wird geprüft, ob die vorgenannten Maßnahmen ausreichen, um den unteren Grenzwert zu unterschreiten. Die Ergebnisse werden in circa zwei bis drei Wochen nach der Messung vorliegen. Derzeit werden bereits verschiedene Sanierungsmöglichkeiten geprüft, die im nächsten Vergabe- und Betriebsausschuss am 07.05.2019 vorgestellt und erörtert werden sollen.

Überrascht zeigt sich die Verwaltung über den veröffentlichten Offenen Brief der Schulpflegschaft der Grundschule „An den Linden“. Der Schulleitung liegt das Ergebnis des von der Stadt Kleve unmittelbar in Auftrag gegebenen Gutachtens vor. Die Schulpflegschaft wurde ebenfalls von der Verwaltung unmittelbar über alle Sachstände informiert. Zusätzlich wurden in einer Sondersitzung die Mitglieder der Schulkonferenz über den aktuellen Stand sowie über die weiteren Schritte durch den Technischen Beigeordneten Herrn Rauer und Technischen Leiter des Gebäudemanagements Herrn Raith ausführlich informiert. Die im Offenen Brief geforderten Maßnahmen sind z.T. bereits veranlasst und weitere Untersuchungen sind bereits zugesagt worden. Laut Gutachten und Einschätzung des Gesundheitsamtes des Kreises Kleve konnte keine akute Gefährdung festgestellt werden.

Gleichwohl ist die Besorgnis der Eltern und Lehrer verständlich und nachvollziehbar. Die Stadt wird alle Maßnahmen ergreifen, die für das Wohl der Kinder und des Lehrpersonals notwendig sind. Ob eventuell weitere städtische Objekte betroffen sind, wird ebenfalls überprüft.

Das Gutachten kann beim Schulleiter oder dem Gebäudemanagement der Stadt Kleve auf Wunsch eingesehen werden.

Sobald weitere Ergebnisse vorliegen, werden diese zeitnah veröffentlicht.

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37 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 37. Dietmar Shields

    Hier hilft nur der öffentliche Mediendruck auf die Stadt und ihre verantwortlichen Beamten!
    Ansonsten wird sich hier nichts bewegen und es wird auf Kosten der Gesundheit von Schülern und Lehrern gehen.

     
  2. 36. Realist

    So weit meine Informationen reichen, wurde den Schülerinnen und Schülern eine Petition (Unterschriftenliste), für die Elternpaare! (meiner Meinung nach gibt es auch Alleinerziehende) verteilt, mit der Aufforderung, unterschrieben bis zum 03. Mai 2019, wieder in der Schule (Postmappe) abzugeben.

    In dem Begleitschreiben vom 29.04.2019, ist auch der angekündigte Termin im Rathaus, 07. Mai 2019 (also heute) angeführt, mit dem Hinweis “(Jeder von uns kann daran im Rathaus teilnehmen)”.

    Niemand wird, so wie man manche öffentliche Zeilen als haltlose Unterstellungen deuten kann, die Gesundheit für Menschen, in irgendeiner Weise vernachlässigen oder sogar gefährden.

     
  3. 35. Klaus

    Da Frau Northing eine Frau der Tat ist und bei Gefahr in Verzug sofort alle Hebel in Bewegung setzt (siehe Beuys-Plakette), gehe ich davon aus, dass Frau Northing über alle Messungen bestens informiert ist und alle notwendigen Maßnahmen ohne Rücksicht auf finanzielle Konsequenzen sofort anweisen wird, damit kein Kind und kein Lehrer zu schaden kommt.

     
  4. 34. Max Knippert

    Sehr geehrter Bürgermeisterin, sehr geehrte Ratsmitglieder des Klever Stadtrates, 6.5.2019

    jeder hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit und insbesondere haben wir, Eltern und Verantwortlichen die Fürsorgepflicht für Schutzbefohlene – unsere Kinder – zu erfüllen!

    Die Geduld einer ganzen Schule mit ca. 350 Kindern, 700 Eltern und ca. 30 Lehrern wird zur Zeit diesbezüglich auf die Probe gestellt.

    Das Sachverständigenbüro Mokroß hat die PAK-Konzentration in der Grundschule „An den Linden“ am 18.4.2019 festgestellt und dokumentiert. Das Ergebnis liegt der Stadt und allen Fraktionen seit Wochen vor: mit 2.900 mg/kg ist die Belastung 48 mal höher als zulässig! Wenn wir verhindern bzw. ausschließen wollen, dass unsere Kinder erkranken, dann muss jetzt umgehend gehandelt werden!

    Heute habe ich von Herrn Mokroß erfahren, das die Ergebnisse der zweiten Messung seit Donnerstag dem 2. Mai vorliegen und vorher bereist mündlich der Stadtverwaltung mitgeteilt wurden.

    Vor den Osterferien haben Stef Muschenich und ich als Elternvertreter „Sofortmaßnahmen“ – bis zur restlosen Entfernung aller PAK Quellen – gefordert, die noch immer nicht umgesetzt wurden. Das ist jetzt drei Wochen her. Mit Verlaub, Frau Northing, diese Maßnahmen umzusetzen bzw. anzuordnen, müsste durch wenige Telefonate praktisch in Echtzeit möglich sein!

    Diese Sofortmaßnahmen sind nach wie vor:

    – Maximales Lüften (24/7)
    – tägliches Wichen aller Oberflächen in den betroffenen Räumen wie Böden und Tische usw.
    – sofortiges aufstellen von Raumluftfiltern in allen Räumen mit altem Parkettboden

    Auch möchte ich stellvertretend für die Eltern schon jetzt ohne die zweiten Messung zu kennen, die Werte in Frage stellen, da nachweißlich und dokumentiert am Tag vor der Messung alle Fenster der Grundschule „An den Linden“ offen waren und folglich aufgrund dieser Lüftungsaktion die Messergebnisse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niedriger gewesen sind als sie im schulischen Alltag sind.

    Wir fordern deshalb schon jetzt eine erneute Messung, und zwar unter der Voraussetzung, das die Fenster 3 Tage lang geschlossen sind, wie dies nach einem ganz normalen Wochenende und somit unter realen Bedingungen der Fall ist.

    Dass in der letzten Sitzung des Bauausschuss am 2.Mai weder ein Beratungspunkt zu diesem Thema auf der Tagesordnung zu finden war und das die Stadtverwaltung nicht einmal unter Mitteilungen zu diesem sehr ernsten, aktuellen und drängendem Thema Stellung bezogen hat, empfinden wir Eltern als inakzeptabel. Das zu diesem Zeitpunkt die Messergebnisse der zweiten Messung bereits vorlagen, muss an dieser Stelle wiederholt werden.

    Das morgen der betreffende Sachstandsbericht nicht öffentlich vorgestellt wird und erst am 7.5. im Hauptausschuss öffentlich diskutiert wird und erst am 15.5. im Rat öffentlich diskutiert werden soll ist nicht angemessen. Das Herr Rauer am 18. Mai auf der Schulkonferenz das weitere Vorgehen mit allen Elternvertretern und der Schulleitung besprechen wird begrüßen wir demgegenüber sehr.

    Zusammenfassend muss aber dennoch leider festgestellt werden, das die Verwaltung den Ernst der Lage nicht angemessen Rechnung trägt. Somit richten wir Eltern diesen offenen Brief erneut an alle Ratsmitglieder der Stadt Kleve.

    Ganz kurz möchten wir die Tragweite verdeutlichen, die dieses Thema nicht nur in Kleve hat:

    Die PAK Belastung ist ein deutschlandweites Problem und betrifft nahezu alle Städte und Schulen. Beispielsweise müssen Textilien, wie Vorhänge und Teppiche aber auch Möbel ggf. als Sondermüll entsorgt werden, wenn diese zu lange PAK ausgesetzt sind!

    Dadurch, dass die Schule „An den Linden“ nach fünf Jahren neu saniert und mit neuen Möbeln ausgestattet wurden ist, muss jetzt sofort die Handbremse gelöst werden! Andernfalls wird der Schaden – gesundheitlich, aber auch finanziell – täglich größer (wobei die Sachkosten in Relation zur gesundheitlichen Unversehrtheit unserer Kindern von nachrangiger Bedeutung sind). Möglicherweise werden auch andere Schulen in Kleve betroffen sein, sodass jetzt die PAK-Belastung überprüft werden müsste!

    Als Elternsprecher fordern wir konsequent PAK freie Schulen für ganz Kleve!

    Wir bitten und fordern Sie hiermit erneut und eindringlich Verwaltung und Politik auf, diesen Weg in aller Offenheit mit uns gemeinsam zu gehen, damit dem Wohl und dem Recht aller Klever Kinder wie auch Lehrern entsprochen wird!

    Dies setzt eine kontinuierliche und lückenlose Information aller Eltern in Kleve voraus. Dies sollte in der Stadthalle mit der gesamten Stadtschulpflegschaft und dem Gesundheitsamt erfolgen.

    Der Faktor Zeit spielt jetzt eine entscheidende Rolle und es wäre fahrlässig, nicht den frühestmöglichen Zeitpunkt für die restlose Beseitigung aller PAK Quellen anzustreben. Das wären die Sommerferien 2019. Nach unserer Recherche gibt es eine Fachfirma, die die Sanierung innerhalb dieses Zeitrahmens umsetzten kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stef Muchenisch & Max Knippert

    Elternsprecher der Grundschule An den Linden

     
  5. 33. Max Knippert

    Ich wurde gebeten einige Daten beizutragen.

    Nach 5 Jahren (https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/ggs-an-den-linden-kleves-groesste-grundschule-stellt-sich-vor_aid-36800131) ist die Christus König Schule und die Lutherschule zur neuen Grundschule An den Linden geworden und die neuen Räume wurden nach den Herbstferien am 29.10.2018 bezogen. Nach den Weihnachtsferien sind die Beschwerden bereits so massiv gewesen, das die Stadtverwaltung nach ersten Proben eine Raumluftmessung durch eine Fachfirma in Auftrag gegeben hat. Die erste Messung der Raumluft, des Sachverständigenbüros Mokroß, wurde am 27.2.2019 durchgeführt und das Ergebnis am 13.3.2019 der Stadt mitgeteilt.

    Die zweite Messung hat am 18.4.2019 stattgefunden.

    Wie es Montag – Übermorgen – weitergeht, weiß zur Zeit weder die Schulleitung noch die Elternschaft…

     
  6. 32. Ausrufezeichen

    Ergänzend: Auch bei Posts macht der Ton die Musik.

     
  7. 31. Realist

    @30.

    Die Antwort ist kurz und bündig: allgemein

     
  8. 30. Fragezeichen

    @29. Realist „Auch Psychospielchen sind sehr leicht zu identifizieren und zu durchschauen.“
    Meinen Sie mein „Psychospielchen“, d.h. die Tatsache, dass ich so dreist war nachzufragen oder das „Psychospielchen“ von Herrn Knippert?
    Da lob ich mir die Gradlinig- und Ehrlichkeit von Lohengräm auch wenn ich in diesem Fall nicht seiner Meinung bin.

     
  9. 29. Realist

    @28.

    Jeder Mensch hat die Freiheit, sich zu engagieren, wie und wo immer er möchte, ob es sinnvoll ist oder nicht.
    Und warum sollte man grundsätzlich Abneigungen gegen Personen haben, ob man sie kennt oder nicht?

    Nur, ich nehme mir die Freiheit, nicht alles zu nehmen, was mir vorgekaut, als Wahrheit serviert wird.

    Auch Psychospielchen sind sehr leicht zu identifizieren und zu durchschauen.

     
  10. 28. Fragezeichen

    @Realist
    Ist es wirklich das Engagement, das Sie nicht mögen oder ist es eine Abneigung gegen die Person, die sich engagiert?

     
  11. 27. Lohengräm

    @23

    Ich selbst habe an der Schule vergleichsweise grosses Glück gehabt, die Maumaukinder haben mich verschont. Warum weiss ich nicht 🙂 . Aber ich habe es bei anderen erlebt, denen ich nicht helfen konnte. Das war das Schlimmste, nicht helfen zu können. Und die Lehrer glänzten durch Abwesenheit bzw. kamen viel zu spät.

    Die Gewalt zog sich damals aber auch quer durchs Viertel. Schneeballschlachten am Bresserberg endeten mit üblen Verfolgungsjagden durch grössere Jugendliche, wenn die Kleineren deren Brüder “getroffen” hatten.

     
  12. 26. Realist

    Wenn persönliche Angriffe und “Ferndiagnosen” über unbekannte Menschen gestartet werden, ist eine sachliche “Diskussion” unmöglich.

    Soweit ich von betroffenen Eltern erfahren habe, ist doch Unverständnis vorhanden, dass man diese Situation nun zu einem unnötigen öffentlichen “Spektakel” macht, da alle nötigen Schritte und Maßnahmen von den Verantwortlichen selbst veranlasst wurden und werden.

     
  13. 25. Bolden

    Vielen Dank für Ihren Einsatz Hr. Knippert. Bei der Gesundheit von Grundschulkindern sollte man keine Kompromisse machen und unverzüglich handeln. Mit welcher Überheblichkeit hier teilweise Argumentiert wird ist schon fast abstoßend. Die Kommentare von Lohengräm lassen mich nur den Kopf schütteln. Und ja ich war auch zu dieser Zeit auf der genannten Schule und habe meine Nachmittage im Komponistenviertel verbracht.

     
  14. 24. Chewgum

    Der Begriff Mau-Mau kam durch die britische Kolonialzeit in unseren (heute eher passiven) Wortschatz. Als Mau-Mau wurden in Kenia die Mitglieder von Schwurzeremonien – das waren vor allem Kikuyu – bezeichnet, die sich auf diese Weise organsierten und im so genannten Mau-Mau-Krieg gegen die britische Kolonialmacht und damit gegen die Landenteignung bei Schwarzen kämpften. Die Schwurzeremonien waren Vereidigungen, die von der Kenyan African Union (KAU, vergleichbar mit dem ANC in Südafrika), organisiert wurden. Die Teilnehmenden verpflichteten sich auf diese Weise, gegen die Kolonialmacht vorzugehen und zur Geheimhaltung aller Aktivitäten.

    Dass Armenviertel hier in Deutschland Mau-Mau-Siedlungen genannt wurden, kann man als Erbe des diskriminierenden Gedankengutes der Kolonialzeit begreifen. Vor allem weil Mau-Mau-Siedlung auch negativ konnotiert ist (als ‘asozial’).

     
  15. 23. Seebär

    @Lohengräm
    Asbest in zwei Schulen mit anschließender Sanierung habe ich als Schüler auch miterlebt. Das ist auch der Grund warum ich das mit PAK kontaminierte Parkett nicht harmlos finde.
    Die Körperverletzung, die Ihnen und Ihren Mitschülern in der Schule widerfahren ist, hört sich wirklich nicht harmlos an. Unverständlich weshalb von den Lehrern und der Schulleitung nicht beherzt eingegriffen wurde.

    @Max Knippert Informationsaustausch und sachliche Gespräche zwischen allen Beteiligten sind immer hilfreich, unterstützen die Suche nach Lösungsansätzen und deren Umsetzung. Außerdem neigen gut informierte und aufgeklärte Menschen weder zu Angst noch zu Hysterie. Eine gewisse Besorgnis ist natürlich verständlich.

     
  16. 22. Ehemaliges Schulkind

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Sache doch auf dem Weg. Und die Schule muss dann halt eine Lösung finden für Unterrichtsräume. Vielleicht Container auf dem Schulhof … aber da reicht es wohl, wenn die Eltern einbezogen werden.

    Da muss man sich jetzt nicht so reinsteigern. Hängt ja glücklicherweise keine radioaktive Wolke über der Schule …

     
  17. 21. Lohengräm

    @19
    Du scheinst nicht zu wissen wovon Du redest.

    In meiner Schulzeit an Christus-König musste ich schwere Körperveretzungen miterleben. Da ist Blut geflossen und gebrochene Knochen und ausgeschlagene Zähne gab es auch. Und das ist -leider!- nicht übertrieben.

    Abgesehen davon dass die Luft durch Autos und Busse mit der damaligen Technik viel verpesteter war. Zudem galt in dieser Zeit noch Asbest als Wunderbaustoff.

     
  18. 20. jean baptiste

    @16. Guenther Hoffmann
    ich kannte die Bedeutung auch nicht, aber
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mau-Mau > 5. Erklärung < zeigt, dass es durchaus fundiert ist.

     
  19. 19. Max Knippert

    @ 9.Justin
    Der Möglichkeiten gibt es Viele und reduzierend könnten diese ggf. auch sein – aber die Begrifflichkeit Reduzieren macht es deutlich, solange die gesundheitsgefährdenden Stoffe nicht restlos aus dem SCHULgebäude entfernt sind besteht das Risiko, das Kinder ernsthaft erkranken was aber auch für Erwachsene gilt.

    Dein analytisches Verständnis trügt dich nicht, wenn du feststellst, das dieses Material noch Jahrhunderte weiter ausgasen wird, und nicht in menschlichen Maßstäben damit nachlässt. Somit ist dein Schluss plausibel, das keine Sekunde darüber gezweifelt werden kann, Alles restlos zu entfernen.

    @ 10. Realist
    Es würde die Diskussion versachlichen wenn Sie Ihrem Namen etwas gerecht würden.
    Ich habe die psychologische Komponente genannt und gleichzeitig beide Lesarten mitgeliefert.

    Sie wurden offensichtlich zwischen dem 6 und 10 Lebensjahr auf die Psychologie der Erwachsenwelt vorbereitet. Ich kann nur hoffen das diese Schulform ein Ende gefunden hat.

    @ 11. Seebär
    Es liegen nur wenige Wochen dazwischen, was in der Tat einer Katastrophe gleicht, aber die Verwaltung macht zur Zeit, aus meiner Sicht (fast) alles richtig. Sie hat den Prüfbericht veröffentlicht eine Zweite Messung in Auftrag gegeben und wird diesen jetzt auswerten. Der Parkettleger ist leider nicht seiner Verantwortlichkeit nachgekommen und hat vor Monaten Meldung gemacht. Schwarzer Kleber ist PAK und nicht zu übersehen, das wird ihm zwar auf die Füße fallen hilft uns aber jetzt nicht.

    @ 14. Lohegräm
    Um es mal auf den Punkt zu bringen. Sie können mir gerne traumalindernt aufs Maul hauen, wenn Sie 100% sicherstellen das kein Kind erkrankt und Sie dafür mit ihrem Leben bürgen!

    @ Frage an Alle
    Wäre es nicht sinnvoll, eine öffentliche Informationsveranstaltung für alle Betroffenen abzuhalten? Ich hoffe die Verwaltung greift diese Elternforderung auf und informiert kompromisslos anhand der Fakten und stellt das Beschulungskonzept vor! Nach den Osterferien werden vermutlich noch 4 von 16 Klassen für den Unterricht zur Verfügung stehen…

     
  20. 18. Justin

    @ 17., Keine Angst ???

     
  21. 17. Keine Angst

    Muss man überhaupt was wissen und was weiß man überhaupt welche Informationen bekommen Grundschüler oder sonst wer? Das Resultat ist das alle ein Mädchen namens Greta hinterher rennen.
    Das Information eine Holschuld sein kann, kommt den wenigsten in den Sinn.

     
  22. 16. Guenther Hoffmann

    Hallo 14. Genau 👍 Mau Mau, Kikuju Sprache (Bantu) auch das, bekannte, Klever ” Musiker Viertel “(sehr seltsam) wurde Mau Mau genannt, evtl. 🤔 historisch eine ganz frühe Form der Multikulti Welt in Kleve ? 🤣🤣 🍻

     
  23. 15. Seebär

    Die Fragen in Post 11 sollten dazu dienen, den zeitlichen Verlauf von Sanierung und PAK-Problem sachlich zu klären. Könnte mal jemand die unbeteiligten Personen aufklären? Seebärlichen Dank im Voraus.

     
  24. 14. Lohengräm

    Wie sich die Welt verändert…. 🙂

    Also, was früher, in den 70er Jahren an der Christus-König-Schule wirklich gefährlich war, war dass man in der Pause auf dem Schulhof unvermittelt und grundlos von den Mau-Mau- oder Haydnstrassenkindern eine aufs Maul bekam.

    Die bestellten für Prügeleien auch gerne mal ihre grossen Brüder, die die Hauptsschule schwänzten oder schlicht arbeitslos waren.

    Die Lehrer/innen und insbesondere Rektor Kühnen griffen viel zu spät ein.

    Was wären wir froh gewesen über Stinke-Parkett als grösste Gefahr.

    😀

     
  25. 13. jean baptiste

    12. Früüter

    wir reden wohl über Grundschüler !
    Aber wenn wir doch gerade am Sanieren sind , kann man doch gleich die Shisha-Läden die es in der Stadt gibt
    sanieren und versiegeln.
    Für die Grundschüler gleich noch was Lehrmaterial auf deutsch :
    https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/arbeitsplatz_umwelt/projekte_a_z/doc/bericht_wasserpfeife_kurz.pdf

     
  26. 12. Früüter

    Hier noch ein Info-Film,
    also besser keinen Holzofen zuhause, und auch dat mit den romantischen Kerzen und so, besser wechlassen….

    https://youtu.be/fjgvmL61e5k

    ,

    irgendwie müssen wir das alles unseren lieben Kindern erklären….

    einfach wird das nicht, denn die lieben Kinder werden uns viele Fragen stellen, warum wir das auf einmal alles anders machen wollen…..

     
  27. 11. Seebär

    Wann ist die Sanierung der Schule beendet worden und wann ist es aufgefallen, dass es zu Ausdünstungen in den mit altem Parkett ausgelegten Räumen kommt?

     
  28. 10. Realist

    @8. Max Knippert

    Herr Knippert, wenn es aus diesen Gründen an dieser Schule psychologische Aspekte und daraus folgende Probleme geben sollte, würde ich mein Kind sofort dort abmelden. Die Kinder würden dann dort nicht pädagogisch auf das Leben vorbereitet und nicht für die Realität ge- und beschult. Es muss immer eine sinnvolle Lösung gefunden werden, ohne sich in die psychologische Verlorenheit zu flüchten.

     
  29. 9. Justin

    @ Max Knippert

    rd‘s Bericht finde ich in Ordnung, kann aber gut verstehen, dass die Eltern und Lehrkräfte sich fühlen als säßen sie auf heißen Kohlen.
    Wie im Bericht erwähnt wurde, gibt es die Möglichkeit den Parkettboden zu versiegeln, um die PAK-Belastung zu reduzieren. Allerdings stellt sich dann die Frage ob unter mechanischer Belastung (Nutzung im Schulalltag) die Versiegelung dauerhaft dicht hält. Die Information, dass der Kleber 2900 mg/kg BaP enthält, ist allerdings beunruhigend. Das ist das 58-fache des Grenzwertes und ist wohl auch aussagekräftiger als der Messwert der Luft (18 mg/m3), da die PAK-Belastung der Raumluft veränderlich sein wird. Ich bin kein Fachmann, aber ich verstehe das so, dass der PaB-Gehalt des Klebers über einen längeren Zeitraum relativ konstant bleibt und nur sehr langsam über die Zeit abnimmt. Das würde bedeuten, dass eine Versiegelung, die sowohl chemisch für PAK undurchlässig als auch mechanisch belastbar und elastisch (Ausdehnung der Materialien bei Temperaturanstieg bzw. Schrumpfen bei Temperaturabsenkung) sein muss, regelmäßig auf Dichtigkeit geprüft werden muss. Bei Undichtigkeit würde dann der PAK-Gehalt der Raumluft ansteigen.
    Auf der sicheren Seite wäre man, wenn man das PAK-belastete Parkett und die Reste des Klebers vollständig entfernen würde.

     
  30. 8. Max Knippert

    @ Ralf
    Nun Gut – lasse ich die Chemischen Grundlagen mal beiseite die bei vermutlich 99,99% der Betroffenen keine Reaktion hervorrufen auch keine wellenartige.

    Und in der Tat ist es eine verzwackte Sacke, was die gesundheitlichen Folgen bei durch kaum messbare Vergiftung durch tausendfache Wechselwirkungen und Rahmenbedingungen hervorgerufen werden können, angeht. Der oder die Eine überlebt – der oder die Andere nicht…

    Es gilt bei jedem denkenden Menschen, so anmaßend bin ich, das Vorsorgeprinzip oder sollte es. Und deine Osterfeuer Nennung ist wiederum inakzeptabel, einmal wird mit 100%iger Sicherheit PAK frei, weil ein Osterfeuer keine Rückstandlose Verbrennung darstellt, außer du bringst ein geeichtes Gebläse vorbei und misst jede Nanosekunde Hunderte Parameter.

    Ralf, was soll dieser Quatsch?

    Wenden wir uns mal der kurz einem psychologischen Aspekt zu, der auch schwer zu messen und zu verallgemeinern ist. Wenn, was inakzeptabel ist, der krankmachende Boden drin bliebe würden Eltern ihre Kinder abmelden, bzw. nicht anmelden und die Krankheitsrate der Lehrerschaft würde durch die Decke gehen – unabhängig davon ob dies wissenschaftlich zu belegen wäre oder nicht.

    Ich könnte jetzt noch X Argumente bringen warum es überhaupt keine andere Möglichkeit gibt alles Rückstandslos zu entfernen. Und das weißt du, die Stadtverwaltung und auch die Klever Politik. Keiner ist so dumm das zu ignorieren, also Butter bei die Fische und eine Firma beauftragen damit wir wieder über Pflaumenkuchen sprechen können und das herrliche Wetter genießen…

     
  31. 7. rd

    @Max Der Text ist nicht pseudowissenschaftlich, sondern erklärt mit Hilfe chemischer Grundlagen, was PAK überhaupt sind und warum das mit ihnen eine recht verzwackte Sache ist. Durch die Stadt zu laufen und alle 5 Meter laut „Krebs!“ zu rufen, erscheint mir jedenfalls unangemessener als der Umgang der Verantwortlichen damit. Und nun wollen wir alle mal hoffen, dass nicht auch bei den Osterfeuern die gefürchteten PAK entstehen.

     
  32. 6. Max Knippert

    @ 5.Realist

    Sie haben völlig recht, das mein Beispiel grenzwertig war und ich hatte überlegt Ralf persönlich zu schreiben, was ich zu diesem Thema einige Male, ohne jedoch eine Antwort zu bekommen, bereits gemacht hatte.

    Ralf polarisiert gerne und lässt dann uns Leserschaft aufeinander zu argumentieren. Das ist verständlich und ein Stückweit sein Job. Aber in diesem Fall hat er sich vergaloppiert und ist sichtbar genervt, wenn ihm von außen Themen diktiert werden. Auch wiederum verständlich, aber dem Thema nicht angemessen. Der pseudowissenschaftlich eingeleitete Text verharmlost dieses Problem auf abstoßende Weise.

    Das unsere Umwelt mit unzähligen Giften voll ist, wie auch PAK in Reifen, Gummilatschen usw. kann nachgelesen werden, denn wir wissen doch alle woraus Plastik und Brennstoffe bestehen. Aber und jetzt werde ich wieder moralisch, kann uns dies nicht aus der Verantwortung entlassen, die wir insbesondere für unsere nächste Generation haben.

     
  33. 5. Realist

    Natürlich muss jede fachlich nachgewiesene Schadstoffbelastung, die auch zu erwiesenen, erheblichen Gesundheitsschädigungen führen, in jedem Bereich des Lebens, entfernt werden.

    Man sollte aber Diskussionen ohne persönliche Angriffe und Beleidigungen, führen. Auch bringen Fälle, die überhaupt nicht existieren, oder andere traurige, gesundheitliche Schicksalsschläge, deren Zusammenhänge überhaupt nicht nachgewiesen sind, nicht weiter.

    Es gibt sehr viele Auslöser, auf die manche menschliche Körper keine natürlichen Antimittel erzeugen können.
    Auch sollte man immer hinterfragen, durch welche Zusammenhänge eine negative Verkettung zustande kommt.

     
  34. 4. Max Knippert

    Ralf du machst dich lächerlich!

    Wenn zu dir ein Witwer käme, dessen Frau Lehrerin an der Christus König Grundschule war und an Krebs verstorben ist, würdest du ihm ins Gesicht sagen, das „PAK … nicht nur in anderen Sternensystemen, sondern auch in einem Klassenzimmer der Grundschule An den Linden in Kleve.“ zu finden ist?

    Das ist der letzte Satz des Prüfberichts von SVB Mokroß, 27.2.2019, der Grundschule An den Linden.

    „Der PAK-Gehalt der Materialprobe vom Parkettkleber führt zur gefahrstoffrechtlichen Einstufung des Materials. Gemäß TRGS 905 sind teerhaltige Stoffe ab einer Konzentration von 50 mg Benzo(a)pyren (BaP) als krebserzeugend (1b) eingestuft. Dieser Wert wird mit einem ermittelten BaP-Gehalt von 2.900 mg/kg deutlich überschritten.“

    Recht auf körperliche Unversehrtheit gehört zu den Grundrechten und ich habe keinerlei Zweifel das Stadtverwaltung und Politik alle Böden Rückstandlos entfernen lassen werden, den die Gesundheit von insbesondere Kindern und ist nicht verhandelbar.

     
  35. 3. Joseph Johann

    Welch professionelles Bauamt, wenn man Bauakten für ein Bauwerk hat, und nicht weiß, was darin steht.

     
  36. 2. RKH

    Echt?. Ich hab mich schon damals in den 60ern gewundert, warum wir beim zusammenkleben, kirchlich, saisonaler Bastelei mit U.u und P.tt.x immer gekichert haben.

    Zu Ostern Häschenfilm:

     
  37. 1. Parkettliebhaber

    „Die PAK-Belastung ist auf die frühere Verwendung eines teerhaltigen ausdünstenden Parkettklebers, der durch die Oberflächenbehandlung des Parketts im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen in die Raumluft abgegeben wurde, zurückzuführen.“

    Es ist unverständlich warum bei der Sanierung der Schule das mit PAK belastetem Kleber verlegte Parkett nicht entfernt und der Unterboden dekontaminiert wurde. Es ist kein Geheimnis, dass der PAK-haltige Parkettkleber über viele Jahre in der Mitte des vorigen Jahrhunderts verwendet wurde. Es hätten vor der Sanierung bei den mehrere jahrzehnte alten Parkettböden Proben genommen werden sollen. Grundsätzlich macht es Sinn, vor einer Gebäudesanierung das Gebäude auf Altlasten zu untersuchen. Um die Kosten dafür gering zu halten, lohnt es sich, sich über Sanierungen von ähnlichen ebenfalls öffentlichen Gebäuden vorher zu informieren, damit gezielter Proben entnommen werden können. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass man hinterher immer schlauer ist. Das trifft aber dann nicht zu, wenn die Problematik bereits bekannt ist.